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Mangel an Disziplin und die Folgen

Faust

Aktives Mitglied
Hallo,

ich habe ein ziemlich großes Problem mit Disziplin. Ich kriege es absolut nicht auf die Reihe mich selbst ein wenig bei der Stange zu halten, das fängt beim Tagesablauf an (man betrachte sich nur mal wieviel Uhr wir es haben) führt weiter über das Lernen für die Uni und geht hin bis zu alltäglichen Sachen wie Verspätungen zu Treffen etc.
Ich habe in meinem Leben es eigentlich immer geschafft mich um Dinge zu drücken und habe mehr Energie darauf verwendet mich gegen Lehrer und Lernen zu stämmen anstatt sie für wirklich sinnvolle Sachen zu investieren. Jetzt bin ich an dem Punkt angelangt wo ich sagen kann, dass ich mir schon viele Möglichkeiten verbaut habe und quasi am Scheideweg stehe. Das Problem ist wirklich, dass ich bisher immer mit dem Weg des geringsten Widerstands weitergekommen bin, was wohl auch an meinen rhetorischen Fähigkeiten (und ich will mich jetzt nicht selbst beweihräuchern) liegt.
Ich bin mir der Tatsache bewußt, dass ich Talente habe und die Möglichkeit diese zu nutzen, aber ich mache es einfach nicht. Woraus mein zweites Problem resultiert, ich bin im Grunde genommen total unzufrieden mit mir und wie ich mein Leben gestalte, was teilweise in Aggression mündet, die in Diskussion verschärft zu Tage treten - sprich ich diskutiere sehr aggressiv und versuche immer meinen Standpunkt durchzuschlagen, was mir auch häufig gelingt, aber oft auf die Kosten meiner Mitmenschen geht. Ich verletzte Menschen mit dem was ich sage, auch wenn ich es nicht will. Ich könnte die Liste jetzt noch weiterführen, aber das würde zu lang. Ich bin eigentlich eine starke Persönlichkeit die von Menschen angesprochen wird, wenn es Probleme gibt, ich stehe gerne im Mittelpunkt und ziehe das Gespräch auf mich und doch habe ich teilweise absolute Minderwertigkeitskomplexe. Ich öffne mich hier anonym im Internet, weil ich im wirklichen Leben eigentlich nie über meine richtigen Probleme rede, weil ich Angst habe Schwäche zu zeigen.
Das auf meine Probleme hier nicht auf einen Schlag aus dem Weg geräumt werden ist mir vollkommen bewußt, aber ich würde mich über Ratschläge und Tipps freuen und ich wollte mir einfach mal was Frust von der Seele schreiben.

Beste Grüße
Faust
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
ich habe ein ziemlich großes Problem mit Disziplin. Ich kriege es absolut nicht auf die Reihe
Hallo Faust,
erstmal: Das glaube ich dir nicht :) ... wenn du "nichts" auf die Reihe bekämst wärst du schon tot und nicht hier am PC ...

Zur Disziplin: Was ist denn dein Endziel, was die nächste Stufe auf dem Weg dorthin? Dann machen Tipps vielleicht mehr Sinn, wenn es ein bisschen konkreter wird.
Gruß, Werner
 

Polux

Aktives Mitglied
Hallo Faust,
Werners Vorschlag erstmal ein Ziel zu definieren ist macht Sinn. Was würde es dir nutzen auf den Apfelbaum zu klettern, wenn du Kirschen pflücken willst?

Ein 'Ziel' - oder sogar 'Ziele' zu finden ist allerdings nicht so einfach. Du musst zu dir ehrlich sein (und nur zu dir), denn vielleicht stimmen die Ziele nicht mit dem was du 'denkst' dass man machen 'müsste' überein. Deine 'Disziplinlosigkeit' beschützt dich also eigentlich davor Energie zu 'vergeuden'. Ich würde in so einem Fall meiner Disziplinlosigkeit danken. :)

Eine Frage die du dir beantworten kannst (um mit was anzufangen)

Gibt es irgendeine Sache wo ich wirklich viel Ausdauer und 'Disziplin' (was heißt das Wort für mich?) habe.

Bei der Beantwortung kann es egal sein ob das gesellschaftlich (oder auch von dir selbst) 'anerkannt' ist oder nicht.

(Ich wüsste schon eine Sache, wo du anscheinend viel Disziplin hast: in der Disziplinlosigkeit nämlich :))
Nach dem Ziel geht's dann weiter
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Ein 'Ziel' - oder sogar 'Ziele' zu finden ist allerdings nicht so einfach.

Es könnte übrigens auch ein "Nicht-Ziel" sein - also etwas, das du vermeiden oder verhindern willst. Bringt manchmal mehr Motivation :) noch. Ich kenne jemand, wenn der unmotiviert ist, fährt er nach Stuttgart unter eine Brücke, wo Obdachlose ein Lager haben - schaut kurz drunter und ist dann wieder motivert für die nächste Zeit, seinen Job zu machen. ;)
 

Karsten

Aktives Mitglied
Hallo Faust,

Wenn du schreibst, nur weil es den Weg des geringsten Widerstands gibt, gehst du diesen, obwohl du weist das dieser für dich falsch ist, dann kann ich dazu folgendes sagen:

Es wird immer den Weg des geringsten Widerstandes geben. Zeitlebens.

