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Mutter seelisch fertig durch Stiefvater. Ich muss sie da raus holen!

J

JuHe

Gast
Hallo zusammen,

wie Ihr dem Titel entnehmen könnt, geht es um meine Mutter.

Sie ist seit 10 Jahren mit meinem Stiefvater zusammen. Ich bin 26 und habe 6 Jahre mit meiner Mutter und meinem Stiefvater zusammengelebt.

Ich bin mit 18 ausgezogen, da dieser Mann mich seelisch fertig gemacht hat. Nach einem längeren Kampf habe ich Unterstützung vom Staat für eine eigene Wohnung erhalten.

Leider ist es in den letzten Jahren viiiel schlimmer geworden. Er geht nur noch verbal auf meine Mutter los. Egal was sie macht, er schreit sie an! Ich vermeide es eigentlich zu ihnen zu gehen aber gestern wollten mein Partner und ich guten Willen zeigen für meine Mutter, aber das was wir da erlebt haben war die reine Katastrophe! Meine Mutter wurde nur fertig gemacht und meinen Partner hat er wie ein kleines dummes Kind behandelt und leicht beleidigt.

Meine Mutter steht unter so einem Druck, egal was sie macht, die macht es mit Angst und sie ist wirklich mit den Nerven am Ende und das sagt sie selber auch.

Ich habe viel zu lange nichts getan und ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie dieser Mann meine Mutter kaputt macht. Wenn es so weiter geht, dauert es nicht mehr lange, bis sie zusammen bricht. Meine Mutter hat immer alles für mich und meinen Bruder getan und nun bin ich an der Reihe!

Sie war schon einmal kurz davor ihn zu verlassen doch dann bekam er Krebs. Zudem hat er noch andere Krankheiten und kapselt sich stark von der Außenwelt ab. Seine Tochter (37) und er haben jahrelang keinen Kontakt gehabt (weil er so grausam ist) erst durch meine Mutter haben sie sich minimal wieder angenähert… Liegt aber wohl eher mehr daran, weil sie meine Mutter so gern hat.

Leider ist es durch seine Krankheiten nur noch schlimmer geworden. Bis vor 1 Jahr war er auch alkoholkrank (auch wenn weder er noch meine Mutter es zugeben wollen). Da ich ihn kaum sehe, kann ich das nicht mehr beurteilen wie es jetzt aussieht aber meine Mom behauptet er trinkt kaum noch etwas.

Ich weiß meine Mom will das alles nicht mehr aber sie kann den letzten Schritt irgendwie nicht wagen, sie hat Angst alleine zu sein und mit fast 60 von vorn quasi zu beginnen.

Könnt Ihr mir helfen?
 

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Der_um_den_Baum_tanzt

Aktives Mitglied
Ich weiß meine Mom will das alles nicht mehr aber sie kann den letzten Schritt irgendwie nicht wagen, sie hat Angst alleine zu sein und mit fast 60 von vorn quasi zu beginnen.

Könnt Ihr mir helfen?
Mietet ihr eine nette kleine Wohnung irgendwo, holt sie irgendwann unter irgendeinem Vorwand von daheim ab und zeigt in die neue Wohnung.

Dort überlegt Ihr dann in Ruhe gemeinsam wie Ihr vorgehen werdet und wie die Verbindungen zu ihrer alten Wohnung und dem Mann zu kappen sind.
 
W

Windlicht

Gast
Immer wieder erschreckend zu lesen, was Frauen mit sich machen lassen.
Ich verstehe auch nicht, dass man das Alleinsein mehr fürchtet als einen Partner, der einen zerstört.
Gut, dass deine Mutter dich und deinen Partner hat.
Holt sie dort raus, steht ihr bei.
Auch, wenn dein Stiefvater krank ist, sollte das kein Grund sein, unter solchen Umständen bei ihm zu bleiben.
Sie will hoffentlich nicht so lange warten, bis sie selbst am Boden ist.
 
