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Mein neuer Partner wurde vergewaltigt, es trifft mich sehr

L

life_goes_on

Gast
Hallo,

kurz vorweg. Es können Trigger im Text enthalten sein.
Ich bin ein Mann Anfang 30, der vor kurzem von seiner neuen Freundin erfahren hat, dass sie vor ungefähr zwei Jahren vergewaltigt wurde. Und ich habe leider aktuell niemanden, mit dem ich das Thema besprechen kann. Denn es belastet mich sehr. Fast schon zu sehr.

Meine Freundin befand sich zum damaligen Zeitpunkt in einer offenen Beziehung, hatte aber gerade Streit mit ihrem Freund. Sie hat sich über eine Datingplattform mit einem wesentlich älteren Mann getroffen. Man hat sich gut verstanden. Irgendwann auch geküsst. Dann ist es passiert. Er hat ihr einfach die Kleider vom Leib gerissen. Sie hat sich Vorwürfe gemacht, dass sie nicht laut genug "nein" gesagt hätte. Was ich ihr immer wieder ausrede.

Danach hat der Täter sie sogar noch nach Hause gefahren. Als wenn gar nichts passiert wäre. Meine Freundin hat es ihrem damaligen Freund erzählt. Dieser hat sie zu einer Anzeige gedrängt. Sie war noch zu keiner Anzeige bereit und letzlich hat sich ihr Ex von ihr getrennt und ihr verletzende Sachen unterstellt. Gewissermaßen hat er ihr auch eine Teilschuld gegeben.

Nun kommt der Punkt, der mich als Aussenstehender am meisten getroffen hat. Meine Freundin war natürlich extrem am Ende, teilweise auch suizidal. Und nach einigen Wochen hat der Täter sie erneut angeschrieben. Und ihr ein schlechtes Gewissen gemacht, da sie es ja wollte. Anschließend haben beide wohl telefoniert und viel geschrieben. Er hat sie manipuliert ihr gesagt, dass er ihr helfen will. Sie wollte sich damals laut ihrer Aussage selbst verletzen und hat sich deshalb mit ihm erneut getroffen. Es wurden insgesamt 4 Treffen, in denen es auch Sex gab. Wenn man das so überhaupt nennen darf. Sie hatte wohl auch Panikattacken. Er hat sich daran ergötzt.

Ihr immer wieder gesagt, dass die Treffen das Richtige sind. Sie hat ihm geglaubt, ist dort aber auch hingegangen, um zu leiden. Ich mache ihr keine Vorwürfe, es ist einfach nur extrem schwer zu begreifen, das äussere ich so aber nicht: Ihrer besten Freundin und auch mir hat sie erzählt, dass diese weiteren Treffen mit einem anderen Mann waren. Der ihr helfen wollte. Und dem sie gewissermassen ihr Leben verdankt, da sie stark suizidal war. Sie hat diesen "2. Mann" mehrmals vor mir als lieben und tollen Menschen bezeichnet. Wobei es sich um die gleiche Person gehandelt hat. Dankbarkeit und Verständnis geäussert. Das war anfangs schon schwer für mich zu verstehen, da es in meinen Augen einfach ein anderer Mann ist, der eine Frau ausnutzt. Seitdem ich vor kurzem erfahren habe, dass es sich um die gleiche Person handelt, kann ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie will aktuell keine Therapie beginnen. Ausser mir und ihrem Ex und ihrer besten Freundin weiss niemand von diesem Vorfall. Ich will sie zu nichts drängen. Ich will ihr helfen und sie stützen. Aber wie kann ich mir selber erklären, dass sie diesen Mann noch vor mir gelobt und verteidigt hat?

Ich musste mir diese Worte einfach mal von der Seele schreiben, da ich das Thema mit niemandem in meinem Freundeskreis besprechen darf.
 

