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Meine Selbstzweifel fressen mich auf! Was kann ich dagegen tun?

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Hey Leute
Ich leide seit einer Ewigkeit unter meinen starken Selbstzweifeln die sich nun immer mehr verschlimmern. Ich bin nur noch frustriert, habe vor jeder Herausforderung eine riesen Panik und mein Selbstwertgefühl ist absolut im Keller.
Ich kann nicht anfangen mit: "Alles fing damit an, dass..." ich habe nämlich nicht die leiseste Ahnung, woher die Zweifel an mir kommen oder wann sie angefangen haben. Es ist nicht so, dass ich nie Bestätigung bekomme, oder bekommen habe, dass ich nie Komplimente kriege... Aber ich kann sie einfach nicht annehmen. Es ist fast so, als wären die Selbstzweifel ein großer Teil meiner Persönlichkeit, aber damit komme ich langsam einfach nicht mehr klar.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter und ich fange schon an, andere ständig mit meinen Zweifeln, Ängsten und meinem ständigen Pessimismus zu nerven, aber ich weiß einfach nicht wie ich davon loskommen soll.
Ich habe nie das Gefühl etwas wirklich zu verdienen. Immer wenn ich z.B. eine gute Note in der Schule bekomme, in einem Fach das ich mag bzw das mir wichtig ist, denke ich: das war jetzt nur Glück, das hast du nur geschafft, weil der Lehrer was übersehen hat, aber das nächste Mal, kommst du damit sicher nicht mehr durch, das nächste Mal wirst du's richtig verhauen. Ich habe pausenlos das Gefühl ich lebe eine Lüge, lebe mit einem "Ansehen", das mir überhaupt nicht gebührt und das ich mir irgendwie "erschlichen" habe. Aber dabei stimmt das gar nicht. Ich kupfere ja keinen fremden Leistungen ab und gebe sie als meine eigenen aus etc. Nur kann mein Unterbewusstsein irgendwie einfach nicht akzeptieren, dass ich etwas kann oder irgendwo Talent habe.
Ich kann auch nur auf negative Äußerungen mir gegenüber wirklich eingehen, bzw. fühle mich dadurch in meinen Selbstzweifeln bestätigt, nehme mir das sehr zu Herzen und lasse mich noch tiefer runterziehen. Positive Reaktionen hingegen lasse ich gar nicht erst richtig an mich ran, mein Unterbewusstsein ist sofort zur Stelle und redet mir ein: Das meint die Person nicht so, die hat doch eh keine Ahnung, die kennt doch die Wahrheit gar nicht, die will doch nur nett sein. Nie kann ich mal glauben, dass ich ein Lob oder dergleichen wirklich verdient habe.
Ich traue mir selbst auch überhaupt nichts mehr zu. Ich habe riesige Zukunftsängste. Wenn ich nur an den morgigen Tag denke, wird mir richtig schlecht, weil ich denke: Wenn du morgen aufwachst bist du der nächsten Herausforderung wieder ein Stück näher und du wirst ihr dieses Mal nicht gewachsen sein.
Wenn ich von etwas träume, mir etwas wünsche, etwas anstrebe (Berufswunsch, Abitursnote etc.) denke ich sofort: Ach das schaffst du doch eh nicht, dafür bist du viel zu schlecht, andere können das viel besser als du.
Ich bewundere andauert so gut wie jeden Menschen, jeder auf dieser Welt ist irgendwie besser als ich. Ich kann nichts machen, ohne die Leistung eines Anderen besser zu finden. Ich bin dann teilweise richtig neidisch, was ich total an mir hasse.
Ich finde mich selbst total hässlich, obwohl ich ständig das Gegenteil zu hören bekomme. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass jemand anderes schön findet, worüber ich fast tagtäglich in Tränen ausbrechen könnte.
Ich muss mich für ALLES rechtfertigen was ich tue, einfach von mir aus. Ich will jemandem etwas zeigen und im selben Moment, wie ich es ihm in die Hand gebe, mache ich es selbst schon schlecht, zähle alle Mängel auf, die meines Erachtens dabei sind und versuche für diese eine Rechtfertigung zu finden ohne das der Andere vorher auch nur EIN Wort darüber verloren hat. Kein Wunder, dass die Sachen dann auch weniger gut ankommen.
Ich wäre so gern wie alle die Menschen, die einfach drauf scheißen, was andere denken. Die von sich überzeugt sind und an ihre Stärken denken und nicht immer nur an ihre Schwächen. Die sich das positive Szenario einer Situation/Herausforderung vorstellen und nicht, wie ich, die absolute Katastrophe.
Ich habe schon versucht mir zu sagen, dass ich etwas tauge. Ich habe versucht meine Stärken aufzuzählen und mich über sie zu freuen. Aber es funktioniert nicht. Tief in mir drin glaube ich nicht daran und das kann ich einfach nicht ändern.
Ich denke viel zu viel nach, schlafe in der Nacht meist nicht mehr als vier Stunden, weil ich nicht aus meinen Gedankenkreisen rauskomme. Ich fühl mich einfach total niedergeschlagen und ausgelaugt, obwohl ich gar nicht pausenlos unter realem Stress stehe. Ich mache mir den Stress nur immer selbst, indem ich Panik vor jeder Kleinigkeit schiebe, als ginge es um Leben und Tod.
Ich will nächstes Jahr ins Ausland gehen, hoffe dadurch mehr Selbstbewusstsein zu bekommen, aber wenn ich nur daran denke, kriege ich diese riesen Panik, weil ich Angst habe, dort nicht akzeptiert zu werden oder komplett zu versagen.
Ich will mich endlich einfach so akzeptieren können, wie ich bin.
Aber es geht einfach nicht 🙁
Ich hoffe ihr versteht was ich meine...
 
