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Mit 29 keine Chancen mehr, aus den Produktionsjobs rauszukommen? (langer Text)

H

Helena28

Gast
Hallo, ich bin 29 Jahre alt und weiblich. Leider habe ich es nie geschafft, beruflich Fuß zu fassen und das macht mich zunehmend fertig. Als ich gerade im letzten Jahr vor meinem Abitur war, wurde bei meiner Oma Demenz und ein halbes Jahr später Magenkrebs festgestellt. Wir hatten ein sehr enges Verhältnis und das machte mich dermaßen fertig, dass ich die Schule komplett schleifen ließ und die Klasse nicht geschafft habe. In dieser Zeit war mir das aufgrund des Gesundheitszustands meiner Oma aber relativ egal und ich pflegte sie dann mit meiner Mutter zusammen bis zu ihrem Tod, anderthalb Jahre später.

Dann stand ich natürlich ohne Schulabschluss und alles da. Ich fand zu meinem Glück ein Praktikum im Büro einer Gebäudereinigungsfirma für ein Jahr, das auch bezahlt wurde. Mir wurde während des Praktikums mehrfach zugesichert, dass ich hier nach dem Jahr eine Ausbildung zur Bürokauffrau machen könne, was mein Traumberuf ist und ich verließ mich naiverweise darauf. Einen Monat vor Praktikumsende rief mich dann die Chefin zu sich und sagte mir, es täte ihr total leid, aber die Firma wäre so gut wie pleite und sie müssten schließen, weshalb das mit der Ausbildung natürlich nun flachfiel.

Ich war natürlich sehr enttäuscht und dachte mir, was machst du jetzt. Du hast keinen richtigen Abschluss, keine Ausbildung, nichts. Ich habe mich zwar auf Ausbildungsstellen beworben, die waren zu dem Zeitpunkt aber alle schon vergeben (es war Mitte August). Also entschied ich mich, zumindest meine Fachhochschulreife nachzuholen, damit ich evtl. studieren kann.

Von den vielen Schulen, auf denen ich mich beworben hatte, bekam ich nur eine Zusage. Es handelte sich um eine naturwissenschaftlich orientierte Schule, was mir erstmal Sorgen machte, da ich in Fächern wie Mathe, Physik und Chemie immer sehr schlecht gewesen bin. Trotzdem hatte ich den festen Willen, diese Schule in den 2 Jahren gut abzuschließen, was mir im Endeffekt aber leider nicht gelang. Das erste Jahr bekam ich noch halbwegs erfolgreich rum. Im zweiten Jahr versagte ich trotz Nachhilfe und intensiven Lernens aber komplett in den oben genannten Fächern, weshalb ich auch hier den Abschluss nicht schaffte.

Ich war natürlich am Boden zerstört und war mir sicher, dass ich meine Zukunft jetzt verspielt habe - wobei ich da ja auch ziemlich richtig lag. Ich habe dann weiterhin versucht, mich auf Ausbildungen zu bewerben, habe dafür auch einen Job-Coach hinzugezogen und bekam wieder nur Absagen.

Meine Beraterin von der Agentur für Arbeit schlug mir dann vor, eine schulische Ausbildung zu machen und gab mir eine Übersicht selbiger mit nachhause. Ich fand dann eine Ausbildung, die sich für mich sehr gut anhörte (Büroassistentin mit Zusatzqualifikation Fremdsprachen), welche ich dann auch an einer Akademie in einem Jahr mit Bestnoten abgeschlossen habe.
Ich war total euphorisch und super-motiviert, jetzt endlich eine Arbeit zu finden, aber die Realität sah leider anders aus.
Schulische Ausbildungen sind wohl nicht wirklich hoch angesehen bei den Arbeitgebern, was auch die anderen Kursteilnehmer, mit denen ich noch in Kontakt stehe, schmerzlich erfahren mussten. Jeder von ihnen arbeitet nun in irgendwelchen Hilfsjobs.

Ich habe seitdem immer nur befristete Produktionsjobs, teils bei Zeitarbeitsfirmen, teils in Direktanstellung bekommen, die ich auch alle angenommen habe, da ich nicht vom Amt leben wollte. Der Verdienst ist natürlich extrem schlecht, ich komme am Ende vom Monat meist nur auf knapp 1000 Euro netto. Zudem merke ich bei diesen Jobs auch immer mehr, dass meine Fähigkeiten auf geistiger Ebene total verkümmern. Ich lese privat zwar sehr viele Bücher, aber habe dennoch das Gefühl, dass diese anspruchslose Arbeit Tag für Tag mein Gehirn förmlich schmelzen lässt.

