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Nicht weggehende Schmerzen nach Unfall

Marcel1988

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
ich heiße Marcel, bin 31 Jahre alt und wohne in Düsseldorf und habe seit über 2 Jahren nun täglich schmerzen und weiß langsam nicht mehr weiter…

Die Schmerzen sind in erster Linie nur rechtseitig… Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Brennendes/tränendes Auge, Zahnschmerzen, Kieferschmerzen, Nackenschmerzen und gelegentlich Schulterschmerzen. Die ganzen Symptome sind bis auf die Nackenschmerzen definitiv nur rechts. Selten auch mal Links.

Dazu schwanken Schmerzen sehr stark… von „vorhanden“ bis „Ich halt es nicht aus!“ – Die Schmerzen werden meistens besser, wenn ich mich stark Ablenke oder auf was konzentrieren muss… aber auch nicht immer.
Ich arbeite im Kundendienst und fahre dadurch viel Auto… und es kommt öfter mal vor, dass ich anhalten muss, weil die Schmerzen so stark werden, dass ich mich nicht mehr aufs Auto fahren konzentrieren kann…

Schmerzmittel helfen übrigens überhaupt nicht! Habe schon einiges getestet und es gab NIE eine Besserung. Lustige ist: Einmal hatte ich stärkere, andere Kopfschmerzen hab dann eine Aspirin genommen und hatte nur noch die bekannten danach…..

Das ganze fing mit einem Autounfall im Juli 2017 an. Mir ist jemand frontal hinten reingefahren während ich an der Ampel stand. In der Folge des Aufpralls bin ich ziemlich stark gegen die Kopfstützte geknallt und hatte sofort auch sehr starke Kopfschmerzen.

Dadurch das es während der Arbeitszeit geschehen ist musste ich zu einem Durchgangsarzt gehen… leider habe ich einen sehr schlechten erwischt. Das einzige was dieser gemacht hat waren Pflaster auf dem Nacken… das ganze habe ich ca. 2 Monate wöchentlich mitgemacht bis ich zu einem anderen Arzt bin… dieser hat mich aber abgewiesen, da er mich nicht behandeln dürfte, da es ein Wegeunfall war… also wieder zum Durchgangsarzt und er wollte wieder nur Pflaster geben – hab mich dann dagegen entschieden und bin kurz darauf zu anderen Ärzten und hab erstmal den Unfall verschwiegen und erst im Nachhinein drauf hingewiesen. Lange Rede kurzer Sinn:
Ich war bei folgenden Ärzten:
3x Allgemeinmediziner
3x Orthopäden
2x Neurologen/chirugen
3x Zahnärzte
5x Physiotherapie (Davon 2x Privat mit spezieller Ausbildung…)
1x Osteopathie
1x Chiropraktiker

Hab im Laufe der Arztbesuche…
1x MRT Kopf
1x MRT HWS
1x Knirscherschiene für nachts

Sowie diverse Ultraschalls etc bekommen. Bis auf 1x Ibu 800 auch keine Schmerzmittel etc, in der Regel wurde mir gesagt „Ist alles OK kann dir nicht helfen“

Die ganzen Sachen haben sich endlos lang gezogen (Termine Wartezeit, Behandlungsdauer, etc…) und nur bedingt Erfolg gehabt. Die Osteopathie hat mir zwar geholfen meinen Kopf besser bewegen zu können, aber die Symptome sind dadurch nicht verschwunden… teilweise sogar schlimmer teilweise besser…


Mich nimmt das mittlerweile immer mehr mit, da einfach keine Besserung in Sicht ist und ich gefühlt immer mehr Aktivitäten dadurch absagen musste, weil es weder mir noch den anderen Spaß macht… von den knapp 10kg die ich zugenommen habe abgesehen Desweiteren geht es mittlerweile auch stark ins Geld, da die Krankenkassen vieles einfach nicht bezahlen(z.B. Osteopathie…)


Hat hier vielleicht jemand eine Idee, Rat, Tipp oder sonstiges für mich?