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F

Froschprinzessin

Gast
Hallo,
was deiner Freundin passierte, tut mir sehr leid.
Taterkontakt ist reines Gift. In solch einer Situation ist man nicht mehr sich selbst und man tut Dinge, die für aussenstehende nicht zu begreifen sind. Ich kann nur erahnen, was in ihr vor gegangen ist und wie es ihr damit geht und ging. Alles andere wäre anmaßend.

Du kannst es nur akzeptieren, wenn Du ihr helfen möchtest. Aber sie sollte auf keinen Fall weiteren Kontakt zu haben, sonst wird sie dort nicht rauskommen. Leider, denn in vielen Köpfen Betroffener haben solche Menschen enorm viel Macht.

Wenn du kannst, unterstütze sie, zweifel nicht an ihr und versuche ihr dies nicht übel zu nehmen. Sie wird dir sicher dankbar sein.

Eine Therapie wäre sicherlich Hilfreich für sie, um aus solchen Verhaltensweisen irgendwann ausbrechen zu können. Alles aber nur in ihrer Zeit.

Alles Gute!
 

Morningstar

Aktives Mitglied
Ich musste mir diese Worte einfach mal von der Seele schreiben, da ich das Thema mit niemandem in meinem Freundeskreis besprechen darf.
Das kann ich gut verstehen. Es ist ja auch wirklich krass. Es muss auch für dich sehr belastend sein.

Ich will sie zu nichts drängen. Ich will ihr helfen und sie stützen.
Das ehrt dich auch sehr und spricht dafür, dass du ein mitfühlender Mensch bist.
Allerdings musst du schauen, dass du nicht am Ende auch auf der Strecke bleibst, denn auch dich belastet es ja. Und diese Lügen, puh, das ist schon eine harte Sache, ich frage mich, wie da noch ein Vertrauensverhältnis gegeben ist.
Natürlich kannst und sollst du sie zu nichts drängen, jedoch musst du auch aufpassen, dass ihr Verhalten nicht letztendlich auch dir schadet. Ich meine, wer weis wie oft sie sich noch trifft... was ist dann deine Rolle in dem ganzen Szenario?
Sehr, sehr schwer.

Sie will aktuell keine Therapie beginnen.
Nun gut, du kannst sie nicht hinschleifen. Wie wäre es, wenn du eine Therapie machst? Also so sehr wie es dich jetzt schon belastet und du kannst mit niemandem reden, sowas geht nicht spurlos an einem vorbei. Wenn DU bereit dazu wärest, vielleicht täten dir ein paar Therapiestunden gut, würden dir Klarheit verschaffen, dich wieder etwas aufbauen. Achte darauf, dass es ein Traumatherapeut ist.
Auch in Beratungsstellen gibt es oft therapeutische Angebote.

Ich kann definitiv verstehen, dass sie die Anzeige nicht gemacht hat, aber Therapie ist was ganz anderes. Wie denkt sie, wie es für sie weiter gehen soll? Oder für euch gemeinsam?

Wenn die Beziehung weiter bestehen soll, dann würde ich an deiner Stelle darauf bestehen, dass sie sich um Himmels Willen nicht nochmal mit irgendjemandem trifft. Und dass sie dich nicht anlügt. Sie kann ja sagen wenn sie über etwas nicht reden möchte, aber lügen ist ein zusätzlicher Vertrauensbruch.

Sie hat diesen "2. Mann" mehrmals vor mir als lieben und tollen Menschen bezeichnet. Wobei es sich um die gleiche Person gehandelt hat.
Ja, dass ist erstmal unfassbar. Vielleicht hat sie sich, unbewusst, immernoch in so einer Art Schock befunden, konnte es sich selber auch nicht eingestehen.
Die Sache ist, dass Traumata die absurdesten Verhaltensweisen auslösen können, die man unmöglich verstehen oder nachvollziehen kann.
Es gibt Täter die das super gut ausnutzen können.

