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Mosaikgehirn

hizosable

Mitglied
Werde hier ab und zu meine Gedanken abladen... Habe gerade den Drang dazu. Vielleicht erkennt sich ja jemand darin wieder. Könnte manchmal etwas diffus werden...


Habe es einmal gespürt, wie es mir nah war an besseren Tagen; liebäugelnd fühlte ich die Präsenz - meine eigene tiefinnere. Warum entflieht sie ihrem eigenen Körper? Was veranlasst sie, sich hinter diesen abstrusen Konstrukten, deren Fundamente so brüchig erscheinen, zu verbergen. Als wäre sie gepeinigt. Als hätte man sie ausgepeitscht. Als müsse sie sich verstecken, um ihren letzten Funken Leben zu schützen.

Das, was ist, verschwimmt zu einem riesigen grauen Schleim, zäh und klumpig wie ein Müsli mit zu wenig Joghurt... mein Morgen spiegelt meinen Tag. Ich sage seltsame Dinge, weiß, dass sie seltsam sind, aber sage sie dennoch. Ich möchte euch nicht gefallen, nicht in eurer Schema passen, mich nicht einordnen lassen, aber sehne mich zugleich nach Gesellschaft. Gleichgesinnte, die wirklich nach dem Kern streben: Ist nicht alles, was wir tun nur eine Ablenkung?
Wie stolz man auf Erfolg sein kann... als Sklave seines Belohnungssystems, getrieben immer mehr zu wollen. Wie geächtet man sich selbst fühlt, wenn man dem Erfolg nicht folgen kann.

Mein Ich zu finden, die Präsenz zu spüren - unmöglich mit dem Verstand. Ich liebe und hasse die Welt; würde Menschen gerne treten und ihnen zugleich das beste Leben wünschen; eine wunderschöne Blume heranzüchten, um sie zu verbrennen - die Gegensätze machen fast keinen Unterschied mehr für mich. Haben sie es je gemacht? Die Emotionen schwinden mit jedem Tag mehr. Dachte einst, ich bräuchte sie nicht. Großer Irrtum. Sie würden helfen gegen die Orientierungslosigkeit.

Ich fühle mich so gebrochen und weiß, dass meine Psyche mir einen Streich spielt. Wann wird es wieder vergehen... werde ich jemals spüren dürfen, was es heißt ein Mensch zu sein, das Außen zu genießen und nicht in mir selbst gefangen zu sein. So viel Schönheit um mich herum... welche Verschwendung
 

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hizosable

Mitglied
Ich bin momentan in so einer Phase, wo ich nicht weiß, ob meine Passivität und Lustlosigkeit wirklich von der Depression kommt oder von meiner Faulheit. Wahrscheinlich beides. Jedenfalls denke ich mir: Warum schreibe ich hier überhaupt? Wisst ihr, es ergibt überhaupt keinen Sinn. Meine Wohnung und der Hausflur schreien danach aufgeräumt zu werden, da sie sterbend im Dreck liegen (übertrieben gesprochen).
Was möchte ich stattdessen eigentlich machen? Rausgehen und in der Sonne meditieren. Würde ich danach noch irgendwas angehen? Vermutlich nicht. Sollte ich etwas angehen? Nur, wenn ich nicht im kompletten Chaos versinken möchte.
Das Wichtigste zuerst - zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man kann nicht wirklich etwas genießen, wenn man das wirklich Notwendige immer aufschiebt. Und zuerst das Notwendigste zu machen, ist doch bloß eine Gewohnheit, die man etablieren sollte.
Dennoch schreibe ich lieber über mein Leid, als es wirklich an der Wurzel zu packen... oder ist das Schreiben schon eine Art Therapie. Vielleicht ist alles, was guttut eine Art Therapie, aber ich denke, ich lenke mich wohl eher ab. Nur hatte ich das Gefühl, ich werde keine Ruhe finden, bevor ich nicht etwas schreiben werde. Die Impulse nehmen überhand, aber nur, weil ich mich so konditioniert habe; meine Konditionierung führt nicht wirklich zu etwas, reißt mich nur weiter in ein Loch.
Ich finde, man wüsste als Mensch Gott nicht zu schätzen, wenn es keinen Teufel gäbe (metaphorisch gesprochen) und vielleicht kann man nicht unabhängig nur an das Eine oder das Andere glauben. Es ist klar, dass man nach Gott strebt, wenn Gott für das Gute steht; aber, wenn in der menschlichen Natur beides (und alles dazwischen) existiert, wäre die Verleumdung des Teufels purer Schwachsinn. Weil der Teufel bringt kurzfristiges Glück, Gott wohl eher langfristiges; ich denke beide ergänzen sich gut.

Gut, hat mir gerade geholfen. Kann jetzt einem hübschen Mädchen zurückschreiben und danach mache ich Abwasch und Hausflur. Der Teufel muss wohl bis abends warten.
 

hizosable

Mitglied
Man kann mir erzählen, was man möchte, aber der Mensch ist nicht geschaffen für das Chaos.
"Ich tu' was alle tun, die sich für ihre Fehler hassen - kokettier' mit ihn, solang' sie sich nicht beheben lassen." Wurde in meinem Leben schon lieb und böse, ordentlich und chaotisch, klug und dumm sowie schön und hässlich genannt. Im Prinzip sprachen diese Leute nur vom beobachtbaren Verhalten. Wenn immer so ein Gegensatz besteht und man dennoch nur eine Person ist, werden einem die Kommentare der anderen irgendwann gleichgültig. Aber es macht halt einen großen Unterschied, ob man lieb, böse, ordentlich, chaotisch, klug , dumm, schön oder hässlich ist; weil es im Endeffekt definiert, wer man ist oder zumindest das Selbstbild bestimmt. Vielleicht bin ich auch alles zugleich oder einfach innerlich sehr gespalten, weil man in der Einsamkeit irgendwann anfängt alles sein zu "müssen", weil man nur sich hat? Aber wie eingangs erwähnt: der Mensch ist nicht geschaffen für das Chaos - zumindest nicht ausschließlich.
Wieso ist mein Leben so ungeordnet? Ich lebe eigentlich in den Tag hinein. Weiß nicht, was ich morgen konkret angehen möchte; mache alles auf den letzten Drücker und stresse mich somit mehr als ich müsste. Es geht so wenig voran. Auch hier wieder: Wieso musste Gott mein Gedächtnis zu einem Sieb mit nur einem großen Loch machen? Aber vermutlich übertreibe ich und es ist bei anderen auch so... schreibt sich ja jeder ToDo-Listen und stundenlange Gespräche über die Geschehnisse des Tages helfen wohl auch dabei, sich Dinge gut einprägen zu können (was ich nie mache). Dachte einmal, dass ich reif wäre, aber Reife wäre es von diesen Gedanken abzusehen und einfach die Lösung anzupeilen:
Die wäre es, jetzt einmal anzufangen zu lernen und abends dann noch das Essen für morgen vorzubereiten. Im Leben lernt man so viele gute Dinge, aber die Konstanz ist es, die sie gut machen. Man lernt, dass gesunde Ernährung und Sport fast überall helfen kann, aber man macht es einfach nicht. Ist man irgendwie dumm? Nach der letzten depressiven Phase denke ich aber, dass es nicht die Dummheit ist, es ist die Überforderung. Wie will man alle gute Dinge, die diese Welt für einen bietet kombinieren? Irgendwo muss man wohl Abstriche oder anders formuliert Prioritäten setzen.

