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Mein Leben und jetzt?

Ladolcevita83

Mitglied
Ich habe mich eben angemeldet, weil ich dieses Forum neu endeckt habe und hoffe endlich menschen zu finden die mich verstehen… Also der Text wird sehr lang…. Nur zur Vorwarnung J
Ich bin Türkin, 24 Jahre alt, habe studiert und komme einfach nicht mehr klar… Angefangen hat alles in meiner Kindheit. Meine Eltern sind nicht konservativ und ich war ein sehr schwieriges Kind. Hatte keine Lust auf Schule, Regeln etc. War schon sehr wild und hatte immer einen eigenen Kopf. Oft wurde ich verprügelt, aber die Schmerzen waren mir egal. Ich habe noch eine Schwester. Sie ist jünger und war immer Papas Liebling. Eigentlich wollte ich ihm immer beweisen das ich auch gut genug bin. Hätte ich diesen Durst nach Papas liebe nicht gehabt, hätte ich nie studiert… Alles was ich schulisch getan habe, habe ich für ihn getan. Und trotzdem bin ich in seinen Augen schlecht… Sie wird immer noch hoch gelobt. Ihr Jura Studium ist eben schwieriger und mehr wert als mein Lehramt… Übrigens hatte ich sogar im Examen ne eins. Die Examensarbeit hat er nicht einmal aufgeschlagen… Naja alles kann ich hier nicht aufzählen… Irgendwann als ich elf war schickten mich meine Eltern in eine Koranschule ( ich sollte ja nicht als ungläubige enden). Dort wurde ich von unserem Pfarrer missbraucht… Ich erzählte es aber keiner glaubte mir. Sie behaupteten ich hätte keine Lust auf Gott etc. Naja mit 14 passierte mir sowas wieder. Diesmal war es mein Cousin! Nur erzählte ich es jetzt keinem.. wozu auch???? Mit 16 hatte ich ein Tumor. Zum Glück gutartig. Trotzdem musste ich meine Ferien immer im krankenhaus verbringen. Er wuchs dauernd nach. Ca. 7 mal. Zähle nicht mehr…. Meine Sommerferien waren also auch immer gleich!
Naja dann hatte ich immer die sorte von Männern, die scheisse waren. Das Gefühl geliebt zu werden und zu lieben hatte ich nur einmal. Er ist tot.
Danach konnte ich keinen Mann mehr lieben und probierte es mit Frauen aus. Hatte zwar Beziehungen, aber hätte ich es lieber gelassen. Die eine war kriminell, hatte ein Auto geklaut und Bäckerei ausgeraubt. Sie hat mich nur ausgenutzt um von ihrer konservativ strengen Familie los zu kommen. Ich wohnte schon allein und sie zog direkt zu mir. Die Geschichte ist böse ausgegangen… Nach ihr hatte ich ne alkoholikerin, die dealte auch noch mit Drogen. Naja da war ich schon traurig als sie mich abgeschossen hat. Gefühle hatte ich wohl für sie… Nun hatte ich echt keine Lust mehr. Hab angefangen zu saufen, war nur noch feiern, sex mit Frauen….affäiren….
Für die uni habe ich kaum noch was getan. Nur noch das nötigste… Ein Jahr ging das so. Ich hab viel geschlafen in der Zeit. Auch wenn ich nicht wirklich geschlafen habe, konnte ich die Augen nicht öffnen. War immer müde und im Bett. Meist wusste ich nicht mehr ob ich geschlafen hatte…
Ich habe es irgendwie geschafft anderen Menschen genau das vorzuspielen was sie gerne hätten. Das perfekte Schauspiel. Niemand wusste wie es mir ging. Komischerweise bin ich ein sehr beliebter Mensch, obwohl ich mich fast nie bei irgendwem gemeldet habe…Heute frage ich mich wie es das alles verheimlichen konnte. Ich erzählte niemandem von meinem verunglückten Freund. Ich erzählte jedem das wir glücklich waren und heiraten wollten, obwohl es ihn nicht mehr gab. Es war ne Fernbeziehung und somit war das total easy. Ich glaubte eigentlich selber an meine Lügen und habe das nie wirklich realisiert. Es gibt noch so vieles was ich schreiben könnte, aber das würde den rahmen sprengen.
Jedenfalls jetzt zu meinem Problem: Ich bin unglücklich. Ich fühle nichts mehr für Menschen. Meine Katze ist tot. Darum musste ich viel weinen, aber sonst weine ich nie…Ich habe die Uni endlich beendet, aber ich kann mich nicht wirklich freuen. Eigentlich macht es mir eher angst, aber eigentlich ist mir das sogar egal. Schwer zu beschreiben…Ich bin total blockiert, wenn ich angemacht werde dann nehme ich das eh nie ernst, da ich denke das alle mir eh nur an die Wäsche wollen… Ich weiß nicht mal ob ich lesbisch, bi oder hetero bin. Früher war ich stock hetero…. Ich finde mich hässlich… Alles ist so monoton. Ich würde gerne lieben, habe aber angst das ich das nie wieder kann. Ausserdem schlafe ich kaum noch.. keine Ahnung warum das auf einmal! Es ist so eine große leere in mir. Die Tage vergehen und alles bleibt gleich. Ich frage mich warum ich das alles erleben musste ? Was ich falsch gemacht habe? Warum ich es nicht verdient habe auch mal glücklich zu sein. Ich glaube eh nicht mehr daran. Oft frage ich mich warum ich überhaupt auf der Welt bin. Fühle mich so überflüssig. Eigentlich fühle ich wenn überhaupt nur Trauer und Lustlosigkeit…
Denkt nicht das ich mich zu hause verkrieche. Natürlich tue ich das, aber auch nur wenn ich weiss das es keiner merkt. Für andere bin ich wohl ein Glücklicher Mensch, der viel lacht, viel erlebt… Ich bin auch oft unterwegs, aber hoffe immer innerlich das ich bald heim kann…
Ich will einfach nicht mehr so weiterleben. Nicht falsch verstehen. Ich würde mich nie selbst umbringen… aber hätte auch nix dagegen wenns morgen vorbei wäre…
 

