Hi Dani,
zu deiner Mutter und der Auswahl deiner Freunde hast Du schon viele tolle Antworten von anderen bekommen, dem ist nichts hinzuzufügen, das machst Du ganz richtig, aber mich beschäftigt etwas anderes. Du wirkst, als wüsstest Du nicht viel darüber, was mit deinen Augen passiert (ist)?
Um was für ein Augenleiden handelt es sich denn? Das erwähnst Du leider nicht.
Schielen kann durchaus operativ korrigiert werden und z.T. auch Verbesserungen der Sehkraft herbeiführen (z.B. keine oder weniger starke Doppelbilder mehr). Ich bin stark schielend auf beiden Augen zur Welt gekommen - in NRW war damals nicht viel machbar. Nur durch einen blöden Zufall sind meine Eltern auf einen Spezialisten in einem anderen Bundesland gestoßen. Also bin ich mit 7 Jahren final operiert worden und seitdem "kosmetisch einwandfrei" und keine Doppelbilder - das ist 32 Jahre her. Heute scheint der Eingriff fast Routine zu sein, wie ich gelesen habe. Ich habe noch einen kleinen Schielwinkel, der aber durch die Brille korrigiert wird. Man sieht es nur, wenn ich sie abnehme oder ich extrem müde bin.
Zusätzlich habe ich eine starke Hornhautverkrümmung, die durch das normale Wachstum des Auges (bis ca. 24 Jahre wurde mir damals erklärt) etwas "herausgewachsen" ist. Als Kind hatte ich +6.5 Dioptrien auf beiden Augen, seit meine Augen "fertig" sind, sind es noch +2.75 und +3.75 Dioptrien.
Dass diese Veränderung möglich sein könnte und warum, wusste ich nicht, auch meine Eltern nicht, obwohl sie unglaublich hinterher waren, dass Beste aus meiner Sehkraft rauszuholen.
Die erste Brille bekam ich schon mit 1,5 Jahren und ab der Grundschule, musste auch abkleben und war deshalb auch eher außen vor und ziehe die "Spezialfälle" heute noch an 🙂
Mein Mann (mein liebster Spezialfall❤️) hat von Geburt an eine Sehbehinderung mit verschiedenen Einschränkungen, die mit dem älter werden weitere Kompliktationen mit sich bringt. Seine Eltern waren leider nicht so sehr hinterher. Auch er wusste einiges, was eigentlich mit seinen Augen "nicht stimmt" lange Zeit nicht. Es hat einige Jahre und Augenärzte gebraucht, die Diagnose komplett zu machen.
Was ich sagen möchte: Augenarzt ist nicht gleich Augenarzt, nicht jeder weiß alles. Manchmal lohnt sich eine 2., 3. oder auch 4. Meinung, um dann vielleicht doch noch auf den Richtigen zu stoßen, der noch ein bisschen Licht ins Dunkel bringen kann. Heutzutage kann man auch sicher im Vorfeld viel im Internet recherchieren, was uns damals leider noch nicht gegeben war.
Bei Dir geht es ja in erster Linie wirklich nicht um was Kosmetisches, sondern darum, dass Du in deiner Sicht und somit sicherlich auch im Alltag eingeschränkt bist (du erwähntest sehr dicke Brillengläser). Da zu deinen Augen nicht viel Information da war, ist mein Ratschlag, sich damit mehr auseinanderzusetzen etwas ins "Blaue" geraten und eher aufklärend gemeint. Ich habe zu viele kennengelernt, die ihr Augenlicht nicht ganz ernstnehmen und z.B. die Brille, die dringend notwendig ist, aus optischen Gründen nicht tragen und gleichzeitig über Kopfschmerzen klagen, oder Angst vor dem Gang zum Arzt hatten oder auf Ursachenforschung zu gehen und es deshalb auch schlechter wurde.
Die Hornhautverkrümmung erwähne ich, weil der Großteil der Menschheit diese in unterschiedlichen Ausprägungen hat und somit bei Dir auch anzunehmen ist 🙂
LG Meo 🤓