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Mein beruflicher Ruin

msc1993

Mitglied
Hallo Community,

ich hätte nicht gedacht, dass ich hier einen Thread erstelle und über mich schreibe… Aber Aktuell bin ich hart/streng zu mir selbst und mache mir ziemlich viele Vorwürfe, was aus mir beruflich geworden ist.... Zu mir --> Ich bin männlich und 27 Jahre alt (werde dieses Jahr 28)

Wenn ich an das letzte Jahrzehnt zurückblicke, hatte ich vor zehn Jahren meinen mittleren Schulabschluss. Dann habe ich eine betriebliche Ausbildung zum Verkäufer bei einem kleinen, türkischen Obstladen durchgezogen. War nicht so geil für meine Entwicklung gewesen, aber ich hab es mit sehr gut (92 Punkte, IHK) abgeschlossen. Nach der Ausbildung habe ich direkt BOS1 (Fachhochschulreife) und BOS2 (Abitur) gemacht. Schnitt von BOS1 war eine 4,0 und von der BOS2 3,3. Trotz beschissene Noten war es echt eine geile Zeit gewesen.

Jetzt kommt das Teil, was mich bis heute immer wieder runterzieht...
Am Herbst 2015 habe ich mich für Lehramt eingeschrieben. Und da lief leider sehr vieles schief....
Auf jeden Fall habe ich bei zwei Fächern bei den Anfangsmodulen endgültig nicht bestanden. Ich komme mir immer noch extrem dumm vor. Im Jahr 2018 hatte ich voll den Tiefpunkt/Krise gehabt, dass ich zum Arzt war und Psychotherapie gehabt hatte. Der Arzt hat mir damals angeboten mich in einer Klinik einzuweisen, wenn ich zugesagt hätte. Ich habe es abgelehnt, weil ich nicht krankgeschrieben werden möchte. Und somit lebe ich immer noch mit dieser Erniedrigung in mir....

Mittlerweile arbeite ich als Modeverkäufer und bin auch unbefristet. Seit dem 2. Lockdown bin ich sowieso in Kurzarbeit. Ich mag mein Job, weil ich verkaufen kann und die Kunden mich beim Verkaufen gelobt haben. Natürlich ist das Gehalt ziemlich mager, was leider normal im Einzelhandel ist…

Und manchmal ist die Gehaltsabrechnung einen Schlag in die Fresse. Damit kann ich natürlich keine Familie ernähren oder dementsprechend auch keine Wohnung leisten, weshalb ich aktuell noch bei meiner Familie lebe.
Die Frage ist auch, ob ich auch an meiner Altersvorsorge kümmern muss…..

Mich verfolgt es immer wieder, wenn jemand einen Studienabschluss gemacht hat oder jemand mehr Geld verdient. Es triggert mich heftig und bin niedergeschlagen. Oder wenn meine Mutter mich mit jemand vergleicht, der jetzt 3k verdient... Es killt mich innerlich.... Ich fühle mich und bin ein Loser.... Weshalb ich mir immer noch Vorwürfe mache.

Ich fühle mich auch irgendwie unvollständig. Ich habe tatsächlich nichts erreicht und das macht mich fertig… Umgangssprachlich fickt das Einen richtig….

Ich habe das Gefühl, dass ich beruflich nichts reißen kann und die Zukunft schon längst ruiniert ist. Und fühle mich für diese Generation etwas alt…

Diese Lockdowns ist eindeutig wie eine Selbstfindungsphase und denke mir echt, was aus mir beruflich geworden ist. Und zum Teil auch, wie ich gelebt habe.

Aber ich schaue nach vorne und bleibe STARK. Was einem nicht umbringt, macht einen stärker.

Oder wenn das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus.

Ich fühle mich und bin etwas LOST, weshalb ich auch diesen Thread erstelle.

Ich bin dankbar über eure Antworten, Inputs, Inspirationen!!

Mit freundlichen Grüßen
 
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miasma

Aktives Mitglied
Also das alle Menschen als "Verkäufer" oder im Einzelhandel keine Wohnung und kein Geld haben... das stimmt ja nun nicht. ;-)

Kannst du nicht versuchen zu einer großen Kette zu wechseln?

Z.B. bei uns am Lidl steht dauern das sie Filialleiter suchen auch selber weiterbilden... etc. Auch beim Rewe

Da geht doch auch was an Weiterbildung
 

msc1993

Mitglied
Also das alle Menschen als "Verkäufer" oder im Einzelhandel keine Wohnung und kein Geld haben... das stimmt ja nun nicht. ;-)

Kannst du nicht versuchen zu einer großen Kette zu wechseln?

