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Meine Mutter ist ein Opfer von Missbrauch

smileempty

Mitglied
Guten Abend liebe Community, dies wird ein längerer Text mit TRIGGERWARNUNG (Kindesmissbrauch)

ich habe vor ein paar Tagen erfahren, dass meine Mutter von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde als sie 6 Jahre alt war. Nachdem ich angetrunken/ betrunken von einer Familienfeier bei meiner Mutter zu meinem Vater kam, regte ich mich sehr über meine Familie mütterlicherseits auf (meine Tante ist extrem boshaft). Mein Vater sagte mir daraufhin das es einen Übergriff durch "meinen Opa" gegeben habe (keine Penetration). Meine Mutter habe ihm davon berichtet als die beiden noch zusammen waren, ich bin 30 und männlich, meine Eltern sind seit 20 Jahren getrennt. Ich fiel natürlich aus allen Wolken, und er sagte mir er hat mir das schonmal gesagt. Er hat mal etwas in die Richtung angedeutet, ich dachte damals er regt sich nur über ihre Macken auf und will sie beleidigen bzw. ihre Familie. Verantwortungsloserweise hat er danach NIE WIEDER mit ihr darüber gesprochen, er argumentiert er habe auf ihre Eigenverantwortlichkeit gesetzt (unglaublich dämlich von ihm). Meine Mutter hat 3 weitere Geschwister, ob die etwas Wissen weiss ich nicht. Bei meiner Oma fürchte ich das sie etwas gewusst haben MUSS.

Mein Verhältnis zu meiner Mutter war immer schwierig, nachdem sich meine Eltern trennten als ich 10 war hatte ich einen Suizidversuch, meine Mutter hat diesen damals verdrängt. Ich habe keinen Beleg für den Missbrauch ausser die Aussage meines Vaters. Allerdings bin ich zu 99% davon überzeugt das es stimmt. Es erklärt einfach zuviel von ihrem irrationalen verhalten. Ich glaube das sie eine Posttraumatischebelastungsstörung oder ähnliches hat. Ich habe meiner mutter immer die schuld für meine bis heute andauernden depressionen gegeben und nachdem ich davon überzeugt bin das sie so etwas unvorstellbares erleiden musste verstehe ich teilweise ihr verhalten etwas besser. ihr verhalten hat mich allerdings schwer depressiv gemacht. ich empfinde schuld ihr gegenüber weil ich sie verurteilt habe und gehasst habe, gleichzeitig weiss ich das ihr verhalten mich krank gemacht hat. mein kopf ist am explodieren. ich weiss nicht wie ich meiner mutter jetzt begegnen soll, ich liebe sie sehr aber ihre nähe ist für mich immer psychisch belastend. soll ich sie konfrontieren? die verdrängt immer ALLES (typisches verhaltensmuster bei missbrauch wie ich jetzt weiss) und sagt dann "was redest du" oder so etwas. ich weiss weder wie ich ihr helfen kann oder ob das überhaupt sinn macht, sie lebt ein relativ glückliches leben, verdrängung wirkt. wirklich glücklich ist sie nicht denke ich aber ich weiss nicht wieviel glück man nach so einer schei.... überhaupt noch erleben kann, vllt ist das ja das besste für sie.

ich bin sowieso "labil" (nicht suizidal) und warte seit einem jahr auf eine gesprächstherapie .

ich bitte um eure hilfe

gruß
 

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cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Es ist sehr schlimm was deine Mutter erlebte.
Sie hätte Therapie machen sollen.

Auf jeden Fall solltest du dich um dich selber und dein Leben kümmern.
Ihr scheint es besser als dir zu gehen.
Wegen Missbrauch werden manchmal eigene Kinder unbewusst und unabsichtlich abgelehnt.

Wenn du im Internet unter Psychotherapeuten suche oder finden googelst...findest du Listen mit freien Therapie Plätzen.
Versuche möglichst bald etwas für dich zu tun und eine Therapie zu machen.
 

smileempty

Mitglied
Hallo cucaracha,
ich warte ja bereits seit einem Jahr auf den Platz, bin nebenbei noch bei einem anderen Psychologen der verschreibt allerdings nur Antidepressiva Neuropleptika, beides nehme ich nicht mehr. Hatte mit 20 eine drogeninduzierte psychose, habe eine angststörung oder so etwas entwickelt. ich möchte unbedingt zu diesen platz auf den ich warte, da ich eine gesprächstherapie mir am bessten helfen kann. stationöre aufenthalte bekomme ich nicht hin, menschen lösen irgend eine panik oder so etwas in mir aus durch die verdammte drogenpsychose.
 

