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Meine Oma stirbt bald

B

Bläuchen

Gast
Meine Oma stirbt bald, und ich konnte sie nie oft besuchen, weil ich immer Angst hatte meinen Vater zu begegnen, der mich jahrelang jeden Tag grün und blau geprügelt hat.

Immer wenn ich bei ihr war, hab ich gemerkt, dass mit meiner Oma auch was nicht stimmt.
Sie hat so Sachen gesagt wie: ich soll mich endlich mit meinem Vater vertragen, er ist immer noch mein Vater egal was er getan hat.

Oder als ich mal mit meinem Freund da war, hat sie auch wieder mit meinem Vater angefangen. Und hat auch stolz erzählt wie mein Vater mal ihre Nachbarin zusammengeschlagen hat. Ab da wusste ich zu 100% dass sie auch sowas gut findet... Und ich bin auch deswegen weil sie mich nicht versteht, nicht mehr zu Besuch gekommen. Es wurde mir zu toxisch und danach habe ich mich immer sehr schlecht gefühlt.

Wenn meine Oma stirbt, kann ich nicht zur Beerdigung kommen, weil da mein Vater ist. Wenn ich meinen Vater zufällig sehe, bekomme ich schlimme Panikattaken und werde in ein Kindesverhalten von früher zurückversetzt. ( flüchten, erstarren, weinen, Schwindel, Angst )

Ich finde es doof, dass ich keine normale Familie hab und ich nicht mal zu einer Beerdigung gehen kann. :/

Meine Mama ist auch komisch, sie hat glaub ich auch psychisch was abbekommen und der familienteil von meiner Mama wohnt nicht in Deutschland und wir haben zu denen auch keinen kontakt. :/

Fühle mich schlecht damit und alleine.
 

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Holzfuss

Mitglied
Meine Oma stirbt bald, und ich konnte sie nie oft besuchen, weil ich immer Angst hatte meinen Vater zu begegnen, der mich jahrelang jeden Tag grün und blau geprügelt hat.

Immer wenn ich bei ihr war, hab ich gemerkt, dass mit meiner Oma auch was nicht stimmt.
Sie hat so Sachen gesagt wie: ich soll mich endlich mit meinem Vater vertragen, er ist immer noch mein Vater egal was er getan hat.

Oder als ich mal mit meinem Freund da war, hat sie auch wieder mit meinem Vater angefangen. Und hat auch stolz erzählt wie mein Vater mal ihre Nachbarin zusammengeschlagen hat. Ab da wusste ich zu 100% dass sie auch sowas gut findet... Und ich bin auch deswegen weil sie mich nicht versteht, nicht mehr zu Besuch gekommen. Es wurde mir zu toxisch und danach habe ich mich immer sehr schlecht gefühlt.

Wenn meine Oma stirbt, kann ich nicht zur Beerdigung kommen, weil da mein Vater ist. Wenn ich meinen Vater zufällig sehe, bekomme ich schlimme Panikattaken und werde in ein Kindesverhalten von früher zurückversetzt. ( flüchten, erstarren, weinen, Schwindel, Angst )

Ich finde es doof, dass ich keine normale Familie hab und ich nicht mal zu einer Beerdigung gehen kann. :/

Meine Mama ist auch komisch, sie hat glaub ich auch psychisch was abbekommen und der familienteil von meiner Mama wohnt nicht in Deutschland und wir haben zu denen auch keinen kontakt. :/