Z.B. bei uns am Lidl steht dauern das sie Filialleiter suchen auch selber weiterbilden... etc. Auch beim Rewe

Da geht doch auch was an Weiterbildung
Das stimmt. Es gibt Leute im Einzelhandel, die zum Teil überhaupt nicht schlecht bezahlt werden.

Ich habe es so grob überlegt.

Filialleitung habe ich noch nie gemacht.
 
Zuletzt bearbeitet:

msc1993

Mitglied
Du hast eine Ausbildung als Verkäufer und arbeitest in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Natürlich hast du was erreicht.

Nicht jeder ist für ein Studium gemacht und man sollte schon seine Ansprüche ein bisschen zurück schrauben, wenn man merkt, man packt es nicht.

Arbeitest du Vollzeit? Und damit kannst du dir keine Wohnung leisten?

Was du machen könntest: schau, was bei der IHK an Weiterbildung angeboten ist und schau, dass du einen besseren Job findest. Das ist auf jeden Fall zielführender als dein Neid auf erfolgreichere Menschen, der dir überhaupt nichts bringt, im Gegenteil.
Es ist frustrierend. Ursprünglich wollte ich Studieren und das auch Schaffen. Ich hatte in der Vergangenheit bzw. in den letzten 5 Jahren leider nicht großartig nachgedacht, weshalb sich leider viele Fehlentscheidungen, Niederlagen und Rückschläge ergeben hat.

Ja. 38,5h. Ich verdiene 16 Cent über den Mindestlohn. Mit meinem Lohn könnte ich mir höchstens einen WG-Leben leisten. Aber eigene Wohnung wäre besser. Ich wohne in einer Kleinstadt, wo die Mietpreise teurer sind. Mittlerweile 9€-10€ pro qm.

An Weiterbildung könnte ich Handelsfachwirt oder auch Betriebswirt machen. Ich weiß auch nicht, ob ich bis an meinem Lebensende im Einzelhandel bleibe. Der Job ist heutzutage auch ziemlich undankbar.
 
Zuletzt bearbeitet:

Finline

Aktives Mitglied
Fast jeder arbeitet später nicht mehr in seinem angelernten Beruf. Dir selber steht eine Weiterbildung nicht im Weg. Am geeignetsten für dich ist eine Führungsstelle wie oben schon vorgeschlagen und schon kannst du dir auch eine teuere Wohnung leisten.
 

msc1993

Mitglied
Könntest du dir vorstellen, dich weiter zu bilden?

An deiner Stelle würde ich dem Studium nicht so nachweinen. Viele Menschen fangen an zu studieren und brechen dann ab. Das ist kein Weltuntergang, wenn man danach was Handfestes hat. Du hast doch eine Ausbildung abgeschlossen und hast einen Job.

Ich denke es wäre wichtig, das du ausziehst. Vielleicht ist ein Appartement oder eine WG was für dich.
Ja. Ich kann mir vorstellen mich weiter zu bilden oder auch zu studieren.
Parallel bewerbe ich mich auch für den öffentlichen Dienst.

Es ist schwierig für mich darüber hinweg zu kommen, auch wenn es eine Weile her ist. Mittlerweile ist es besser. Aber es ist halt trotzdem für mich wie eine Narbe.

Ich persönlich find es meistens ziemlich unangenehm, wenn jemand mich fragt, was ich beruflich mache. Aber mittlerweile geht es.

Jap. Ich bin ein Müttersöhnchen....Ich hatte mal einen Semester vor drei Jahren in einer WG für ein halbes Jahr gelebt, aber war immer noch in meiner alten Stadt, wo ich mit meiner Familie lebe, gemeldet. Der Distanz zwischen den beiden Orte waren nur 30km. Und ich war jedes Wochenende immer zu meiner alten Stadt gewesen. Einerseits hatte ich mich etwas freier gefühlt.
Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, wo alles passt, ziehe ich direkt aus.
 
