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Mama hat mir die Tür vor der Nase zugeknallt

Hallo Alex,

ob es Stolz, angst oder sonstwas ist, das muss ich noch lernen, dass mir das egal zu sein hat. schließlich ist sie die ältere und tut mir weh. Auf jeden Fall arbeite ich an meiner inneren Einstellung zu ihr, dass ich mit ihrer Abweisung umgehen kann und mich, wenn es notwendig sein sollte, auch wehren kann.

Es kann sogar sein, dass sie schon gemerkt hat, dass ich weg bleibe. Das schlimme daran ist, sie gibt mir die Schuld und kommt immer noch nicht auf die Idee, dass sie es mit ihrem Verhalten sein könnte.

Sie wird immer so bleiben, das musste ich bitter erkennen. Der einzige, der damit anders umgehen kann, das bin ich. Sie wird es nicht tun. Ich muss aufhören mir einzubilden, wenn ich dieses oder jenes tun würde, würde sie mir ihre Liebe offen zeigen. Sie kann das nicht. Das habe ich ihr angesehen (nicht erst jetzt, eigentlich schon immer), aber jetzt ist mir bewusst geworden, dass sie in einer Handlungsunfähigkeit drinnen steht, die sie lähmt und bösartig reagieren lässt bzw. zuschaut, wenn andere mir schlimmes antun. Dies zu verkraften, ist wohl ein längerer Prozess.

Liebe Grüße Dame 🙂

Hallo Dame,

ich glaube, ganz egal wird Dir das nie sein. Ich werde meine Mutter auch immer ein Stückchen vermissen. Ich bin ja auch schon erwachsen (so gut wie), aber in mir drin werde ich immer ein Stück weit auch noch Kind sein. Genauso wirst Du Dir immer wünschen, dass Deine Mutter anders ist. Aber was man wirklich verinnerlichen muss, ist dass es nicht an einem selbst liegt. Das Verhalten meiner Mutter hat enorm an meinem Selbstbewusstsein gezerrt, bzw. dadurch dass sie schon als ich noch klein war nicht so war wie andere Mütter, kam es mir schon immer so vor, als wäre ich weniger wert. Dass das nicht so ist weiss ich, aber manchmal fühle ich mich dennoch wertlos. Meistens in solchen Momenten wie diesen, erneuten Enttäuschungen.

Lg Alex
 
Nachtrag:
bei meiner Mutter hatte ich immer das Gefühl, ich wäre dran schuld, dass ihr Leben nicht so läuft, wie sie es sich gedacht hätte. Viele Jahre meines Leben habe ich damit verbracht, ihr zu beweisen, dass ich anders bin. Es war vergebene Liebesmüh.

Jetzt, da ich Susan Forwards Buch über die Kindheit gelesen habe, und mich auch ein wenig mit Trauma und Dissoziationen auskenne, bin ich mir erst darüber klar geworden: Was ich mache, ich erreiche sie nicht. Und dies zu fühlen tut weh, schrecklich weh.