Ich hätte mich NIE, in fünftausend Leben nicht, nochmal mit der Person gertroffen! Ich würde beim Gedanken an die Person schon flüchten. Aber ich bin ich, und nicht jemand anders.

Aber wie kann ich mir selber erklären, dass sie diesen Mann noch vor mir gelobt und verteidigt hat?
GARNICHT!
Also das geht einfach nicht, das kannst du nicht.
Daher würde ich dir wirklich auch eine Therapie empfehlen.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man ohne Therapie, ohne fachliche Hilfe von aussen, aus diesem seltsamen Teufelskreis (von Lügen, Manipulation, Gewalt und Hilflosigkeit) wieder heraus kommen kann.

Ich wünsche dir alles gute und pass auch du gut auf dich auf.
 
L

life_goes_on

Gast
Das kann ich gut verstehen. Es ist ja auch wirklich krass. Es muss auch für dich sehr belastend sein.


Das ehrt dich auch sehr und spricht dafür, dass du ein mitfühlender Mensch bist.
Allerdings musst du schauen, dass du nicht am Ende auch auf der Strecke bleibst, denn auch dich belastet es ja. Und diese Lügen, puh, das ist schon eine harte Sache, ich frage mich, wie da noch ein Vertrauensverhältnis gegeben ist.
Natürlich kannst und sollst du sie zu nichts drängen, jedoch musst du auch aufpassen, dass ihr Verhalten nicht letztendlich auch dir schadet. Ich meine, wer weis wie oft sie sich noch trifft... was ist dann deine Rolle in dem ganzen Szenario?
Sehr, sehr schwer.


Nun gut, du kannst sie nicht hinschleifen. Wie wäre es, wenn du eine Therapie machst? Also so sehr wie es dich jetzt schon belastet und du kannst mit niemandem reden, sowas geht nicht spurlos an einem vorbei. Wenn DU bereit dazu wärest, vielleicht täten dir ein paar Therapiestunden gut, würden dir Klarheit verschaffen, dich wieder etwas aufbauen. Achte darauf, dass es ein Traumatherapeut ist.
Auch in Beratungsstellen gibt es oft therapeutische Angebote.

Ich kann definitiv verstehen, dass sie die Anzeige nicht gemacht hat, aber Therapie ist was ganz anderes. Wie denkt sie, wie es für sie weiter gehen soll? Oder für euch gemeinsam?

Wenn die Beziehung weiter bestehen soll, dann würde ich an deiner Stelle darauf bestehen, dass sie sich um Himmels Willen nicht nochmal mit irgendjemandem trifft. Und dass sie dich nicht anlügt. Sie kann ja sagen wenn sie über etwas nicht reden möchte, aber lügen ist ein zusätzlicher Vertrauensbruch.


Ja, dass ist erstmal unfassbar. Vielleicht hat sie sich, unbewusst, immernoch in so einer Art Schock befunden, konnte es sich selber auch nicht eingestehen.
Die Sache ist, dass Traumata die absurdesten Verhaltensweisen auslösen können, die man unmöglich verstehen oder nachvollziehen kann.
Es gibt Täter die das super gut ausnutzen können.

Ich hätte mich NIE, in fünftausend Leben nicht, nochmal mit der Person gertroffen! Ich würde beim Gedanken an die Person schon flüchten. Aber ich bin ich, und nicht jemand anders.



GARNICHT!
Also das geht einfach nicht, das kannst du nicht.
Daher würde ich dir wirklich auch eine Therapie empfehlen.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man ohne Therapie, ohne fachliche Hilfe von aussen, aus diesem seltsamen Teufelskreis (von Lügen, Manipulation, Gewalt und Hilflosigkeit) wieder heraus kommen kann.

Ich wünsche dir alles gute und pass auch du gut auf dich auf.

