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Nun ist es also so weit: Kündigung durch Arbeitgeber nach nur 10 Monaten.

ResistanceD

Mitglied
Hallo,

nachdem ich es von Seiten meines Chefs schon länger gespürt habe, daß dieser Punkt kommt, ist es nun so weit. Vorgestern wurde mir die betriebsbedingte Kündigung aufgrund einer Einsparung meiner Stelle ausgesprochen.

Nachdem der erste Schock langsam ausklingt bin ich aktuell total am Boden zerstört und ich habe enorme Zukunftsängste. Die Stelle war meine erste in einem Unternehmen nach meiner Promotion in Chemie. Ich habe große Angst, keine neue Arbeit mehr zu finden, da ich nach rel. kurzer Zeit gekündigt wurde. Ich vermute, daß da ein zukünftiger Arbeitgeber bei meinen Bewerbungen hellhörig wird, und mich erst gar nicht auf ein Gespräch einlädt. Außerdem weiß ich, daß diese aktuelle Depression, die ich dadurch habe, Gift für ein selbstbewusstes Bewerben sein wird.


Außerdem ist aktuell mein Anwalt mit der Sache betraut.


Ich weiß echt nicht mehr weiter, hab mich erst mal krankschreiben lassen. Ich sitz hier am Rechner und fühle mich wie in Watte gepackt. Kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Dabei möchte ich sofort mit den Bewerbungen beginnen und die Zeit nützen, aber ich schaffe es einfach nicht. Ich denke schon, den Rat eines Fachmanns (Psychologen) zu suchen, da in mir schon erste Gedanken an Suizid aufkommen. Meine Ratio möchte das aber nicht, da sie weiß, daß es (vermutlich) wieder aufwärts gehen wird, ich kann aber dieser Flut von traurigen Emotionen oft nicht standhalten. Warum, warum nur ich, das frag' ich mich ständig?
 

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ResistanceD

Mitglied
Hallo dirk k,

Arbeitsamt: bereits erledigt.

Betriebsrat: nicht vorhanden.

Bewerbungsunterlagen: sind aktualisiert und schon ein paar mal losgeschickt. Insbesondere Initiativbewerbungen, da ich auf die schnelle noch nicht so viel passende Stellen finde.

Urlaub, Überstunden: hab ich noch reichlich, bin aber erstmal krankgeschrieben, für 3 Wochen, der Arzt meinte auch, die Letzte Woche kann er mich auch noch krankschreiben.

Wichtig ist noch zu erwähnen: ich wurde die letzten 3 Monate ziemlich schlecht behandelt, fast schon grenzwertig zum Mobbing. Außerdem habe ich gestern erfahren müssen, daß mein Chef diese Kündigung schon vor 3 Monaten geplant und jemandem per Email angekündigt hat. Hätte er mir rechtzeitig was gesagt, dann hätte ich entsprechend früher mit dem Bewerben beginnen können!

Zu meinem Alter: im Januar wurde ich 34. In Chemie dauert nämlich das Studium und die Promotion etwas länger.

Den Aspekt mit dem Nach-Vorne-Schauen finde ich sehr passend, praktisch eine Variante von positivem Denken. Dadurch werden auch die eigenen Handlungen positiver und erfolgreicher. Manchmal ist es extrem besch***en, wenn einem immer wieder diese schlechten Gedanken einholen. Das ist so, wie wenn man den Sand vom Strand mit der Faust festhalten möchte:er rieselt immer aus der Faust raus, egal wie fest man drückt. ;-)

Wahrscheinlich brauche ich nach diesem Schock erstmal etwas geistige Distanz, hab momentan überhaupt keine klaren Gedanken imm Kopf.
 
Zuletzt bearbeitet:
J

john-2

Gast
.....

Nachdem der erste Schock langsam ausklingt bin ich aktuell total am Boden zerstört und ich habe enorme Zukunftsängste. Die Stelle war meine erste in einem Unternehmen nach meiner Promotion in Chemie. Ich habe große Angst, keine neue Arbeit mehr zu finden, da ich nach rel. kurzer Zeit gekündigt wurde. Ich vermute, daß da ein zukünftiger Arbeitgeber bei meinen Bewerbungen hellhörig wird, und mich erst gar nicht auf ein Gespräch einlädt. Außerdem weiß ich, daß diese aktuelle Depression, die ich dadurch habe, Gift für ein selbstbewusstes Bewerben sein wird.

.....
Hallo,

natürlich ist eine Kündigung zunächst einmal ein Schock. Aber so schlecht sieht die Lage nun auch wieder nicht aus.

Du hattest nach der Promotion einen Job und erste Erfahrungen sammeln können. Das in der heutigen Zeit Stellen gestrichen werden, ist erklärbar.

Immerhin hast Du 10 Monate entsprechend Deiner Qualifikation gearbeitet. Das ist doch positiv! Und Du hast Deinen Job gemacht! Andernfalls hätte man Dich am Ende der Probezeit bzw. nach 3, allerspätestens 6 Monaten gekündigt.

Alles, was Du jetzt brauchst, ist ein gutes Zeugnis, in dem die Zufriedenheit des AG mit Deinen Leistungen und gute Wünsche für die Zukunft zum Ausdruck kommen.

Ich denke, der Anwalt wird sich auch darum kümmern. Er kann Dir Deinen Job kaum zurückholen; und wenn, dann wäre Dein Chef nicht amüsiert. Ob die Arbeit dann noch Spass macht?

Wenn der AG sich nicht korrekt verhalten hat, enden Kündigungsschutzprozesse vor den Arbeitsgericht in der Regel mit einem finanziellen Ausgleich. Anders sieht die Sache nur aus, wenn Dir der Nachweis gelingt, dass die Stelle nicht eingespart worden ist (neu besetzt, verlagert). Dann wird die Kündigung unwirksam.

Lass den Ärger erst mal sacken und dann konzentriere Dich auf die Zukunft.

Viel Erfolg dabei

John
 

ResistanceD

Mitglied
Ok, schonmal VIELEN DANK für die guten Worte.:daumen:

Ich denke auch, daß ich jetzt erstmal nur verbittert, enttäuscht und gekränkt bin. Letzteres, ich meine die berufliche Kränkung, ist besonders schlimm für mich. Der Grund: meinen Beruf (Chemiker) habe ich seit meiner Schulzeit aus Überzeugung verfolgt, daher geht mir sowas persönlich nahe. Es würde mich nämlich unendlich traurig machen, wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben könnte, so blöd sich das auch anhört.:) Der Gedanke, einen Beruf machen zu müssen, der mich nicht erfüllt, den finde ich schrecklich!

Alsdann, bis demnächst.

P.S. Mein Anwalt wird sich demnächst auch um das Arbeitszeugnis kümmern, und dann gilt für mich: "haben fertig mit dieser Firma!!"
 

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