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Meine beste Freundin und ich

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Gast

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Dies ist eine kleine Geschichte über meine beste Freundin und mich

Meine einzige und beste Freundin lernte ich damals im Kindergarten kennen. Wir verstanden uns von Anfang an grossartig. Bis in die 7. Kasse waren wir unzertrennlich, wir haben alles gemeinsam gemacht, haben uns jeden Tag nach der Schule privat getroffen, machten viel Blödsinn und waren sogar 3x zusammen im Urlaub. Sie hatte ziemlich lange darunter gelitten, dass sich ihre Eltern scheiden liessen. Ich weiss noch, als sie mich abends oder sogar nachts manchmal angerufen hat und bitterlich weinte. Ich habe mit ihr geredet, sie beruhigt und ihr gut zugesprochen. Ich war immer für sie da. Und hatte dafür nie ein Dankeschön verlangt. Wieso auch, es ist selbstverständlich unter Freunden.

Nach dem 6. Schuljahr änderte sich leider vieles. Ihre Familie zog ins Nachbardorf und sie musste logischerweise auch die Schule wechseln. Wir waren sehr traurig darüber. Schliesslich hatten wir immer alles zusammen unternommen und jetzt soll das das Ende sein? Nein. Ich habe damals lange mit meiner Mutter gesprochen, sie wieder rum mit den Schulleitern und letztendlich durfte auch ich die Schule wechseln :). Ich bin jeden Morgen extra 1 Stunde früher aufgestanden, damit ich weiterhin mit meiner Freundin zusammen sein konnte.
Aber ich hatte es nie bereut, ich war überglücklich.

Kein halbes Jahr später verliebte sie sich in diesen Jungen. Er ging in dieselbe Klasse. Ich mochte ihn nicht sonderlich, aber meine Freundin schien hin und weg zu sein. Sie trafen sich immer öfter und schlussendlich gingen sie miteinander. Es machte mir zuerst gar nichts aus, dass sie für mich nicht mehr so viel Zeit hatte. Ich habe es damals verstanden.
Die beiden gingen recht lange miteinander, selbst als wir aus der Schule kamen, waren sie noch ein Paar. Jedenfalls merkte ich damals schon ziemlich schnell, dass dieser Junge nicht gut für sie war. Sie hatte seinetwegen viel geweint, fühlte sich von ihm unverstanden und war oft unglücklich. Ich wollte mich um sie kümmern, versuchte mit ihr zu reden, sie zu trösten. Wir waren doch die besten Freundinnen und halfen einander? Aber sie sprach nicht mehr viel mit mir, sie wollte ihre Ruhe haben.
Schliesslich kam es dann soweit, dass wir nichts mehr gemeinsam unternommen hatten. Ich habe sie zwar immer wieder gefragt: „Gehen wir nachher Schwimmen? Oder ins Kino?“ Aber sie hatte keine Zeit mehr für mich...

Viele Monate hatte ich versucht die Freundschaft zu retten. Doch es gelang mir nicht. Letztendlich war ich einsam und unglücklich. Als wir dann aus der Schule kamen, habe ich die ganzen Sommerferien darauf gewartet, dass sie sich bei mir meldet. Aber das tat sie nicht. Nie.
Das hatte mich sehr verletzt. Ich konnte nicht verstehen wie ich ihr auf einmal so unwichtig sein konnte. Warum liess sie mich links liegen? Wir waren doch die besten Freundinnen? Die Monate darauf habe ich immer wieder versucht sie zu erreichen, manchmal kam eine Antwort, manchmal nicht. Ich bin sogar mehrmals zu ihr nach Hause gefahren, aber niemand hat mir die Tür geöffnet, oder sie war gerade nicht Zuhause. Vor 2 Jahren habe ich ihr das letzte Mal geschrieben. Einen richtigen Brief aus Papier, das hielt ich für leiblicher als eine SMS. Aber ich hatte auch darauf nie eine Antwort erhalten.
Schweren Herzens habe ich aufgegeben, obwohl mir diese Freundschaft sehr wichtig war.

Aber wisst ihr was mir nach alle den Jahren aufgefallen ist? Immer war ich diejenige, die geschlichtet hat, die getröstet und gut zugeredet hat, die versucht hat den Kontakt aufrecht zu halten.
Nie war es meine Freundin...
Wo war sie als es MIR schlecht erging? Als ich ihren Rat und ihren Trost brauchte?

Nach diesen Enttäuschungen wollte ich nichts mehr von Freundschaften wissen.
Aber ich merkte sehr bald, dass das nicht gut für mich ist. Ich konnte nicht Tage lang Zuhause sitzen und jammern, das würde mich eines Tages noch völlig zerstören. Ich befolgte den Rat der anderen. „Geh raus, geh unter die Leute!“ Ich besuchte Sportvereine, Tanzstunden Sprachkurse, Schulen... Aber ich habe bis heute keinen einzigen Freund gefunden... Obwohl ich es so sehr gewollt hatte. Aber niemand scheint sich für mich zu interessieren.