Danke für deine Antwort. Die Treffen sind auch schon fast 2 Jahre her. Es war ein paar Wochen nach der Vergewaltigung. Sie hat sich nie wieder mit ihm getroffen und ihn überall blockiert, weil sie kurz danach wieder mit ihrem Ex zusammengekommen war. Aktuell weiss ich auch nicht, wie genau es weitergehen soll. Sie wollte sich nun langsam mal nach einer Therapie umhören.
 
L

life_goes_on

Gast
Das kann ich gut verstehen. Es ist ja auch wirklich krass. Es muss auch für dich sehr belastend sein.


Das ehrt dich auch sehr und spricht dafür, dass du ein mitfühlender Mensch bist.
Allerdings musst du schauen, dass du nicht am Ende auch auf der Strecke bleibst, denn auch dich belastet es ja. Und diese Lügen, puh, das ist schon eine harte Sache, ich frage mich, wie da noch ein Vertrauensverhältnis gegeben ist.
Natürlich kannst und sollst du sie zu nichts drängen, jedoch musst du auch aufpassen, dass ihr Verhalten nicht letztendlich auch dir schadet. Ich meine, wer weis wie oft sie sich noch trifft... was ist dann deine Rolle in dem ganzen Szenario?
Sehr, sehr schwer.


Nun gut, du kannst sie nicht hinschleifen. Wie wäre es, wenn du eine Therapie machst? Also so sehr wie es dich jetzt schon belastet und du kannst mit niemandem reden, sowas geht nicht spurlos an einem vorbei. Wenn DU bereit dazu wärest, vielleicht täten dir ein paar Therapiestunden gut, würden dir Klarheit verschaffen, dich wieder etwas aufbauen. Achte darauf, dass es ein Traumatherapeut ist.
Auch in Beratungsstellen gibt es oft therapeutische Angebote.

Ich kann definitiv verstehen, dass sie die Anzeige nicht gemacht hat, aber Therapie ist was ganz anderes. Wie denkt sie, wie es für sie weiter gehen soll? Oder für euch gemeinsam?

Wenn die Beziehung weiter bestehen soll, dann würde ich an deiner Stelle darauf bestehen, dass sie sich um Himmels Willen nicht nochmal mit irgendjemandem trifft. Und dass sie dich nicht anlügt. Sie kann ja sagen wenn sie über etwas nicht reden möchte, aber lügen ist ein zusätzlicher Vertrauensbruch.


Ja, dass ist erstmal unfassbar. Vielleicht hat sie sich, unbewusst, immernoch in so einer Art Schock befunden, konnte es sich selber auch nicht eingestehen.
Die Sache ist, dass Traumata die absurdesten Verhaltensweisen auslösen können, die man unmöglich verstehen oder nachvollziehen kann.
Es gibt Täter die das super gut ausnutzen können.

Ich hätte mich NIE, in fünftausend Leben nicht, nochmal mit der Person gertroffen! Ich würde beim Gedanken an die Person schon flüchten. Aber ich bin ich, und nicht jemand anders.



GARNICHT!
Also das geht einfach nicht, das kannst du nicht.
Daher würde ich dir wirklich auch eine Therapie empfehlen.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man ohne Therapie, ohne fachliche Hilfe von aussen, aus diesem seltsamen Teufelskreis (von Lügen, Manipulation, Gewalt und Hilflosigkeit) wieder heraus kommen kann.

Ich wünsche dir alles gute und pass auch du gut auf dich auf.
Danke für deine Antwort. Die Treffen sind fast 2 Jahre her. Die waren unmittelbar nach dem Vorfall. Danach hat sie ihn blockiert und hatte seitdem auch keinen Kontakt mehr. Grund für den Abbruch der Treffen war das erneute Zusammenkommen mit ihrem Ex. Aktuell schaut sie nach einer Psychologin, die uns helfen könnte
 
F

Froschprinzessin

Gast
Wenn du das Gefühl, dass du ihr nicht mehr vertrauen kannst, dir aber dennoch etwas an ihr liegt, dann ziehe dich zurück, bevor am Ende alles kaputt ist und eine Basis nie wieder für dich und euch möglich sein wird. Und hole auch du dir ggf. Hilfe, damit ihr zwei eine Chance habt.
 