SFX

Aktives Mitglied
Hallo,

wer weiß, ob da irgend etwas stimmt! Ich bin mir nicht sicher, ob diese ganzen Aussagen überhaupt direkt belastabr sind, oder ob sich hier nur die Leute gegenseitig die Schud geben. Weshalb nimmst du die Neurolesbika nicht mehr?

LG,
SFX
 

smileempty

Mitglied
Hatte vor 8 Jahren mal Seroquel genommen wegen der Psychose. Das hat mich allerdings emotional so kalt werden lassen das die Option "mit Stimmen " mir besser erschien ( negativ Kommentierende Stimmen). Die Stimmen sind fasst zur gänze weg, geblieben ist Paranoia. Einkaufen gehen wird bereits zur Belastung zu der ich mich zwingen muss. Bin eigentlich trotz Depressionen immer eher extrovertiert gewesen, davon ist nichts mehr übrig.
Es gibt keinen Anlass das mein Vater sowas perverses erfindet, das würde er niemals machen. Er sagt selbst das sie ihm leidtut, und meinte "ich hab es dir doch schonmal gesagt" aber ich wollte daa damals nicht glauben.
 

Marvin35

Mitglied
Hallo Smileempty,

Ich kann mich gut in deine Lage hinein versetzen. Da du nun weißt was deiner Mutter passiert ist, versuche ihr Verhalten auch immer unter diesem Aspekt zu sehen und zu Akzeptieren.

Sie muss für sich selbst den Weg gehen um dieses Trauma zu verarbeiten.
Ich würde Sie an deiner Stelle auch nicht damit konfrontieren, die Gefahr Sie zu Triggern ist zu groß, warte bis sie auf dich zu kommt, das wird sie irgendwann sicher.

Opfer von sexueller Gewalt haben Angst das man ihnen nicht glaubt und oftmals trifft dies leider auch zu.
Ich kenne einen Fall bei dem sich eine Frau ihrer Mutter als Kind anvertraut hatte und die Mutter ihr unterstellte das sie nur die Beziehung der Eltern zerstören wolle... dieses Beispiel ist leider keine Ausnahme sondern leider zu oft die Realität...

Die Frau hat später den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen und dann angefangen alles zu verarbeiten.

Wie ist dein Verhältnis zum Vater deiner Mutter?

Lieben Gruß

Marvin
 

smileempty

Mitglied
Hallo Marvin,

deine Bekannte die es geschafft hat den Kontakt zu ihrer Mutter abzubrechen und ihr Trauma zu verarbeiten/ aufzuarbeiten hat aus meiner hobbypsychologischen Sicht eine große Ichstärke bewiesen. Leider ist meine Mutter offenbar dazu nicht stark genug. Ich nehme an sie wird ihr Geheimnis für den Rest ihres Lebens in sich begraben lassen. Familienfeste waren für mich immer kaum auszuhalten, die Grundstimmung bei Tisch ist immer aggressiv aber es wird heile Welt geheuchelt. Meine Mutter nimmt gegenüber ihrer Schwester zum Beispiel immer eine passive Rolle ein, sie lässt diese Frau ewig reden, die dazu neigt mich mit versteckten Seitenhieben zu beleidigen. Wenn ich meine Mutter mal darauf anspreche verleugnet sie einfach die Realität. Über den Mann meiner Oma wird auch komischerweise fasst nie gesprochen, ich habe den Typ nie kennen gelernt. Meinen Opa väterlicherseits habe ich auch nie kennengelernt aber mein Vater redet gerne über ihn.

Das Verhältnis zu meinem Vater ist eigentlich sehr gut, wir reden sehr offen über alles was uns beschäftigt. Das er sich das ausdenkt ist ausgeschlossen, er hat meine Mutter damals verlassen weil er der Meinung ist "sie hätte ihn sonst umgebracht mit ihren Idiotien". Als erwachsener kann ich diese Ansicht voll und ganz verstehen, mir geht es ja ähnlich mit ihr.