Irgendwie finde ich es zugleich aber auch ziemlich herausfordernd und spannend, wenn man einmal einen guten Weg gefunden hat, dann ist es doch alles ziemlich leicht? Aber ich hatte den Gedanken schon oft, irgendwas ist immer schief gelaufen. Aber im Endeffekt ist es wohl so, wie ein User hier einmal geschrieben hat "Im Tun liegt aktives Gestalten". Erst, wenn man mit der Unzufriedenheit lernt umzugehen, wird man zufrieden sein können. Warum fühle ich mich also überwältigt von allem, was noch auf mich zukommen wird? Keine Ahnung. Im Endeffekt kommt es ja nur drauf an, dass ich ein wenig vorausplane und jeden Schritt gut ausführe... und dabei Spaß an den Dingen habe.
 

hizosable

Mitglied
Hoffnungslos verloren?
Die einzige Chance:
Lernen, was man stattdessen macht.
Ein Vogel, der mit den Fischen schwimmt
und sich fragt, was da nicht stimmt.
Die Welt so farblos.
Mal sie an!
Die Blätter welk?
Dort steht die Kann'!

Ein jeder möchte Sicherheit,
wird sie geraubt, erwacht der Neid;
man möchte seh'n des andren Leid
und sichert sich die Eitelkeit.

Wo ist er hin der letzte Strahl
der Sonne, die im Meer versank,
ich schwamm und schwamm,
taucht' tief hinab - ertrank
im dunklen Meerestal.
 

hizosable

Mitglied
Desaströser Selbsthass

Wisst ihr, manchmal wird man gefragt, was das peinlichste Erlebnis ist, was man erlebt hat. Ich kann das nicht einmal wirklich beantworten, weil mir jeden Tag irgendetwas Peinliches passiert oder ich das zumindest so wahrnehme - oder auch nicht, weil es eben schon Normalität ist. Das Gefühl, was ich auch heute habe, nach dem ich eine Sache mehr oder weniger versemmelt habe, ist jenes, welches mir in einer schlechteren Phase jegliche Lebenslust genommen hätte. Heute merke ich bloß, wie erschöpft ich davon bin und wie meine Gedanken bloß noch darum kreisen. Die ständigen Selbstvorwürfe; der Versuch externe Faktoren auszumachen; der stereotype Gedanke, dass es ja immer mich trifft...

Ich akzeptiere den vergangenen/gegenwärtigen Moment wieder nicht - oder viel eher akzeptiere ich nicht, wie ich in der Situation gehandelt habe, wie unempathisch andere dabei waren und dass mir das immer wieder passiert. Ich überlege mir, wie ich es besser machen könnte, aber die Situation lähmt mich. Irgendwie projiziere ich den Fehler auf mich. Hätte ich dies und das anders gemacht, wäre es nicht dazu gekommen. In solchen Situationen will ich mich immer ändern und strebe andere Herangehensweisen an. Aber in Wirklichkeit hasse ich mich selbst. Zwar renne ich nicht fort, sondern mache aktiv etwas gegen meine Situation, aber es bleibt doch immer eine gewisse Selbstablehnung da. Mit jedem Kommentar von anderen und mir selbst ein Stückchen mehr. Ich lehne ab, dass ich dieses Gefühl ab. Ich lehne ab, dass es mich einschränkt. Ich lehne ab, dass ich eben so bin wie ich bin. Früher hatte ich teilweise auch richtigen Hass auf meine Mitmenschen, weil sie oft nicht wirklich zur Lösung beitragen, sondern sich lustig machen. Wieso macht man sich über Schwächen lustig?
In solchen Situationen liegt Humor, aber es hilft doch beim Lernen nicht weiter.

Na gut, wenigstens gebe ich mich diesen Situationen überhaupt hin. Würde schlimmer sein, alles zu vermeiden, weil man Angst hat. Aber die Frage, die ich mir stelle ist: War es wirklich meine Schuld? Man sucht ja immer mach Ausflüchten, damit man nicht so schlecht dasteht, aber im Endeffekt bleibt nichts anderes übrig, als daraus zu lernen - unabhängig davon, wie stark das negative Gefühl ist und nicht zu streng zu sein - weil man Gefühle so schlecht beeinflussen kann. Man sollte sich so behandeln wie jemanden, dem man hilft. Alles Schlechte verbirgt 1000 Dinge, die gut liefen.

