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Meine Freundin wurde vergewaltigt - ich weiß nicht mehr was ich tun soll

GoodSoul

Mitglied
meine freundin wurde letztes jahr im herbst vergewaltigt.
sie war irgendwie spät dran, hätte ihren bus verpasst, wenn sie nicht durch den park gegegangen wäre. dort wurde sie dann von irgendeinem typen quasi überfallen und der hat sie dann vergewaltigt. meine freundin ist erst 14, (ich bin 16). sie kommt damit absolut nicht klar, sie will sich nicht zu einer therapie überreden lassen. sie hatte auch vor diesem vorfall bereits ein problem mit svv, aber seit dem tag wurde im prinzip alles nur noch schlimmer. ich will sie eigentlich dazu überwinden, eine therapie zu machen, aber ich schaff es einfach nicht. ich versuche sie so gut es geht zu unterstützen.

mir fällt leider grad nicht mehr ein zu schreiben...
ich weiß, dass euch noch viel viel mehr infos lieber wären, bitte fragt einfach danach, dann ergänze ich sie...
 

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Broken Wings

Mitglied
Hi,
was deiner Freundin da passiert ist, ist wirklich schlimm! Außer einer Therapie fällt mir dazu auch nichts ein. Du musst halt immer wieder mit ihr darüber Reden, das ist zwar schwer aber sie muss das ganze irgendwie verarbeiten sonst wird das immer zwischen euch stehen. Hat sie eine Anzeige gemacht? Gruß
 

GoodSoul

Mitglied
sie konnte den typen leider nicht erkennen...
heute war ich bei ihr und sie hat die ganze zeit geweint...
im moment mag ich sie also nicht auf die idee mit der therapie ansprechen... das hab ich aber auch schon oft gemacht, sie sagt immer, dass sie nicht wüsste, was sie den leuten da erzählen sollte... die ganze sache mit dem selbstverletzen geht glaub ich im moment extrem auf ihre gesundheit, ich mach mir im moment total viel sorgen um meine freundin, zeige ihr das aber auch nur bedingt, da sie sonst denkt, dass sie der grund dafür ist, dass ich traurig bin.
außerdem traut sie sich nicht, mit ihrer mutter über alles zu sprechen und ich glaube auch nicht, dass ich sie dazu irgendwie bewegen kann.
es ist im moment alles etwas schwierig, aber irgendwie müssen wir einen weg dort hindurch finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast

Gast
Ich (18) wurde selber (vor einem 3/4 Jahr) vergewaltigt und hatte auch in der ersten Zeit große Angst mich an Freunde und Familie zu wenden. Ich habe jedoch zum Glück den Mund auf gemacht und gesprochen. Alleine das drüber reden kann schon helfen. Ich habe mich an eine Therapeutin gewandt, aber das möchte deine Freundin ja leider momentan nicht. Ich war so circa 2 Monate nach dem Vorfall beim Frauennotruf. Ich weiß nicht, ob es soetwas in eurer Stadt gibt, aber ansonsten kann der weiße ring auch trost spenden. Ich war zuerst unsicher, wollte mich nicht an den Frauennotruf wenden, habe aber dann, bei einer abendlichen wein-attacke eine email geschrieben und auch 2 mal persönlich mit einer mitarbeiterin gesprochen. such doch einfach mal so einen notruf in deiner stadt und gib deiner freundin die mail adresse. vielleicht schreibt sie ja, sobald sie sich nocheinmal besonders schlecht fühlt und bevor sie sich selbst verletzt.
ich weiß nicht ob ich dir helfen konnte, ich hoffe wenigstens ein bisschen.
V.
 

GoodSoul

Mitglied
ich glaube ich werde sie kaum dazu bewegen können, irgendwohin ne mail zu schreiben. das einzige wäre, dass ich denen eine mail schreibe und um hilfe frage und dann evtl. auch nen termin abmache mit denen, dass ich mal hingehe... würde auf jeden fall erstmal mehr bringen, als gar nichts zu machen... sie war vor einiger zeit mal mit einer lehrerin unserer schule bei so einer beratungsstelle glaub ich, die lehrerin könnte ich nochmal ansprechen, warum sie das denn nicht weiterverfolgt hatte und diese nochmal um hilfe bitten...
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

