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Mit seltenen Störungen umgehen, nicht verstanden werden

AANDD

Neues Mitglied
War oder ist jemand von euch in einer ähnlichen Situation wie ich und kann mir Tipps geben, wie ich damit umgehen kann?

Ich habe viele Probleme, körperliche, psychische aber auch andere, zum Beispiel finanzielle.
Die meisten davon sind unverschuldet, ich kann ja nichts dafür mit handicaps geboren zu sein.
Ich bin kein Mensch, der gerne die Opferrolle annimmt und ich versuche mein Leben bestmöglich zu leben.

Rückblickend wird mir klar, dass viele meiner Probleme ziemlich selten sind und von wenigen Menschen verstanden werden.
Viele Freundschaften sind daran zerbrochen, dass ich mich deshalb von Leuten distanziere. Es gibt für mich wenig Gesprächsstoff mit anderen Menschen. Auch Therapeuten habe ich aus diesem Grund aufgegeben, die rattern nur ihr Programm herunter und versuchen nicht wirklich ihren Gegenüber zu verstehen.

Außerdem, und das ist worüber ich mir gerade am Meisten Gedanken mache, gibt es für mich niemanden mit "Vorbildfunktion". Für viele Menschen gibt es Selbsthilfegruppen usw, wo man sich mit anderen mit ähnlichen Problemen austauschen kann. So etwas fehlt mir, ich habe keine Orientierungspunkte.
Stattdessen verlasse ich mich darauf, dass ich improvisieren kann, wenn irgendwelche Hindernisse auftauchen. Das klingt eigentlich nach etwas Gutem, aber mittlerweile fühle ich mich nur noch von meinen Problemen getrieben.

Ich möchte in diesem Thread nicht darüber reden, was ich genau habe, nur fragen, ob ihr dieses Gefühl kennt und wie ihr damit umgeht bzw. umgegangen seid.
 

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Fetzbold

Mitglied
Ohne weiteren Angaben wird kaum jemand sagen können "Ja hey, genau das kenne ich"

Ohne zu wissen was deine seltenen Probleme sein sollen, fällt es auch schwer deine beiden Aussagen in Einklang zu bringen:

1. Keiner verstehe meine Probleme, weil sie so selten sind

2. Alle meine Probleme sind unverschuldet

Was ist denn dein Handicap? Vielleicht fällt es leichter gleichgesinnte Menschen zu finden, wenn dein Handicap bekannt ist und Menschen mit ähnlichem Handicap zumindest "hier" schreien können.

Meine persönlich Meinung ist, dass in deinem Thread Anzeichen dafür zu erkennen sind, dass du deinen Anteil an den Problemen nicht sehen kannst oder willst. Viele Probleme werden sicher durch äußere Faktoren verstärkt, sinda ber vor allem im Inneren der Menschen ursächlich.
Die Aussage, dass auch Psychotherapeuten dir nicht helfen können bzw. nur ihr Programm abspulen, klingt etwas "von oben herab" bzw. so, als würdest du deinen Anteil nicht sehen wollen und sobald dich jemand auf deinen Anteil aufmerksam macht, blockst du ab mit der Begründung "Ok, da versteht mich wieder jemand nicht"
 

Johnny_B

Sehr aktives Mitglied
Ja, ich kenne das auch sehr gut. Ich habe selbst schwere körperliche Probleme und bin damit in einer sehr kleinen Minderheit und deswegen (gepaart mit der Tatsache, dass ich männlich bin) gibt es meiner Erfahrung nach wirklich Null Verständnis seitens Menschen, die nicht betroffen sind. Ganz im Gegenteil, oft wird noch aggressiv reagiert. Man muss das irgendwie mit sich selbst ausmachen und ich kann deine Erfahrungen da auch bestätigen: Auf Hilfe von Experten kann man nicht hoffen, weil die schließlich nur Experten für gängige Probleme sind und nur zu denen etwas sagen können.

Ich finde aber sehr interessant, dass du die fehlenden Vorbilder erwähnst, da werde ich fast schon skeptisch. Das ich nämlich auch nur allzu gut: Man kann sich an niemandem orientieren, es gibt niemanden, der es bei einer ähnlich schweren Lage trotzdem "geschafft hat". Allein dadurch erscheint eine Verbesserung schon unmöglich. Und wenn alle anderen, an die man sich wenden könnte, das Problem dann auch nicht mal verstehen wollen..

..ein echt schweres Los.
 