Also meine Vorhaben für heute, um nicht im Selbstmitleidssumpf zu versinken:
- Sport
- Essen, Aufräumen
- Lernen
- Schreiben
- zur Ruhe kommen/nachdenken/meditieren
 

hizosable

Mitglied
Wieder einmal etwas mit anderen gemacht - wieder dieses schlechte Gefühl danach.

Mit ein paar Leuten aus meiner Ausbildung in das Freibad hier gegangen. Ich bin froh, etwas mit anderen machen zu können, denn oft liege ich Zuhause und denke mir, es wäre schön Gesellschaft zu haben. Als wir nur zu viert waren, war alles gut. Als dann noch Leute hinzukamen und ich die Situation weniger überblicken konnte, fühlte ich mich etwas gereizt und genervt - vielleicht weil ich nicht mehr produktiv an der Situation teilnehmen konnte. Wenn ich gefragt werden würde, was mich daran stört, ist es einfach, dass nur geredet wird über dies und jenes. Ich fühle mich eingeschränkt, wenn viele Blicke auf mir ruhen, denn dann kann ich nicht ich sein - ich schränke ein, was in meinem Kopf herumschwirrt, kann meine wahren Gedanken nicht aussprechen, weil sie oft nicht positiv aufgefasst werden und es eventuell sind:

Was hätte ich getan, wenn es nach meinem Gefühl ginge:
Mich einfach nur hingelegt, hätte den Gesprächen etwas gelauscht und die Natur genossen. Immerhin haben mich die Gespräche ja nicht wirklich interessiert. So wäre das zumindest angenehmer für mich geworden und ich denke, das hätte mehr meinem Charakter entsprochen, als mich zwanghaft an dem Gespräch zu beteiligen. Ich habe mich also schon allgemein in der Situation eher unwohl gefühlt - das ist gut für mich zu wissen - weil ich Angst davor habe Fehler zu machen und es somit heraufbeschwöre und unsicher werde, wenn sie dann geschehen.

Hilft alles nichts....
Nächstes Mal nehme ich mir vor, mehr ich selbst zu sein. In solchen unklaren Situationen kurz in mich hineinzuhorchen und mich dann zu entscheiden, wie ich es angehe.
 

hizosable

Mitglied
Ach wisst ihr - ich finde es selbst so traurig, wie ich im Inneren zerrissen werde. Alles nur, weil ich mir nicht selbst traue und zu viel auf die widersprüchlichen Aussagen anderer höre. Ich weiß ganz genau, dass meine Herangehensweisen bisher oft ziemlich gut geklappt haben, nur sind sie für andere nicht greifbar und allgemein fern von dem, was sie kennen. Es ist immer ein Anpassen, an dieselbe Scheiße, die jeder macht. Es regt mich innerlich so auf. Aber warum sage ich nichts dagegen? Warum lasse ich andere Leute mich aufhalten? Warum zerfressen mich ihre Kommentare so? Vermutlich, weil ich mich auf einem neuen Weg befinde. So einer ist nie angenehm.

Die Frage ist nicht, was ein anderer machen würde, sondern, was ich in meinem Leben mache und wie ich es umsetze. Warum kriege ich das nicht in Kopf und mache so viem abhängig von anderen? Weil ich permanent Zeit mit Leuten verbinge, die nicht sind wie ich..
 