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B

BlueScreen

Gast
Mensch du musstest ja wirklich viel durchmachen :(
Da fehlen mir momentan echt die Worte.

Hast du schon mal an einen Neuanfang gedacht?
Weit weg ziehen und alles "hinter dir" lassen?
Auch den Kontakt mit deinem momentanem Umfeld abbrechen (nur den Menschen bescheid sagen, die dir wirklich wichtig sind).

Natürlich macht das nicht die Vergangenheit rückgängig, aber es hilft dir vielleicht mit ihr "abzuschließen".
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
Hallo liebe Ladolcevita83,

danke für deinen Bericht, habe ihn gerade ganz gelesen.

Wenns einem selbst grad schlecht geht, tröstet einem so ein Bericht sogar, auch wenn du es jetzt komisch findest.

Alles, was du schreibst, ist logisch und nachvollzíehbar. Am meisten trifft einen immer, wie Eltern so sein können. Ich habe keine Kinder, aber ich werde es nie verstehen. Na ja, erklären kann man es, aber nein, es ist grausam und unverständlich.

Hast du keinen Job, der dich gefangennimmt, mit anderen Menschen zusammenbringt oder so?

Man möchte dich an der Hand halten dürfen,

merkt dann, dass man dies selbst manchmal nötig hätte

und schämt sich, dass man keine besseren Ratschläge hat.

