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Mit 36 noch Sonderschullehramt studieren?

M

MöchtegernLehrerin

Gast
Hallo,
nachdem ich nach meinem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht hatte, schrieb ich mich an einer Uni für Sonderschulpädagogik ein. Doch da ich krank wurde, konnte ich mein Studium nicht fort führen.
Es folgten Jahre voller Krankenhausaufenthalte, Höhen und Tiefen (beding durch meine Krankheit). Da es lange Zeit so schien als ob ich in einem Beruf nie richtig einsetzbar sein würde, studierte ich Übersetzungswissenschaften, da man als Übersetzerin von Zuhause aus arbeiten kann und seine Arbeit seinem körperlichen Befinden besser anpassen kann als wenn man in einer Schule oder einem Büro arbeitet, wo man erscheinen MUSS-egal wie man drauf ist.
Als ich 33 Jahre alt war, wurde ich wieder ganz gesund, was für mich wie ein Wunder war. :)
Eigentlich wäre DAS der ideale Zeitpunkt gewesen um mein Studium der Sonderpädagogik wieder aufzunehmen, doch wie das Leben so spielt, hatte ich mich in meinem Leben als Übersetzerin eingerichtet. Seitdem wechseln sich Phasen der freiberuflichen Tätigkeit mit Einjahresverträgen in Bürojobs ab. Die Situation ist zwar ok, doch je älter ich werde, desto mehr trauere ich meinem "Sonderschulstudium" hinterher. :(
Mittlerweile hat sich meines Wissens ganz schön viel verändert.
Man muss erst den Bachelor machen und dann den Master. Höchstwahrscheinlich könnte ich nichts von dem, was ich vor zig Jahren an der Uni gemacht habe, im Bachelorstudium anrechnen lassen und müsste nochmal ganz von vorne anfangen. Gibt es überhaupt so alte Lehramtsstudenten wie mich?
Punkt 2: die Fächer, die mich als Unterrichtsfächer am meisten interessieren, wie Deutsch, Englisch oder Geschichte sind nicht die Fächer, mit denen man als angehende Lehrerin die besten Chancen hat, oder?
Doch in Mathe und Physik bin ich leider total untalentiert.
Punkt 3: ich bin mittlerweile wieder komplett gesund, doch da mir das Leben immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen hat (hoffe, ich höre mich jetzt nicht pathetisch an), lege ich mittlerweile einen gesteigerten Wert auf berufliche Sicherheit. Finanziell wäre ein Lehramtsstudium für mich machbar, - die Frage ist allerdings, was kommt danach?
Am liebsten würde ich Sonderschulpädagogik für Gehörlose oder für geistig behinderte Kinder studieren. Wie sind danach die Einstellungschancen mit einer Fächerkombi von beispielsweise Deutsch und Geschichte?
In meinem Bundesland BW kann man bis zu seinem 45. Geburtstag verbeamtet werden. Würde ich also nach drei Jahren den Bachelor bestehen, danach straight ins Master Studium wechseln und nach meinem abgeschlossenen Masterstudium sofort eine Stelle als Referendarin finden, könnte es sogar mit der Verbeamtung noch klappen. :)
Doch sollte meine Suche nach einer Referendariatsstelle länger dauern, dann wird es eng. Haltet ihr die Planung, wie ich sie eben beschrieben habe, für realistisch?
Würde mich sehr über Anregungen freuen. :)
Liebe Grüße!
 

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Selah

Aktives Mitglied
Hallo,

Mit ganz konkreten, auf dein Bundesland zugeschnittenen Antworten kann ich nicht dienen. Allerdings kann ich dir versichern, dass du garantiert nicht die einzige ältere Studentin (und sicher nicht die älteste auf dem Campus) wärst, wenn Du dich tatsächlich für ein Studium entscheidest.

Zumindest in einigen Bundesländern wird seit Jahren über Lehrermangel geklagt, wobei ich nicht genau weiß, ob das den Sonderschulbereich einschließt. Ich vermute aber einfach mal, dass die meisten angehenden Lehrer eher nicht in diesen Bereich gehen wollen, was deine Chancen wieder erhöhen dürfte.

Ich würde mich vielleicht eher noch fragen, ob ich wirklich aus einem eher ruhigen, "erwachsenen" Arbeitsbereich in den stressig-chaotischen Schulbetrieb am besten mit pubertierenden Kids wechseln will. Das ist aber meine höchst subjektive Meinung. Wenn Du Lust darauf hast und finanziell auch nichts dagegen spricht, gehe es ruhig an. Aber dann möglichst bald, damit nicht noch mehr Zeit verstreicht:)
 
M

MöchtegernLehrerin

Gast
@hallo Selah,
Du hast mir sehr viel Mut gemacht. Danke! :)
ich werde die Sache mit dem Lehramt in Angriff nehmen. Erst einmal mache ich ein Praktikum in einer Schule um zu sehen, ob ich von meinem Temperament her einer unruhigen Klasse und Schulumgebung (noch) gewachsen bin und wenn ja, dann mache ich es.
 
G

Gast

Gast
Hallo,

ich bin immer der Meinung jeder sollte das machen, was ihm Spaß macht. Es gibt schließlich auch welche, die erst mit 40 ihr Medizinstudium anfangen.
Deshalb: lass dich nicht von deinem Weg abbringen. Tust du anscheinend auch nicht, denn schließlich hast du deine Krankheit besiegt.
Ich kann dir bloß sagen: mach es.
Zu Sonderschullehramt kann ich dir auch noch ein bisschen erzählen, denn ich habe selbst vor Lehramt zu studieren, ich bin aber erst 20 :)
Die Fächerkombinationen sind glaube ich nicht so das Problem, es ist eher die pädagogische Fachrichtung, denn die meisten studieren Geistigbehindertenpädagogik und nach dem Lehramtsstudium gibt es (ist auf jeden Fall in Bayern so) Einstellungsnoten, d.h. du musst einen bestimmten Durchschnitt in deinem Staatsexamen bzw. nach deinem Master haben, damit du überhaupt eingestellt wirst. Wie gesagt, ich kann nur für Bayern sprechen, ich weiß nicht wie das in BW läuft. Aber wenn du dich wirklich ins Studium reinhängst und einen guten Abschluss schaffst, sollte es kein Problem sein, eine Stelle zu finden. Schau doch einfach mal auf der Internetseite vom Kultusministerium in BW, vielleicht haben die auch ein Informationsheft zur Lehrerbedarfsprognose, in dem drin steht, in welchen Fachrichtungen Lehrer gesucht werden.
Bedenken musst du auch, dass du vor deiner Verbeamtung zum Amtsarzt musst und deine gesundheitliche Eignung geprüft wird. Ich weiß nicht, was du für eine Krankheit hattest, aber mit etwas Glück könntest du das auch schaffen.
 
G

Gast

Gast
Hey, würde mich ja mal interessieren wie du dich entschieden hast! :) Ich kann dazu nur sagen, dass ich im moment ebenfalls ein FSJ an einer Schule für geistig behinderte Kinder mache und eine Klassenlehrerin habe, die erst mit mitte 40 angefangen hat, Sonderschulpädagogik zu studieren. Sie ist ein hervorragende Lehrerin und ganz sicher kann man in dem Job von seiner Lebenserfahrung und meist auch schon einer gewissen Ruhe und Unaufgeregtheit profitieren. Die Schüler respektieren und mögen sie sehr.
alles Gute für dich! :) Lara
 

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