Ich würde so gerne mal in einem richtigen Job arbeiten, es muss ja nichtmal irgendwas super-Anspruchsvolles, Supertolles sein. Eine Anstellung als Bürohilfe o.ä. würde mir ja schon ausreichen. Dass ich wohl keine große Karriere mehr machen werde, ist ja klar. Aber ich könnte doch so viel mehr leisten als immer nur Teile aufs Band legen, oder Teile einpacken.

Es ist nur so, dass man nach so vielen Jahren in solchen Jobs wohl keine Chancen mehr auf was "Anspruchsvolleres" hat. Ich habe auch schon mit meiner Beraterin vom Amt gesprochen, aber die ist der Meinung, ich solle doch froh sein, dass ich überhaupt Arbeit finde mit dem Lebenslauf. Das verunsichert mich einerseits natürlich extrem, andererseits bin ich sehr wissbegierig und möchte mein Können einfach so gern mal irgendwo einsetzen, wo es auch zur Geltung kommen kann, aber ich bekomme einfach keine Chance.

Werde ich mich damit abfinden müssen und mein Leben lang nur Hilfstätigkeiten ausführen? Oder gibt es noch irgendeine Chance für mich, die ich noch ausprobieren könnte?
 

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G

Gast#01

Gast
Hallo Helena!

Ich kann dich ja verstehen. Aber warum fixierst du dich so sehr auf die Arbeitswelt. Egal ob du am Fließband arbeitest oder als Bürokauffrau in einem seriösem Büro.

Ich finde es super wie du dich um deine Oma gekümmert hast, daher denke ich das du ein Familienmensch bist. Den Gedanken in der Arbeitswelt Fuß zufassen hast du ja auch, weil deine Erziehung (schulische als auch soziale) dich in diese Ecke drängen. Du bist mit dem Gedanken aufgewachsen, dass du einen GUTEN Job haben muss was auch immer das sein soll. Du hast jede Art von Arbeit angenommen finde ich super von dir, echt das ist eine super Einstellung (starker Charakter).

Aber geh mal so ein wenig in dich, denke mal nach.
Meine Mutter hat ihr leben lang in Produktionshallen gearbeitet, immer nur Hilfstätigkeiten verrichtet. Sie hat aber drei Söhne und eine Tochter großgezogen. Und heute bereut sie dieses Leben nicht.

Warum ich das erzähle, deine Geschichte erinnert mich am meine Mutter. Sie hat mir viel über ihre Oma erzählt (macht sie heute noch immer) wie sie bei ihr aufgewachsen ist, sie dann im Alter gepflegt hat usw... bis zum Tod.

Du hast das gewisse etwas, du musst nicht dein Leben lang Hilfstätigkeiten ausführen. Heute ist für dich die Arbeit wichtig in 5 Jahren sicher nicht mehr.
 
H

Helena28

Gast
Hallo nochmal, naja ich sehe einen Job eigentlich auch als eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung an. Und diese Fließbandarbeiten, das bin ich einfach nicht. Ich kann mich damit null identifizieren. Leider glaube ich auch nicht, dass ich in 5 Jahren oder so anders darüber denke, denn ich möchte eigentlich keine Familie gründen. ;)
 
G

Gast

Gast
Ob du dich in einem Bürojob selbstverwirklichen kannst, ist halt die große Frage...

In deinem Alter und dem Werdegang sehe ich die einzige Möglichkeit über Kontakte oder über direktes Vorsprechen.


Man ruft beim Unternehmen an und fragt wer der Personalverantwortliche ist. Und versucht dann vor oder nach der Arbeit denjenigen abzupassen, man drückt ihm direkt seine Mappe in die Hand, erzählt ein paar Sätze über sich und versucht dadurch an ein richtiges Vorstellungsgespräch zu kommen.
 
G

Gast

Gast
Erster Schritt: Aufhören, sich zu belügen.
Du schreibst, du hättest ein Jahr vor dem Abi versagt. Aber dann hättest du ja auf jeden Fall den Mittleren Schulabschluss.
Und stelle dich nicht als Märtyrerin dar, die ihr schulisches/berufliches Weiterkommen geopfert hat, um ihrer Mutter bei der Pflege der Oma zu helfen.
Solche Opfer will keine Mutter.
Gestehe dir ein, dass Lernen nicht dein Ding war.
Und dann such dir einen Ausbildungsplatz.
Vielleicht im Pflegebereich, dort hast du ja schon Erfahrung.
 

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