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Panikattacken? Angstgefühle? -> Strategien zur Bewältigung?

Geistform

Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin schon länger im Forum unterwegs und habe auch schon einiges gesucht, aber keine richtige Lösung gefunden.
Evtl. hat jemand ein paar (sinnvolle) Tipps übrig.

Ich bin Mitte 30 und beruflich sehr erfolgreich. Der Job macht Spaß und ich habe tolle Vorgesetzte und Kollegen, manchmal ist etwas stressig, aber nicht übermäßig. Privat ist auch alles im Loot, sowohl was meine Freundin anbelangt (wir wohnen noch nicht zusammen), als auch meine Familie. Ich habe noch nie in meinem Leben geraucht, trinke kein Alkohol und ernähre mich ansonsten recht gesund.

Mit Anfang 30 hatte ich - ohne bisher bekannten Grund - eine schwere Lungenembolie. Im Jahr darauf bekam ich Tinnitus, gefolgt von einem Bandscheibenvorfall inkl. Lähmungserscheinung. Dieses Jahr bin ich dann auch noch zusammengeklappt, mit ähnlichen Anzeichen wie bei der Lungenembolie (Atemnot, Schwindel, Übelkeit, usw.).
Nach einem Krankenhausaufenthalt und der Diagnose das ich körperlich Gesund bin, wurde ich entlassen. Das sind jetzt etwa ein paar Wochen her.

Seitdem habe ich in unregelmäßigen Abständen das Gefühl von einer Enge in der Brust, teilweise Atemnot, manchmal mit einem Druck in der Brust verbunden und manchmal denke ich, ich klappe jeden Moment zusammen (Blutdruck und Puls sind aber normal). Hin und wieder nach stressigen Situationen und manchmal nach einer Woche Urlaub, wie aus dem Nichts. Trotz 24h EKG und weiteren Tests bin ich, zumindest was die Ärzte meinen, körperlich gesund.
Eventuell ist es auch nur die fehlende Belastbarkeit aufgrund der vielen Monate die ich immer wieder krank war und nicht in der Lage war, sinnvoll Sport zu betreiben.

Ich mache regelmäßig Entspannungsübungen wie autogenes Training, gehe wieder zum Sport (Ausdauersport mit leichtem Kraftaufbau), versuche mich abzulenken. Das klappt mal gut und dann wieder gar nicht. Ich glaube nicht, dass ich depressiv bin, da ich weder irgendwelche Gedanken in diese Richtung habe, noch fühle ich mich unglücklich.

An sich ist es eher eine Art von Angst, ob es nicht doch etwas körperliches ist oder "nur" psychisch bedingt, daher der Gedanke bezüglich der Panikattacken, evtl. steigert sich mein Unterbewusstsein in etwas hinwein?

Ich habe auch schon daran gedacht einen Psychologen aufzusuchen. Jetzt über die Feiertage haben alle geschlossen und man hört immer wieder, das Wartezeiten bis zu 6 Monaten normal sind. Ich werde es trotzdem nach den Feiertagen probieren.


Vielleicht hat jemand ähnliches durch und noch ein paar Tipps auf Lager, was man tun kann, wenn wieder so beklemmendes Gefühl auftritt?

Gruß
 

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Oceansize

Mitglied
Vieles von dem, was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Du hattest einige körperliche Extremsituationen (die Lungenembolie, der spätere Zusammenbruch), die sich dein Körper bzw. dein Unterbewusstsein gemerkt hat. Nun hast du ständig die Befürchtung, dass du vielleicht doch an einer schwerwiegenden Erkrankung leiden könntest.

An sich ist es eher eine Art von Angst, ob es nicht doch etwas körperliches ist oder "nur" psychisch bedingt, daher der Gedanke bezüglich der Panikattacken, evtl. steigert sich mein Unterbewusstsein in etwas hinwein?
Dein vegetatives Nervensystem arbeitet nun überempfindlich; jedes noch so kleine Symptom löst in dir die Angst eines erneuten Zusammenbruchs aus.

Seitdem habe ich in unregelmäßigen Abständen das Gefühl von einer Enge in der Brust, teilweise Atemnot, manchmal mit einem Druck in der Brust verbunden und manchmal denke ich, ich klappe jeden Moment zusammen (Blutdruck und Puls sind aber normal).
Was du hier beschreibst, ist geradezu ein Musterbeispiel einer Panikattacke. Bei mir fing es auch mit genau diesen Episoden an, vor allem mit dem Engegefühl in der Brust und der Angst, gleich einen Herzanfall zu erleiden. Alles wurde mehrfach ärztlich abgeklärt, aber geblieben ist die Angst, auch wenn diese nicht mehr bewusst erlebt wird. Tu dir selbst einen Gefallen und mache eine Therapie, am besten direkt in einer psychosomatischen Klinik. Du magst denken, dass sich das übertrieben anhört, aber du sollst nicht so enden wie ich: nach fast einem Jahr kam mal jemand auf die Idee, dass meine Symptome psychosomatischer Natur sein könnten. Schwindel, Zittern, Unsicherheit und Angst sind meine täglichen Begleiter, einfach, weil ich jahrelang dachte, dass ich an einer schlimmen Krankheit leiden könnte und mir niemand helfen kann. Gedanken dieser Art münden irgendwann in psychosomatischen Symptomen. Mit den Entspannungsübungen bist du aber auf jedem Fal auf dem richtigen Weg. Seit ich das mache, geht es mir auch besser.
 

tonytomate

Namhaftes Mitglied
Von dem hast du schreibst, glaube ich nicht, dass es psychosomatisch ist.