Hallo erstmal dir..ja ich kann das sehr gut nachempfinden weil ich selber unter ähnlichen symptomen leide...ich habe psychologischen Rat hinzugezogen weil ich mir selber einfach ncith helfen konnte..selber aus so einem sumpf herauszukommen...wie auch bei mir spielt bei dir sicherlich eine Dysmorphophopie mit hinein(verzerrtes Selbstbild, Wahrnehmungsstörung des eigenen Körpers). Es ist keine Schande sich helfen zu lassen, und du bist sicherlich auch kein psycho wenn du dir psychologisch helfen lässt.
 
Hi! Ich kann dich so so so gut nachvollziehen. Ich selber war auch in einem Auslandsjahr vor 4 Jahren. (Ich war damals 15, heute 19) Und du bist genau wie ich. Alles was du aufgezählt hast traf auch für mich zu. Ich fühlte mich alleine, unselbstbewusst und auch 'anders' als Andere - ich kam mir nie hübsch vor, konnte in der Nacht nicht schlafen weil ich so Angst vor der Zukunft hatte, für mich war eines der größten Probleme dass ich mir gedacht habe ich werde niemehr neue Freunde finden oder überhaupt einen Freund.
Ich bin ins Auslands gegangen für die selben Gründe wie du: Selbstbewusster werden,offener werden, selbstständiger...
Glaub mir es ist nicht einfach gewesen. In den ersten Wochen hatte ich Heimweh, dann in der Schule hatte ich keine 'guten' Klassen mit 'tollen' Leuten: kurzgesagt, ich habe dann immer anderen Dingen die Schuld gegeben weil mein Austausch nicht gerade der Beste war, es waren zu viele Austauschschüler in meiner Stadt und man war nichts besonderes. Ich hatte es schwer, weil ich ja schon so unselbstbewusst und verschlossen war. Deswegen habe ich aber auch andere schneller verurteilt, war eifersüchtig usw. Deswegen mein Rat an dich: Wenn du diesen Austausch wirklich willst dann tu es!!!! Du musst natürlich mit Heimweh + vielleicht auch Selbstzweifel am Anfang rechnen aber ich kann es nur immer wieder sagen: Wenn du's wirklich machst dann von Anfang an JEDE wirklich JEDE Chance nutzen, so vielen Clubs wie möglich beitreten und einfach auf Menschen zugehen! Es ist so leicht gesagt ich weiß, aber die meisten Menschen dort siehst du niewieder und vorallem in anderen Länder sind die Menschen so offen! Und mein Tipp an dich, ist es in eine kleine Stadt zu gehen wo nahezu kein Austauschschüler ist. Für mich war es vielleicht nicht perfekt, aber für dich könnte es ja viel besser verlaufen. Du musst nur dran glauben, und über deine Grenzen treten.

Aber jetzt wieder zum eigendlichen Thema: Lass dich von deinen Ängsten nicht unterkriegen. Deine Ängste können dich beherrschen. Wenn du negativ denkst und dir denkst "Das und das schaff ich nicht" dann wirst du's auch nicht schaffen. Du musst an dich glauben, und ich weiß genau wie schwer das ist in so einer Situation, aber du darfst nicht ausgeben.
Die Ausstrahlung ist eines der wichtigsten Dinge, wenn du auf andere Menschen zugehst. Werd selbstbewusster: Probier neue Dinge in deiner Stadt aus, geh mal auf neue Leute zu,vielleicht mal auf die, mit denen du nie was zutun hast, setz dir kleine Ziele Tag für Tag um selbstbewusster zu werden, mach Sport oder trainiere (Hat mich vorallem sehr viel selbstbewusster gemacht- weil ich früher sehr unglücklich mit meiner Figur war auch wenn ich nicht dick war.) und lache! Ich nehme mal an weil du was mit Schule gesagt hast bist du ein Teenager? Solche Phasen sind wirklich normal. Du wirst heutzutage wenige treffen die richtig selbstbewusst sind. Sogar der 'Coolste' hat Probleme, Niemand ist perfekt! Und das ist auch gut so! Nimm das Leben nicht zu ernst, genieße es und vorallem: lache. Es ist viel zu kurz um soviel Negatives aufzunehmen.
Vielleicht kannst du ja auch mal mit deiner Mum oder deinem Dad drüber reden, sie können dich bestimmt aufbauen/ermuntern.

