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Mein Denkarium

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Hallo 😁
Sehr gerne darfst du was sagen
Hi, nochmal.

Ich beziehe mich jetzt auf deinen Eingangsbeitrag.

Also erstmal finde ich, dass du dir wegen solchen Lappalien wie beim Bürgerbüro keine weiteren Gedanken machen solltest. Du weißt gar nicht, wie egal das der Frau am Schalter ist. Ich weiß, dass das in dem Moment total unangenehm ist und man sich wie ein Larry fühlt, aber ich helfe mir immer dabei, dass ich sage: In 24 Stunden habe ich das sowieso wieder vergessen - wie alle anderen "total peinlichen" Situationen auch. Ich habe für sowas keine Zeit.

Als ich vor ein paar Jahren in eine neue Stadt gezogen bin, hatte ich z. B. gar keine Ahnung, was ich in dem Bürgerzentrum machen sollte. Es gab keine Schilder, alle standen nur herum. Soll ich mir jetzt eine Karte ziehen und wenn ja, wohin? Am Schalter war keiner. Also bin ich in irgendein Büro reingelaufen und habe eine Frau angequatscht, die sichtlich verwirrt war. Egal, ich hab keine Lust, Zeit zu vergeuden, nur weil ich mich geniere oder mal kurz überfordert bin.

Das mit dem Brautpaar... oh, da fällt mir auch was ein vor kurzem. Ich habe mich testen lassen bei so einem Mobilen Testzelt. Der Typ hat den Test kurz gemacht und meinte, ich soll in 10 Minuten wieder kommen. Als ich wieder kam, war da eine riesige Schlange und ich sollte mich angeblich hinter der Zelt vor der geschlossenen Tür stehen. Keine Ahnung, hab ich so aufgeschnappt. Ja, das war auch so eine Situation, wo ich dachte: sprichst du den jetzt drauf an, was du machen sollst oder stehst du da wie ein Depp vor dem Zeltrücken, in der Hoffnung, dass der irgendwann rauskommt? Dann kam eine Frau dazu, die mich gefragt hat, ob man echt da warten muss, und plötzlich hatte ich den Mut, nach vorne zu gehen und zu fragen. Vielleicht, um nicht blöd dazustehen.
Ja, solche Dinge passieren aber ich habe das schon wieder vergessen. Ich kann dir echt ein Buch darüber erzählen, was für dämliche Dinge mir passiert sind, wo ich dachte: oh Gott, jetzt denkt jeder, ich sei ein Chaot und unfähig. Aber so schlimm war es dann doch nicht.

Wieso bist du denn genau unglücklich? Das habe ich nicht so richtig rauslesen können. Du hast einen Freund. Ich auch. Das ist schon mal gut als seelische Unterstützung.
Was fehlt dir?
 

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Großstadtlegende

Aktives Mitglied
Oh, ich hab das wohl überlesen mit der Ausbildung.

Uhh, das kenne ich so gut. Für mich war das auch eine richtige Qual, mittlerweile ist es 7 Jahre her, dass die Ausbildung vorbei ist. Das war einfach nur ein Albtraum.
 

Tamagochi6

Aktives Mitglied
Hallo Großstadtlegende :)
Danke für deinen Beitrag.

"Wieso bist du denn genau unglücklich? Das habe ich nicht so richtig rauslesen können. Du hast einen Freund. Ich auch. Das ist schon mal gut als seelische Unterstützung.
Was fehlt dir?"


Ich habe leider Angststörungen. Deswegen kann ich schlecht schlafen, im Kontakt mit Menschen werde ich schnell nervös (Sozialphobie). Deswegen auch die übertrieben Reaktionen z. B. im Bürgerbüro :) Am meisten belastet mich aber dieses irreleale. Das kann ich nicht wirklich gut beschreiben. Dass ich mich sehr oft ziemlich "taub" fühle. Als ob ich alles automatisch von alleine machen würde. Ich sehe auch teilweise sehr verschwommen, als ob auch meine Sinne durch diese Abwesenheit nachlesen würden. Ich habe hier absolut keinen Plan was das sein könnte, was mit mir los ist. Das macht mir alles etwas an. Wenn ich aber alleine zuhause bin geht es meistens, oder in einem schönen Umfeld. Dazu kommt dann noch die Ablehnung meiner Eltern, von denen ich mich erstmal getrennt habe.
 

KaffeeKatze

Sehr aktives Mitglied
Am meisten belastet mich aber dieses irreleale. Das kann ich nicht wirklich gut beschreiben. Dass ich mich sehr oft ziemlich "taub" fühle. Als ob ich alles automatisch von alleine machen würde. Ich sehe auch teilweise sehr verschwommen, als ob auch meine Sinne durch diese Abwesenheit nachlesen würden. Ich habe hier absolut keinen Plan was das sein könnte, was mit mir los ist.
Huhu... das klingt ein wenig nach Derealisation/Depersonalisation und tritt leider gerne als Begleitung zu anderen psychischen Problemen auf, z.B. der erwähnten Angststörung. Plage mich damit auch seit Jahren rum und eventuell geht es bei dir ja auch in diese Richtung?
 

Tamagochi6

Aktives Mitglied
Hallo KaffeeKatze :)

Dasselbe hatte auch schon ein anderer User in diesem Forum vermutet. Ich habe mich damit beschäftigt und erkenne selbst ein paar parallelen. Vielleicht werde ich es irgendwann mal in der Therapie ansprechen, danke. Ich möchte es endlich einordnen können.
 