Guenter2a

Mitglied
Morningstar hat sehr gut argumentiert, kann da kaum noch was hinzufügen.
Lügen in einer Beziehung ist absolutes no-go!
Zum weiteren ist es leider tatsächlich so, dass manche Menschen Verhaltensweisen an den Tag legen, die für andere Menschen unfassbar sind. Da kann man sich bemühen, wie man will; es ist einfach so.
Das muss auch nicht immer mit psychischer Störung zusammen hängen, oder Trauma.
Jeder einzelne Mensch ist individuell, jeder Mensch denkt und fühlt anders.
In Deinem Fall ist es für Dich so gut wie unmöglich, Dich in das Denken Deiner Freundin hineinzuversetzen.

Ein ausführliches, aber verständnisvolles Gespräch mit ihr könnte Euch vielleicht weiter bringen.
Aber wie Morningstar schon schrieb; weitere Treffen und Kontakt zu diesem Menschen sind keinesfalls förderlich, sie verschlimmern das ganze höchstens noch. Das sollte sie einsehen.

Viel Glück Euch beiden
 
G

Guest23456

Gast
Mhm wirklich schwierig, ich kann dich verstehen das dich das trifft:/
Aber ich versteh deine Freundin nicht,warum sie sich noch weitere male mit ihm getroffen hat-.-

Mir ist es leider auch mal passiert, das ich ungewollt mit jemanden sex hatte-.- Ich hab ihn aufs übelste beleidigt, hab mich aber für die Beleidigungen dummerweise entschuldigt, weil ich irgendwie auch die Schuld bei mir gesucht hab-.- er rief mich komischerweise noch mal an und fragte ob er zu mir darf, ich sagte ihm nein und ich geh jetzt schlafen, hab ihn blockiert und zum Glück dann auch nie wieder gesehen:/

Als Opfer hat man das Gefühl selber schuld zu sein.
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Ich würde da nicht jedes Wort als wahre Münze nehmen.
Sie steht außerdem doch noch recht Stabil und Schlagfertig im Leben oder?

Von einem Leiden ihrerseits konnte ich gar nix lesen,ausser die kurze Aussage Sie wäre angeblich Suizidal gewesen, hat es wohl keinerlei weiteren Auswirkungen gehabt.
Ich finde das alles sehr sehr suspekt geschildert.
Ist alles nicht Koscher meiner Meinung nach.
Du solltest mehr auf dich acht geben,ich denke die Frau ist mit größter Vorsicht zu genießen, am besten laufe laufe..weit weg.
 
Zuletzt bearbeitet:

grisou

Aktives Mitglied
Dieser hat sie zu einer Anzeige gedrängt. Sie war noch zu keiner Anzeige bereit und letzlich hat sich ihr Ex von ihr getrennt und ihr verletzende Sachen unterstellt. Gewissermaßen hat er ihr auch eine Teilschuld gegeben.
das passiert leider sehr häufig, aus unwissenheit gibt man opfer die schuld oder wenigstens eine teilschuld. tatsache ist, niemand möchte vergewaltigt werden. und da gibt es kein "ein bisschen vergewaltigt". es ist eine schlimme art der gewalt, die einem da angetan wird und danach ist nichts mehr wie davor.

ich finde es toll, dass du versuchst sie zu verstehen und nach antworten suchst. nicht alle tun das.

