HalliGalliSuperstar
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Ganz einfach: Ja konnte ich nicht.
Du konntest in ganz Deutschland keinen Betrieb finden, der dich für irgendeine ungelernte Tätigkeit genommen hätte? Es gibt in deinem Ort keine alten Leute, die Hilfe im Haushalt und beim Einkaufen brauchen? Keine Leute, die bauen oder einen großen Garten haben und dort Hilfe brauchen? Keine Putzstellen? Keine Gastronomiebetriebe, die froh sind über zuverlässige Servicekräfte? Wenn du eine Anzeige im lokalen Käseblatt aufgibst, meldet sich niemand? Und im Internet findest du keine kleinen Jobs als Texter, Tester o.ä.?
Ich glaub das würde auch nichts mehr bringen, ich suche ja orientierung, und auch konkrete alternativen.
Die Richtung steht ja, aber nur Absagen
Also was nun? Wenn man dir sagt, mach was, damit du für die Ausbilder in den Wunschberufen attraktiver wirst, dann sagst du: Das bringt alles nichts mehr, deshalb brauch ich Alternativen.
Und wenn man dir sagt, mach irgendwas, ggf. auch was Anderes (eine Alternative), dann sagst du, meine Richtung steht.
Feedback wird oft nicht gegeben, denke wegen Gesetzeslage.
Ich meinte nicht unbedingt vom Betrieb, sondern von Dritten. Es gibt ja Coaches (die man bezahlen muss), es gibt Freunde und Verwandte, es gibt Berufsberater, es gibt Bewerbungstrainings vom Arbeitsamt, es gibt das Internet.
Ich hab den Eindruck, du sagst zu allem nein, und alles ist dir nicht gut genug
Nein, das isses nicht, wie gesagt fehlt mir wirklich die Orientierung eher.
Na ja, du sagst schon, wenn es mir nicht gut genug ist, dann mach ich lieber gar nichts. Es muss genau der Bereich sein, der dir vorschwebt, es muss ein Betrieb sein, der auch bitte schön (im Vorhinein von außen erkennbar) genug an Lernerfahrung bietet, es muss dir Spaß machen, sonst schmeisst du es gleich hin und lebst dann wieder von Geldern, die andere erwirtschaften.
Und dass du so explizit sagst, du willst nicht anderen Menschen helfen und du hasst Kinder, klingt jetzt auch nicht sonderlich sympathisch. (Ich würde es auch nicht als Beruf machen wollen, aber ich würde es anders ausdrücken. Anderen zu helfen, gehört eigentlich zum Leben, wenn man nicht total egoistisch ist.)
Zusammen mit der Motivations-/Antriebslosigkeit, die durchscheint, ergibt das ein Bild, das ich mal als Hobbypsychologe so deute: Du bist als Kind eher verwöhnt worden, bist nicht in Armut aufgewachsen bzw. hast deine Turnschuhe oder Unterhaltungselektronik nicht selber durch Zeitungsaustragen oder Ferienjobs verdienen müssen, sondern von den Eltern bekommen. Du bist nicht in einem Familienbetrieb großgeworden, wo es normal war, dass alle mit anpacken müssen. Sondern normal war, dass für alles gesorgt ist, ohne dass du etwas dazu beitragen musstest. Wenn du mal was extra machen musstest, wurde das auch extra entlohnt. Oder wenn du auf etwas keine Lust hattest (z.B. den Müll rausbringen), dann musstest du es auch nicht machen oder erst nach langen Diskussionen. Und in dem Modus lebst du heute noch: Das Normale ist, dass für dich gesorgt ist (Hartz4), ohne dass du viel dafür tun musst. Und wenn du mehr tun sollst, dann muss auch was extra für dich bei rausspringen (Spaß).
Kommt das so ungefähr hin? Oder lieg ich ganz falsch?
Ums dann abzubrechen und den Lebenslauf noch kaputter zu haben?
Nein, natürlich nicht um es abzubrechen. Sondern um es durchziehen! Ich würde niemals dazu raten, eine Ausbildung abzubrechen, ohne eine neue zu finden (außer wenn es ganz krass wäre im Betrieb, z.B. bei Mobbing). Schon gar nicht, wenn du eh Schwierigkeiten hast, einen Platz zu finden. Dass du auf diesen Gedanken kommst, ist schon wieder so was, wo ich denke, was ist das für eine Einstellung.