Danke schon mal fürs Lesen!

Gruß
Marcel
 

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tulpe

Sehr aktives Mitglied
Hallochen Marcel,

ich kann jetzt zwar nicht direkt was zu Deiner Krankengeschichte sagen, aber vielleicht kann ich Dir trotzdem etwas helfen.

Sorry, wenn ich jetzt nicht so weit aushole, aber ich bin etwas schreibfaul ;)

Also: Ich litt seit einer schweren Erkrankung auch immer wiedermal an unerträglichen Schmerzen (Kopf-, Nacken- und Schulterbereich). Kein Arzt konnte was finden, kein Arzt konnte helfen und es gab kein Schmerzmittel, dass irgendwie geholfen hat. Die Schmerzen wurden immer heftiger und ich war am durchdrehen.

Da keiner die Ursache finden konnte, wollte ich wenigsten versuchen, die Symptome zu bekämpfen (ist zwar vielleicht nicht der richtige Weg, aber was soll man machen, wenn man vor Schmerzen am Durchdrehen ist). Ich habe mich bei einer Schmerztherapeutin angemeldet, dort bin ich jetzt seit ca. 8 Monaten. Sie hat zwar auch erst vergeblich nach Ursachen gesucht, aber jetzt hat sie mir zumindestens ein Notfallmedikament verschrieben, dass ich bei sehr starken Schmerzen benutzen kann und was soll ich sagen: Es hilft :D Zwar nicht zu 100 Prozent, aber zu 80-90 und das ist für mich schon der absolute Knaller.

Und dadurch, dass dieses Mittel so gut wirkt, hab ich auch keine Folgeschmerzen mehr (durch die ständige Verkrampfung der nicht gestillten Schmerzen).

Das Mittel heißt Tilidin und ist leider schon ein leichtes Opiat, d.h. Autofahren solltest Du danach bzw. damit nicht mehr. Aber ganz ehrlich, bei so starken Schmerzen sollte bzw. kann man sowas ja auch nicht mehr wirklich.

Ich habe in den letzten 6 Monaten nur 3 dieser Tabletten nehmen müssen (ist mir wichtig zu sagen, weil ich nie nur vollgepumpt mit Schmerzmitteln durch die Gegend rennen wollte) und dadurch, dass sie durch ihre Wirkung auch die Folgeschmerzen verhindern, reicht -zumindestens für mich- diese geringe Einnahme. Um Dir jetzt vom totalen Erfolg dieser Tabletten zu erzählen, müsste ich eigentlich nochmal 6 Monate abwarten, denn meine Schmerzen sind unberechenbar und könne auch gerne mal "zufälig" ein paar Monate aussetzen, um dann wieder voll zuzuschlagen, aber vielleicht hilft Dir das ja schon ein bißchen.

Ach ja, meine Schmerztherapeutin verschreibt mir auch regelmäßig manuelle Therapie beim Physiotherapeuten. Da gehe ich einmal die Woche hin, egal, ob ich gerade Schmerzen habe oder nicht. Jetzt hatte ich urlaubsbedingt mal vier Wochen Pause und ich merke ganz stark, dass die Pause nicht gut war.

So, das war jetzt nur mein kleiner Beitrag, der Dir vielleicht ein bißchen helfen konnte. Ich hoffe, es kommen noch andere. Ich wünsche Dir auch alle Fälle alles, alles Gute!!!

LG tulpi
 

juka

Aktives Mitglied
Ich tippe mal darauf, dass irgendeiner deiner Halswirbel leicht verschoben ist und daher die umliegenden Nerven gereizt werden. Möglicherweise sieht man sowas auch nicht auf dem MRT. Ich habe auch mal gehört, dass der Atlas (also der erste Halswirbel) solche Symptome verursachen kann und dann von einem Spezialisten "eingerenkt" wird.

Eine andere Ursache für die Schmerzen könnte z.B. eine Fehlhaltung seit dem Unfall sein, sodass deine Muskeln ständig verkrampfen.
 