Es könnte eine Krebserkrankung sein, die sich anbahnt. Oder eine erbbedingte Gerinnungsstörung. Musst du Gerinnungshemmer einnehmen? hast du schon mal Krebsvorsorgeuntersuchung gemacht?

Übergewicht?
Was isst du so über den Tag?
Was trinkst du?
Fruchtsäfte, Softdrinks, Energy Drinks?

Nimmst du aufputschende Substanzen zu dir?

Nahrungsergänzungsmittel?

Beschreibe mal den Tag des Bandscheibenvorfalls. Übermäßiges sitzen, komische Bewegung, schweres heben?

Welche Arten von Sport machst du, wenn ja, wann und wie oft?
Ausdauersport solltest du komplett sein lassen, nur noch spazieren gehen. Ich würde es nur noch auf Gymnastik, spazieren gehen oder auf schwimmen beschränken. Joggen auf keinen Fall in der jetzigen Situation.

Hast du Asthma?

Was ist an dem Tag der Lungenembolie genau passiert? Gab es vorher irgendein Ereignis?

Bist du fettleibig?

Du rauchst zwar nicht, bist du Passivraucher?

Was für einen Job hast du? Bist du Chemikalien, giftigen Dämpfen oder sonst irgendwas ausgesetzt? Es können auch die Laserdrucker im Großraumbüro sein. Sieh zu, dass du jeden Tag gut durchlüftest.

Lungenembolie kann zum Tod führen. Der Schmerz in der Brust, wahrscheinlich hast du bald einen Herzinfarkt. Bei solchen Anzeichen bleibst du besser erstmal 4 Wochen zu Hause, sonst geht's dir wie meinen Bruder. Der hatte auch Druck in der Brust, anschließend Herzinfarkt und invalide.

Ich würde mir noch eine Meinung in einer anderen Klinik einholen und mich für eine Krebsvorsorgeuntersuchung anmelden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Geistform

Mitglied
tonytomate meinte:
Die meisten Punkte kann ich verneinen. Sport mache ich mindestens 1x pro Woche, manchmal 2x. Spazieren gehe ich regelmäßig. Auch hinsichtlich einer erneuten Embolie wurde ich vor kurzem erst durchgechecked, die Gerinungshemmer darf ich aber trotzdem nehmen.

Ich glaube nicht, dass es Krebs oder ähnliches ist. Das wäre doch im Krankenhaus rausgekommen, da hierbei viele Tests durchgeführt wurden und mein Herz-Kreis-Laufsystem in Ordnung ist. Auch Bluttests usw. sind alle in Ordnung.

Ich hatte heute noch die Möglichkeit mit jemanden aus dem Umfeld der psychatrischen Betreuung zu sprechen, welche mir ebenfalls mitteilte, dass es sich ziemlich sicher um eine psychosomatische Störung handelt und das es durchaus normal ist, dass ich ohne Unterstützung während eines dieser Anfälle kaum eine Chance habe mich selbst zu beruhigen.
Die Tipps seitens Oceansize und Bergkristall000 gehen aber in eine ähnliche Richtung, welche Sie mir auch empfohlen hat (Atemübungen, Kontrolle per Übungen zurückerlangen, usw.).

Und natürlich das Vorsprechen bei einem Psychologen.

Vielen Dank an dieser Stelle!
 
Zuletzt bearbeitet:

Misamisa

Mitglied
Ich denke auch das es psychisch ist...
Mir geht es seit langem auch so.
Ich hab Schmerzen, die kommen und gehen, je nachdem wie es mir
grade psychisch geht. Sobald was wehtut krieg ich Angst und es wird
schlimmer.. Hab Schmerzen die ich mir nicht erklären kann und
Ärzte auch nicht. Da ich eine Angststörung und Phobien hab, kann bzw muss
ich mir die Beschwerden nur so erklären.
Und da du die Lungenembolie hattest, vermute ich das es die Angst ist,
die dich unterbewusst plagt.
Doch ne Strategie zur Bewältigung hab ich leider selbst noch nicht :/
 

Geistform

Mitglied
Ich denke auch das es psychisch ist... Mir geht es seit langem auch so. ... Doch ne Strategie zur Bewältigung hab ich leider selbst noch nicht :/
Nochmal als kurze Rückmeldung. Ich habe seit Januar 2-4x pro Woche Sport mit einem Mix aus Ausdauer und Krafttraining begonnen und war außerdem bei einem Verhaltstherapeuten.

Seit ich vermehrt Sport mache hatte ich keinen "Anfall" mehr, bis Corona kam und die Studios geschlossen haben. Daher habe ich mir ein paar Fitnessgeräte für zu Hause besorgt.

Im Großen und Ganzen war der Sport hierbei richtig hilfreich.
Medikamente oder andere Präparate nehme ich weiterhin keine.
 

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