G

Gast

Gast
ich glaube nicht, dass sie wirklich von ihm wegwill. sie hat sich damals schon entschieden bei ihm zu beiben und dafür in kauf genommen dass du ausziehst.

biete ihr deine unterstützung bei der wohnungssuche an und leg ihr angebote vor. dann wirst du sehen ob es ihr erst ist.
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Die Ängste deiner Mutter kann ich schon verstehen, sie hat eben viel zu lange Angst vor dem allein sein gehabt, und je länger man wartet um so schwieriger wird der Absprung.
Dennoch fürchte ich wirst du da wenig tun können so lange deiner Mutter nicht klar wird das sie dort raus muss.
Was willst du tun?
Es liegt in der Verantwortung deiner Mutter ob sie sich so etwas gefallen lässt oder nicht.
Ich kann deine Sorgen wirklich voll und ganz verstehen, dennoch kannst du nur etwas machen, wenn deine Mutter bereit ist diesen Mann zu verlassen.

Könnte deine Mutter bei dir unter kommen, ich meine könntest du sie erst einmal aufnehmen? Sie könnte sich auch an ein Frauenhaus wenden, mach deiner Mutter klar, das sie nicht ins Bodenlose fällt und das du ihr auf jeden Fall bei der Trennung und danach zur Seite stehst, vielleicht findet deine Mutter dann eher den Mut zum Absprung wenn sie weis, das jemand da ist der sie mit stützen tut.
Mehr wirst du im großen und ganzen leider nicht tun können weil, gehen muss sie selber. Ich wünsche deiner Mutter alles Gute.
 

-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Du kannst deiner Mutter nur gut zureden ihn zu verlassen und ihr deine Unterstützung anbieten. Sie mit Gewalt darauszuholen, wäre nicht sinnvoll.
Sie bleibt ja freiwillig bei ihm. Sie hat sogar hingenommen, dass du ausziehst, anstatt mit dir das Weite zu suchen. Ich denke mal, sie wird immer Gründe finden um bei ihm zu bleiben. Sie ist aber deine Mutter, daher bleib am Ball und wirke auf sie ein, dass sie dem Elend ein Ende setzt.
 
T

tuny

Gast
Hallo JuHe,

ich bin diesem Szenario schon oft begegnet. Es ist immer wieder das selbe Stück, dass sich in immer anderen Familien mit immer anderen "Darstellern" aufführt.
Das Problematische liegt in meinen Augen in der Tatsache, dass die betroffenen Personen (meist sind es tatsächlich Frauen), einer Hilfe von außen oder von Mitgliedern der Familie jeden erdenklichen Wiederstand entgegensetzen werden. Dieser Wiederstand wird meiner Erfahrung nach von mehreren Säulen getragen:

Du hast die Erste bereits beschrieben: Die Angst vor dem Alleinsein, vor dem Frei sein. Diese neue Form der Freiheit bietet nämlich neben den Strapazen einer notwendigen Neuorientierung auch noch die Aussicht auf einen totalen Sinnverlust. Paradoxer weise sehen die gepeinigten Frauen das klaglose Erdulden solcher Erniedrigungen häufig als Heldentum! Sie sehen nicht, dass ihnen hier massives Unrecht wiederfährt. Sie sind gefangen in der Idee, dass der Partner in Wirklichkeit der Arme und Hilfsbedürftige ist und dass er doch böse werden muss, weil sie sich tatsächlich falsch verhalten haben. Tiefenpsychologisch deuten sich hier in der Regel existenzielle Fragen an, ob nicht die eigene Existenz als solche eine Belastung für alle anderen Menschen darstellt und mit welchem Recht man überhaupt eine gute und respektvolle Behandlung einfordern darf. Das Erdulden von Erniedrigungen wird hier mit der Berechtigung der eigenen Existenz gleichgesetzt und wird somit irgendwann einen sher hohen Stellenwert im Erleben von Sinnhaftigkeit im Leben erlangen.

Aber das Erdulden solcher Erniedrigungen ist nicht das Einzige, was den persönlichen Lebenssinn definiert. Alle Formen des nützlich-Seins für andere kommen hier in Frage! So auch das ständige Kümmern um die Belange des Partners, er ist nur solange lebensfähig, wie sie sich um ihn kümmert. In der Regel kommen dann plötzlich allerlei Lebensprobleme und Krankheiten ins Spiel, die er ohne die aufopferungsvolle Partnerin niemals bewältigen könnte. Und damit erreicht das Sinnerleben und damit verknüpfte Schuldgefühl eine noch viel größere Dimension: Auf einmal ist der Partner existenziell auf die eigene Aufopferung angewiesen. Mit welchem Recht soll man jetzt noch durchsetzen können, dass man irgendetwas für sich fordert oder gar flüchtet? Und ist nicht die totale Aufopferung für das "objektive" Überleben des anderen nicht der allerhöchste denkbare Lebenssinn? Gleichzeitig versteht der Partner diese Dynamik natürlich intuitiv und so wird er versuchen, sich existenziell so abhängig wie möglich zu machen, um sich der ewigen Liebe der Partnerin sicher zu sein. Denn nun kann er alle seine Sadismen ausleben wie er will, ohne dass irgendeine Grenze gesetzt wäre. Wird doch alle Erniedrigung obendrein noch als Hilflosigkeit umgedeutet.