hizosable

Mitglied
Eigentlich wollte ich lernen, aber da ich heute vergessen habe das Antidepressivum zu nehmen, geht es mir innerlich schlecht, dass ich zuerst diesen Text schreiben möchte, um mir ein bisschen Linderung zu schaffen. Ich mache mir immer gerne Gedanken, wie ich meine Situation verbessern könnte - und momentan habe ich nur den Drang mich zu verkriechen, den Menschen aus dem Weg zu gehen, um mit neuer Stärke wiederkehren zu können. Aber ich bin eben ich - und eine Eigenschaft, die sich immer wieder zeigt, ist diese starke Verplantheit bzw. Unfähigkeit nachzudenken. Wenn ich so überlege, ist das die Eigenschaft, die mir verwehrt Erfolgserlebnisse zu bekommen, die mir das Leben so unendlich schwer macht, die mich daran hindert aus meinen Fehlern zu lernen, die letztendlich zu meiner Depression geführt hat. Meine Therapeutin sagte nach dem Ausfüllen einiger Fragebögen zu mir, dass ADS bei mir schon wahrscheinlich sei. Irgendwas ist auf jeden Fall verkehrt. Vielleicht bin ich ja einfach wenig intelligent. Viele Personen reagieren allergisch, wenn man ständig Fehler macht und den Eindruck vermittelt, man verstehe nichts... Aber was kann man denn für die eigenen Schwächen?

Und da ich mich ohnehin schon bemitleide, muss jetzt alles raus:

Egal, an wen ich denke, mir würde es bei keiner Person emotional etwas ausmachen, sie zu verlieren. Dennoch liebe ich Menschen und wünsche ihnen das Beste. Ich würde gerne in ein liebevolles soziales Netz eingebunden sein, habe aber nicht das Gefühl, dass ich je irgendwo hineinpassen würde. Immer das Gefühl, ich würde enttäuscht und nicht akzeptiert werden.

Ich habe wohl einige schizoide Charakterzüge. Jedenfalls finde ich es wirklich schlimm, wenn bekannte Personen Dinge über mich erfahren, die ich nicht selbst preisgebe oder wenn Personen etwas über mich sagen, wo ich es eigentlich gar nicht möchte. Am besten machen sie sich noch darüber lustig, dass ich halt mache, was ich mache.

So viele Baustellen, die ich jedenfalls vermute und über die ich mir so viele Gedanken mache. Ich weiß nicht, ob jemand auch andere Beiträge von mir gelesen hat, aber ständig geht es um mich, weil mein Selbstbild eben wirklich nicht gefestigt ist und es macht auch nicht den Eindruck, als ob das noch besser werden würde. Ich brauche Erfolgserlebnisse. Dann habe ich Erfolg, mein Selbstwert ist wieder aufpoliert, um dann bei der nächsten Gelegenheit wieder dramatisch abzufallen. Es ist so unglaublich schwer. So verzwickt. So hoffnungslos. Und dann wiederum so einfach: ein kleiner Schritt nach vorne - ein zweiter nachgesetzt und immer so weiter. So kommt man voran, nicht anders. Ein Grundgesetz des Lebens.
Vielleicht denke ich wirklich immer nur an den nächsten Schritt bzw. setze halt erst einmal einen Ziegelstein in meine Mauer. Komisch... so einfach... wenn man nicht ständig von jedem gesagt bekommt, dass alles schlecht ist und es auch viel zu ernst nimmt.

Na dann, ich gehe jetzt einmal, in dem ich einen Schritt nach vorne mache.
 

hizosable

Mitglied
Wenn es heißt, dass man sich nicht sorgen soll, da man ein Geschöpf Gottes ist - einzigartig in jeglicher Hinsicht und dass sein Plan für uns unergündlich, aber dennoch geltend ist, so heißt das doch wohl nichts anderes, als uns und die Situation so anzunehmen, wie sie sind. Der Gedanke ist unabhängig vom Glaube an Gott- auch wenn dieser dabei hilft. Der Gedanke ist abhängig vom Glaube an das Gute im Menschen; abhängig von einem starken Charakter, der weiß, das Schlechte vom Guten zu unterscheiden; abhängig vom Vertrauen in etwas, was man nicht greifen kann - nur spüren. Es liegt im Gefühl des Zweifelns, in der Leere des Geistes und ist immer da. Nur eine kleine Schwelle, die man überwinden muss.
 

hizosable

Mitglied
In einem anderen Thread mache ich seit ca. einem Monat immer ein Update, wie es momentan mit meinem Vorhaben, mein Leben geregelt zu bekommen, aussieht. Eigentlich wollte ich das tun, aber gerade habe ich echt Lust einmal lateraler zu schreiben und dafür ist dieser Tagebuch-Thread optimal.