dass sie bereits vor dem Vorfall Probleme mit SVV hatte zeigt dass sie schleunigst fachkundige psychologische HIlfe braucht. Du könntest ihr da helfen indem du gute Psychologen raus suchst und ggf mal mit ihr gemeinsam zu einer Opferberatung gehst.
Ohne Therapie wird es nicht gehen und sie bleibt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter persönlichkeitsgestört und wird den posttraumatischen Stress nicht gut überstehen. Mögliche Folgen sind ernsthafte psychische Dauererkrankung, Verhaltensstörungen, Depression (mit Selbstmordanteilen tödlich) etc.
An sich hätte sie sich selbst und auch dir ggü ne Verpflichtung Therapie zu machen..auf Dauer kann sie sich das selbst und auch dir nicht zumuten.
Die Zeit mag einige Wunden heilen aber bei erlebten traumatischen Ereignissen arbeitet die Zeit auch manchmal gegen das Opfer.

Spiel nicht den Thearpeuten, lass dir nicht die Helferrolle aufdrücken, sondern besteh darauf dass sie sich fachkundige Hilfe sucht und andoct, d.h. fachärztliche Hilfe zulässt und in den Therapien mit arbeitet....sanft aber konsequent in diese Richtung schieben...nicht abschieben sondern in die richtige Richtung hin-schieben. Das wäre wichtig für sie und auch eure Beziehung die erfahrungsgemäß unter einer solchen Belastung wohl kaum Aussichten hat länger zu bestehen.

Wenn du selbst konkrete Tipps brauchst wie du dich verhalten solltest und wie du es schaffst sie in Therapie zu kriegen wende dich mal vor Ort an eine Gewaltopferberatungsstelle oder allgemeine Lebensberatung von Caritas oder Diakonie, die Leute dort kennen sich mit dieser Art Problematiken sehr gut aus und können hilfreiche Tipps geben...dir z.B die effektive Steter-Tropfen-höhlt-den-Stein-Methode erklären mit der du deiner Freundin helfen könntest.

Hat sie Anzeige erstattet? Man kann auch Anzeige gegen unbekannt erstatten..und sollte das auf jeden Fall auch tun bzw falls noch nicht getan nachholen. Das wäre ihre Pflicht als Mensch sich selbst ggü und als Bürgerin der Gesellschaft gegenüber. Sie sollte sich davor nicht drücken sondern diesen Schritt (egal wie schwer er ihr fallen mag) MACHEN, denn das wäre ein erster sehr wichtiger (überlebenswichtiger!) Schritt für sie aus ihrer (selbst gefährdenden und kranken bzw. krank machenden , vgl ihre SVV!)) Opferhaltung heraus. Natürlich sollte sie bei diesem Schritt psychologisch unterstützt werden und einen Anwalt an ihrer Seite haben. Wir leben in einem Sozialstaat, Hilfsmittel gibt es genug. Therapie und Anwalt kosten sie nix außer Kraft und ein wenig Mut...ohne diesen Mut läuft jedoch gar nix im Leben und sie wird auf ewig Opfer bleiben, also solltest du sie da mal ein klein wenig ermutigen...immer wieder...ihr sagen dass du an sie glaubst und das sie es schaffen wird, du an ihrer Seite bist und durch dick und dünn mit ihr gehst...natürlich nur in die richtige Richtung, also Richtung Therapie und Anzeige..nicht in Richtung Untergang per Verdrängen, Verbergen wollen, weiter autoaggressiv und selbstschädigend sein. Hier musst du dir selbst und auch ihr klare Grenzen setzen und die Richtung ein wenig mit bestimmen...die Richtung die sie mit ihrer Weigerung Therapie zu machen eingeschlagen hat ist Mist für euch beide...mit Verweigerung schadet sie sich selbst und auch eurer Freundschaft..das solltest du ihr klar machen. Das wird sie ggf. früher oder später selbst erkennen...aber früher wäre besser...denn aus Erfahrung kenne ich Opfer die Jahrzehnte für diesen erkenntnisprozeß brauchten und in dieser Zeit mehrfach erneut Opfer wurden...altes ungünstiges Verhalten bewirkt weitere Gefährdung.