Am liebsten hätte ich einen Sachbearbeiterposten oder etwas ähnliches mit Büro oder Home Office ohne jegliche Körperliche Arbeit mit geregelten Arbeitszeiten, wenig Kundenkontakt und ähnliches.
Alles andere lockt mich irgendwie nicht hevor und bringt auch nichts. Mir reicht ein normales Gehalt dabei auch, Karrieregeil bin ich nicht wirklich.
(...)
Das Problem ist nicht die ereichbarkeit meines Wohnortes sondern wirklich das ich etwas finden muss wo ich auch Spaß dran habe sonnst besteht keinerlei Motivation und das kann auch nicht irgendein Sklavenhalter(ZAF/Jobcenter/usw..) erzwingen, Geld motiviert mich schon lange nicht mehr!
Ich kann bei solchen Aussagen immer nicht so recht verstehen, warum einem nicht viele verschiedene Dinge Spaß machen können. Hat dir in der Schule auch nur ein Fach Spaß gemacht und alle anderen Fächer nicht? Hattest du nur ein Hobby, und alle anderen fandest du blöd? Hast du dich nur für ein Mädchen interessiert, und alle anderen waren unattraktiv?
Bist du nicht ein Mensch mit verschiedenen Fähigkeiten und Talenten? Könnte es nicht sein, dass du in einem helfenden Beruf auch Ehrgeiz entwickeln könntest, ihn gut zu machen? Oder dich zu freuen, dass es der netten Oma von Zimmer 12 wieder besser geht? Oder in einem handwerklichen Beruf Spaß daran findest, Dinge schön zu gestalten? Mir geht es so: Wenn mir ein Altbau mit schönem Parkett, hohen Wänden und Stuckdecke gefällt, dann schreckt mich auch die Vorstellung nicht ab, Parkett zu legen oder Stuck anzubringen. Außer dass ich dafür nicht begabt bin. Aber interessieren könnte es mich schon.
Aber okay, du bist, wie du bist. Wir können dir ein wenig ins Gewissen reden, aber wir werden dich nicht groß ändern. Und zumindest kannst du ziemlich genau sagen, was du willst. Also bleibt die Frage, wie du deine Ziele erreichst. Du hast ja jetzt schon eine größere Palette an Berufen genannt bekommen, die in Frage kommen könnten. Mir fällt noch Bürokaufmann ein. Auch wenn das vielleicht unter deinen Fähigkeiten ist, hocharbeiten kannst du dich später immer noch.
Jetzt wären die nächsten Schritte, dich für diese Ausbildungen zu bewerben. Mit optimierten (Feedback-basierten) Unterlagen. Und alles dafür zu tun, dass du was zu bieten hast, was dich für die AG attraktiv macht. Führerschein (den du mit irgendeinem Nebenjob finanzierst oder dir von mir aus vom Munde absparst). Praktika! Von mir aus auch ein Parteibuch. Oder indem du dir einen Teil der Ausbildungsinhalte von selber aneignest und darüber ein e-Book oder eine Website schreibst und dann vorzeigen kannst. Oder selber einen kleinen Betrieb gründest, wo du alles im Kleinen machst, was du im Ausbildungsberuf im Großen machen würdest. Alles, was denen zeigt: Ich bin motiviert, ich hab Vorwissen, ich werde ein guter Azubi sein, der die Sachen auf die Reihe bringt, zuverlässig ist und nicht gleich hinschmeisst. Was da sonst noch alles dazugehört, kannst du dir ja selbst denken. Musst dich nur in die Position eines Arbeitgebers versetzen.
und bis dahin Hartzen? weil Nebenjob oder sowas bekomme ich ja auch nicht
Wir wissen ja nicht, wovon du momentan lebst, denn du hast es uns nicht verraten. Ich bin davon ausgegangen, dass du jetzt schon "hartzt". Aber eigentlich lenkst du mit dieser Frage auch nur ab. Du hast einen konkreten Hinweis bekommen, welche Berufe du noch versuchen könntest. Da müsste doch die Frage lauten: Wie komm ich da ran? Ist das was für mich? Nehmen die mich, welche Voraussetzungen brauche ich dafür? Und nicht: Was mache ich bis dahin? Das ist doch nebensächlich.