Anzeige(1)

Mann hat keine Lust mehr

Lalebay

Mitglied
Hallo,
mein Mann hat seit der Geburt unserer Tochter keine Lust mehr auf Sex .Egal was ich mache er blockt ab oder verschwindet einfach im Bett und schläft .
Das ganze zieht sich jetzt seit einem 3/4 Jahr hin.Ich bin nur noch Mutter und nicht mehr Frau .Er sagt er weiß nicht warum er keine Lust hat, etwas ändern möchte er auch nicht. Er fängt auch immer Streit an wenn ich wirklich den Versuch unternehme um ihm Näher zu kommen,wenn ich dann etwas sage Kommt meist der Spruch „Jetzt musst du schon wieder Streit anfangen ,da hat man keine Lust „. Zärtlichkeiten fordert er aber ein ,ist gekrängt wenn er keinen Kuss bekommt oder wir nicht kuscheln.Mir fehlt der Sex einfach und ich merke auch das es mich verändert so dekradiert zu werden .Er hat ein Recht auf Zärtlichkeit aber ich muss auf Sex verzichten.

Ich habe ihm auch 6 Monate Zeit gegeben und ihn nicht unter Druck gesetzt .Aber es ist ihm egal.Ich weiß mir keinen Rat mehr außer ihn erstmal auch keine Zärtlichkeit mehr zu geben Vlt.denkt er dann darüber nach .
 

Anzeige(7)

Katrin1964

Aktives Mitglied
Mhhh war er bei der Geburt eures Kindes dabei und wie verlief diese ? Ist euer Kind anstrengend ? Schreit es viel, fordet euch ? Hat er denn genug Schlaf ? Ohne irgendwelche Hintergründe zu kennen, würd ich spontan sagen, er möchte nicht das du wieder schwanger wirst . Vielleicht hat er bei der Geburt sehr mitgelitten ,( theoretisch ein Trauma erlitten) oder ist eben mit dem Kind überfordert. Wie alt seit ihr denn ?
 
Zuletzt bearbeitet:
G

GrayBear

Gast
Hallo Lalebay,

denkst Du wirklich, dass es sinnvoll ist, wenn man nicht essen will, auch noch das Trinken einzustellen?

Ja, Du wirst hier im Forum viele AnhängerInnen dieser simplen "Wenn-Dann"-Logik finden, die ganz schnell dabei sind, ein Regelwerk von Forderungen und Druckmitteln aufzubauen, um ein Ziel zu erreichen und manchmal funktioniert das ja auch. Wenn ich einen großen Schmerz gegen einen noch größeren Schmerz abwägen muss, dann gebe ich womöglich der größeren Bedrohung nach, ohne Einsicht, ohne Einverständnis, einfach nur dem Druck folgend. Der Mensch ist vergesslich. Vielleicht klappt diese manipulative Methode nicht nur einmal. Aber wenn nicht, vergrößert sie das Problem ziemlich sicher.

Was Du beschreibst, ist unter Männern ein nicht wenig verbreitetes Phänomen. Die Ursachen dafür sind sehr vielfältig. Darüber zu spekulieren macht wenig Sinn. Bei der Geburt meiner Tochter war ich mit im Kreissaal, wurde aber von der Schwester "dezent" beiseite geschoben, damit ich nicht alles mitbekomme, mit der Begründung, dann hätte ich später nicht so vieles zu verarbeiten. Ich war zu aufgeregt, um zu widersprechen. Wie kann ein Mann über versteckte Ängste sprechen, wenn er nicht weiß, dass er sie hat? Stress, Hormonstörungen, überzogene Ansprüche an sich selbst, Schlafmangel, Überforderung, Eifersucht und noch vieles mehr, können ein Gesamtpaket ergeben, dass man als Mann nicht mehr überblickt und in einzelne "Pakete" aufschnüren kann.