Mit ein wenig Menschlichkeit grüße ich dich

Sigi
 

Ladolcevita83

Mitglied
Ja mache mein Referndariat in einem anderen Bundesland. Ich möchte selber neu anfangen, aber der gedanke daran macht mich a8uch nicht glücklicher. Ich weiss ja eigentlich was gut oder schlecht für mich ist, aber ich bekomme die Kurve nicht. Oft lasse ich dinge einfach stehen, weil ich es nichtmal schaffe einen Brief abzuschicken, rechnungen zu bezahlen ( nicht, weil ich pleite bin, sondern weil ich es nicht schaffe eben...). Ich frage mich selber wie ich so erfolgreich in der uni sein konnte. War ja auch oft bei meinem Hausarzt. Er hat mir Antidepressiva gegeben. Also irgendwie gings mir damit auch nicht besser. War nur noch müder als sonst....Vor ein paar wochen hat er mir von irgendwelchen spritzen erzählt, die es wohl gibt um glücklicher zu sein.... Ich halte davon ehrlich gesagt nicht so viel. Möchte so gern aus eigener Kraft aus der sache raus. Auch will ich nicht in theraphie, weil ich real mit keinem menschen darüber reden möchte. Ich kanns irgendwie nicht und schämen tu ich mich auch noch dafür.
Wenn ihr mich sehen würdet, dann würdet ihr mir das alles echt nicht glauben. Man sieht mir meine traurigkeit nicht an. Manchmal würde ich gerne was sagen. Den Leuten ins Gesicht schreien, damit sie mich wahrnehmen. Sie merken wer ich wirklich bin, jedoch lasse ich es lieber. Ich sehe das ganze wirklich nur noch als perfekte vorstellung eines stückes namens Leben und ich bin die Hauptdarstellerin.
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
Hi, ich bins nochmal,

kann alles nachvollziehen, meine aber, eine Therapie wäre vielleicht das Richtige. Ich würde auch nicht auf Pillen vertrauen wollen. Aber wie du über alles wegspielst (verständlich) das tut dir nicht gut. Darum hast du ja auch hier geschrieben.

Allerdings ist da mit Therapien schwierig, weil wenn es der verkehrte Therapeut ist, dann trifft zu, was du schreibst. Es lohnt sich also, zu mehreren zu gehen, bis man einen Menschen hat, mit dem man kann.

Ich ermuntere dich schon, diesen Weg zu überprüfen.

Zumal, du viele Dinge hast, viel ist da und etwas will dir alles entreißen. Ich habe schon das Gefühl, dass du jemand zum Reden bräuchtest.

Sigi
 
B

BlueScreen

Gast
Auch will ich nicht in theraphie, weil ich real mit keinem menschen darüber reden möchte. Ich kanns irgendwie nicht und schämen tu ich mich auch noch dafür.
Wenn ihr mich sehen würdet, dann würdet ihr mir das alles echt nicht glauben. Man sieht mir meine traurigkeit nicht an.
Ich kann dich da absolut verstehen!
Meine Probleme sind zwar im Gegensatz zu deinen ein Witz, weil mein einziges Problem eigentlich ich selber bin...
Aber auch mir ging es längere Zeit ziemlich scheiße...

Bei mir hat es auch kein Mensch bemerkt, dass es mir schlecht ging.
Und ich konnte auch mit keinem Menschen darüber sprechen. Ich konnte es einfach nicht über die Lippen bringen. Mein Schamgefühl war einfach viel zu groß und auch mein "Stolz" stand mir im Weg.
Irgendwann ist es mir dann in einer Email rausgerutscht (in einem echten Gespräch wäre das für mich undenkbar gewesen!).
Kurz nach der Email hab ich mir nur gedacht: "Was hast du da getan?! Das kann einfach nicht wahr sein!" Ich wollte im Erdboden versinken und war tierisch sauer auf mich.
Das Ganze hat sich dann natürlich auch innerhalb kürzester Zeit rumgesprochen.
Aber weißt du was? Ich fühle mich jetzt "befreiter"!
Es tut irgendwie einfach verdammt gut endlich meine Maske abgenommen zu haben! Endlich keine Show mehr abziehen zu müssen!