Zuletzt bearbeitet:

CabMan

Aktives Mitglied
Von der Überschrift her dachte ich, dass Du ein alter Mann sein musst. Du bist ja noch jung. Du bist sogar so vernünftig, schon an Deine Altersvorsorge zu denken. Als ich in Deinem war, hatte ich nicht annähernd soviel geschafft wie Du. Meine Altersvorsorge habe ich damals - dummerweise - total vernachlässigt. Trotzdem habe ich irgendwann die Kurve gekriegt.
Altersvorsorge ist wichtig. Du musst aber auch leben. Dein aktueller Stundenlohn erlaubt Dir auch keine großen Sprünge. Natürlich ist es gut, wenn Du Geld sparst und vielleicht in ETFs anlegst. Bis zur Rente kann sich da einiges ansammeln.
Auf jeden Fall solltest Du Dich fortbilden. Wie stehen Deine Chancen, Dich auf eine besser bezahlte Stelle zu bewerben?
Es kann auch passieren, dass sich in den nächsten Jahren neue Gelegenheiten für Dich ergeben. Da solltest Du dann sofort zugreifen. Ein Freund von mir hat „nur“ eine einfache Ausbildung gemacht. Er hat aber jede Möglichkeit wahrgenommen, mehr aus seiner Position zu machen. Auch ohne Studium hat er es dadurch zu einem verantwortungsvollen und gutbezahlten Posten gebracht.
 

msc1993

Mitglied
Von der Überschrift her dachte ich, dass Du ein alter Mann sein musst. Du bist ja noch jung. Du bist sogar so vernünftig, schon an Deine Altersvorsorge zu denken. Als ich in Deinem war, hatte ich nicht annähernd soviel geschafft wie Du. Meine Altersvorsorge habe ich damals - dummerweise - total vernachlässigt. Trotzdem habe ich irgendwann die Kurve gekriegt.
Altersvorsorge ist wichtig. Du musst aber auch leben. Dein aktueller Stundenlohn erlaubt Dir auch keine großen Sprünge. Natürlich ist es gut, wenn Du Geld sparst und vielleicht in ETFs anlegst. Bis zur Rente kann sich da einiges ansammeln.
Auf jeden Fall solltest Du Dich fortbilden. Wie stehen Deine Chancen, Dich auf eine besser bezahlte Stelle zu bewerben?
Es kann auch passieren, dass sich in den nächsten Jahren neue Gelegenheiten für Dich ergeben. Da solltest Du dann sofort zugreifen. Ein Freund von mir hat „nur“ eine einfache Ausbildung gemacht. Er hat aber jede Möglichkeit wahrgenommen, mehr aus seiner Position zu machen. Auch ohne Studium hat er es dadurch zu einem verantwortungsvollen und gutbezahlten Posten gebracht.
Wenn man heutzutage die Altersarmut sieht, ist es heftig. Da muss man wirklich frühzeitig sich mit diesem Thema beschäftigen, auseinandersetzen und handeln. Ok. Ich muss ziemlich vieles nachlesen.

Ich habe noch nie Geld angelegt. Das wäre für mich total Neuland für mich. Sogar Lotto spielen habe ich auch noch nie gemacht. Oder viele halten auch durchs Wasser mit Nachmieten, wenn man tatsächlich Immobilien gekauft hat.

Mir fällt es sehr krass auf, dass man sich fort-/weiterbilden oder studieren muss, um mehr Geld zu verdienen. Ich sehe meine Chancen chaotisch, um eine gutbezahlte Stelle zu bekommen, weil der Arbeitsmarkt hart ist. Letztes Jahr wurde ich einmal von einer anderen Marke angeworben, der ca. 10€ Stundenlohn zahlt. Aber ich bin trotzdem in dem Unternehmen geblieben, weil ich schon unbefristet bin.

Mal schauen, was in den nächsten Jahren passiert. Die Pandemie ist irgendwie ein "Game Changer".

Ohne Studium in einer richtig guten Position ist schon challenging und auch viel Glück gefördert. In dieser Generation ist es mehr akademisiert. Die meisten Stellenanzeigen wollen nur Hochschulabsolventen. Ich stelle mir das Leben von heute etwas härter vor als vor 10 oder 20 Jahren.
 

CabMan

Aktives Mitglied
Mir fällt es sehr krass auf, dass man sich fort-/weiterbilden oder studieren muss, um mehr Geld zu verdienen.
Du wirst Dich laufend fortbilden müssen, wenn Du für Deinen Arbeitgeber weiterhin interessant bleiben willst. Außerdem ist fortlaufendes Lernen auch gut für Dein Gehirn. Aktuelles Wissen verliert immer schneller an Wert. Viele Berufe, die heute der Renner sind, wird es vielleicht in 30 Jahren gar nicht mehr geben. Allein deshalb musst Du bereit sein, irgendwann in einem Arbeitsumfeld unterwegs zu sein.
 

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