Fühle mich schlecht damit und alleine.
Hallo erst einmal, ich denke das ist verständlich das du so reagierst weil das innere Kind sich plötzlich wieder klein fühlt und all die schlimmen Erinnerungen hoch kommen. Noch lebt Deine Oma und vielleicht kannst du sie jetzt noch besuchen und eben so ein bisschen Abschied nehmen. Indem du jetzt noch Zeit mit ihr verbringst. Ob sie das Verhalten deines Vaters gut fand oder nicht weis keiner wirklich. Wichtig ist das du weist, das früher andere Zeiten waren und in vielen Familien gab es eben Gewalt oder Schläge weil man es nicht anders kannte.
Die Dinge auf zu arbeiten damit du damit Leben kannst, musst du selbst oder mit psychologischer Hilfe angehen.
Das du deinem Väter vergeben kannst wird wohl nicht geschehen. Aber vielleicht findest du einen weg, dich vor ihm nicht mehr klein und hilflos zu fühlen. Denn das bist du nun nicht mehr!
Dank Corona sind ja große Beerdigungen gar nicht möglich. Also falls es wirklich so schlecht um deine Oma steht hast du einen Grund nicht hin zu gehen. In dem fall kannst Du mit einem Bild Kerze und Gebet einen kleinen Hausaltar machen um von deiner Oma Abschied zu nehmen. Aber noch lebt sie und wieso nicht bei ihr vorbei gehen damit du dich innerlich schon mal verabschieden kannst. Oma freut sich sicher wenn du nach ihr schaust. Alles Liebe
 

Kolya

Aktives Mitglied
Ich kann Dich so gut verstehen. Mir ergeht es ähnlich. Ich wurde auch geschlagen und alle haben zugeguckt. Mein Schwager hat mich als Kind mal zusammen geschlagen, mit der Faust in Gesicht. Geblutet wie Sau, hat niemand interessiert. Da es bei meiner Oma passiert ist und ich traumatisiert war, vor allem dass die Familie dann bald wieder mit ihm Bier getrunken hat, war es aus. Ich bin kaum hin gegangen.

Ich habe kaum was mit meiner Familie zu tun. Mein Vater ist 86 Jahre und ich helfe ihm. Ansonsten habe ich mich komplett von meiner Familie distanziert.

Einfach gesagt. Ich bin Mitte 50 und glaube mir, noch heute kommen mir die Tränen vor Schmerz obwohl ich mittlerweile stabil bin. Es wird nur an geschriien und nieder gemacht.

Suche Dir gezielt Menschen in Deinem Leben aus, die Dir gut tun. Das ist wichtig.

Ich war damals auch nicht bei der Beerdigung meiner Oma. Das war ein ehrlicher Schritt, auch mich hätte es getriggert. Ich arbeite mit dem "Inneren Kind" zusammen und es wäre ein Verbrechen an meiner Seele gewesen mich mit meinen Peinigern an einer Tafel zu gesellen.

Der Wunsch nach familiären Zusammenhalt hat nicht nach gelassen und oft weine ich heute noch. Mit eigener Familie hat es auch aus psychischen Gründen nicht geklappt.

Frag dein Inneres Kind was es möchte. Ich finde wir sind es uns schuldig uns zu schützen.

Ich wünsche dir alles Gute und die richtige Entscheidung

Kolya
 

Lebens-Erfahrene

Aktives Mitglied
Hallo Bläuchen,
ich soll mich endlich mit meinem Vater vertragen, er ist immer noch mein Vater egal was er getan hat.
[...] Ab da wusste ich zu 100% dass sie auch sowas gut findet...
ich kann Dich sehr gut verstehen... ich fühle mit Dir. Wirklich, denn ich kenne diese Situation nur zu gut. Aber ich kann mich auch gut, in Deine Oma hineinversetzen. Deine Oma ist sicher die Mutter Deines Vaters, richtig? Ich denke ja, denn Deine Oma weiß sehr wohl, was Dein Vater Dir angetan hat, aber für Deine Oma ist nun einmal die Familie das Wichtigste auf der ganzen Welt und sie hat ein großes Herz. Wenn jemand so denkt, dann verzeiht er alles und will nur das Gute sehen. Also trage es ihr bitte nicht nach. Ob Du Deinem Vater je verzeihen kannst, liegt allein bei Dir... genauso, ob Du ihm je wieder gegenüber stehen willst/kannst. Es ist allein Deine Entscheidung.

