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Mitbewohnerin/Freundin entwickelt Psychose

Eymbya

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiter weiss. Ich wohne seit Februar in einer 2er-WG, und meine Mitbewohnerin und ich verstehen uns super, sie gehört inzwischen zu meinen besten Freundinnen. Aber seit ca. 2 Wochen ist sie komplett wesensverändert, und hat eine völlig verzerrte Wahrnehmung, sie denkt, dass alle gegen sie seien und nimmt alles negativ wahr. Sie ist erst 18 Jahre alt, nimmt aber schon seit längerer Zeit ab und zu mal Dro., und *beep* sehr viel. Seit ein paar Monaten nimmt sie auch oft Speed, in unserem Freundeskreis machen das viele, allerdings lange nicht so häufig wie sie, und vor 2 Wochen waren wir dann auf einer Party wo es auch Dro. gab, sie hat auch was genommen, ihr ging es allerdings darauf nicht so gut, weshalb sie mit ihrem Freund zusammen schon früher als wir anderen gefahren ist, an dem Wochenende hat sie dann eigentlich nur noch geschlafen, wir haben uns regelmäßig nach ihr erkundigt und ihr Freund meinte es ginge ihr soweit okay, sie müsse sich nur körperlich etwas erholen. Seit diesem Wochenende ist sie allerdings vollkommen verändert, sie hat uns (ihre 3 Freundinnen) beleidigt und uns vorgeworfen sie auszuschließen, und denkt, wir würden sie nicht mehr in unserem Leben haben wollen, zudem hat sie sehr starke Stimmungsschwankungen, weint ganz viel, rastet extrem schnell aus und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich selbst verletzt. Ihr Freund ist die Woche darauf die ganze Zeit bei ihr gewesen, ich habe mich allerdings kaum bei uns zuhause aufgehalten, da ich nicht wusste wie ich mit dem ganzen umgehen soll und mich auf eine Klausur vorbereiten wollte. Ich bin deshalb momentan fast dauerhaft bei einer gemeinsamen Freundin, wir wissen aber beide nicht wie wir auf sie zukommen sollen, da sie sich mit ihren Problemen nicht konfrontieren möchte. Sie möchte nichts davon hören, dass sie wahrscheinlich durch ihren Dro.konsum in diese Psychose rutscht, und alles was wir zu ihr sagen, nimmt sie komplett falsch auf. Sie macht zurzeit eine Ausbildung, aber dort hat sie in der Schule schon länger Probleme, sie geht kaum zur Schule und hat auf ihrem Zeugnis nur 5en, ihr Zeugnis hat sie allerdings bis heute nicht angeguckt, sie verdrängt die Realität. Ich traue mich auch einfach nicht auf sie zuzukommen, unter anderem setzt mir das ganze natürlich auch selber psychisch zu. Wie soll ich mit dem ganzen umgehen? Sie hat selber zu einer unserer Freundinnen gesagt, dass sie nicht mehr dieselbe ist, mit der wir befreundet waren und wir mit der Person die sie jetzt ist, nicht befreundet sein möchten. Ihren Freund stößt sie auch immer wieder von sich weg, er bekommt den ganzen Frust ab und wird von ihr komplett fertig gemacht. Ich mache mir echt riesige Sorgen um sie! Habe auch schon überlegt ihre Tante zu kontaktieren, zu der ich selber guten Kontakt habe, aber dann würde ihre Familie natürlich auch von ihrem Dro.konsum erfahren, und ihr ganzes Leben noch mehr bergab gehen Professionelle Hilfe zu suchen kommt für sie leider nicht in Frage, da sie sich selber noch nicht eingestanden hat dass sie ein erhebliches psychisches Problem hat.

Ich hoffe wirklich sehr, dass vielleicht jemand hier ein paar Ratschläge für mich hat!
 

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Bärt

Aktives Mitglied
Tja, da kannst du nichts anderes machen als dich mal ordentlich ins Thema Amphetamin und die Downer danach einzulesen. Mit Gehirnstoffwechselgeschichten und sowas.
Dann kannst du sie ernsthaft beraten und ihr sagen was sie sich damit antut.
Ihr Freund scheint ja nicht die Möglichkeit zu haben sie davon fern zu halten und konsumiert vermutlich selbst. Sonst wäre das der nächste Punkt.
Später kann aus sowas Schizophrenie werden, muss nicht, aber kann.

So ein Interventionsding könntet ihr auch gemeinsam machen, mit jedem Bekannten der dabei sein will und sie sanft hinweisen wieviel sie euch bedeutet und das ihr nicht möchtet das sie sich selbst schädigt.
 
K

Krümelmonster

Gast
Ich würde sagen, du könntest mal beim deutschen Dro. Telefon anrufen und mal fragen. Die haben echt gute Tipps!!
 

gittazi

Mitglied
Ich denke leider nicht, dass Du viel tun kannst, bis sie sich selbst Hilfe holt oder sich dabei zumindest unterstützen lässt. Ich habe leider mit vielen Jugendlichen zu tun, die alleine durch gelegentlichen THC-Konsum schon Psychosen entwickelt haben und sich damit das ganze Leben verbauen.