Blaumeise

Aktives Mitglied
Wie hast du denn den Unfall psychisch verkraftet? Es wäre eine Möglichkeit, dass deine Schmerzen auch psychosomatische Ursachen haben. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die Schmerzen sich verselbstständigt haben. Das heißt, dass es mal eine Ursache für den Schmerz gab und jetzt nicht mehr und der Schmerz jetzt ein eigenständiges Krankheitsbild ist. Gerade bei chronischen Schmerz ist das nicht sooo selten.
Ich würde dir empfehlen, dich mal in die Hände eines Schmerzmediziners zu begeben. Ein Aufenthalt in einer Schmerzklinik wäre auch ratsam. Ich weise nur darauf hin, dass die Wartezeiten seeeehr lang sein können.
Bitte verschweige vor den Ärzten auch nicht, dass es Folgen eines Wegeunfalls sind! Es ist wichtig, dass alles so gut wie möglich dokumentiert wird. Das könnte wichtig werden, falls du aufgrund der Beschwerden Berufsunfähig werden solltest! Ich möchte den Teufel nicht an die Wand malen, aber die Möglichkeit muss man leider auch in Betracht ziehen.
 

Marcel1988

Neues Mitglied
Guten Morgen,

danke für Eure Antworten!


Ich tippe mal darauf, dass irgendeiner deiner Halswirbel leicht verschoben ist und daher die umliegenden Nerven gereizt werden. Möglicherweise sieht man sowas auch nicht auf dem MRT. Ich habe auch mal gehört, dass der Atlas (also der erste Halswirbel) solche Symptome verursachen kann und dann von einem Spezialisten "eingerenkt" wird.
.
da war ich bereits bei einem spezialisten, dieser hat mich eingerenkt und meinte dann " Nun ist alles OK!" - das war im Januar letzten Jahres...
Seitdem kann ich meinen Kopf etwas besser bewegen und habe wohl einen besseren Stand - aber die Symptome blieben.


@Blaumeise
Psyotrauhmatisch bezweifle ich, da mich das eigentlich nicht mitgenommen hat ( War auch nicht der erste der mit in diesem Jahr drauf gefahren ist, aber der erste mit Beschwerden...)
Eine Schmerzklinik haben wir in Düsseldorf, vielleicht dort mal nachfragen.

@Tulpe
Einen Schmerzspezialisten aufzusuchen wäre nun meine nächste Wahl... nur gibt es scheinbar in Düsseldorf und Umgebung keine guten. Wie bereits genannt eine Schmerzklinik. Von starken Schmerzmitteln halte ich persönlich nicht viel, aber wenns am Ende nicht anders geht... dann gehts leider nicht anders.


Am Ende läuft es wahrscheinlich auf so Schmerzmittel raus, da ja auch alle Physios sagen das sich alles gut "anfühlt"...

Gruß
Marcel
 
G

Gelöscht

Gast
Mir wurde vor ca. 2 Jahren mit einem Gegenstand auf den Kopp gehauen (mehrmals) und auch bei mir wirken die Schmerzmittel wenig bis gar nicht. Irgendwann ließ dann mein Hausarzt das Wort Spannungskopfschmerzen fallen und damit bin ich dann zum Neurologen. Der hätte mir zwar gegen die Spannungskopfschmerzen etwas verschrieben, aber das wäre Contraindiziert zu meiner chronischen Erkrankung gewesen, daher sagte er, ich solle mal ausprobieren, ob es mit Wärme im Nacken klappt (dabei steigerte sich der Druck in meinem Kopp) oder Kälte (das hilft tatsächlich).

Seit dem klatsche ich mir immer Kaltkompressen zuerst in den Nacken und wenn der generelle Kopfschmerz weg ist und nur noch diese eine Stelle spürbar ist, klatsche ich das die da drauf für bisher immer maximal 10 Minuten.
 