Morgen fängt wieder ein neues Praktikum an. Ich freue mich eigentlich, weil ich gehört habe, dass es dort sehr entspannt sein soll. Andererseits liefen meine Vorbereitungen nicht so gut, weil ich mir zu viel vorgenommen habe. In den letzten paar Tagen lag ich oft demotiviert herum und konnte meine Impulse wieder schlecht regulieren (dieses teuflische Handy, was ständig in meine Hand gelangt...). Und dann mache ich auch echt komische Sache: Zum Beispiel habe ich heute Nacht von 1-3 Uhr nach basischen Pflegeprodukten gesucht, weil mein Haar vorne langsam lichter wird, was vermutlich daran liegt, dass ich mich seit Jahren viel zu oft in einem Stresszustand befinde. Jetzt versuche ich halt einige Empfehlungen umzusetzen, um das möglichst lange herauszuzögern.
Und das ist eben die Sache: ich weiß, dass ich was Wichtigeres machen müsste, aber meine Impulse lassen es kaum zu... vermutlich, weil ich mir wirklich zu viel vornehme! Wer hat schon Lust ewig lang Treppen zu steigen. Gegen nur eine Treppe haben aber die wenigsten etwas. Ich schaue diesmal einfach einmal, wo mich dieser Text hinführt. Aufgrund meiner ADS habe ich auch schon vergessen, was ich vor wenigen Sekunden geschrieben habe, aber das ist eigentlich das spannende für mich: statt an das Vergangene zu denken, entdecke ich genau das, was mir gerade jetzt in diesem Moment in den Sinn kommt. Ich spüre in mir eine gewisse Zeitlosigkeit, als wäre alles so, wie es sein soll. Der Geist spielt sein ewiges Spiel, aber das Bewusstsein tritt hervor und macht ihm sein Elend bewusst. Er schämt sich seiner selbst und löst sich in seine Bestandteile - als würde ich ein Brot nehmen und es in meinen Händen zerreiben. Die Brösel fallen herunter, aber in der Summe betrachtet, also wenn ich alle Brösel so essen sollte, käme wieder derselbe Nährwert heraus. Wieso wohl die Vögel um diese Uhrzeit noch zwitschern - als wären sie einsam und singen, um die Aufmerksamkeit eines Gleichgesinnten zu erhalten.

Mein Kopf ist gefüllt von Bildern, die mir in Augenblicken der Schwäche kurzfristiges Glück bescherten. Ein anderer wäre glücklich, könnte sich daran erfreuen. - und kommt dennoch voran. Ich vegetierte, trotz meiner Bemühungen am selben Fleck.

Mir kommt meine Schwester in Sinn. Sie ist einige Jahre älter als ich. Ordnung ist mir wichtig geworden, weil in meinem Schädel genug Chaos herrscht. Sie verwahrlost, hat mich gebeten ihre Wohnung aufzuräumen. Wie empfinde ich das? Traurig. Kann es nicht in Worte kleiden. Ungenutztes Potential. Ich denke viel über das Gute nach - wenn der Begriff "Gott" für eine Sache steht, dann wohl das Gute - vielleicht auch das Richtige. Viele belügen sich, entfernen sich von ihm - aber haben dennoch Erfolg - vllt. tun sie auch so, vllt. ist es der Prozess, der glücklich macht. Das Gute zeigt eine gewisse Richtung und Ordnung... es ist entsprechend sehr langweilig. Im Chaos liegt mehr Spielraum. Stimmt. Aber auch die Gefahr sich zu verlieren.

In geschriebener Form sind meine Gedanken gerade kaum mehr zu formulieren... deswegen höre ich jetzt auf.
 

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