Und nach einigen Wochen hat der Täter sie erneut angeschrieben. Und ihr ein schlechtes Gewissen gemacht, da sie es ja wollte. Anschließend haben beide wohl telefoniert und viel geschrieben. Er hat sie manipuliert ihr gesagt, dass er ihr helfen will. Sie wollte sich damals laut ihrer Aussage selbst verletzen und hat sich deshalb mit ihm erneut getroffen. Es wurden insgesamt 4 Treffen, in denen es auch Sex gab. Wenn man das so überhaupt nennen darf. Sie hatte wohl auch Panikattacken. Er hat sich daran ergötzt.
es ist ein manipulativer, sadistischer täter. da geht es um macht. auch darum einen menschen von sich abhängig zu machen, ihn immer wieder zu quälen. gut erkannt, er wollte sich ergötzen.

Ihr immer wieder gesagt, dass die Treffen das Richtige sind. Sie hat ihm geglaubt, ist dort aber auch hingegangen, um zu leiden. Ich mache ihr keine Vorwürfe, es ist einfach nur extrem schwer zu begreifen, das äussere ich so aber nicht:
warum nicht? solange du über dich sprichst und nicht ihr verhalten damals verurteilst. es ist schwer nachzuvollziehen. und mit deinen fragen musst du dich nicht verstecken. ich traue dir zu, dass du sie wertschätzend und liebevoll stellen kannst, ohne ihre geschichte in frage zu stellen.

ich kann natürlich nicht für deine partnerin sprechen, ich kann dir nur meine erfahrung mitteilen.

man merkt es eh, wenn das gegenüber irritiert ist, es nicht begreifen kann und das ist hilfreich, wenn dann jemand das auch offen so formuliert und man merkt, es hat nichts mit mir zu tun und der andere glaubt mir. das ist wirklich das wichtige, dass einem geglaubt wird.


Der ihr helfen wollte. Und dem sie gewissermassen ihr Leben verdankt, da sie stark suizidal war. Sie hat diesen "2. Mann" mehrmals vor mir als lieben und tollen Menschen bezeichnet.
menschen sind nicht entweder schwarz oder weiß. manche monster sind nach außen super nett und sozial. und manchmal hängt man sich an diesen teil, weil man sonst zugeben muss, dass einem etwas sehr schlimmes passiert ist. man sucht lieber die schuld bei sich. so reguliert sich die psyche.

Wobei es sich um die gleiche Person gehandelt hat.
ich versuche dir nicht das verhalten deiner partnerin zu erklären. das kann ich nicht. ich kann dir nur hinweise geben, welche gründe es geben KÖNNTE, dass sie so reagiert.

die psyche ist in der lage, den übergriff abzuspalten. sie kann sogar so weit gehen und abspalten, dass es sich um ein und die selbe person handelt. das wäre jetzt in diesem fall etwas ungewöhnlich. ich will dir nur erklären, welche starken mechanismen in der psyche wirken.

wenn hier also so leichtfertig von lügen und täuschung gesprochen wird, ich würde mich nicht trauen das verhalten aus der ferne aufgrund von zwei sätzen zu be- und verurteilen. da weiß niemand, was in dieser frau vor sich geht. das kannst du nur mit ihr zusammen klären.


Dankbarkeit und Verständnis geäussert. Das war anfangs schon schwer für mich zu verstehen, da es in meinen Augen einfach ein anderer Mann ist, der eine Frau ausnutzt. Seitdem ich vor kurzem erfahren habe, dass es sich um die gleiche Person handelt, kann ich einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen.
kann ich gut verstehen, es ist schwer das von außen zu verstehen. toll, dass du trotzdem fragst und versuchst es zu verstehen und sie nicht einfach stehen lässt.

ich bin auch über jahre hinweg zurück zu meinen tätern gegangen. aus zwei gründen.

zum einen war es selbstbestrafung. "habe ich stück dreck ja so verdient".

und gleichzeitig - was auch irgendwie absurd ist - es hat mir auch das gefühl gegeben, es war alles nicht so schlimm. ich wollte es ja selbst, ich habe es ja machen lassen, also kann auch der missbrauch früher nicht so schlimm gewesen sein. es hat mir das gefühl von normalität gegeben.

es hat lange gedauert, bis ich die täter auch als solche bezeichnen konnte.

das sind unbewusste dinge ,die ablaufen. wenn ich wieder zuhause war, hatte ich den zusammenbruch und mich vor mir selbst geekelt. es ist wie wenn die psyche ihren halt verliert. sich nicht mehr verorten kann. mal hier hin schwingt, dann da hin. und nach einem festen untergrund sucht.

