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Orientierungslos, keine innere Ruhe, Beziehung dadurch kaputt

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Hallo liebes Forum,

ich bin hier, weil ich denke, dass es mir vllt etwas besser geht wenn ich mich austausche mit Menschen, die ich nicht kennen und ich hoffe auf Erfahrungswerte und Tipps, die mich weiter bringen.
Ich habe meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht.

Ich versuch es mal kurz und knapp zu schildern:

Beruflich seit Jahren auf der Suche nach etwas, was mir etwas Freude bereitet. Schulabschluss und zwei Ausbildungen erfolgreich abgeschlossen, ein Studium angefangen und letztens direkt wieder geschmissen.
Habe in Kanada mit meinem Freund gelebt. Es ist der Mann, den ich immer gesucht habe. Und ich konnte es nie zeigen, wie sehr ich ihn schätze und liebe, weil ich mit mir und meiner Situation zu beschäftigt bin. Dieses Gefühl der innerlichen Unruhe und Unausgeglichenheit, das ewige Denken und das Selbstwertgefühl, dass immer mehr in den Keller gegangen ist.
Nachdem ich das Studium geschmissen habe und Sätze kamen wie das war ja klar oder ohne Studium bekommst du keine guten Jobs (was ich für absoluten Blödsinn halte! Es gibt auch andere Wege einen guten Job und gutes Geld zu verdienen), haben mir gefühlt den letzten Rest gegeben.
Ich bin mit dem Kopf durch die Wand. Ich habe mein Zeug gepackt und einen Flug nach DE gebucht. Obwohl ich nicht wollte, ich habe aber keinen Ausweg mehr gesehen!

Nun bin ich in DE, weil ich dem ganzen Druck nicht mehr Stand gehalten habe. Im Ausland leben, mich zwar gut eingliedern können, aber trotzdem alles fremd, Kommunikation nur auf englisch (was nicht wild war, da ich schnell wieder drin war, aber es ist halt nicht meine Muttersprache und daher anstrengender), Französisch angefangen zu lernen (ich fand es toll), verschiedene Jobs gehabt, und dann kam das Fernstudium, was gefühlt bei mir alles zum Einsturz gebracht hat.

Ich suche nach meinerer Inneren Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Ruhe und auch in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Einerseits denke ich mir, es ist ok hier in DE zu sein und mir professionelle Hilfe / Rat zu holen (ich habe niemanden im Ausland in deutscher Sprache gefunden, was mir bei so einem Thema sehr wichtig war), andererseits vermisse ich diesen Mann sehr. Aber ich weiß auch, dass ich erstmal bei mir aufräumen muss.

Nur fühle ich mich so verloren und verkrieche mich eher, was total untypisch ist, da ich sehr gut mit Menschen auskommen. Aber die allermeisten meiner Freunde wissen nicht was bei mir für ein Chaos herrscht.

Wie sich meine Gefühlswelt in paar Stichworten beschreiben lässt: versagen, kein selbstbewusstsein, vermissung, unwohl, kein appetit, orientierungslos, ziellos... keine Freude an irgendwas... Ich möchte einfach zurück, wieder der Mensch sein, der ich mal war, fröhlich, ausgeglichen, vllt mehr Selbstbewusstsein. Ich habe einfach so eine Antriebslosigkeit.

Geht es hier jemanden genauso oder ähnlich? Habt ihr Erfahrungen oder Tipps?

Ich bin für alles dankbar.

Liebe Grüße.
 

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SFX

Aktives Mitglied
Hallo,

tja, so kann es gehen, wenn man das eigenen Glück von äußerren Dingen abhängig macht!

Schaue mehr auf dich selbst im Leben. Was willst denn du? Was macht dir Freude? So viele Ausbildungen und jetzt noch ein Studium? Ich glaube, du hast Angst vor der "realen" Welt, dem Erwachsensein und dem Arbeitsleben.

Wie hast du das alles überhaupt finanziert?

Liebe Grüße und alles Gute,
SFX
 
G

GrayBear

Gast
... Ich suche nach meiner inneren Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Ruhe und auch in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren ...
Beim Lesen Deiner Zeilen habe ich den Eindruck bekommen, dass Du zwar weist, was Du wollen solltest und wer Du sein möchtest, aber nicht, wer Du bist. Du hast Mut bewiesen, bist anpassungsfähig, hast "den großen Traum gelebt" und bist ins Ausland ausgezogen, um Dein Glück zu finden und hast vieles davon "umgesetzt". Alle Achtung, Respekt.

"Eigentlich sollte ich glücklich sein". Stattdessen haderst Du mit Deiner Unruhe, brichst Dein Studium ab, beendest Deine gute (?) Beziehung zu Deinem guten Partner, fliehst nach Deutschland zurück und beschreibst dies als Dein Versagen.