Generell immer offen und direkt mit ihr reden, keine unangemessene Schonhaltung und sie nicht würdelos wie ein Kleinkind behandeln...sie mag derzeit zwar traumatisiert und verwirrt sein, aber Unterforderung bringt nix, sondern birgt die Gefahr dass sie ihr Leid funktionalisiert und sich dahinter versteckt. Also mit Herz und Verstand helfen...

Weisst du was über die Ursachen für ihre SVV? Hat sie mal was darüber erzählt. Sehr oft sind Gewalttraumata die Ursache, also scheint auf jeden Fall auch bereits vorher was gewesen zu sein (ggf. gewalttätige Eltern, Missbrauch?)

Um also wieder auf die Beine zu kommen wird deine Freundin harte Therapiearbeit und auch weitere Maßnahmen zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins leisten müssen, z.B. Kampfsport machen, Selbstverteidigung erlernen, generell viel Sport machen etc. Sie sollte sich diese Mühen wert sein und runter kommen von einer ungesunden Verdrängungsschiene. Opfer neigen dazu zu verdrängen..das ist auf Dauer nicht gut für sie.

Du kannst ihr sehr helfen indem du ihr glaubhaft und überzeugend klar machst, dass sie ein wertvoller Mensch ist, sich für nix schämen muss, alleine der Täter schuld ist und sie keine Schuldgefühle haben sollte. Menschen mit zu geringem Selbstwertgefühl, Opferrtypen neigen leider auch zu überdurchschnittlichen Schuld- und Schamgefühlen. Und hiergegen muss sie anfangen an zu kämpfen, wobei du sie im Alltag gut unterstützen kannst.

Viel Erfolg!
Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:

GoodSoul

Mitglied
Danke Tyra für deine umfangreichen Tips bzw. Hilfestellungen.
Ich denke ich muss (!) irgendwie zu einer Beratungsstelle gehen um mir dort einen professionellen Rat zu holen, wie ich mein Freundin zu einer Therapie bewegen (in diese Richtung schieben) kann.
Ich habe jetzt erstmal 2 Wochen Ferien und werde auf jeden Fall Zeit dafür finden, ich muss mich natürlich selber etwas überwinden, aber ich denke, das bekomm ich schon fertig. Ich denke, ich sollte das auf jeden Fall bald machen und nicht noch länger abwarten. Nun ist bei mir die Frage, ob ich mich besser an eine Beratungsstelle wenden sollte, die sich überwiegend mit SVV oder mit Vergewaltigungsopfern befasst.

gruß
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo

finde ich super deine Einstellung und deine Freundin kann froh sein dich zum Freund zu haben. Ich denke auch dass es sehr hilfreich wäre mal vor Ort ein paar Fachleute um Rat zu fragen.

Meines Wissens gibt es kaum Beratungsstellen die sich speziell mit SVV befassen, aber Opferberatungsstellen kennen sich sehr gut sowohl mit den Gewaltdelikten (Vergewaltigung, Missbrauch etc.) als auch der SVV aus, die ohnehin so gut wie immer Folge einer Vergewaltigung oder Missbrauch ist.

Hast du bereits schon mal in den Gelben Seiten nach geguckt oder rum telefoniert um zu erfahren was es bei euch alles für Beratungsstellen gibt?
Über Internet könntest du dich auch ggf. an Organisationen wie den Weissen Ring wenden..die haben oft Adresslisten. Auch Lebensberatungsstellen von Caritas oder Diakonie haben Listen (von Spezialberatungsstellen und guten Therapeuten) und können dich ggf. weiter vermitteln.

Was das in Richtung Therapie schieben angeht...könnte ggf. schwierig werden...man darf da weder zu viel noch zu wenig Druck machen...aber ggf. kriegst du das gemeinsam mit einer Beratungsstelle hin. Ich drücke dir auf jeden Fall feste die Daumen dass es hinhaut.
Du könntest deiner Freundin auch nahelegen, ggf. hier im Forum unter eigenem Namen einen thread zu eröffnen. Oder zunächst einmal einfach nur zu lesen...hier finden sich etliche ähnliche Schicksale wie ihres und das könnte ihr ggf ein wenig Mut geben sich ihren Problemen offensiver zu stellen.