Glaub an dich! Es ist machbar!
 
Hi, wie meine beiden Vorredner kenne ich dein Gefühl und deine Zweifel nur zu gut. Ich persönlich habe wirklich objektiv betrachtet sehr viel erreicht und sehr respektabele Leistungen erbracht. Sehe auch gut aus usw usw. Das schlimme ist... es kommt davon nichts in mir drinnen an! Genau wie du es auch beschrieben hast, wenn man es mal von außen betrachtet kann man einfach mal sagen X und Y war echt ne gute Leistung, da könnte man stolz drauf sein und selbstbewusstsein draus ziehen. Aber dennoch passiert dies einfach nicht. Es baut sich nichts auf.
Nachdem ich mich jetzt shcon einige Zeit sehr intensiv damit auseinander gesetzt habe muss ich erstmal sagen, dass du, egal wieviel du versuchst, immer neue Zweifel finden wirst. Das ist ein endloser Teufelskreis, welcher seinen Ursprung in deiner Perspektive hat. Im Grunde genommen scheint es mir simpel zu sein. Du betrachtest Situationen einfach schon negativ, du sollst nicht optimistisch doer sogar eingebildet sein, aber realistisch. Und dadurch wird es immer immer immer wieder etwas neues geben, was dich zweifeln lässt. Du wirst danach suchen, deine Selbstzweifel bestätigt zu finden in Aktionen und Äußerungen von anderen. Und du wirst Dinge finden, die du dann dementsprechend interpretieren wirst und damit dreht sich das Rad immer weiter nach unten. So stelle ich mir zumindest die Situation vor.

In meinem Fall habe ich mich auch an einen Psychologen gewandt und naja, da ist bsiher noch nicht all zu viel bei rumgekommen. Allerdings hatte ich einen Zustand erreicht, in dem ich vollkommen erschöpft war und nurnoch wienen musste und einfach ausgebrannt war von diesem ewigen Kampf gegen mich selbst. Weil er so viel Energie kostet. In meiner Verzweifelung und weil mir auch niemand aus meinem sozialen Umfeld mehr weiter helfen konnte habe ich dann bei der Telefonseelsorge angerufen. Fands am Anfang echt komisch, aber jetzt mal ohne Scheiß, die Frau hats drauf gehabt. Die hat schon nach relativ kurzer Zeit die scheinbar richtigen Schlüsse gezogen und konnte mir wirklich deutlich und für mich auch nachvollziehbar darstellen, wo das Problem vermutlich herkommt. Ich weiß nicht, ob dir das folgende weiter hilft, aber falls nicht, dann möchte ich dich wirklich bekräftigen einfach einen psychologen anzurufen und dich mit ihm zu unterhalten. Diese ersttermine bekommt man sehr zeitnah und kostenlos und glaub mir, dass lohnt sich auf jeden Fall! Die haben Erfahrung und können dich da professionell beraten. Aber du musst ein gutes Gefühl bei ihm haben. Gibt da auch schwarze Schafe!

Also bei mir war es so, dass die Frau meinte, dass ich eine wahnsinnige Sehnsucht nach mir selber habe und das es so scheint, als ob ich gewisse Seiten an mir einfach nicht akzeptieren kann und gegen diese ankämpfe. Und tatsächlich konnte ich das auch auf bestimmte Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück führen (OBWOHL ich ebenfalls viel Anerkennung und Liebe und KOmplimente usw bekommen habe). Daraufhin hat sich vemrutlich ein Idealbild von mir entwickelt, welches vollkommen überzogen und perfektionistisch zu sein scheint. Kurzum einfach unrealistisch und deshalb nicht erreichbar. Sollte dem so sein, wirst du diene Leistungen NIE anerkennen können. Bei mir ist es genauso wie bei dir, dass sobald jemand anderes etwas besser beherrscht als ich, ich mich gleich schlecht mache. Darüber hinaus kann man die guten Sachen und eigenen Qualitäten leider gar nicht annehmen, weil es "Makel" gibt. Wie man das ganze allerdings löst, so dass man ein gesundes Selbstbewusstsein aufbauen kann und dadurch sich auch selbst vertraut (Selbstvertrauen, die Arbeit die ich abgebe WAR tatsächlich gut)... Naja da bin ich auch gerade dran am arbeiten. Aber es ist tendentiell schon ebsser geworden. Deshalb auch mein zweiter Rat: Kämpf um ejden Preis weiter. Wenn du dich damit auseinander setzt wirst du Hilfe finden und es wird sich etwas bessern. Nur du musst es engagiert angehen und das solltest du dir wert sein!
 

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