Natürlich hat meine Familie dann auch einige Schritte unternommen, die mir gar nicht gefallen.
Nächste Woche habe ich meinen ersten Termin bei einer Psychologin. Alleine schon der Gedanke daran....naja.
Ich muss was tun, von alleine ändert sich nichts.

Meinst du nicht auch, dass es auch für dich eine große Erleichterung sein kann, deine Maske abzulegen?
Klar das zu machen ist sehr schwer, aber du bist dann vielleicht auch von einer großen Last befreit!


Jedenfalls kannst du stolz auf dich sein!
Denn du bist ein sehr starker Mensch. Andere wären schon längst zerbrochen!
 
Zuletzt bearbeitet:
F

feel alive

Gast
hi ladolcevita83

ich habe mein studium hingeschmissen, respektive "konnte ich einfach nicht mehr". von dem her - ist kein trost für dich im moment, aber vielleicht mal später, wirst du froh sein, dass du es abschliessen konntest - ist das schon mal total super, dass du trotzallem dein studium abgeschlossen hast. und erst 24!
für dich mag es selbstverständlich sein, ist es aber nicht. und du kannst ne runde stolz darauf sein. vielleicht spürst du das nicht, aber ich hoffe, es kommt noch mal in dir durch!

man lernt es von klein auf: sich so zu benehmen, dass andere dabei glücklich sind. als kind kann man nicht anders. als kind ist man an seine bezugspersonen gebunden. ihre abwesenheit, ihr nicht wohlwollen löst schlimmste panik in einem aus! ein grund, warum man später in beziehungen auch so krass emotional reagiert?
ein grund, dass man nicht eins zu eins zeigt, wie man ist.

problem dabei, wenn man das jahrelang hatte, hat man das intus, ohne es zu merken oder zu wollen. es ist einfach so. und auch logisch. von heut auf morgen kann man das nicht ändern. aber es geht!!!!!! glaube mir!

nimm deine ängste ernst. deine sorgen auch. nimm dich wichtig! kümmere dich um dich.

DU HAST ES VERDIENT glücklich zu sein.

jeder mensch hat das.

unterdrückte aggression... führt zu depressiven verstimmungen.
enttäuschungen... nicht angenommen oder wahrgenommen werden.

das mit dem pfarrer.. du meinst den hoca?????? der hat dich missbraucht??????? das ist ja HEFTIG!!!!
und keiner glaubt es dir dann auch noch!!¨

das muss dich brutalst verletzt und verwirrt haben. du bist alleingelassen worden.

du wunderst dich, dass du nach deinen vielen schmerhaften erlebnissen hässlich fühlst? hat dich jemand schon so behandelt, als wärst du ein wunderhübsches wesen? nein.. .

ich fände wichtig, dass du in einer professionellen guten therapie all das besprechen kannst und die nötige aufkommende wut für das regeln deines weiteren lebens benutzt.

man hofft immer irgendwie weitermachen zu können. trotz aller verluste. und auch wenn du das leben mehrheitlich als ausbeutend und aggressiv erlebt hast, ist es wichtig, gerade erst jetzt, dass du dir helfen lässt, dass du deinen überlebens- und lebenswillen stärkst.

deine seele, dein körper reagiert auf dein inneres. man kann es nicht betäuben, auch wenn man es oft versucht. je eher du dich deiner vergangenheit, deiner geschichte widmest umso eher, wirst du altes, das in dir ist, das dich verständlicherweise blockiert, auflösen und weiterschreiten können.

wenn du magst, kannst du mich über pn erreichen!

manchmal können andere menschen nicht anders. sie haben dir leid zugefügt und dich nicht geliebt. deine seele rebelliert. nimm sie ernst, höre darauf, was sie zu sagen hat. und lerne so zu sein, wie du bist. und nicht wie andere dich gerne haben!

von meinen eltern oder von meinem umkreis kann ich es auch vergessen, irgendeine anerkennung zu erhalten. es sei denn, ich tue das, was sie gerne hätten.

ich habe gelernt, auf mich zu hören. selber zu entscheiden, was ich wert bin und was nicht. selber zu entscheiden, ob ich gut oder schlecht oder was auch immer bin. ich nehme konflikte in kauf, ich nehme in kauf, alleine in einer menge zu stehen. und vorallem, höre ich auf meine gedanken und gefühle, und lass mir das von keinem und niemandem abschwatzen oder missinterpretieren. und noch viel weniger lass ich mir sagen, wie ich zu fühlen oder das leben zu sehen habe.

ich finde es wichtig, dass du deine emotionale landschaft, die noch mit deinem elternhaus verwickelt ist, anzuschauen. damit du dich innerlich befreien kannst. und du nen ort hast, wo man dich ernst nimmt!!! ganz wichtig! wo du deinen schmerz rausschreien kannst!
wo du all das, wo du verschwiegen hast, weil man dich nicht ernst nahm, weil es nicht in ihr kram passte, zum vorschein bringen kannst und somit verarbeiten kannst. damit du immer mehr lernst, dich zu sein, so zu handeln und zu reden, wie du es für richtig findest, und nicht wie es anderen passt.

seit ich mehr auf mich achte, mich ernst nehme, stressen mich auch andere mehr. weil es ihnen nicht passt. weil ich ihnen widerspreche. weisst, bei meinen türkischen eltern dachte ich immer, ok, autoritäres verhalten, wo man ja sagt, erwachsene sind mit respekt zu behandeln. ich lach dann immer drüber und sag, respekt? ja, klar, sicher. aber oft missbrauchen sie das ja - denn ich finde es eigentlich toll, dass man respekt voreinander und vor sich selber lehrt und auch lebt - als vorwand, um kritik unter den tisch zu wischen!!
ich war irritiert, dieses autoritätsdenken auch hier anzutreffen. bei meiner arbeit zum beispiel. ich lass mich davon immer irritieren.

mädel, ich wünsche mir sehr für dich, dass du dich findest, dass du den schmerz über den verlust des geliebtwerdens verarbeiten kannst und das gefühl geliebt zu werden wiedergewinnen kannst.

gib nicht auf! lass es zu. ... hast es ja schon getan, indem du hier reingeschrieben hast!

es ist zeit, die lügen aufzudecken, tabus zu brechen, und dich für dich einzustehen!
 

Ladolcevita83

Mitglied
Danke erstmal für eure lieben Antworten!

Versteht mich nicht falsch, ich will kein Mitleid oder sowas. Für eine Frau in Afrika die unter aids leidet und 5 Kinder allein ernähren muss sind meine Probleme auch lächerlich. Jeder hat doch seine eigenen mit denen er klar kommen muss.

Im realen Leben ist es fast unmöglich für mich diese Dinge mit ,,Freunden" zu besprechen. In meinem Umfeld denken viele Menschen meine Freunde oder Bekannte zu sein. Jetzt müsste man den Begriff erstmal definieren.... Jedenfalls wissen diese Menschen nur das was sie über mich wissen sollen. Ich komme aus einem gemischten Umfeld. Lebe in zwei verschiedenen Kulturen. Mein deutsches Umfeld ist sehr oberflächlich. Ich weiss nicht woran es liegt. Meine türkischen Bekannten, alles angehende Akademikder, sind zwar für ihre Verhältnisse tolerant, aber es gibt Dinge die würden sie auch nicht akzeptieren. Also erzähle ich nur das was sie hören wollen. Meine Familie kann ich vergessen. Die verstehen mich nicht. Das können sie auch nicht.... Sie denken solange ein Mensch genug zu essen, ein Dach über dem Kopf und ein nettes umfeld hat, hat er auch keine wirklichen Probleme. Meine Eltern eben sehr arm aufgewachsen.... was soll ich denen da erzählen. Ausserdem würden sie mich wohl auch verstossen nach allem was ich gemacht habe. Allein schon die Sache mit den Frauen.... Ne! Meine Eltern kann ich echt vergessen...
Es tut mir sehr gut das zu schreiben. Irgendwie fliest alles so raus. Wirkliche Hilfe erwarte ich auch gar nicht, weil ich selber nicht mehr wirklich daran glaube oberflächlich zu sein. Klingt etwas abstrakt. Ich bin ein Mensch der sehr viel nachdenkt und alles zweimal überlegt. Ich glaube man kann nur glücklich sein, wenn man Dinge einfach so hinnimmt und sich weiter keine Gedanken macht. Für mich sind diese Art von Menschen sehr einfach und ich beneide sie wirklich. Auf der anderen Seite bin ich davon überzeugt das Menschen schlechte Ereignisse im Leben brauchen um zu wachsen. Der Mensch braucht das einfach um die guten Tage schätzen zu können. Nur wenn man irgendwann sich selber so im weg steht das man keine guten Tage mehr wahrnehmen kann, dann ist was schief gelaufen.
Ich versuche auch nicht jede schlechte phase meines lebens mit meiner Vergangenheit zu entschuldigen. Eigentlich möchte ich das mir die Vergangenheit egal sein soll, aber das ist sie leider nicht. Ich empfinde das als sehr schlimm....
Ach ich weiss ja selber nicht :-(
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
Ladolcevita, Du willst dich aussprechen, brauchst aber keinen Therapeuten. O.k. akzeptiere ich.

Vielleicht ist es doch das, was ich in meinem ersten Kommentar schrieb, du bräuchtest lediglich die Hand, die dich hält, statt einer Welt, die du durchschaust, die dir nichts bieten kann.

Deine Eltern fallen aus und das ist vielleicht Teil der "Katastrophe", so einfach das klingt. Manchmal sind es einfache Sachen, die fehlen, nehmen wir mal eine mechanische Konstruktion, die manchmal nur Öl braucht, um zu funktionieren und keinen Mechaniker.

Was meinst du? Denk mal in die Richtung, ob dann nicht alles einfacher für dich wird, wenn du dir vorstellst, wie es wäre wenn . . ..........

Sigi
 

ChancenWerkstatt

Neues Mitglied
Hallo Ladolcevita83,

Dein Bericht über Dein bisheriges Leben hat mich berührt und ich habe eine große Traurigkeit wahrgenommen. Du sprichst darin viele ernste, wichtige Lebensthemen an. Familie - Dein Verhältnis zum Vater, Religion, Glauben, Spiritualiät, Partnerschaft, Selbstfindung, Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit und Glück.
Wie ich gelesen habe, sind einige Dinge wohl in Deinem Leben nicht so gelaufen, wie man es sich erhofft. Diese Verletzungen haben ihre Spuren hinterlassen. Manches macht einen stark und gibt gute Ressourcen, anderes hingegen hinterlässt tiefe Narben.
Deine Seele spricht zu Dir, wenn sie dir das Gefühl gibt, dass was zum Glück fehlt. So wie manchmal auch körperliche Wunden nicht von alleine heilen, sondern der Hilfe von Außen benötigen, so ist das auch mit seelischen Wunden.
Warum nicht einfach sich die Chance geben und in so einem Fall Hilfe von Außen holen. Dein Hausarzt könnte da für Dich ein erster Ansprechpartner sein. Auch ein Anruf bei der Telefonseelsorge kann hilfreich sein:0800-1110111 oder 0800-1110222 . Dort kannst anonym von Deinem Kummer erzählen und auch hilfreiche Kontaktadressen genannt bekommen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut, Deine Themen anzugehen und dich auf Hilfe von Außen einzulassen. Manche Dinge kann man halt leider nicht alleine stemmen, auch wenn man ein starker Mensch ist wie Du. Du hast ein Recht auf Glück.

Alles Gute für Dich

Markus
 

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