So blöd es vielleicht klingen mag, aber seine Partnerin unter großen Schmerzen schreien zu hören und das als Folge des eigenen Spaßes und Kinderwunsches zu sehen und zu akzeptieren, verknotet schon die eine oder andere Synapse im eigenen Gehirn. "Schuld" mag ein bescheuertes Denkkonzept sein, aber manchmal erwischt sie einen auf dem linken Fuß. Nicht wenige Männer sind da innerlich sehr zwiegespalten und wer dafür nicht einmal vor sich selbst Worte finden kann, steckt in einem Strudel sich widersprechender Gefühle fest. Wenn ich Angst vor einer "Wiederholung" habe, dass aber eigentlich dämlich finde, wenn ich traurig bin, dass ich meiner Frau mit der Geburt so viele Schmerzen zugefügt habe und ich mich hilflos fühle, weil ich damit und dagegen nichts tun kann, dann verfällt so mancher Mann ins grübeln. Grübeln führt zu innerem Rückzug und die Zeichen stehen auf "Flaute".

Wie geht "Mann" damit um, wenn er sich als Teil des Problems wiederfindet und innerlich nicht so "stabil" und "klar" ist, wie er gerne sein wollte oder sollte? So oft wird uns Männern eine simple, schwanzgesteuerte Denkweise unterstellt und anhand vieler Beispiele scheinbar belegt, aber wenn es dann doch komplexer wird, wenn "Hier Frau, Du Mann und los" sich eben doch nicht mehr wie eine 1+1-Logik handhaben lässt, dann kann da was nicht stimmen?

Das eigene Kind löst in einem Mann eine Vielzahl von Ängsten und Befürchtungen aus, die enormen Stress zur Folge haben können. Was, wenn man die Familie nicht mehr versorgen kann, wenn man als Vater versagt? Was, wenn einen das eigene Kind nicht liebt? Wie die eigene Liebe zwischen Mutter (nicht mehr nur Partnerin) und Kind nicht aufzuteilen vermag? Wie soll "mann" mit den eigenen Erwartungen umgehen? Was ist mit den vergrabenen Erinnerungen an die eigene Kindheit, die es plötzlich mit diffusen Gedankenfetzen an den eigenen "Strand" spült? Wie mit den veränderten Erwartungen der Partnerin umgehen?

Sich mit der neuen Familiensituation zurecht zu finden, ist nicht nur für Dich als Frau, Lalebay, ein Mammut-Projekt. Auch Dein Partner ist da in vielen Punkten überfordert und kann damit vielleicht nicht gut umgehen, weil er aus seiner Sicht "viel besser" damit umgehen können sollte.

Ich weiß nicht, wie gut ihr euch inzwischen kennt und wie offen ihr mit einander umgeht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Partner so gut wie immer in der inneren "Dimension" des anderen Partners verschätzen. Es gibt immer Punkte, die man vor sich selbst und dem anderen versteckt oder verstecken zu müssen glaubt. Er wäre nicht der erste Mann, dessen Bedürfnis nach Sex sich wandelt, der sich dafür schämt, es nicht wahr haben will oder Dich weder enttäuschen, noch schockieren will.

Fakt ist aber, dass ihr einen Weg finden solltet und das in nicht all zu ferner Zukunft, denn dieses "Ungleichgewicht" schadet euer Beziehung. Humor hilft. Ehrlichkeit hilft. Immer wieder begegne ich schockierten Paaren, die "das" vom Gegenüber nie gedacht hätten und doch ist es da. Darüber kann man reden lernen. Und ja, es gibt Männer, die vor sexuell aktiven Frauen Angst haben oder Angst bekommen. Und dann liegt es wirklich nicht immer nur an der Länge des Penis. Ein wenig komplexer sind wir Männer schon.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Zärtlichkeit verbindet.
Warum verweigerst du Zärtlichkeit?
Um Sex zu erpressen?
Sehr ungewöhnlich - ich kenne das nur von Männern. ;)
Und kann dir aus eigener Erfahrung sagen:

Es funktioniert nicht.

Gib deinem Partner Zeit.
Geburt und Baby verändern vieles.
Man muss sich dran gewöhnen.
Das Leben ist jetzt voller, bunter, erstaunlicher.
Und man muss sich darauf einstellen dürfen.

Du wirst nicht "degradiert".
 

Dunkler_Engel

Aktives Mitglied
Ich würde ihm auch einfach Zeit geben. Natürlich ist ein 3/4 Jahr schon eine lange Zeit, gerade wenn man selber sich nach dem Sex sehnt. Doch desto mehr Druck du machst, umso mehr wird er sich bedrängt fühlen.
Ich würde es als positives Zeichen sehen, dass er andere Zärtlichkeiten bei dir sucht wie kuscheln und küssen. Nichtsexuelle Berührungen sind ebenfall sehr wichtig für eine Beziehung, deshalb würde ich dieses unter keinen Umständen unterbinden.

Mein Ex hat nie großes Interesse an Kuscheln gehabt oder andere Zärtlichkeiten. Jedes Mal wenn er mich berührt hat, steckte der Hintergedanke Sex dahinter. Irgendwann begannen seine Berührungen für mich unangenehm zu werden. Sex wurde für mich mehr eine Sache, die ich zu erledigen hatte.

Gebe ihm die Zeit die er braucht und mache keinen Druck. Irgendwann wird auch bei ihm die Lust zurückkommen.

Liebe Grüße
Dunkler_Engel
 

Lalebay

Mitglied
Danke für eure Abtworten.

Die Geburt unserer Tochter war ein Kaiserschnitt ohne großes Drama .Sie ist auch von Geburt an sehr pflegeleichtes Kind.
Mein Mann Arbeitet in einem Kleinen Betrieb ohne viel Stress und wir haben auch keine Geld Probleme. Das kann ich somit ausschließen.

Ich habe mir eine Spirale setzten lassen nach der Geburt da wir beide keine Kinder mehr wollen.
Ich habe ihn auch gebeten er soll sich vom Arzt untersuchen lassen ,da er auch ständig müde ist aber das möchte er nicht .
Ich fühle mich nur noch als Mutter und Hausfrau ,Kühlschrank voll,Wohnung sauber und fertig .
Ich bin 33 und mein Ehemann möchte nur Kuscheln und seine Bedürfnisse sind damit gestillt .Und somit ist die Sachen für ihn erledigt .Und somit fühle ich mich wirklich degradiert als Frau sieht er mich nicht mehr habe ich das Gefühl.
Ein Dreiviertel Jahr wie gesagt haben wir keinen Sex ,Witze wie „Wir könnten ja mal wieder „ macht er ja auch,wenn ich darauf eingehe möchte er auf einmal nicht mehr .Es macht mich wirklich fertig und das schlimmste ist das ich keinen Grund weiß und er auch nicht darüber redet .

Ich würde die Zärtlichkeit einfach auch nicht mehr zulassen wenn ich meine Lust dann eh nie befrieden kann.
Das ist wie Durst haben aber nicht zu trinken bekommen
 

Katrin1964

Aktives Mitglied
Danke für eure Abtworten.

Die Geburt unserer Tochter war ein Kaiserschnitt ohne großes Drama .
Vielleicht war es für dich kein grosses Drama , aber für einen der daneben steht, kann ich mir gut vorstellen, das es innere Panik ausgelöst hat. Bei der 3. Geburt meines Enkelkindes von meiner Tochter per Kaiserschnitt war ich zwar nicht im Op Saal , aber allein dieses Vorgespräch was alles passieren kann , war der blanke Horror . Ich war heil froh wie sie wieder draussen war und alles hinter sich hatte. Vielleicht liebt er sich so sehr, das wirklich ein Trauma unterbewusst ausgelöst wurde. Vielleicht solltet ihr mal einen Paartherapeut aufsuchen. Wenn das vorher nicht war , dann muss etwas bei der Geburt passiert sein.
https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/31840/das-mannliche-geburtstrauma/
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • Chat Bot:
    Kampfmaus hat den Raum verlassen.

    Anzeige (2)

    Oben