Sie will aktuell keine Therapie beginnen. Ausser mir und ihrem Ex und ihrer besten Freundin weiss niemand von diesem Vorfall. Ich will sie zu nichts drängen. Ich will ihr helfen und sie stützen.
jemand sagte schon vor mir, wichtig ist, dass du dir hilfe suchst. als angehöriger trägst du eine schwere last und es ist wichtig, dass du deine grenzen einhältst und auf dich schaust. vielleicht magst du dich ans hilfetelefon wenden. dort sind dann auch leute, die mehr ahnung haben und dir das besser erklären können.


Aber wie kann ich mir selber erklären, dass sie diesen Mann noch vor mir gelobt und verteidigt hat?
ich hoffe, ihr bekommt irgendwann ein gespräch hin, wo sie dir das erklären kann. dazu braucht es auf ihrer seite das vertrauen, dass du versuchst zu verstehen und sie nicht verurteilst.

im außen kann es niemand erklären, wie gesagt, ich kann dir nur hinweise geben, wie und warum das möglich ist.

es muss nicht unbedingt eine lüge gewesen sein, sondern vielleicht hat ihre psyche das wirklich abgespaltet als "ist eine andere person". dann ist dieses wissen zwar im hintergrund, aber man verdrängt es. und zum teil so erfolgreich, dass es gar nicht im bewusstsein ist.

ihre situation ist speziell, weil sie ist mitgegangen in die wohnung, dann später immer wieder zu ihm gegangen, es ist mehrmals passiert. vielleicht hilft es ihr stabil zu bleiben, ihn als den guten samariter zu sehen und das auszublenden, was er ihr angetan hat. und sich nicht bewusst mit ihrer gefühlten schuld auseinander setzen zu müssen. das kann große angst machen und dann kommt man ins vermeiden.

und man darf nicht vergessen, er hat ihr geholfen. und das darf auch seinen raum haben. da geht es dann nur um sie. ich habe das problem, mein adoptiv-vater hat mir schlimmes angetan, mich gleichzeitig vor schlimmeren bewahrt. und das ist so schwer es zu einem bild zusammenzufügen und dann kann es passieren, dass nur das gute übrig bleibt, weil das ist leichter zu ertragen. und ich musste lernen, meine dankbarkeit hat ihren raum. sie ist berechtigt. dafür muss ich aber nicht mich selbst verleugnen und das wegschieben, was er mir angetan hat.

ich würde so aus der ferne mal sagen, sie war allein in dieser zeit, und er war der einzige mensch, an den sie sich binden konnte. da ist etwas an bindung entstanden, was ihr jetzt angst macht zu kappen. weil er lange zeit für sie ein schutz war. das klingt fast ein wenig wie das stockholm syndrom. also ich will nicht sagen, das ist es bei ihr. weiß ich nicht, aber vielleicht hilft es dir, wenn du dich da ein wenig einliest.

Ich musste mir diese Worte einfach mal von der Seele schreiben, da ich das Thema mit niemandem in meinem Freundeskreis besprechen darf.
gut, dass du für dich diesen weg gefunden hast. und wie gesagt, vielleicht rufst du mal beim hilfetelefon an und schaust, was es für dich noch für möglichkeiten gibt, damit du dich schützen kannst. weil du bist wichtig für sie und eine tolle stütze. das sollte möglichst nicht verloren gehen, weil du irgendwann nicht mehr kannst. achte auf dich!
 

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