-Mac-

Aktives Mitglied
Hallo Marcel,

ich würde psychosomatische Beschwerden / Schmerzen nicht ausschließen, da du mittlerweile ja schon etliche Arztbesuche hinter dir hast, ohne dass bisher ein organischer Befund gefunden wurde.
In der Psychosomatik geht es um die Ganzheit als Mensch, um Körper, Geist und Seele, was nicht getrennt voneinander gesehen wird.

Wie du schreibst, hast du einen recht anstrengenden und dich fordernden Beruf. Vielleicht stehst du unter Druck, um pünktlich und zuverlässig zu sein... Dann die starre Körperhaltung während der vielen Autofahrten. Das alles könnte eine Ursache sein.

Aber, schau mal diesen Link zur allg. Information und worum es geht, wenn du magst. Lasse es einfach mal auf dich wirken.
Es gibt noch andere Seiten zum Thema - psychosomatische Schmerzen - , einfach mal googeln.

Psychosomatik: 5 emotionale Schmerzen und was sie bedeuten ...










 
A

aronessa

Gast
Ich glaube auch an "Schmerzen psychogener Ursache".
Gibt es eine „Schmerz-Erinnerung“?

Zufällig sprach ich gestern mit unserem Postzusteller und fragte ihn nach seinen mir bekannten chronischen Rückenschmerzen.
Er meinte, wenn er im Einsatz sei (= strampeln auf dem Fahrrad), habe er keine Beschwerden. Es ginge erst immer wieder los, wenn er nach dem Dienst zur Ruhe käme.

Erstaunlich. Man meint, es müsse genau andersherum sein.

Ich denke, hier wäre - zumindest versuchsweise - eine psychologische Betreuung (vielleicht ‚Imagination‘ nach Reddemann) angebracht.
 

Marcel1988

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

danke für die weiteren Antworten!

@Wulff
Wärme und Kälte bringt leider nur für den Moment in dem es genutzt wird etwas. Wenn ich dann die Wärme/Kälte wieder wegnehme dauert es keine 60 Sekunden und der Schmerz ist wieder vollkommen da!

@-Mac-
Mein Beruf an sich ist nicht anstrengend - das Auto fahren kann durch die Schmerzen zur echten Tortur werden. Stress habe ich auf der Arbeit keinen.
Psychosomatische Schmerzen hatte ich auch mal gegooglet, jedoch habe ich so empfunden, dass es etwas anderes ist...

Ausschließen will ich es nicht und werde mir trotzdem mal einen raussuchen - schadet sicherlich nicht.

@aronessa
Bei sportlichen Aktivitäten wird es meistens bei mir auch besser... nicht weg, aber angenehmer(nicht immer!)


@ewig Murmeltier

Ich verstehe da nur nicht, wieso dann Physiotherapeuten immer noch "was finden" was nicht in Ordnung ist... Schmerztherapie ist Medikamentös, oder? Sprich, starke Opiate? Zumindest schreibt der der ein oder andere Schmerztherapeut auf seiner Homepage...

Da habe ich mich eigentlich bisher vor gedrückt... wenn es aber leider nicht anders geht muss es wohl so sein.

Ich werde morgen mal anpeilen einen Termin bei einem Schmerztherapeuten und/oder P
sychologen zu bekommen....

Danke soweit!

Gruß
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Nach einem Bandscheibenvorfall habe ich auch von Tag zu Tag unsägliche Schmerzen. Zum Glück bekommt man Opium auf Rezept. Ohne, würde man es gar nicht raushalten. Man muss einfach davon wegkommen, dass man wieder gesund wird. Was man hat, das hat man, man muss es akzeptieren. Mein linkes Bein fühlt sich seit dem Vorfall an, wie ein Fremdkörper. Aber man hat besser eins als keins. Mit 40 Jahren muss ich mich überall am Geländer festhalten. Es ist schon zum Problem geworden, aus dem Auto auszusteigen und wieder einzusteigen. Wöchentliche Einkäufe werden für mich zur Qual. Aber was nützt es, man muss da durch.
 

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