Tamagochi6

Aktives Mitglied
So jetzt aber weiter 😉

Heute ging es mir echt gut. Das Wetter war so schön, bei uns ist der Inzidenzwert endlich niedriger, deswegen hat die Außengastronomie geöffnet. Wir haben lecker was gegessen. Hab nen riesigen Gyrosteller mit Tzaziki verputzt 😍 und ich wurde sogar eingeladen. Endlich mal wieder schön zusammen ausgehen. Danach sind wir noch die Promenade entlang gelaufen. Die Geschäfte waren zwar schon zu, aber dadurch war es schön leer. Später haben wir noch Musik zusammen gehört und dabei was getrunken. Heute war es schön unbeschwert und Romantisch.
Morgen übernachte ich bei meiner besten Freundin, da freu ich mich auch schon drauf. 😁
 

Tamagochi6

Aktives Mitglied
Ich habe die letzten Tage nicht gut schlafen können. Viele Gedanken, Selbstzweifel und Ängste treiben mich in den Wahnsinn. Bei der Arbeit kann ich mich nur schwer konzentrieren. Morgen muss ich wieder ran, dabei würde ich am liebsten nichts machen. Aber was solls. Ein bisschen Anstrengung und der Gang aus dem Bett tut gut.
Ich denke in letzter Zeit super viel an meine Eltern, meine Kindheit, meine Jugend. Ich empfinde Wehmut aber auch Hass. Hass ist keine schöne Emotion, es ist eine sehr starke Emotion, die einen ruhelos macht. Triggert irgendwie, lässt mich nicht entspannen. Ich sollte versuchen das Gefühl abzulegen. Irgendwo fühlt es sich aber auch an wie ein Befreiungsschlag. Ich erkenne durch die Trennung, dass die Menschen, die zu mir stehen die wirklich wichtigen Menschen sind. Auf meine Eltern war ich angewiesen, auf sich allein gestellt kann man nicht groß werden. Ich brauchte sie um es warm zu haben, um zu essen, um zu schlafen. Das war eine Abhängigkeit, mit Güte hatte das ganze nicht viel zu tun. Nicht umsonst drohten sie mit dem Rausschmiss. Sie wussten, dass ich ohne Geld und ohne Wohnung nicht leben kann. Also konnten sie mich unter Kontrolle halten und ich habe es mitgemacht, ich habe gedacht ich sei es ihnen schuldig. Dabei ist es die Aufgabe der Eltern sich um ihre Kinder zu sorgen, auch wenn sie nicht so sind wie sie es sich ausgemalt haben. Auch wenn sie schwul sind und alte Männer mögen. Auch wenn die Söhne sich die Nägel lackieren möchten, auch wenn sie sich Barbies wünschen. Deswegen verprügelt man sein Kind nicht, deswegen droht man ihm nicht, deswegen verachtet man es nicht, deswegen kontrolliert man es nicht und deswegen mobbt man es auch nicht. Ich bin kein Sohn, den sich die meisten Eltern wünschen würden, aber das suche ich mir ja selbst nicht aus. Zumindest habe ich nie großen Ärger gemacht. Das schlimmste was ich gemacht habe sind meine Sexualität und meine "Mädcheninteressen". Aus der Sicht meiner Eltern. Aber dass es z.B. in der Schule nicht gerechtfertigt war mit 6 Leuten auf 1 Person einzuschlagen ist verdammt nochmal die Wahrheit. Aber zuhause hieß es, dass ich mit meiner Art selbst schuld bin, dass ich normal sein muss wenn man mich normal behandeln soll. Normal behandelt wurde ich nicht. Meine Eltern verachten mich. Mein Vater ist gewalttätig und meine Mutter unterstützt ihm und gibt ihm immer recht. Mein Bruder hält mich auch für einen Loser, er hat selbst in der Schule das Mobbing teilweise angestachelt. Und er hat nie Ärger dafür bekommen, weil ich Schuld daran bin dass man so zu mir ist. Das sind Sachen, die mich wütend machen. Ich will nie wieder dort leben, lieber erschieße ich mich. Ich hab keine Lust mehr meine Sachen zu verstecken, mich woanders umziehen zu müssen und Angst zu haben von ihnen gesehen zu werden. Es gibt ja auch Menschen, die mich mögen. Die finden es ja auch nicht schlimm wie ich bin oder wie ich aussehe. Das muss ich mir einfach sagen. An mir ist nicht alles schlecht. Dass ein "besonderes" Kind ihren Eltern Probleme und Sorgen bereiten kann ist mir klar. Aber deswegen vertreibt man es nicht von Zuhause, indem man schlimme Sachen androht. Ich habe verdammt nochmal ein Recht auf körperliche unversehrtheit, auf eine freie Entfaltung meiner Persönlicheit und ein Recht auf Liebe.
Wenn ich meine beste Freundin und ihre Familie sehe macht mich das immer traurig. Dann bin ich neidisch. Auch wenn ich das nicht sein will, Neid ist schlecht. Genau wie der Hass, den ich im moment auf meine Familie habe. Fest steht, dass ich niemals wieder zu ihnen zurückkehren will. Sie wollen mich schließlich nicht, dafür will mich nicht verstellen. Das habe ich schon viel zu lange getan. Es ist an der Zeit frei zu sein. Nur noch mein Kopf und meine Psyche muss da mitmachen. Die Sachen, die mir mein Leben lang eingetrieben worden sind, müssen nur noch verschwinden.
 

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