Wichtig ist ihr verständlich zu machen, dass es so ja nicht weiter geht, was ihr sicherlich auch klar ist und sie fachkundige Hilfe braucht. Sage ihr dass du sie magst und liebst und es schrecklich für dich ist mit an zu sehen wie sie so leidet...und sie selbst auch mal mehr Mitleid mit sich haben sollte und v.a. Einsicht zeigen sollte, dass sie psychologische Hilfe unbedingt braucht um aus ihrer Opferecke raus wieder rein ins Leben zu kommen, eine bessere Lebensqualität für sich auf zu bauen etc.

Viel Erfolg!
Tyra
 

GoodSoul

Mitglied
Ja ich hatte vor einiger Zeit bereits im Internet mal nach in frage kommenden Beratungsstellen gesucht und auch einiges in meiner Nähe finden können. Ich müsste einfach nochmal danach suchen und dann evtl vorher mal anrufen? oder soll ich einfach hingehen, wenn da steht, dass die Beratungsstelle besetzt ist?
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
ich würde direkt hingehen. Dann kriegst du ggf. sofort ne Beratung oder einen Termin.

Weiss deine Freundin eigentlich dass du dir diesbezüglich Rat suchst?

Wenn (noch) nicht dann mach es in der Beratungsstelle am besten so, dass du ihren Namen anonym hältst (also einfach sagst: es geht um folgendes Problem..ich habe eine Bekannte/Freundin....und dann die Situation schildern etc. falls du nervös bist druck einfach den thread hier aus...ist ja auch alles anonym gehalten darin und der Sachverhalt bereits geschildert) und dich eher um die Sache, deine Fragen etc. kümmerst.
Ich weiss nicht ob du vom Dorf wo jeder jeden kennt oder aus einer größeren Stadt kommst. Falls aus einem kleineren Nest dann lieber eine Beratungsstelle weiter weg wählen.

Im Nachhinein kannst du deiner Freundin dann sagen, dass du total überfordert warst und dir ohne ihre Identität preis zu geben allgemeinen Rat gesucht hast, sie jedoch selbst entscheiden muss ob sie sozusagen outet, sich persönlich an eine Beratungsstelle wendet.
Ermutige sie kontinuierlich zu dieser Entscheidung., denn ohne diesen Schritt schafft sie es nicht aus ihrer Opferhaltung raus und bleibt weiter traumatisiert und gefährdet.
Jede Wahrheit, egal wie schrecklich sie auch sein mag findet ohnehin so gut wie immer ihren Weg ans Licht, das heißt alles kommt früher oder später eh heraus..es wäre daher gut für sie wenn sie sich ihrer Wahrheit so früh wie möglich freiwillig stellt, bevor sie irgendwann von ihr überrollt wird.
Opfer neigen dazu zu verdrängen..das ist ein natürlicher Schutzreflex des Gehirns...allerdings ist zu langes Verdrängen schädlich, was man an einer der Folgen, der SVV ja direkt ablesen/erkennen kann.
Ermutige sie also liebevoll aber konsequent zur Wahrheit und mach ihr immer wieder klar dass sie sich für nix schämen oder schuldig fühlen braucht, und es Zeit für sie wird dass sie sich ihren sie selbst und auch eure Freundschaft belastenenden seelischen/psychischen Altlasten stellt und sie (die Altlasten) so schnell wie möglich los wird. Unser Gehirn/Charakter ist leider so konzipiert dass es/er sich auch an Leidenszustände Depressionen, Verhaltensstörungen etc. leicht gewöhnt und darin liegt die Gefahr, dass sie sich an ihr Leiden zu sehr gewöhnt, an ungünstige und selbst gefährdende Denkweisen und Verhaltensmuster (wie diese SVV um Beispiel) zu sehr gewöhnt. Der Mensch ist bekanntermaßen ein Gewohnheitstier und je länger eine Gewohnheit sich einnistet desto schwieriger wird es sie wieder los zu werden. Ein Mensch kann ne Menge an Leid aushalten, die Frage ist ob das immer notwendig ist wenn an sich entlastende Alternativen vorhanden sind. Weniger aushalten und mehr gegen das Leid tun wäre notwendig für sie. Zu viel Leidensdruck macht sie um Zeit mürbe, krank und schwach und auch eure Freundschaft wahrscheinlich auf Dauer kaputt, mach ihr das ruhig klar und auf ihre Eigenverantwortung aufmerksam sich selbst zu helfen indem sie rechtzeitig fachkundige Hilfe annimmt.

Gruß
Tyra
 

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