Es ist für manche Menschen nicht leicht zu verstehen, was andere von einem wollen. Aber nach meiner Erfahrung ist es auch nur für manche Menschen noch viel schwerer herauszufinden, was sie selbst wollen und was sie selbst ausmacht. Wir bekommen vom ersten Moment an beigebracht, wie wir ein nützliches Mitglied der Gesellschaft sein können, bekommen "Samen" eingepflanzt, die hoffentlich aufgehen mögen und die uns und andere glücklich machen sollten und werden. Soweit die Theorie.

Aber was ist "Deins"? Wenn Du ein mutiger Mensch sein kannst, der in die Welt hinausziehen kann, schön! Aber wenn Dir das nichts gibt? Ich habe lange gebraucht, an mir zu akzeptieren, dass ich zwar woanders leben kann, aber dass ich immer Heimweh haben werde, wenn ich das tue.

Mir hat einmal jemand mit einem Ausdruck des Bedauerns gesagt, dass ich hinter meinen Möglichkeiten zurückgeblieben wäre. Freundlich oder unterstützend war das nicht gemeint. Nach den Sternen zu greifen ist eine tolle Sache. Aber wenn ich mit diesem funkelnden Ding nichts anfangen kann? Wozu die Mühe? Tolle Pläne, fantastische Erlebnisse, Abenteuer, Erfolge, wozu, wenn sie Dir nicht das bedeuten, was sie anderen bedeuten?

Ja, Du kannst so sein, wie andere gerne wären oder wie Du in den Augen von anderen sein solltest oder sein könntest. Das hast Du bewiesen. Aber wenn Du ein Eisbär ohne Eis bist, wirst Du Dich verausgaben, wirst auf die Dauer scheitern. Du hast gemerkt, dass Du Englisch oder Französisch sprechen lernen kannst, aber wenn es um Deine Gefühle, um Dein Innerstes geht, dann sehnst Du Dich nach einem Austausch in Deiner Muttersprache. Es könnte natürlich nur eine Frage der Übung sein, aber ist es das "nur"?

Was ist "Deins"? Bist Du nach einer Stunde Gartenarbeit vielleicht zufriedener, als wenn Du den Eifelturm gesehen hast? Ist "sinnvoll" für Dich nun mal etwas anderes, das Du noch nicht gefunden hast?

Wenn alles austauschbar wird, wenn man keine Prioritäten mehr setzen kann, weil überall rote Lampen leuchten, dann ist das ein Anzeichen für eine Überforderung. Wenn man nur noch "Löcher stopfen" muss, sind vernünftige Entscheidungen schwierig, weil nicht mehr die Vernunft regiert, sondern die Not.

Du kannst nicht immer nur geben, auch wenn das eine ganze Zeit möglich ist. Du kannst auf die Dauer nicht "so tun als ob", ohne auszubrennen, Dich innerlich auszuhöhlen und dann in Dir zusammen zu fallen.

Du hast Dein Selbstwertgefühl schon angesprochen. Was bist Du in Deinen Augen wert? Wie und woran misst Du diesen Wert? Aber noch viel wichtiger ist mir im Laufe meines Lebens die Frage geworden: was ist für mich persönlich wertvoll? Was hat einen Wert in meinen Augen? Und das kann sich von dem was "landläufig" sein sollte oder könnte, ganz erheblich unterscheiden.

Was hindert Dich daran, der Mensch zu sein, der Du bist? Vielleicht kennst Du diesen Menschen nicht einmal? Ich habe viele Jahre gebraucht, mir selbst zu gestatten, mich das überhaupt zu fragen, denn man wird dadurch ein Mensch mit Ecken und Kanten. Es ist einfacher, wenn man keine Erwartungen hat, sondern nur Möglichkeiten, auch einfacher für Deine "Umwelt". Aber DU bist dann nur eine Idee, nur eine Folge von Gedanken, die vielleicht nicht einmal Deine sind.

Die Reise zu sich selbst ist das größte Abenteuer überhaupt. Ich wünsche Dir dafür alles Gute, viel Kraft und Geduld und vor allem, dass Du entdecken darfst, wie viel Liebe in Dir ist, wie viel von Dir nicht werden muss, sondern schon wirklich gut ist. Daran ändern auch ein paar "Hummeln im Hintern" nichts.
 
A

Angua

Gast
Darf ich fragen, welche Ausbildungen Du gemacht hast und wo (in Deutschland oder Kanada)? In welcher Umgebung hast Du in Kanada gelebt...da gibt es ja von Metropole bis zu "Der Braunbär und ich" alle Facetten?
 
Hallo,

tja, so kann es gehen, wenn man das eigenen Glück von äußerren Dingen abhängig macht!

Schaue mehr auf dich selbst im Leben. Was willst denn du? Was macht dir Freude? So viele Ausbildungen und jetzt noch ein Studium? Ich glaube, du hast Angst vor der "realen" Welt, dem Erwachsensein und dem Arbeitsleben.