Und jetzt weiss ich nicht mehr, ob ich das noch will. Und falls doch, was wenn jener mich auch nur ausnutzt?

Ich frage mich manchmal ob meine Freundin ab und zu noch an mich denkt? Ob ihr eigentlich bewusst ist, wie sehr sie mich verletzt hat?
 

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J

Jim

Gast
Wenn Du auf Krampf suchst wirst Du auch nichts finden, wie bei allem ! Man kann doch auch mal für ne Weile alleine klar kommen ! Irgendwann wird sich schon mit jemand wieder eine richtige feste Freundschaft entwickeln ! Den ersten Schritt kannst Du schon machen indem Du Dich hier anmeldest und Dir ein Gesicht gibst !;)
 

Pync

Mitglied
Huhu^^
lass Dich nicht so hängen ^^ Freunde kommen und gehen und das kann auch schmerzhaft sein...
ich habe im Moment so eine Phase in der ich keine Lust hab, irgendwelche Leute zu treffen, ich mag alleine sein mit meinem Mann und im Moment gefällt mir das sehr gut...
Bei uns wurde vor nem knappen Jahr eingebrochen, seit dem hab ich diese Phase irgendwie.
Vor ein paar Wochen bin ich in meiner Wohnung beinahe überfallen worden konnte aber die Tür echt noch knapp rechtzeitig zuschlagen...
Seit dem traue ich garniemandem mehr und will weder telefonieren (ausser mit einer Freundin aus dem Internet) noch mich mit irgendwem treffen...

Ich glaub Du darfst Dich nur nicht so drauf versteifen eine neue Freundin zu finden... das kommt iwann ganz von alleine... solange versuch einfach Dich mit Dir selbst zu arrangieren... wirst sehen das geht auch ganz gut wenn man sich damit abfindet ^^
Lass den Kopf nich hängen, sowas braucht nur Zeit ^^
 

MissV

Mitglied
Ich denke auch, dass du dich nicht so hängen lassen solltest.
Nur weil eine Freundin dich enttäuscht hat, müssen andere es nicht ebenfalls tun!
Enttäuschungen erlebt jeder mal.
Du solltest offen für Neues sein und wenn dir jemand gefällt, der das Potential einer guten Freundin für dich hat, dann geb die Sache nicht so schnell auf :)
 

Leevje

Mitglied
Hallo Gast,

es ist schon sehr schade, dass viele "Freundschaften" aus den Kindertagen über die Jahre hinweg im Sande verlaufen.
Deine "Freundin" hat es bestimmt nie so gesehen wie du. Für sie war es eine Kindergartenfreundschaft, die sich in den ganzen Jahren auseinander gelebt habt.

Für dich war sie die BESTE Freundin, für sie warst du es bestimmt auch, aber eben nur eine zeitlang......

Freundschaft muss sich ergeben, kann man nicht erzwingen, wie die Liebe....

Ich hab noch 2 Freundinnen aus Kindertagen....
Mit Beiden versteh ich mich heute noch gut, doch nur eine davon kennt "mein Leben heute". Sie kennt all meine Sorgen und Nöte, weiß wann es mir schlecht, und wann es mir gut geht.
Die Andere ist heute eine "gute Bekannte", wir tel. zwischendurch, doch in mein Innerstes lass ich nur die Eine.....

Die Bezeichnung Freundschaft wird, meiner Meinung nach, heute viel zu oft in den Raum geworfen. Man kennt sich, man versteht sich und schon ist "Freund".
Für mich ist Freundschaft viel mehr. Sie muss von Beiden gewollt sein, wie eine Liebe. Sie muss von Beiden gepflegt werden...

wünsch Dir Zeit eine echte Freundschaft zu finden....
 

Rene85

Aktives Mitglied
hallo,
ich kenne das gefühl, habe es selbst bei einer 15 jährigen freundschaft erleben müssen, wir können uns gern mal drüber austauschen. inzwischen sehe ich das ganze als lebenserfahrung, und dass mir der kontakt wohl mehr bedeutet hat. inzwischen hab ich andere leute.

wahre freunde hat man im leben vielleicht 2 oder 3 vielleicht noch weniger, aber auf keinen fall mehr als eine hand voll. der rest sind kumpel und bekannte. das wort "freund" wird viel zu inflationär gebraucht, ist meiner meinung aber auch ne schutzbehauptung, wenn jmd. meint, er hätte sonst wie viele leute.
 
G

Gast

Gast
Hallo,
leider ging es mir ziemlich genauso wie dir, auch wenn meine beste Freundin mir nicht seit dem Kindergarten bekannt war. Wie viele ander schong gesagt haben: viele Freundschaften sind nicht dazu bestimmt, auf Ewigkeit zu halten. Leider.
Lass dir Zeit, eine richtige Freundschaft zu finden und glaube im wesentlichen an das Gute im Menschen. Alles Gute!
 

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