Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Meldeverhalten von Freunden

Hallo Alle,

Ich habe schon seit einigen Jahren mehrere Bekannte, teilweise aus der Schule, vereinzelt aus der Uni, die meisten durch Sport.
Manche sind Bekannte, manche würde ich als Freunde bezeichnen. Zum Teil haben wir uns auch über tiefergehende Themen unterhalten und das auch mal über Stunden. Diejenigen kennen mich eigentlich recht gut und wir kennen uns auch schon mehrere Jahre.
Die Sache ist nur die, dass die meisten weiter weg wohnen und man nicht so schnell mal vorbeikommen kann. Der Kontakt läuft fast nur über WhatsApp oder Facebook. Ich bemerke, dass eigentlich seit Jahren nur ich mich bei diesen Leuten melde. Der Kontakt geht nur von mir aus, dass sich mal jemand von sich aus bei mir meldet, kommt vielleicht 10 Mal im Jahr vor. An meinem letzten Geburtstag meldete sich meine damalige Freundin, deren Eltern und die Familie. Und sonst keiner. Das war besonders hart.
Ich weiß, dass diese Leute nicht nur für mich da sind und auch, dass sie auch noch ein eigenes Leben haben und nicht die ganze Zeit am Handy/PC sind. Aber wenn sich seit Jahren so gut wie keiner meldet, dann finde ich das schon auffällig. Ich komme mir vor, als wäre ich einfach zu unwichtig oder zu langweilig, um sich bei mir zu melden. Als würde mich einfach niemand brauchen, (außer der Familie, von der sich schon ab und zu jemand meldet.) Als wäre ich für diese "Freunde" und Bekannte halt da..aber überhaupt nicht wichtig.

Im Internet habe ich teilweise gelesen, man solle mit solchen Leuten abschließen und dass das keine richtigen Freunde seien. Das Problem ist: wenn ich das mache, dann habe ich quasi niemanden mehr. Dann bin ich komplett allein. Ich verstehe auch nicht ganz, warum diese Leute das machen. Sie wissen, was ich erlebt habe, wie ich so drauf bin und kennen mich. Sie haben sich nicht von mir abgewandt, obwohl ich etwas anders bin. Sie haben teilweise ähnliches erlebt. Und trotzdem scheine ich Ihnen nicht wichtig zu sein. Das tut nochmal mehr weh.

Wie würdet Ihr damit umgehen? Würdet ihr das ansprechen und fragen, warum das so ist?
Danke für Eure Hilfe, ihr seid ein tolles Forum:)

Viele Grüße aus den Wäldern
 

Anzeige(7)

Binchy

Aktives Mitglied
Diese Situation, dass sich von "Freunden" und Bekannten nie jemand bei mir meldet und das auch seit mehreren Jahren, gab mir schon früher ein Gefühl, einfach nicht gebraucht zu werden. Als wäre ich diesen Leuten nicht wichtig. Und dadurch, dass sich niemand bei mir meldet, habe ich das Gefühl, ich sei niemandem wichtig (außer der Familie). Ich las dazu oft den Satz "wenn Du Freunde willst, musst DU aktiv werden und nicht darauf warten, dass sich andere melden." Deshalb melde ich mich seit mehreren Jahren bei Menschen, die mir wichtig sind, momentan alle paar Wochen. Aber längerer Austausch oder Verabredungen zu Unternehmungen entstehen daraus nicht.
Hallo,

das hast Du in deinem anderen Thread geschrieben.

Ich habe im Leben die Erfahrung gemacht, dass wir das anziehen, was wir ausstrahlen, was wir innerlich denken und fühlen. Wenn ich mich selbst für unwichtig halte, wenn ich die Erfahrung gemacht habe in meinem Leben, dass Leute mich zurückgewiesen haben und ich nicht wichtig für sie war, dann werde ich das solange in meinem Leben wieder erleben, bis ich anfange, daran zu arbeiten. Mich zu ändern und erstmal versuche, mich zu lieben und mir selbst der beste freund zu sein.

Je mehr ich mich nach anderen sehne und den Kontakt zu anderen möchte und auch brauche, um so eine bedürftigere Ausstrahlung habe ich und das zieht Leute nicht an.

Auf dieser Basis würde ich bei Deiner Frage sagen: echte Freunde melden sich auch selbst von sich aus. Leider ist es zu Corona-Zeiten so, dass sich Freundschaften etwas ausdünnen, die Leute nicht mehr so am Ball bleiben, sich einigeln und mehr auf ihre Partnerschaft und sich selbst bezogen sind.

Aber ich würde erstmal anfangen, Deine Mobbing-Vergangenheit aufzuarbeiten und zu lernen, mit Dir selbst glücklich zu sein. Dann bist Du nicht von anderen abhängig und dann ziehst Du eher Leute an. (siehe: Gesetz der Anziehung).
 
Hallo,

Ja, sorry für die Doppellung.

Das dachte ich auch, dass es an der Ausstrahlung liegt. Ich hatte kurz nach dem Mobbing keine Lust mehr auf andere Menschen, lief z.B. nur in schwarzen Sachen herum. Das hat sich mittlerweile gebessert, aber ich spüre immer noch, dass ich das und auch die Ablehnung, die ich an der Uni erfahren habe, ziemlich in mich hineingefressen habe. Es sitzt ziemlich in mir drin, ich würde fast sagen, es ist ein Teil von mir geworden.
Ich würde Dir Recht geben, dass eine so negative Ausstrahlung Leute abstößt.

