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Mein vorzeitiger Abschiedsbrief...

G

Gast

Gast
Folgenden Text habe ich eben in einer depressiven Phase geschrieben. Mir jedoch der Mut gefehlt es wirklich durchzuziehen [...]


Ich werde nicht schreiben es tut mir leid, weil dies nicht der Fall ist.
Mit dem Gedanken mich umzubringen spiele ich jetzt schon eine ganze Weile, genauer gesagt so ab der achten Klasse. Ich selbst sehe mein Leben einfach nicht als Lebenswert noch bin ich glücklich.
Warum? Ganz einfach ich habe an nichts Interesse, kann so gut wie keinen Menschen leiden, verachte beinahe das komplette Gesellschaftliche System, sehe weder gut aus noch habe ich irgendwelche Talente und zu guter Letzt bin ich einfach nicht glücklich oder glücklich gewesen und glaube nicht, dass sich das so schnell ändern wird und ich werde auch nicht tausend Jahre darauf warten.
Bezeichnet das als schwach oder feige meinetwegen, doch das interessiert mich einen Scheiß.
Ich hab keine Lust mehr mich an solch irrelevanten Phrasen aufzuhängen oder auf irgendwelche ach so weisen Tipps zu hören.
Hätte man mir helfen können? Nein. Kein Mensch wusste was oder wie ich wirklich über verschiedene Sachen gedacht habe. Wirklich niemand. Ich rede mit niemanden und wollte es auch nicht, denn ich empfinde es als überaus schwach und peinlich, wenn man nicht selbst mit seinen Problemen klarkommt und es ein Mangel fehlender Intelligenz ist sollte man sich selbst und seine Problemlage nicht richtig analysieren können.
Heißt das ich bin schwach und nicht intelligent genug gewesen? Ich weiß nicht genau, denn ich wusste genau um meine Probleme Bescheid und auch wie ich diese lösen kann. Allerdings war der Aufwand und das Ergebnis auch nicht befriedigender als die jetzige Situation.
Ich sehe es nicht als Straftat oder als einen qualvollen Moment für die Menschheit, wenn ein Mensch sein Leben beendet. Die Menschheit wäre wohl um einiges besser dran wenn mehr Leute sich diesem „Schicksal“ zuwenden würden… naja oder schlechter falls man die Erde den Idioten überlässt, das sprechen verlernt und sich im prähistorischen Zeitalter wiederfindet, aber ich schweife ab… Wie gesagt ich sehe es nicht als Straftat oder einen traurigen Moment, sondern als etwas ganz normales. Jeder sollte das recht über seinen eigenen Körper und Geist haben und ich habe einfach keine Lust mehr auf dieses Spiel namens Leben. Manche Spiele spielt man halt nicht zum Ende durch, sondern man beendet sie vorher weil es keinen Spaß mehr macht sie zu spielen. Im schlimmsten Fall ärgert man sich dieses Spiel überhaupt gekauft zu haben. Blöd wenn man es sich nicht aussuchen konnte das Spiel zu kaufen, es wurde einem einfach „geschenkt“.
„Es ist doch klar, dass du nicht glücklich bist wenn du nur Zuhause sitzt, zockst, keine Leute kennenlernst und nichts Neues ausprobierst.“ Höre ich die Stimme der allgemeinen Meinung.
Nun ja ich habe schon immer viel gezockt das ist also nichts Besonderes, jedoch nicht aus dem Grund, dass mir irgendwelche Erfolgserlebnisse fehlen. Ich mochte es noch nie neue Leute kennen zu lernen auch wenn es eine Zeit gab wo ich mich wirklich darum bemüht habe auch mit Erfolg. Allerdings war ich größtenteils genervt von den meisten Menschen also brach ich den Kontakt ab und war auch zufrieden damit. Mir hat der Gedanke mich selbst als eine Art... einsamer Wolf?.. zu sehen ziemlich gefallen. Es ist vermutlich richtig dass ich glücklicher wäre wenn ich neue Sachen ausprobiert hätte. Nur schade, dass ich zu feige dazu gewesen bin. Naja und einiges war auch finanziell nicht möglich oder es wären sogenannte Yolo Aktionen die im ersten Moment cool sind…aaaaaber im Nachhinein wünscht du dir es nie getan zu haben. Das könnte mir natürlich egal sein so als Toter aber…näh.
Je mehr ich schreibe, desto besser fühle ich mich. Vermutlich spiegelt sich das auch im Text wieder. Es ist als würde ich damit abschließen was mich alles gestört hat.
Warum schreibe ich diesen Text? Ich habe selbst gesagt, dass es schwach und peinlich ist sich mitzuteilen und zu erklären warum also tue ich eben dies? Ich denke es ist mehr aus dem Interesse heraus was andere Menschen denken und ob oder eher wie sie meine Gedankengänge auffassen.
Außerdem stört mich die Tatsache, dass nach meinem Tod jeder glaubt er wüsste warum ich das tat und warum ich jenes gedacht habe. Ihr könnt alle nicht in meinen Kopf gucken und ich werde mich auch nicht erklären. Dazu fehlt mir ganz einfach die Lust. Wenigstens einen kleinen Teil meines Denkens habe ich aufs Blatt gebracht, damit die paar Leute die sich für mich interessieren Bescheid wissen.
Was blieb mir also noch im Leben? Vom Gefühl her… gar nichts. Ich weiß nicht was ich möchte. Ich will weder rausgehen doch drinnen bleiben. Ich will weder etwas tun noch nichts tun. Alles was ich will ist dass ich nicht mehr bin, weil sich alles so egal anfühlt und atmen wirkt wie etwas, dass gar nicht mehr so wichtig ist, nein viel eher ist es eine Last. Eine irrelevante Aktion in einem Irrelevanten Leben. Als würde ich tagtäglich meine Blumen gießen obwohl ich Blumen doch hasse und es mir lieber wäre sie wären nicht da. Allerdings fühlt es sich so an als würden die Blumen nicht mir gehören. Von überall interessieren sich Leute für meine Blumen sie möchten allesmögliche wissen. Und nicht nur das die Leute sagen mir was ich mit den Blumen zu tun habe. Gießen allein reicht nicht Philip du musst sie düngen auf Messen ausstellen und und und. Warum denn? Ich dachte das ist meine Blume? Ja, schon. Aber du bist ja nicht alleine auf dieser Welt wir alle wollen uns an deiner Blume beteiligen. Alles was du machen musst ist das zu akzeptieren.
Nein vielen Dank da lasse ich die Blume lieber verwelken.
Letztendlich kann ich nur sagen, dass ich an nichts mehr Interesse habe und nur möchte, dass das Gefühl des „sein“ aufhört. Auch wenn ich nur ein kleines Licht bin und tausende Leute wegen meiner Dummheit den Kopf schütteln… Nein da gibt es keine Fortsetzung. Es ist mir egal.
Der komplette Text ist in einem Rutsch entstanden. Denklücken und Rechtschreibfehler dürft ihr behalten.



Was ich jetzt von euch will? Keine Ahnung sagt ihr es mir.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Gast,
du schreibst von einer "depressiven Phase" - was
hat dir denn da heraus geholfen, wenn ich fragen
darf?

Gruß, Werner
 
L

Lenja

Gast
Was ich jetzt von euch will? Keine Ahnung sagt ihr es mir.
Vielleicht willst du wissen, lieber Gast, was ich aus deinem Brief herauslese .., nämlich dass du erkennst, dass du nicht deshalb kaum Lebenswillen verspürst, weil das Leben dir keine Freude bereitet, sondern umgekehrt: weil du kaum Lebenswillen in dir wachrufst, du die Freude am Leben nicht finden kannst.

Oft denke ich, dass der Lebenswille unsere bewusste und immer wieder neu getroffene Entscheidung ist, weil wir jedes mal dabei unseren Ängsten und schmerzhaften Erfahrungen trotzen und den positiven über diese gewinnen lassen müssen ..
 
G

Gast

Gast
Ich habe bereits einen Selbstmordversuch hinter mir. Du kannst mir glauben, dass ich das im Nachhinein mehr als nur bereut habe.
Eigentlich gibt es nichts Schöneres als das Leben, wenngleich es auch kaputt machen kann. Kenne ich bereits alles.
Ich bin aktuell auch in so einer Phase, nur etwas abgeschwächter.
Soll ich dir sagen, warum dir der Mut fehlt? Weil du nicht sicher bist. Und so lange du diese Unsicherheit noch besitzst, kann sich noch alles zum Besseren wenden.

Wie sich das anhört, gibt es noch Leute in deinem Umfeld, wenn auch distanziert. Wie stehen die zu dir?

Du zockst doch gerne, mal daran gedacht, in dieser Richtung etwas beruflich zu machen?
Da sind Leute, die das gleiche Interesse besitzen.
 

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