Wie hast du das alles überhaupt finanziert?

Liebe Grüße und alles Gute,
SFX
Hallo SFX,

danke erstmal für deine Mühe, hier mir zu antworten.
Was ich zu deinem ersten Satz sagen soll, ich weiß es nicht so genau, deswegen lass ich es einfach mal unkommentiert ;-)
Ja, so kann es manchmal im Leben gehen, dass man nicht weiß wohin oder den falschen Weg eingeschlagen hat und sich dann umorientieren muss. So kommen schnell mal zwei Ausbildungen zusammen. Das Studium war ein weiterer falscher Weg. Aber nur aus Fehlern lernt man. Angst vor dem "realen Leben" habe ich nicht. Ich war bereits einige Jahre im "realen Leben" bereits unterwegs. Das war unter anderem auch ein Grund mich gegen das Studium zu entscheiden, weil ich genau da hin wieder zurück möchte.

Ich habe sehr viel neben meiner Ausbildung zusätzlich gearbeitet und hatte aber auch noch Hilfe. So konnte ich alles stemmen.

Liebe Grüße zurück
 
Beim Lesen Deiner Zeilen habe ich den Eindruck bekommen, dass Du zwar weist, was Du wollen solltest und wer Du sein möchtest, aber nicht, wer Du bist. Du hast Mut bewiesen, bist anpassungsfähig, hast "den großen Traum gelebt" und bist ins Ausland ausgezogen, um Dein Glück zu finden und hast vieles davon "umgesetzt". Alle Achtung, Respekt.

"Eigentlich sollte ich glücklich sein". Stattdessen haderst Du mit Deiner Unruhe, brichst Dein Studium ab, beendest Deine gute (?) Beziehung zu Deinem guten Partner, fliehst nach Deutschland zurück und beschreibst dies als Dein Versagen.

Hallo GrayBear,

vielen Dank für deinen tollen Beitrag, der es so ziemlich auf den Punkt gebracht hat und auch für deine netten Worte!!
Ich beschäftige mich das erste Mal in meinem Leben hauptsächlich nur mit mir und ich bin keine 20 mehr. Ich denke wirklich, dass ich mich gar nicht so gut kenne, aber um so mehr ich mich nur mit mir beschäftige, iich mich immer besser kennen lerne.
Ich bin dabei, danach zu schauen, was für mich wichtig und wertvoll ist. Ich seh es schon, der Weg wird kein einfacher sein. Aber machbar. Ich bin wieder zuversichtlicher.

Ich habe, seit ich in DE bin, Abstand zu diesem enormen Druck, der sich über Monate immer weiter aufgestaut hat, bekommen. Habe mich sehr mit dem Thema Selbstliebe, wo soll es beruflich hin (und realistisch dabei bleiben) etc. beschäftigt, wie ich es noch nie in meinem Leben getan habe. Ich muss und möchte auch einiges an meiner inneren Einstellung dauerhaft ändern.
Bitte drück mir die Daumen, dass mir nur noch dieser eine Mann eine Chance gibt. Es war eine gute Beziehung, er ist einfach perfekt für mich. Das ich das mal von einem Mann behaupten würde und dann noch in einem Hilfeforum.. ich hätte es nicht geglaubt, wenn mir das einer früher erzählt hätte.

Danke für deine Worte, sie haben mir sehr geholfen!

Liebe Grüße
 
Wie hat denn dein Partner auf die überstürzte Trennung reagiert?

(Und hat er euch beide finanziell getragen?)
Er war geschockt. Ich war es selber. Ich wollte keine Trennung, wollte nicht weg von ihm und auch nicht aus Kanada weg. Aber es war wie ein Fluchtgedanke. Ich wollte ihn nicht weiter belasten. Ich wollte ihm eine Freude sein, wie ich es mal war.
Ich hab mich gefühlt selbst verloren.
Er war in so vielem eine so tolle Unterstützung und ich bin gestrauchelt.
 

Schroti

Namhaftes Mitglied
Zu erkennen, dass das Studium nichts für einen ist, das ist heute fast schon normal.
Du hast zwei Ausbildungen abgeschlossen. Warum arbeitest du nicht in diesen Berufen?

Unternimmt dein Freund Anstrengungen, dich zurückzugewinnen?
Willst du überhaupt in Kanada leben?
Und hast du ein Aufenthaltsrecht dort?

Die beziehung ist nicht kaputt, weil du das Studium nicht schaffst.
Dein freund wollte hoffentlich eine Partnerin und nicht zwingend eine Studentin.
Da es ein Fernstudium war meine Frage: Lebtet ihr dort in der Pampa?
Kann es sein, dass du keinen Bock auf ein Leben in der Wildnis hattest?
 

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