Ja, das mit dem Glücklichsein mit mir selbst habe ich lange versucht, aber es klappt scheinbar nicht. So etwas wie Selbstliebe habe ich nicht, da ich oft dachte: "Nein, ich will nicht arrogant wirken." Ich habe eben darüber nachgedacht. Ich fürchte, ich halte mich beim kleinsten Bisschen Selbstliebe für arrogant und versuche, immer eher bescheiden und kein Angeber zu sein. Aber wohl zu extrem. Ich kann mir nicht selbst sagen, dass ich wertvoll bin.

Und es stimmt, dass ich meine Vergangenheit aufarbeiten sollte.
Vielen Dank an @Binchy
 
J

Jessica225

Gast
Ich finde, man muss sich nicht ständig melden , aber bei einer echten Freundschaft beruht es dennoch auf Gegenseitigkeit.
Gerade jetzt zu Corona Zeiten denke ich mir, dass die meisten doch viel mehr Zuhause sind.
Gerade bei Homeoffice. Und Unternehmungen wie Kino und Co. ist ja auch eher Ebbe.
Wer jetzt keine Zeit hat, wo viele klagen sie hätten zu viel davon, sie kennen die Schritte vom Wohnzimmer zumär Küche, oder was könne man außer Zocken schon machen, der will sich die Zeit wohl nicht nehmen.
 
Ja, das stimmt.
Ich weiß nicht, wie ich das in meinen bisherigen Beziehungen geschafft habe. Ich denke, da war es einfach das Vertrauen, das das ermöglicht hat.

Mich hat gerade die Selbsterkenntnis erreicht, dass ich all die Jahre mit meiner Vergangenheit quasi auf dem Rücken unterwegs war. Dass im angeblich besten Teil meines Lebens nur Ablehnung und Bedürftigkeit ausgestrahlt habe. Dass ich die besten Jahre damit verbracht habe, zu verbittern und Alles in mich reinzufressen. Und jetzt kann ich nicht mehr zurück. Ich fühle mich ein Stück weit kaputt.

Kann es sein, dass diese Selbsterkenntnis dazu gehört, wenn man das aufarbeitet?
 

Binchy

Aktives Mitglied
Kann es sein, dass diese Selbsterkenntnis dazu gehört, wenn man das aufarbeitet?
Ja, ohne Selbsterkenntnis kannst Du ja nichts ändern. Das ist zwar bitter, aber auch positiv. Denn dann kannst Du anfangen, Dinge zu ändern. Wenn Du Dir vorstellst, dass Du eine Frau treffen würdest, die so wäre wie Du bzw. sich so verhält, würdest Du sie kennenlernen wollen?

Wenn wir die Wahl haben, wen wollen wir denn kennenlernen? Jemanden, der resigniert ist, verbittert, der nichts von sich hält, der Bedürftigkeit ausstrahlt oder jemanden, der mit sich ganz zufrieden ist, der verschiedene Interessen hat, positiv wirkt?

Die Vergangenheit ist ein Teil von uns, sie ist wertvoll, weil wir aus ihr lernen können. Wir können sie uns genau angucken, überlegen, was gut, was schlecht war. Was wir gelernt haben und was wir ändern möchten. Und dann können wir sie freundlich in den Keller geleiten und sie dort lassen. Das ist sicherlich nicht so leicht, wie es vielleicht klingen mag. Aber für ich ist es die einzige Möglichkeit, das Leben positiver zu gestalten.

Auf jeden Fall sollten wir sie nicht auf dem Rücken ständig mit uns rumschleppen.
 
Ah ok. Ich dachte beim Lesen Deiner Zeilen etwas an ein Zitat von Mahatma Gandhi: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir in der Welt wünschst."

Ich verstehe. Ja, die Resignation und Verbitterung ist noch ein großes Problem bei mir.
Verschiedene Interessen habe ich schon und kann mich auch über verschiedene Themen unterhalten. Es ist nur schwer, erstmal an den Punkt zu kommen, dass sich Leute auf so eine Unterhaltung einlassen, wenn ich Verbitterung ausstrahle. I see:).

Vielen Dank dafür @Binchy Du hast mir vermutlich ein ganzes Stück geholfen
 

Binchy

Aktives Mitglied
Sehr gerne. Deinem Zitat stimme ich völlig zu: bei sich anfangen und das, was man ändern will, erstmal selbst bei sich ändern.

Fang an, mit Dir selbst freundlicher zu sein. Beobachte mal, wie Du über Dich denkst, was Du innerlich zu Dir sagst, was Du von Dir hältst. So werden auch andere Dich wahrnehmen. Lobe Dich mal öfter, konzentriere Dich auf das, was Du an Dir magst und wenn da nicht viel ist, dann guck tiefer.

Zum Beispiel auf mich wirkst du sehr freundlich, höflich, wertschätzend. Sehr angenehm.
 
Ah ok. Ja, ich wurde von einer Therapeutin mal für meine Reflexionsfähigkeit gelobt. Ich kann mich selbst teilweise ganz schön sachlich beschreiben.
Das auf meine eigene Vergangenheit anzuwenden, ist wohl nur noch etwas schwer.

Ja, das wirds sein. Scheinbar verwende ich meine Reflexionsfähigkeit eher zur Selbstkritik.
Wieweit denkst du, sollte man das dann auch nach außen zeigen, ohne arrogant zu wirken?

Dankeschön! :)
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben