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Mit meinem Vater reden so schwierig

BinNichtWertlos

Aktives Mitglied
Ich schreibe diesen Thread schnell bevor ich gleich zu Arbeit, weil ich es später eventuell nicht mehr tun möchte.
Ich habe Probleme damit mit anderen Leuten über mein traurige Seite zu reden, aber ich möchte es gerne. Ich habe es mir fest vorgenommen.
Ich möchte zuerst mit meinem Vater reden denn ich befürchte eine Enttäuschung für ihn zu sein.
Das wird schwierig. Es liegt daran, dass ich nicht gerne über meine traurige Seite rede und es liegt daran, dass mein Vater nicht gerne über traurige Dinge redet.
Ausserdem ist er komisch. Er möchte nicht wahr haben, dass unsere Familie nicht perfekt ist. Er glaubt nur das beste über seine Familie und seine Verwandten. Er würde vielleicht nicht wahr haben wollen, dass ich eine traurige Seite habe. Was soll ich tun?
 
F

Fliese123

Gast
Du kannst erst mit deinem Therapeuten sprechen oder gleich mit deinem Vater.

Wenn du mit deinem Vater über deine traurige Seite reden willst, sei dir bewusst, dass seine Reaktion vielleicht anders ausfällt als du dir wünschst.

Falls das so sein sollte, sei nicht allzu traurig.

Jeder Mensch hat seine Geschichte, auch dein Vater.
 

Sternstunde

Mitglied
Nochmals hallo :giggle: ,
ich habe den Thread erst gesehen, nachdem ich auf Deine Vorstellung geantwortet habe. Das macht es klarer.
Aus Deinen Zeilen klingt für mich eine große Sehnsucht danach heraus, dass Dein Vater Dich so sieht und annimmt, wie Du bist - mit all der Fröhlichkeit und Traurigkeit, die da in Dir ist. Auch hast Du Dir vorgenommen, diese traurige Seite nicht mehr vor ihm in Verborgenen zu halten, sondern sie ihm zu zeigen.
Gleichzeitig ist da die Sorge in Dir, dass Dein Vater mit der traurigen Seite von Dir nicht gut umgehen kann, sie nicht wahrhaben will, da er Deiner Ansicht nach ganz allgemein Schwierigkeiten damit hat, Trauriges und alles, was nicht perfekt ist, wahrzunehmen und an sich heran zu lassen.
Meintest Du es so?

Viele liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,
Julia
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Warum solltest du eine Enttäuschung für deinen Vater sein?

Ich denke, bevor du mit ihm sprichst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass er vielleicht nicht so reagieren wird, wie du es dir erhoffst. Würdest du damit klar kommen?
Wenn dein Vater nicht gern über traurige Dinge spricht, wird er vielleicht gar nicht wissen, wie er reagieren oder was er antworten soll. Er wird dann vielleicht hören, dass du eine traurige Seite hast, aber nicht wissen, was er tun soll.

Keine Familie ist perfekt, bzw. perfekt kann für dich und deinen Vater auch etwas unterschiedliches bedeuten. In Familien wird es immer mal Probleme oder Unstimmigkeiten geben. Das gehört dazu.
 

BinNichtWertlos

Aktives Mitglied
Warum solltest du eine Enttäuschung für deinen Vater sein?

Ich denke, bevor du mit ihm sprichst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass er vielleicht nicht so reagieren wird, wie du es dir erhoffst. Würdest du damit klar kommen?
Wenn dein Vater nicht gern über traurige Dinge spricht, wird er vielleicht gar nicht wissen, wie er reagieren oder was er antworten soll. Er wird dann vielleicht hören, dass du eine traurige Seite hast, aber nicht wissen, was er tun soll.

Keine Familie ist perfekt, bzw. perfekt kann für dich und deinen Vater auch etwas unterschiedliches bedeuten. In Familien wird es immer mal Probleme oder Unstimmigkeiten geben. Das gehört dazu.
Es gibt verschiedene mögliche Gründe.
Ich bin nicht so klug, wie meine Schwestern. Sie sind ausgesprochen klug.
Ich habe Ängste und Angstzustände und Schlafstörungen. Ich habe gesundheitliche Probleme, die psychosomatisch bedingt sein könnten. Das sagt der Arzt.

Als ich ein Kind war, hatte ich gesundheitliche Probleme. Ich hielt sie so lange es ging geheim. Ich schämte mich. Als meine Eltern es jedoch mitkriegten, gingen sie mit mir zum Arzt. Sie verstanden nicht, warum ich mich geschämt hatte und nichts gesagt hatte. Ich verstand es auch nicht mehr.
Jetzt habe ich wieder ähnliche Probleme und ich schäme mich.

Ich möchte nicht, dass er irgendetwas für mich tut. Ich wohne nicht mehr bei meinen Eltern und komme schon zurecht. Ich möchte einfach nur, dass er mich versteht.

Mein Verhalten könnte ihm und anderen seltsam vorkommen. Schlimmstes Beispiel: Mein Vater wollte mich besuchen aber aus gesundheitlichen Gründen konnte ich ihn nicht empfangen. Ich habe ihn raus geschmissen, schämte mich aber ihm zu sagen, was der Grund war. Mein Vater war natürlich beleidigt und beklagte sich über mich. Er verlangte, dass ich ihm den Grund sage. Ich konnte nicht. Er war beleidigt.

Er muss nichts tun. Die anderen auch nicht. Sie sollen einfach wissen, wie es in mir aussieht. Mein Wunsch - dass sie das wissen und mich trotzdem noch achten.