Eva

Aktives Mitglied
Ich sehe das nicht wie Fetzbold. Das hört sich für mich mal wieder so nach "selbst Schuld" an. Aber das ist mir hier im Forum schon öfters aufgefallen. Obwohl man nur einen klitze kleinen Teil des Lebens weiß, heißt es oft: "Guck mal bei dir".

Ob viele deiner Probleme selten sind, kann ich nicht beurteilen. Früher, vor Internet und Co. dachte ich auch manchmal: "Das Problem hat kein Mensch. Rede da nicht drüber. Du wirst ausgelacht." Aber seit Google weiß ich, das es nichts gibt, was es nicht gibt. :p

Das du von wenigen Menschen nicht verstanden wirst, kann ich super nach vollziehen. Ich glaube, dass viele Menschen sich heut zu Tage einfach nicht mehr bemühen, sich in eine andere Person hinein zu versetzen.

Dein Satz mit den Therapeuten kann ich auch verstehen. Ich denke, dass die eben auch nur Antworten aufgrund von "Büchern" geben.

Stattdessen verlasse ich mich darauf, dass ich improvisieren kann, wenn irgendwelche Hindernisse auftauchen. Das klingt eigentlich nach etwas Gutem, aber mittlerweile fühle ich mich nur noch von meinen Problemen getrieben.
Mit etwas anderem kann ich auch das verstehen. Ich bin ewig Single und darf/muss alles alleine entscheiden, und stehe auch mit allem alleine da. Am Anfang meines Singellebens war das toll, aber mittlerweile zermürbt mich das. Keiner, der mal bei Entscheidungen hilft oder unterstützt.
 
N

Nieausgelernter

Gast
Das Ausmaß, inwieweit ein Therapeut konkrete Hinweise und Anleitungen gibt, ist durch seine therapeutische Ausrichtung sowie seine persönliche Art bestimmt.
Deine aktive Mitarbeit ist gefragt, Mitwirkungspflicht: Erst dein Zutun ermöglicht Veränderung.
Ein Therapeut muss dich nicht verstehen, dafür gibt es Geistliche.
Der verlangt das du selber was tust, in der Zeit nach der 3/4 Therapiestunde, nur so geht das.
Der ist kein Heiler, er leitet dich an selbst zu agieren.
Wer das nicht will, dem ist so nicht zu helfen!
Warum hältst du dich für was Besondres, eine Minderheit macht sich selbst dazu, nur hat das Konsequenzen.
Nicht für andre , sondern für die selber.
Ich habe aus meinen Rückschlägen oft mehr gelernt als aus meinen Erfolgen.
Wenn man sich selbst besiegen will, darf man sich nicht aus dem Wege gehen.
William Saroyan
 

AANDD

Neues Mitglied
"Das Problem hat kein Mensch. Rede da nicht drüber. Du wirst ausgelacht." Aber seit Google weiß ich, das es nichts gibt, was es nicht gibt. :p
Genau! Deshalb möchte ich auch mehr in Foren und so weiter aktiv sein.


Teile von dem, was Fetzbold und Nieausgelernter gesagt haben sind der Grund warum ich tatsächlich über Therapeuten mittlerweile von oben herab rede.
Deine aktive Mitarbeit ist gefragt, Mitwirkungspflicht: Erst dein Zutun ermöglicht Veränderung.
...

Ein Therapeut muss dich nicht verstehen, dafür gibt es Geistliche.
...
Der ist kein Heiler, er leitet dich an selbst zu agieren.
Wer das nicht will, dem ist so nicht zu helfen!
Es ist richtig, dass nur meine eigenene Handlungen Auswirkungen haben, Gespräche nützen nichts wenn nichts umgesetzt wird.
Ich erwarte von meinem Therapeuten aber schon irgendwelchen Input, das Aufzeigen von Möglichkeiten oder etwas wie "andere Patienten in Ihrer Situation laufen oft in diesen und jenen psychologischen Fallstrick, versuchen Sie da nicht auch reinzugeraten". Ich erwarte natürlich, dass er mich mit seinen Erfahrungen unterstützt, genau dafür gehe ich ja zur Therapie.
Es ist leider oft so, dass Therapeuten sofort mit o.g. Aussagen in Abwehrhaltung gehen, wenn man irgendwelche Erwartungen an die Therapie formuliert.
Meine persönlich Meinung ist, dass in deinem Thread Anzeichen dafür zu erkennen sind, dass du deinen Anteil an den Problemen nicht sehen kannst oder willst. Viele Probleme werden sicher durch äußere Faktoren verstärkt, sinda ber vor allem im Inneren der Menschen ursächlich.
Ich bin bereit meinen Anteil zu sehen. Wo genau ist mein Anteil daran, dass ich mit Behinderungen geboren wurde?
 