Wenn man diese Art zu denken und zu fühlen begreift, dann versteht man ohne weiteres die Wiederstände, die eine Frau wie deine Mutter (sofern sich die hier ausgeführte Generalisierung auch auf sie anwenden lässt, wovon ich aber, nachedem was du schreibst ausgehe!) dazu bewegen, bei einem solchen Partner zu bleiben. Mir persönlich ist kein anderer Weg bekannt, als sich den existenziellen Fragen nach Schuld, Selbstwert und der (zweckfreien!) Berechtigung des eigenen Daseins zu stellen und diese nochmal neu zu beantworten. Wahrscheinlich ist hier eine tiefenpsychologisch und/oder kognitiv orientierte Psychotherapie das Mittel der Wahl.

Gruß
tuny
 
J

JuHe

Gast
Vielen dank für die vielen hilfreichen Kommentare! Meine Mutter ist Gesten noch zu mir gekommen und Ostfront zusammengebrochen. Sie hat es eingesehen dass sie kaputt ist und weg von ihm muss. Sie hat sich ihre wichtigsten Sachen geholt und ich zu unserer Familie (400-500 km entfernt) gefahren. Dort will dir für 3-4 wohen bleiben und sich auch in ärztliche Behandlung begeben. Ich habe eine Vollmacht von ihr erhalten wo ich all s mit den Ämtern etc klären kann. Ich bin sehr stolz auf meine Mutter aber zugleich so traurig wie schlecht es ihr geht. Sie ist wirklich kurz vor einem Zusammenbruch. Habt vielen Dank! Ich hoffe es wird jetzt alles gut
 
J

JuHe

Gast
Ja da hast Du recht! Sie versucht gerade einen Therapeuten zu finden, denn sie ist kurz davor zusammen zu brechen. Ich versuche gerade für Sie jetzt einige wichtige Dinge zu klären, weil Sie es einfach nicht mehr schafft.

Meine Oma hat Ihren Mann gestern zusammengeschrien weil er angerufen hat und das Unschuldslamm gespielt hat und ihm klar gemacht, dass er ihre Tochter in Ruhe lassen soll.

Ich denke, wenn sie sich in Therapie begibt, wird sie das auch noch stärken in dem Entschluss. Ich werde auf jeden Fall alles tun, dass sie wieder auf die Beine kommt und endlich wieder leben kann. Es ist momentan einfach eine sehr belastende Situation für uns alle weil ich ziemliche Angst um meine Mama habe
 

_He89_

Neues Mitglied
Ich habe mich nun mal registriert.

Habe soeben noch einmal mit meiner Mama geredet und sie hat mir offen gesagt, dass sie ein wenig hin und her gerissen ist aber eher zur Trennung tendiert. Ich habe ihr noch einmal ganz vernünftig klar gemacht, was er ihr alles antut.

Sie hat mir auch gestern gesagt, dass sie, wenn es so weiter geht angst hat, nicht einmal mehr Kraft für ihre späteren Enkel zu haben.

Sie möchte jetzt erst einmal 2 Tage komplett Ruhe und dann entscheiden und ich kann nur beten, dass sie die richtige Entscheidung trifft denn ich kann nicht weiter zusehen, wie dieser Mann erst mich und nun sie zugrunde richtet.

Habt Ihr evtl. eine Internetseite, wo sie Verbündete findet? Ich denke wenn Sie auch andere hört dann würde es auch etwas leichter für Sie?

Ich habe ihr auch gesagt, sie soll eine Liste machen, was alles gegen diesen Mann spricht und wenn sie wieder hin und her gerissen ist, soll sie sich diese durchlesen.
 

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