Es wäre die Aufgabe meiner Mutter gewesen sich eine Therapie zu suchen als sie wusste das sie mich bekommt. Das ich psychische Erkrankungen wegen ihrer abnormen Familiengeschichte davontragen musste, meine ganze Jugend so katastrophal war, ich eine Suchtgeschichte habe usw. ist zum Großteil ihre Schuld. Ich schwanke zwischen Mitleid und dem Wunsch nach absolutem Kontaktabbruch. Was mich am meisten ärgert ist das sie Pflegekinder hat. Wenn ich da bin beschäftige ich mich viel mit den Kleinen um das Defizit das meine Mutter im Umgang mit den Kindern an den Tag legt auszugleichen. Das ist aber eigentlich nicht meine Aufgabe, bin halt (zu) nett. Die Kinder fragen viel nach mir, der Mann meiner Mutter beschäftigt sich nur ab und zu mit den Kids.
Habe nie verstanden warum sie Pflegekinder hat wenn sie der Umgang offensichtlich überfordert. Es ist nicht so das die Kinder vernachlässigt werden oder sowas.
 

Marvin35

Mitglied
Hallo smileempty,

ich bitte dich nicht zu Hart zu deiner Mutter zu sein, eher im Gegenteil, du scheinst der einzige zu sein der deiner Mutter nahe genug steht um ihr im richtigen Moment Helfen zu können.

Natürlich verstehe ich deine Wut auf deine Mutter, natürlich kann ich es mehr als nachvollziehen das du ihr die Schuld für vieles was die passiert ist geben möchtest, doch bitte...lass sie nicht im Stich, denn deine Mutter braucht dich, auch wenn sie es nicht zeigen / sagen kann.

Menschen die sexuelle Gewalt erfahren, haben sämtliches Selbstwertgefühl verloren, sie sehen sich als ein stück Fleisch was man nach gutdünken benutzen kann, im schlimmsten Fall reden sich diese Menschen auch noch ein das sie es selbst schuld sind das ihnen das passiert ist...

Deine Mutter muss sich auf ihre Art und weise zurück ins Leben kämpfen. Ich gehe sogar davon aus das selbst das aufnehmen von Pflegekindern eine Art von ihr ist, damit um zu gehen.
Vielleicht ist es deiner Mutter wichtig Kindern das Schicksal was ihr widerfahren ist zu ersparen ?
Das sie unbewusst damit den Kindern das selbe zumutet wie sie es dir zugemutet hat weiß sie vermutlich nicht einmal, sie hat vielleicht nur den Schutz der Kinder im Kopf.

Ich finde es gut das du ihr bei der Versorgung der Pflegekinder hilfst und somit auch für deine Mutter da bist.

Natürlich wäre ein Kontaktabbruch auch eine Option, doch bitte ich dich das was die passiert ist nicht bei deiner Mutter zu suchen, suche es bei dem Menschen der deine Mutter zu der Frau gemacht hat die sie ist, suche sie bei dem Vater deiner Mutter, denn er ist für dein Leid und ihr Leid verantwortlich.
Vielleicht wäre es ja auch mal ein Gedanke wert im Gespräch mit deiner Mutter diesen Bezug her zu stellen, ihr zu sagen das du sauer auf Ihren Vater bist da er deine Mutter gebrochen hat, und dieses auf dich übertragen wurde. Im Grunde sind du, dein Vater und auch die Pflegekinder Opfer des Vaters deiner Mutter, denn er ist für all das Verantwortlich.

Lieben Gruß

Marvin
 
D

Die Queen

Gast
So lange deine Mutter nicht selbst der Ansicht ist, dass sie Hilfe braucht, solltest du dich raushalten.

Alles andere ist vergeudete Mühe und endet in einer Co Abhängigkeit.
 

momo28

Moderator
Teammitglied
Es ist egal, ob deine Mutter tatsächlich einen Missbrauch erfahren hat oder nicht. Es ist ihr Leben.
Du bist zwischenzeitlich erwachsen und kannst für dich die eine oder andere Situation aus eurem Zusammenleben mit diesem Wissen anders beurteilen und für dich Erkenntnisse gewinnen, die dir weiterhelfen.

Du solltest dich um dich und deine Gesundheit kümmern.
Was deine Mutter tut, ist ganz allein ihre Angelegenheit.
 

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