N

Nieausgelernter

Gast
Erwartungen sollten am Anfang der Therapie in den 5 Probestunden geklärt werden.
Dann kannst du entscheiden ob der Therapeut das anbietet was du erwartest.
Sollte aber Realistisch sein.
Wenn du eine Behinderung hast, ist das ein Anteil von dir, wenn auch nicht immer ein negativer.
Im Rahmen der Inklusion wird ja Gefördert, aber auch gefordert.
Und auch ohne Behinderung kann nicht jeder alles leisten, erreichen was er sich wünscht.
Respektire deine Grenzen, wenn du drüber raus gehst wird dir das nicht helfen:
Wann deine Grenzen überschritten werden, ist schwierig zu sagen.
Denn du musst selbst wissen was für dich ok ist, wie weit du in einer Beziehung gehst und was du akzeptierst.
Jeder Mensch empfindet das anders.
Wenn du dich bei etwas nicht wohlfühlst, dir etwas zu viel wird oder dir zu schnell geht, musst du das deinem Therapeut oder andern Menschen offen sagen.
Vielleicht ist dieser Person gar nicht bewusst, dass sie zu weit geht.
GRENZEN SETZEN - WIE DU ES SCHAFFST (fokuswerkstatt.de)
 
D

Deliverance

Gast
Nun, du hast die Chance, Menschen eine Stimme zu geben, die wegen bestimmten Umständen am Rande der Gesellschaft stehen und mit Unverständnis zu kämpfen haben.
Vom wem geht das besser, als von jemanden, der betroffen ist?!

Es gibt vieles, was wir nicht verstehen. Und nur durch Lernen und Verstehen erlangen wir neue Erkenntnisse, die uns im Alltag stärken.

Und es gibt sicher viele Menschen, die aufgrund besonderer Umstände mit Schwierigkeiten konfrontiert werden, dass andere sie nicht verstehen können.
Wieso können wir es nicht verstehen? Weil wir die Umstände nicht kennen!

Und vielleicht liegt darin eine Aufgabe für dich: Erklären, Aufklären, Erkenntnisse schaffen.

Wo liegen deine Probleme im Alltag, wie bewältigst du sie? Welche Schwierigkeiten sind finanziell entstanden, wie könnten andere sie vermeiden? Für was genau hat deine Umwelt kein Verständnis? Was fehlt dir, was für andere selbstverständlich ist?

Dein Leben ist bestimmt interessant, auch wenn du es als furchtbar empfindest.

Du hast ein blödes Los gezogen. Vielleicht kannst du andere dabei unterstützen, mit ihrem blöden Los besser umgehen zu können. :)
 

Rikachab

Mitglied
1. der Versuch immer wieder etwas zu versuchen ,verursacht das Gefühl von Frustration, weil man feststeckt nach einer Zeit-> Erzwingen -> falsch
2. Frustration und Denken kann zum Teufelskreis führen, womit man sich von seinen Gefühlen trennt oder "wegrennt" -> falsch
3. Sich um Probleme zu drehen und nur zu reden OHNE etwas zu tun->falsch
Fazit: Sehe jeden kleinen Schritt als Erfolg. Sei stolz auf den kleinen Schritt!!

Ich denke, dass beschreibt im groben dein Problem.
Mir hilft da Meditation und Tagebuchschreiben. Videos wie von Melanie Robbins.
Evt findest du Musik, die dich wieder aufbaut und Hoffnung gibt. Vorbilder gibt es auch in Youtube, wenn es was für dich ist.
Verlasse ab und zu deine Komfortzone und sei stolz auf dich wenn du die Komfortzone verlassen hast. (Ich darf dass auch nicht vergessen. Man rutscht leicht in alte Muster ab.)
Hinweis: Lass dich nicht von mir unter Druck setzen oder von jemand anderen. Hör auf dein Gefühl und Intuition!! Ich habe mich meist nicht nur auf andere Verlassen, sonder Zeit in Persönlichtkeitsentwicklung gesteckt, was mich wiederum Stolz gemacht hat ->Engelskreis :D (neues Wort)

ich habe auch nur einen gute Freundin und sonst nur meinem Vater. Der Rest versuche ich zu akzeptieren. Jeder geht seinen Weg und fertig.
 

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