Nur führt dieser von dir als 'disziplinlose' Weg mitnichten zum Erreichen deiner scheinbar höheren ANsprüche an dich selbst. Das ist wohl eher dein Problem.

Das Problem ist, du hast seit langer Zeit den Weg des geringsten Widerstands gesucht und gefunden. Du machst das schon ohne drüber nachzudenken. Jetzt müsstest du aufmerksamer gegenüber deiner Verhaltensautomatismen werden.
Konzentration und Aufmerksamkeit können genauso automatisiert werden, aber bis das soweit ist muss man sich dazu zwingen.

Das ist zumindest mein Weg aus meiner Undiszipliniertheit. Klappt schon ganz gut. :D

Beste Grüße
Karsten
 
E

EuFrank

Gast
Hallo Faust!

Hallo,

ich habe ein ziemlich großes Problem mit Disziplin. Ich kriege es absolut nicht auf die Reihe mich selbst ein wenig bei der Stange zu halten, das fängt beim Tagesablauf an (man betrachte sich nur mal wieviel Uhr wir es haben) führt weiter über das Lernen für die Uni und geht hin bis zu alltäglichen Sachen wie Verspätungen zu Treffen etc.
Ich habe in meinem Leben es eigentlich immer geschafft mich um Dinge zu drücken und habe mehr Energie darauf verwendet mich gegen Lehrer und Lernen zu stämmen anstatt sie für wirklich sinnvolle Sachen zu investieren. Jetzt bin ich an dem Punkt angelangt wo ich sagen kann, dass ich mir schon viele Möglichkeiten verbaut habe und quasi am Scheideweg stehe. Das Problem ist wirklich, dass ich bisher immer mit dem Weg des geringsten Widerstands weitergekommen bin, was wohl auch an meinen rhetorischen Fähigkeiten (und ich will mich jetzt nicht selbst beweihräuchern) liegt.
Ich bin mir der Tatsache bewußt, dass ich Talente habe und die Möglichkeit diese zu nutzen, aber ich mache es einfach nicht. Woraus mein zweites Problem resultiert, ich bin im Grunde genommen total unzufrieden mit mir und wie ich mein Leben gestalte, was teilweise in Aggression mündet, die in Diskussion verschärft zu Tage treten - sprich ich diskutiere sehr aggressiv und versuche immer meinen Standpunkt durchzuschlagen, was mir auch häufig gelingt, aber oft auf die Kosten meiner Mitmenschen geht. Ich verletzte Menschen mit dem was ich sage, auch wenn ich es nicht will. Ich könnte die Liste jetzt noch weiterführen, aber das würde zu lang. Ich bin eigentlich eine starke Persönlichkeit die von Menschen angesprochen wird, wenn es Probleme gibt, ich stehe gerne im Mittelpunkt und ziehe das Gespräch auf mich und doch habe ich teilweise absolute Minderwertigkeitskomplexe. Ich öffne mich hier anonym im Internet, weil ich im wirklichen Leben eigentlich nie über meine richtigen Probleme rede, weil ich Angst habe Schwäche zu zeigen.
Das auf meine Probleme hier nicht auf einen Schlag aus dem Weg geräumt werden ist mir vollkommen bewußt, aber ich würde mich über Ratschläge und Tipps freuen und ich wollte mir einfach mal was Frust von der Seele schreiben.

Beste Grüße
Faust
Zu Thema1:
Man läßt sich meines Erachtens am ehesten gehen, wenn man keine Ziele und klaren Einstellungen hat. Eine Egal-Haltung ist eine gute Voraussetzung für das SichGehenLassen oder Disziplinlosigkeit. Dagegen hilft eigentlich nur eine andere Lebenseinstellung: Versuchen, das Beste aus seinem Leben zu machen etc. Wenn man nur das Nötigste macht, weiß man im Grunde nicht, was man will.

Zu Thema2:
Hört sich irgendwie nach Verdrängung an. Vielleicht willst Du wirklich eine gewisse Schwäche mit "GewaltRhetorik" kompensieren. Das könnte auch mit Problem1 zusammenhängen. Vielleicht verteidigst Du unbewußt Deine "Standlosigkeit" oder Deine Orientierungslosigkeit. Wer selbstsicher etc ist, braucht eigentlich seine Gesprächspartner nicht an die Wand zu reden und kann gelassen bleiben. Das ist aber nur eine sehr vage Vermutung.
 

