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Meine Schwester macht mich noch wahnsinnig...

Earthling

Aktives Mitglied
Hallo Leute,

ich muss hier einfach mal "Dampf ablassen", aber vielleicht möchte der ein oder andere ja auch was zu meiner Situation sagen... ich weiß selbst nicht genau, ob ich jetzt auf der Suche nach Ratschlägen bin, aber mich belastet derzeit etwas ziemlich, nämlich meine jüngere Schwester (17).

Wie alle Geschwister haben wir uns immer schon ab und an gezofft, aber hatten eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Wir führen auch jetzt noch manchmal richtig lange, intensive Gespräche.

Trotzdem geht meine Schwester mir in letzter Zeit fast täglich tierisch auf die Nerven. Ich empfinde sie als anstrengend, respektlos und ziemlich egoistisch. Ich habe das Gefühl, dass sie ihre schlechte Laune immer an mir auslassen will und dass sie meint, mich so behandeln zu können, wie es ihr gerade in den Kram passt...

Ein Beispiel wären z.B. ihre Piercings. Sie ist seit einiger Zeit Piercingfan, hat nun mehrere Piercings im Gesicht. Und obwohl das ihre eigene (!) Entscheidung war, jammert sie mich schon seit ein, zwei Jahren regelmäßig darüber voll, wie schlecht ihre Jobchancen doch aufgrund der Piercings seien. Ich habe das schon oft mit ihr gehabt und dennoch ging es neulich wieder los... und am Ende meint sie dann, verbal aggressiv mir gegenüber werden zu müssen!

Genauso jammerte sie mich in den vergangenen Sommern immer wieder voll, sie wolle einen Ferienjob... tat aber davor nichts, um einen zu bekomme. Ich war dann diejenige, die ihre schlechte Laune ausbaden musste. Sie jammert eh gerne rum, dass sie nie Geld hat und was Eigenes verdienen möchte. Derzeit schreibt sie zwar tatsächlich Bewerbungen und möchte vielleicht ab Herbst ne Ausbildung machen, aber trotzdem war das bisherige Gejammer anstrengend genug... und sollte sie doch nirgends angenommen werden und muss weiter zur Schule, kann ich mir vermutlich DESWEGEN noch eine Menge anhören...

Ein weiteres Beispiel ist der Hund, den wir seit einiger Zeit haben. Sie wollte ihn übrigens genauso wie ich. Und ja, sie geht auch mit ihm Gassi und streichelt ihn, aber der Rest bleibt irgendwie an mir und meiner Mum hängen... ich liebe diesen Hund, würde alles für ihn tun und es stört mich nicht, dass ich diejenige bin, die sich hauptsächlich um ihn kümmert. Aber mich stört die ART meiner Schwester. Als der Hund zu uns kam, war er noch nicht stubenrein. Ich ging dann jeden Morgen zwischen halb 5 und halb 6 zum ersten Mal mit ihm raus und abends auch noch sehr spät, so zwischen halb 10 und halb 11. So habe ich ihn stubenrein gekriegt... ohne die Hilfe meiner Schwester, die abends wohl lieber chattet(e) und morgens zu faul war/ist, den Hintern hochzukriegen... und was bekomme ich statt vllt. etwas Lob oder Dankbarkeit? Kommentare wie: "Sorry, ich verstehe dich nicht, du hast keine Schule und gehst sooo früh mit dem Hund raus?"
"Sonst wird er ja nicht stubenrein!"
"Na und, dann lass ihn doch, er weiß dass er nicht in die Wohnung machen darf"!
"Mag sein, dass er es weiß, aber trotzdem muss man mit ihm rausgehen, er ist ja arm, wenn er sich die ganze Zeit sein Geschäft verkneifen muss!"
"Du übertreibst..."

So ungefähr sahen/sehen unsere Dialoge diesbezüglich aus. Sie spielt auch selten mit ihm, wenn er in Spiellaune ist. Ich bin dann diejenige, die mit ihm herumtollt. Oder mit ihm neue Wege erkundet auf den Spaziergängen...

Ach ja, und ihr Jungs/Männergeschichten muss ich mir dann natürlich auch anhören. Denn sie hat ein Treueproblem und hinterher lässt sie sich dann bei mir aus.