Als sie denn Satz (siehe Zitat) sagte, war es nicht, weil sie "sowas zu 100% " selbst auch gut findet. Nein, wahrscheinlich leidet sie selbst sehr darunter, wie ihr Sohn ist. Sie meint nur, dass er nun einmal zur Familie gehört, dass er Dein Vater ist und Du ihm aufgrund dieser Tatsache annehmen sollst, weil er so ist wie er ist. Sicher, für Dich und auch für mich ist das keine Entschuldigung für das, was er Dir jahrelang angetan hat und mit Annehmen meine ich auch nicht, das Du ihm verzeihen sollst, selbst wenn Deine Oma sich das wünscht. Wie gesagt, ob Du das Erlebte irgendwann einmal verarbeitest und ihm irgendwann einmal vielleicht vergeben kannst... das ist allein Deine Entscheidung! Aber das Annehmen einer Person mit all ihren Eigenschaften - nur weil sie zur Familie gehört - das ist nun einmal die Denkweise Deiner Oma, aber es muss nicht Deine Denkweise sein und auch nicht werden.

Das alles schreibe ich nur, damit Du versuchen kannst Deine Oma zu verstehen. Und eins sage ich Dir, Du bist damit nicht alleine und schlecht fühlen, brauchst Du Dich auch nicht. Der Rückzug von Dir ist ein Selbstschutz. Und das ist gut so. Ob die "Familie" die Entscheidung des Kontaktabbruchs gut heißt oder nicht, ist egal. Wichtig ist, das ein jeder das macht, was ihm gut tut, was sich im Inneren gut für einen selbst anfühlt.

Wenn Du Deine Oma liebst und es Dir wichtig ist, sie noch einmal zu sehen, dann - egal was Dein Vater Dir angetan hat - finde einen Weg, sie noch einmal zu sehen und lass Sie einfach wissen, dass Du sie liebst. Gehe ihr gegenüber nicht auf Deinen Vater ein und wenn sie damit anfangen sollte, dann sag einfach, dass Du nur zu ihr gekommen bist, weil Du sie liebst und weil Du ihr das sagen wolltest.

Es geht nicht um Deinen Vater in diesem Fall, sondern um DICH und Deine Oma. Also... wenn Du sie noch einmal sehen willst, dann hol Dir andere zur Unterstützung und versuche so Deinen Vater von Dir fern zu halten. Deine Oma braucht das ja nicht mitbekommen. Vielleicht kann Deine Unterstützung dafür sorgen, dass Du für ein paar Minuten allein mit Deiner Oma bist.

Du liebst Deine Oma und deswegen willst Du sie noch mal sehen, oder? Ich bin mir sicher, das du sie liebst, denn sonst hättest Du wohl kaum hier geschrieben. Versuche einen Weg zu finden, sie noch einmal zu sehen und sag ihr einfach, das Du sie liebst. Mehr nicht. Dann wirst Du Dich auch befreiter fühlen und es wird für Dich leichter zu ertragen sein, wenn Du nicht an der Beerdigung teilnimmst. Schließlich konntest Du Dich so schon vorher von ihr verabschieden.

Liebe Grüße LE
 
Zuletzt bearbeitet:

Kolya

Aktives Mitglied
Ich denke, dass Sterbene gerne eine heile Welt verlassen möchten. Ich finde es sehr hart einer jungen Frau aufzubürden, sich mit dem Vater zu vertragen. Ich finde der Vater sollte auf die Tochter zu gehen.

Irgendwann vergibt man. Ich wünsche meiner Mutter auch alles Gute oder mrinerSchwester. aber ich würde nicht mehr in einer desolaten Familie als meine Kraft setzen. Loslassen ja, aber für Kontakt ist mir die Zeit zu schade

Aber jeder entscheidet sich anders und das ist auch gut so

Kolya
 

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