Es gibt nur eine kleine Sache, die ich mir von allen wünschen würde, nämlich dass sie mir keine Cola, keinen schwarzen Tee und so weiter aufdrängen, weil ich das nicht vertrage.
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Es gibt nur eine kleine Sache, die ich mir von allen wünschen würde, nämlich dass sie mir keine Cola, keinen schwarzen Tee und so weiter aufdrängen, weil ich das nicht vertrage.
Dieser Wunsch müsste doch leicht zu erfüllen sein oder?

Sie verstanden nicht, warum ich mich geschämt hatte und nichts gesagt hatte. Ich verstand es auch nicht mehr.
Ok, dann hast du so eine Situation ja schon einmal mit deinen Eltern erlebt. Es kann doch dieses Mal genauso sein, wenn du nun mit deinem Vater sprechen würdest. Wenn er weiß was los ist - und früher bereits dafür Verständnis zeigte - könnte es doch leichter für euch beide werden.

Es kommt nicht darauf an, wie klug deine Schwestern sind, oder wer klüger ist. Werte dich doch bitte nicht selbst ab, indem du dich mit ihnen vergleichst und schaust, wo sie deiner Ansicht nach besser sind als du.
Mein Verhalten könnte ihm und anderen seltsam vorkommen.
Ja, mit dem Beispiel, das du gebracht hast, ist das so.
Wie soll er auch verstehen, dass du ihn rausschmeißt?
Er fragt nach und du gibst ihm keine Antwort - aber wie soll er dich denn ohne Antwort verstehen?
Er muss nichts tun. Die anderen auch nicht. Sie sollen einfach wissen, wie es in mir aussieht. Mein Wunsch - dass sie das wissen und mich trotzdem noch achten.
Sie werden dich am ehesten verstehen, wenn du mit ihnen sprichst.
Natürlich wollen Eltern etwas tun und helfen, wenn es einem ihrer Kinder schlecht geht und sie fühlen sich hilflos, wenn sie das nicht können. Noch viel hilfloser fühlen sie sich aber sicher, wenn sie gar nicht wissen, was los ist.
Du wohnst allein und kommst irgendwie zurecht - es gibt doch gar keinen Grund für deine Eltern, dich nicht zu achten.

Von deinen Beiträgen hier ausgehend, würde ich an deiner Stelle das Gespräch zum Vater suchen. Ich kann mir vorstellen, dass das für euch beide ein guter Weg wäre.
 

BinNichtWertlos

Aktives Mitglied
An dem Tag als ich meinen Vater rausgeschmissen habe, ging es mir gar nicht gut. Ich hatte Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Bücken und beim Sitzen. Ich hatte in der Nacht zuvor außerdem kaum geschlafen. Ich wollte einfach nur Ruhe und vor allem nicht mit meinem Vater rumsitzen und erzählen (Schmerzen beim Sitzen).
Es war mir peinlich, ihm das so zu erklären. Ich konnte es einfach nicht.

Noch schlimmer aber ist die Tatsache, dass ich auch Ängste habe und zum Teil Angstzustände. Ich habe auch Albträume und kann einfach nicht mit geliebten Menschen darüber reden. Mit Fremden darüber zu schreiben ist einfacher.

Neben schwarzem Tee vertrage ich auch kein fettiges Essen. Ich fühle mich wie ein Freak. Es fällt mir so schwer darüber zu reden. Es ist keine große Sache, aber so peinlich. Wen gibt es den, außer mir, der keinen schwarzen Tee verträgt?
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Wen gibt es den, außer mir, der keinen schwarzen Tee verträgt?
Ich vertrage keinen grünen Tee.
Ist einfach so. Und ist auch nicht schlimm.
Fettiges Essen vertragen auch viele Menschen nicht.
So viele Menschen vertragen irgendein Essen oder Getränk nicht - daran ist nichts peinlich.

Ich verstehe gut, dass du in dem Moment, in dem es dir schlecht ging, einfach nicht mit deinem Vater reden konntest. Da fehlt einfach die Kraft dafür. Könntest du im Nachhinein mit ihm darüber sprechen?
Ich denke schon, dass es gut für dich sein könnte, dich ihm anzuvertrauen.

Mit Fremden darüber zu schreiben ist einfacher.
Fremde sind einfach weiter weg und haben einen anderen Blickwinkel. Ihnen fällt es auch leichter Fragen zu stellen, nachzuhaken, oder ihre Meinung offen auszusprechen.
Im Endeffekt kann dir egal sein, was Fremde dir antworten, wenn du über deine Ängste sprichst und das macht es leichter. Bei den Eltern oder engen Freunden ist es anders. Ihre Reaktion ist viel wichtiger für dich. Und natürlich macht man sich auch viel mehr Gedanken darüber, was das, was man erzählt, für die Eltern bedeutet.
 

Conny11

Mitglied
Ich vertrage auch weder schwarzen Tee noch fettes Essen. Und auch sonst habe ich einige Unverträglichkeiten. Ich wüsste aber nicht, warum mir oder dir das peinlich sein sollte. Es gibt kaum noch jemanden, der alles verträgt.
Du kannst für deine Symptome nichts. Ich könnte mir vorstellen, dass es deinen Vater sehr verunsichert, wenn du dich abweisend verhältst und ihm nicht erklärst warum du das tust. Hättest du ihm bei dem Rauswurf gesagt, dass es dir nicht gut geht, hätte er vermutlich versucht, dir zu helfen. Oder möchtest du das nicht?
Ich glaube, dass es besser wäre, wenn du deinem Vater gegenüber offen und ehrlich bist.
Und wie gesagt: So gut wie jeder hat irgendwelche Symptome. Das ist nicht peinlich, sondern ganz normal. Nur muss man darüber sprechen, wenn man Hilfe braucht.
 

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