Beim Schreiben dieses Textes merke ich, dass ich mir von ihr wohl einfach zu viel gefallen lasse... meine Mutter will sich ja nie "einmischen", obwohl ich finde, wenn es z.B. darum geht, den Hund morgens auszuführen, könnte sie sehr wohl mal zu meiner Sis sagen, dass sie das auch ab und zu machen soll...

Meine große Hoffnung ist, dass meine Schwester bald auszieht und ich dann meine Ruhe habe... aber das kann eben noch dauern. Wie soll ich mich verhalten? Soll ich sie ignorieren, soweit es möglich ist? Ich habe mir in all den Jahren nie gewünscht, EInzelkind zu sein, doch nun wird dieser Wunsch immer stärker... und auch das Verhalten meiner Mutter, die meiner Schwester gegenüber einfach nicht konsequnugent ge ist, belastet mich sehr :( Spreche ich das dann meiner Mutte gegenüber an, wird sie noch sauer auf MICH...
 

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J

Jun

Gast
Hallo Earthling,

Du musst dir von deiner Schwester nichts anhören, wenn Du es nicht willst. Hänge ein Schild an die Tür: "Ich bin kein Kummerkasten!".

Das wird ihr nicht gefallen. Sie wird sich tief getroffen und verraten fühlen. Das ist ihre "natürliche" Art mit dem Leben umzugehen. Und es ist weder deine Verantwortung noch dein Problem. Das muss dir klar sein und das musst Du aushalten wollen/können.

Für jemanden da sein, bedeutet auch nein sagen zu können. Wenn Du nicht nein sagen kannst, weil Du dich selbst unter Druck setzt, oder vom Anderen unter Druck gesetzt wirst, wie soll da gemeinsame echte Nähe und zuhörendes Verstehen möglich sein ... .

Sie müsste lernen ihre Opferrolle aktiv zu verlassen. Bis dahin gilt der Spruch: "Das ist ein PAL" - P(roblem) A(nderer) L(eute). In dem Fall nicht deines.

Ich sehe hier deine Eltern in der Pflicht. Sie ist 17 und braucht noch eine ganze Menge Unterstützung und liebevolle Zuwendung. Mit sich selbst nicht klar kommen bringt einen häufig in die Jammerrolle in der alle Anderen die Verletzenden sind :( . Du kannst das weder auffangen noch abfedern.
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Ich sehe es genau so wie Jun, lass dich nicht als Kummerkasten missbrauchen, sondern setzte klar und unmissverständlich Grenzen.
Und das was deine Mutter als Nichteinmischung hinstellt ist in Wirklichkeit nur Rückgradlosigkeit ihrerseits und mit deiner Opferhaltung nimmst du ihr ( wenn auch unbewusst) ein Stück ihrer Arbeit ab.
Jeder hat es schön Bequem nur du leidest und das solltest du ändern.

Und dann macht deine Schwester mit ihren 17 Jahren auf mich einen ziemlich naiven Eindruck, siehe Bsp. mit dem Hund.
Deine Mutter tut ihr mit ihrem Erziehungsstil keinen Gefallen, wäre schön wenn bei deiner Mutter ein Perspektiv-wechsel stattfinden würde. Glaube jedoch kaum, das du ihn herbeiführen kannst.
Das Licht muss ihr von allein auf gehen, und am ehesten gelingt das, wenn du die Beiden los lässt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Earthling

Aktives Mitglied
Hallo,

danke für eure Antworten. In den letzten beiden Tagen hat es zum Glück irgendwie besser funktioniert mit meiner Schwester, aber früher oder später wird's wohl wieder knallen. Aber es hat schon gut getan, das alles mal niederzuschreiben :)

Ich muss dazu noch sagen, dass ich bis auf diese eine Sache ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter habe. Und meine Schwester hat uns früher schon vorgeworfen, sie "auszuschließen" - sie empfand das halt wohl so, weil meine Mutter und ich uns ziemlich ähnlich sind und sie selbst eher ein anderer Typ. Aber da meine Schwester schon Probleme mit dem Ritzen etc. hatte, also Probleme psychischer Natur, will meine Mutter sich wohl jetzt eher zurückhalten.

Ich werde auf jeden Fall versuchen, meiner Schwester gegenüber deutlicher zu werden, sollte sie mal wieder rumspinnen. Oder ich schnapp mir einfach den Wauzi und verlasse für ne Stunde das Haus :p
 

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