Faust

Aktives Mitglied
Erstmal vielen Dank für die Antworten schonmal.
Ich habe in der Tat kein konkretes Ziel vor meinen Augen, wobei ich in der Schulzeit das Ziel Studium vor mir hatte und ich mich trotzdem nicht aufrappeln konnte, d.h. da hat es mit dem Ziel auch nicht geklappt. Ich versuche mir schon die ganze Zeit ein Ziel vor Augen zu setzen, aber den Traumberuf für mich habe ich immer noch nicht vor Augen.
Zu der Motivation durch "negative" Erfahrung sei gesagt, dass ich diesen auch schon gegangen bin. Jedesmal, wenn ich Schul oder Semesterferien einen Job gemacht habe, ist mir in der Zeit immer bewußt geworfen du willst sowas später nie beruflich machen (bspw. Tankstellenwart) und meine Motivation fürs Lernen stieg, aber nach den Ferien ist sie dann direkt wieder abgeflaut. Ich hatte mir für dieses Semesterferien auch vorgenommen an einem Hilfsprojekt in Afrika teilzunehmen um da auch diesen Effekt zu bekommen (und natürlich aus sozialen Gründen), aber meine Disziplinlosigkeit und meine Zweifel haben mich mal wieder dazu geführt, dass ich dieses Sache nicht weiterverfolgt habe.

Zu dem was du schreibst EuFrank, du hast in vielerlei Hinsicht recht. Ich bin früher stark gemobbt worden und bin derjenige gewesen der immer an der Wand stand, irgendwann habe ich mich dann durch dieses Auftreten darauß gerettet. Das war zu dem damaligen Zeitpunkt eine gute und sinnvolle Verteidigung für mich, zudem lief/laufe ich dadurch auch nicht Gefahr verletzt zu werden, weil gerade dadurch Distanz gewahrt wird. In manchen Situationen ist mir das immer noch hilfreich, aber im großen und ganzen macht es mir oft Schwierigkeiten.
 
E

EuFrank

Gast
Hallo Faust!

Erstmal vielen Dank für die Antworten schonmal.
Ich habe in der Tat kein konkretes Ziel vor meinen Augen, wobei ich in der Schulzeit das Ziel Studium vor mir hatte und ich mich trotzdem nicht aufrappeln konnte, d.h. da hat es mit dem Ziel auch nicht geklappt. Ich versuche mir schon die ganze Zeit ein Ziel vor Augen zu setzen, aber den Traumberuf für mich habe ich immer noch nicht vor Augen.
Zu der Motivation durch "negative" Erfahrung sei gesagt, dass ich diesen auch schon gegangen bin. Jedesmal, wenn ich Schul oder Semesterferien einen Job gemacht habe, ist mir in der Zeit immer bewußt geworfen du willst sowas später nie beruflich machen (bspw. Tankstellenwart) und meine Motivation fürs Lernen stieg, aber nach den Ferien ist sie dann direkt wieder abgeflaut. Ich hatte mir für dieses Semesterferien auch vorgenommen an einem Hilfsprojekt in Afrika teilzunehmen um da auch diesen Effekt zu bekommen (und natürlich aus sozialen Gründen), aber meine Disziplinlosigkeit und meine Zweifel haben mich mal wieder dazu geführt, dass ich dieses Sache nicht weiterverfolgt habe...
Man braucht schon eine gewisse Motivation zur SelbstDisziplin.

Oder gehe den negativen, umgekehrten Weg! Versuche einmal festzustellen, was Dir alles entgeht, wenn Du es nicht machst!

Nicht übel ist auch die Erfahrung, dass man sich von Rückschlägen nicht kleinkriegen läßt. Rückschläge sind normal. Ich finde aber die Natur und die Haltung eines Kämpfers ganz sympathisch. Ein lockerer Kämpfer, der Krampf vermeidet, kommt am Ende auch ziemlich weit. Auch wenn man viel Mist macht, sollte man immer sein angestrebtes "Optimum" im Auge behalten.
 
B

Benjamin-29

Gast
Hi Faust,

ich denke, dass wir einige Gemeinsamkeiten haben. Drum kann ich dir wegen fehlender Distanz zum Thema keine Tips zur Lösung geben:) - aber ein paar Anregungen kann ich beitragen:

Dass jemand keine Ziele hat, kann ich mir nicht vorstellen. Ich denke, das würde unserer Natur als Menschen widersprechen.
Mir scheint aber, dass es schwierig ist herauszufinden, was die eigenen Ziele konkret sind.
(Ich hab mal von einer Studie gelesen, in der untersucht wurde, wie erfolgreiche Leute ihre Ziele erreicht haben. Es gab keine Gemeinsamkeiten - ausser, dass alle Erfolgreichen ihre Ziele aufgeschrieben hatten. Man vermutet, dass mit dem Aufschreiben die Ziele sehr deutlich formuliert und damit klarer verfolgbar wurden.)

Ziele zu formulieren wird schwieriger, je anspruchsvoller man wird und je mehr Ziele man hat. Wenn das so ist, kann man langfristige und kurzfristige Ziele unterscheiden und anspruchsvolle Ziele in Arbeitsschritte und Zwischenziele unterteilen - wenn man will.:)
 

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