Ich bin jetzt seit 20 Jahren Lehrerin, davon 13 Jahre als Vertrauenslehrerin und kann mich leider an viele erinnern, die durch THC-Konsum im Alter zwischen 16 und 25 eine paranoide Schizophrenie entwickelt haben, Stimmen hören, sich verfolgt fühlen und leider in einigen Fällen auch Selbstmord begehen.

Das ganze ist sehr tragisch und es ist besonders schlimm, wie THC und andere Drogen von einigen Jugendlichen verharmlost werden.
 

WolfImSchafspelz

Aktives Mitglied
Hi!

Ich hatte einen schizophrenen guten Freund.

Er hat sich in seiner letzten Episode vor 10 Jahren das Leben genommen.

Ich traue mich auch einfach nicht auf sie zuzukommen, unter anderem setzt mir das ganze natürlich auch selber psychisch zu.
Das kenne ich nur zu gut. Ich wurde oft gerufen, wenn die Mitbewohner meines Freundes nicht mehr mit ihm zurecht kamen oder erkannten, dass es Zeit für die Einweisung war. Mit ihm zu kommunizieren machte mir jedes Mal etwas Angst und Unbehagen.

Am wichtigsten ist, auf der Metaebene zu kommunizieren. Also sich nicht in gefühlsgefärbte Diskussionen ziehen zu lassen sondern einfach nüchtern zurückzumelden, wie man die Person gerade wahrnimmt!

Habe auch schon überlegt ihre Tante zu kontaktieren, zu der ich selber guten Kontakt habe, aber dann würde ihre Familie natürlich auch von ihrem Dro.konsum erfahren, und ihr ganzes Leben noch (...)
Glaub mir, der Drogenkonsum ist ja Sch...egal! Eine paranoide Schizophrenie wäre hunderte Male schlimmer, als den Ruf zu verlieren!

Ein großer Teil der Menschen mit der Krankheit nehmen sich das Leben. Und die Aussichten, dauerhaft in der Realität klarzukommen schwinden mit jedem Tag Behandlungverzögerung.

Das hört sich bei Deiner Mitbewohnerin mehr als nur einer Drogenpsychose an. Sehr oft beginnt paranoide Schizophrenie in dem Alter und eine schlummernde Schizophrenie wird durch Drogen ausgelöst. (Siehe z.B. den Film "Das weiße Rauschen", der ist sehr gut und realistisch gemacht.)

Ich würde DRINGEND empfehlen, ihr vertraute Personen einzuweihen, die dann darauf hinwirken können, dass sie sich in Behandlung begibt. Am besten noch heute.

LG
Wolf
 

WolfImSchafspelz

Aktives Mitglied
(....)durch THC-Konsum im Alter zwischen 16 und 25 eine paranoide Schizophrenie entwickelt haben, (...)
In der Regel wirkt der Konsum bei paranoider Schizophrenie jedoch lediglich als Trigger für eine schlummernde Schizophrenie, so dass die Psychosen dann ein paar Jahre eher als ohne Drogen auftreten. Das ist jedenfalls der derzeitige Stand der Wissenschaft. Außerdem scheinen bestimmte Menschen für Dorgen emfpänglicher. Wie dem auch sei - eine pro-/contra-Drogendiskussion ist hier jedenfalls völlig fehl am Platz.

Umso eher die Behandlung startet, umso besser, das ist ebenfalls Stand der Medizin und ich kann es aus den Beobachtungen bei meinem Freund bestätigen. Die längsten Aufenthalte waren dann, wenn er schon länger unerkannt psychotisch unterwegs war.
 

WolfImSchafspelz

Aktives Mitglied
Da du ihre Mitbewohnerin bist und sie vielleicht (gerade auch wegen ihrer Psychose) eine Wut auf die „Denunziantin“ entwickeln würde, würde ich den Eltern vermutlich einen anonymen Brief schreiben …
Nee, paranoide Schizophrenie ist dermaßen hart, dass sie es verstehen wird, sobald sie wieder nüchtern ist. Ich hab damals den Vater meines Freundes angerufen, dann die Mutter. Da hatte ich auch erst ein schlechtes Gewissen. Aber mein Freund selbst sagte mir direkt danach, dass es vollkommen richtig war.

Das Problem ist, dass jedes Nichthandeln die Behandlung verzögert. Da muss jetzt SOFORT jemand auftauchen und sie davon überzeugen, zum Arzt zu gehen.
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Ich würde da auch die Tante bzw. die Eltern einschalten. Mit einer Psychose ist nicht zu spaßen. Wenn sie da nicht schnell rauskommt, kann sich das Problem chronifizieren und das ist nicht lustig. Ein solcher Zustand muss schnell beendet werden, bevor sie für sich und andere zur Gefahr wird.
 

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