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Meine Oma ist tot...

Atritas

Neues Mitglied
Hallo :)
Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin...falls nicht - bitte nehmt es mir nicht übel, ich bin neu hier..

Es geht darum:
vor einigen Tagen ist meine Oma gestorben...es kam nicht unerwartet, aber ziemlich plötzlich..
Ich konnte mich auch noch verabschieden und so..
Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, war oft bei ihr zu besuch und hatte sie sehr lieb.
Aber warum bin ich nicht traurig? Habe keine einzige Träne vergossen, weil es mir egal ist!
Heißt das, dass ich sie doch nicht lieb hatte?
Alle erwarten von mir, dass ich traurig bin und so...gebe mir auch Mühe, so zu tun, weil ich sie sonst enttäuschen würde...
Ich weiß echt nicht, warum ich so reagiere....
Ist das normal? Sogar beim Tod meiner Haustiere war ich trauriger und hab stundenlang geweint...
Stimmt was nicht mit mir??
Könnt ihr mir helfen?
 

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P

primavera7

Gast
Ich halte das für völlig normal. Jeder trauert anders.

Meine Mutter ist vor zwei Monaten im Alter von 86 Jahren verstorben. Es ging ihr nach einem schweren Schlaganfall monatelang sehr schlecht.

Ich (48) habe sehr an meiner Mutter gehangen, und die Vorstellung, dass sie eines Tages sterben würde, war für mich von Kindheit an immer der reinste Horror. Meine Mutter war 40 Jahre lang chronisch und schwer krank, sodass ich mir von kleinauf immer Sorgen um sie gemacht habe. Davon wurde meine gesamte Kindheit und Jugend überschattet, was auch Folgen für mein Privatleben hatte (von einer einzigen mehrjährigen Beziehung abgesehen, alleinstehend, keine Kinder). Als es dann soweit war und meine Mutter verstorben war, konnte ich aber auch relativ ruhig bleiben - hätte ich nie von mir gedacht. Richtig geweint habe ich eigentlich nur, als ich allein vor ihrem Sarg stand, in dem sie offen aufgebahrt war. Schon bei der Beerdigung bin ich aber ruhig geblieben und habe nicht geweint. Es ist in den letzten Jahren auch einiges vorgefallen (sie lebte in einer symbiotischen Beziehung mit meiner jüngeren, psychisch kranken Schwester, der jegliche Einsicht fehlt und die ihr und mir das Leben zur Hölle gemacht hat), was mich nach und nach immer mehr zermürbt hat.

Ich denke, für meine Mutter ist es besser, dass sie nach ihrem schweren Leben nun endlich ihren Frieden gefunden hat und nicht mehr leiden muss. Damit kann auch ich meinen Frieden machen, zumal ich zu ihren Lebzeiten - wenn auch leider vergeblich - alles Mögliche versucht habe, damit sie es schöner haben sollte. Selber habe ich dafür auf manches verzichtet (siehe oben). Und die Probleme mit meiner Schwester lasten nun allein auf meinen Schultern, da kann ich mich nicht auch noch in meine Trauer um meine Mutter hineinsteigern.

Wie alt war denn deine Oma?

Ich finde jedenfalls, man ist nach dem Tod eines lieben Menschen nicht verpflichtet, durchzudrehen und monatelang nur noch herumzuschluchzen. Das hat mit wahrer Liebe nichts zu tun, sondern ist oft nur Egoismus, weil man den Menschen partout noch bei sich haben will. Die Hauptsache ist, man hat sich um den Menschen zu dessen Lebzeiten nach bestem Wissen und Gewissen bemüht und vergisst ihn auch nach seinem Tod nicht. Und du hast deine Oma doch geliebt und wirst sie auch nicht vergessen.

Mach dir also keine Gedanken.
 
Zuletzt bearbeitet:
V

Vittella

Gast
Hallo :)
Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin...falls nicht - bitte nehmt es mir nicht übel, ich bin neu hier..

Es geht darum:
vor einigen Tagen ist meine Oma gestorben...es kam nicht unerwartet, aber ziemlich plötzlich..
Ich konnte mich auch noch verabschieden und so..
Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihr, war oft bei ihr zu besuch und hatte sie sehr lieb.
Aber warum bin ich nicht traurig? Habe keine einzige Träne vergossen, weil es mir egal ist!
Heißt das, dass ich sie doch nicht lieb hatte?
Alle erwarten von mir, dass ich traurig bin und so...gebe mir auch Mühe, so zu tun, weil ich sie sonst enttäuschen würde...
Ich weiß echt nicht, warum ich so reagiere....
Ist das normal? Sogar beim Tod meiner Haustiere war ich trauriger und hab stundenlang geweint...
Stimmt was nicht mit mir??
Könnt ihr mir helfen?
Willkommen im Forum :)

dafür gibt es mindestens Zwei Gründe, entweder Du verdrängst noch, weil es zu sehr weh tut und lässt die Trauer dann vielleicht Stück für Stück zu, ist aber ganz normal und kann ein Schutz sein um nicht im Schmerz zu ertrinken..
Oder Du hast inneres tiefes Wissen darüber, dass der Tod nunmal zum Leben gehört und ihr habt euch ja darauf vorbereitet, dann gibt es nichts zu beweinen, sondern dahinter kann ein herzlicher Respekt für das Gehen (den Tod) liegen.

Auf jeden Fall gibt es bei der Individuellen Verarbeitung eines Todesfalles keine Regeln, jeder erlebt und durchlebt es so wie es ihm entspricht, erst der Vergleich mit der Gesselschaftsnorm macht dann ein Problem aus einer ganz natürlichen Sache.
Sei Du selbst, dann hast Du meist auch keine Probleme.
 

Timmymama

Aktives Mitglied
In der TRauer gibt es kein "Normal"- jeder trauert und verarbeitet anders.
Du schreibst doch ihr hattet ein gutes Verhältnis und du konntest dich verabschieden- dann passt es doch FÜR DICh. LAss dir bloss nicht einreden du müsstest jetzt am Boden zuerstört sein und nur noch heulen, das ist Quatsch.
Mein Vater verstarb vor 8 Jahren völlig unterwartet, da ich grad im Urlaub war konnte ich mich auch nicht verabschieden. KLar hab ich geweint als ich die Nachricht bekam da der Verlust weh tut, aber dann ging's auch. ICh denke z.Bsp. irgendwann ist jeder Weg beendet und ich weiß z-. BSp. hätte er diesen Herzinfarkt überlebt wäre er zum Pfllegefall geworden was er sicher nicht gewollt hätte. Für mich ist nach dem Tod der Mensch auch nicht völlig weg, sondern ich glaube daß es weitere Lebensstufen gibt. SOwas gibt auch Kraft.
Also verhalt dich so wie du dich fühlst und verstell dich nicht.
Liebe Grüsse
 

Atritas

Neues Mitglied
Danke euch allen für die Antworten :)

@Vittella
Das, was du schreibst, klingt ziemlich logisch. Ich werde mich bemühen, mich nicht zu verstellen und so damit umzugehen, wie es für mich am besten ist - Danke :)

@primavera7
Mein Oma war 78...sie war auch schon lange krank und lag im Koma, bevor sie starb.
Das mit der Liebe und dem Egoismus ist wahr - warum bin ich nur selbst nicht darauf gekommen?
nochmal Danke :D

Liebe Grüße :)
 
G

Gast

Gast
Meine Oma ist vor vier Wochen gestorben und dass kam so plötzlich am Montag als wir bei ihr im Krankenhaus waren hatte sie noch gesagt ich komm die Woche noch nach Hause ich bin so traurig zudem ich ihre enkelin bin und auch noch so krank bin
 
L

Luckydokie

Gast
Hallo,
ich kenne das, es war bei mir auch so...
wenn Du einen sehr engen geliebten Menschen verlierst, willst Du das gar nicht realisieren. Bewußt hast Du die Situation regestriert, nur unbewußt will dein Gefühl sich nicht darauf einstellen. Du hast warscheinlich sehr viel Zeit nötig, bis Du das verinnerlicht hast. Bei mir war es besonders schlimm mit dem Tod meiner Mutter, ich habe erst nach etwa einem Jahr bewußt geweint. Die anderen Familienmitglieder Bruder und meine Tante, ihre Schwester, waren total hilflos und ich hatte alles geregelt und ganz nebenbei allen Trost gespendet. Obwohl ich zu der Zeit auch noch einen neuen Laden eröffnet hatte, und den zweiten Laden schliessen mußte, das heißt auch entrümpeln und räumen, konnte ich keine Zeit für meine Gefühle finden. Meine Mutter war eine sehr enge Bezugsperson und ein großer Halt für mich.
Ich habe alle Gefühle unbewußt verdrängt und es kam erst nachdem ich den größten Stress bewältigt hatte, langsam in mir hoch.
Ich denke Du bist so sehr mit deiner Oma verbunden, das Du es gar nicht begreifen möchtest, auch wenn dein Bewustsein ganz klar die Situation begriffen hat. Gefühle und unterbewußtsein arbeiten anders..
Du benötigst einfach etwas Zeit und dann lösen sich auch deine Spannungen.
Gefühle lassen sich nicht so einfach steuern.
Ich hoffe Dir etwas geholfen zu haben, mit meinem Beispiel und wünsche Dir alles Gute.

Luckydokie
 

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