LG Dame
 
Hi Alex, mich mal auch kurz einklink in diese krasse Geschichte. Es gibt ja immer mal wieder Situationen, die dazu führen können, dass der Eltern-Kind-Kontakt abbricht, aber so wirklich zu verstehen vermag ich das auch nicht, obwohl bei meinem Vater und mir selbst erlebt.
In meiner jetzigen Family (Kiddies erwachsen) ist es eher so, dass ICH diejenige bin, die hinter den Kindern herrennt und SIE mir klar ihre Grenzen mir gegenüber aufzeigen. Bis zu einem gewissen Grad normal und gut im Ablösungsprozess. Die Tür vor mir zugeknallt hat zwar noch keines, aber nicht geöffnet trotz Verabredung......Insofern kann ich deinen Schmerz nachvollziehen - Mutter und Kind, das ist nunmal die ursprünglichste und einst engste Bindung.
Nur: Die Betonung liegt auf "einst". Ich lese leider aus deinen Beiträgen nicht heraus, wie alt du bist. Wäre es an sich so, dass du noch ins Elternhaus gehörst oder könntest du bereits auf eigenen Füßen stehen?
Denn davon hängt ja auch der innere Ablösungsprozess ab, der zugegebenermaßen bei dir etwas brutal vonstatten geht. SO sollte das nicht sein.
Doch Loslassen - das ist schon dran ab einem gewissen Alter....
Man riet dir, mit deinem Vater zu sprechen. Hm. An einer Stelle erwähnst du, dass sich dein Vater und deine Mutter zutiefst hassen. Irgendwie tief in mir ist da das dumpfe Gefühl, dass dieses Gespräch über das unverständliche Verhalten deiner Mutter ein "Öl ins Feuer gießen" wäre - könnte er sachlich reagieren und auf DEINE Gefühle eingehen oder wäre es nicht vielmehr so, dass das dann nur zum neuen Ausbruch der "Ich-habs-ja-immer-gesagt"-Wut führte, um diese auch bei dir zu schüren...? Nur eine Frage aber ich könnte mir denken, dass es so läuft. Dein Thera scheint mir da der bessere Ansprechpartner.
Liebe Grüße und viel Mut und Kraft. quasimodo
 
Nachtrag:
bei meiner Mutter hatte ich immer das Gefühl, ich wäre dran schuld, dass ihr Leben nicht so läuft, wie sie es sich gedacht hätte. Viele Jahre meines Leben habe ich damit verbracht, ihr zu beweisen, dass ich anders bin. Es war vergebene Liebesmüh.

Jetzt, da ich Susan Forwards Buch über die Kindheit gelesen habe, und mich auch ein wenig mit Trauma und Dissoziationen auskenne, bin ich mir erst darüber klar geworden: Was ich mache, ich erreiche sie nicht. Und dies zu fühlen tut weh, schrecklich weh.

LG Dame

Das sollte ich viellicht auch mal lesen
 
Hallo quasimodo,

ich werde dieses Jahr 18. Ich werde noch ca 1 1/2 Jahre zur Schule gehen. So lange kann ich mir keine eigene Wohnung leisten. Aber zur Zeit ist es ganz ok bei meinem Vater und seiner Frau und ich darf auch bleiben wie es aussieht.

Mein Vater ist wütend auf meine Mutter, weil sie ihm ohne Vorwarnung oder Absprache mich überlassen hat. Dazu muss man aber auch sagen, dass sie mich jahrelang alleine groß gezogen hat und mein Vater oft nicht da war. Jetzt ist es umgekehrt. Wenn ich es ihm erzähle würde er mich wahrscheinlich versuchen zu trösten, und genau das will ich nicht, denn dann werde ich meine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle halten können.

Aber irgendwann wird er mich fragen, ob ich mal was von ihr gehört habe und dann kann ich es ihm immer noch erzählen. Ich hoffe, dass ich bis dahin ein bisschen Abstand gewonnen habe.

Danke Dir für Deine Antwort!

Liebe Grüße, Alex
 
Ach, alex, ja das ist echt doch nun ein bisschen ZU früh für solch einen knall zwischen deiner mama und dir.....umso weniger kann ich das nun verstehen - mein 20jähriger sohn hatte sich im letzten jahr eine mehrmonatige "mamaauszeit" genommen (gründe grad mal egal, es geht hier ja um dich) und das tat so grausam weh, dass ich das nicht wiederholt wissen möchte....
sag mal, kennst du vielleicht eine freundin deiner mutter, mit der du mal reden und die dir da bezüglich der hintergründe weiterhelfen könnte? das läuft dann vielleicht nicht so emotional ab wie mit daddy - kann ich gut verstehen, dass du das nicht auch noch brauchen kannst.
oder könntest du (sorry, falls du das schon getan hast und ichs überlesen habe) deiner mutter einfach mal schreiben?
du siehst, ich tappe hier auch etwas hilflos herum, weil ich das kaum fassen kann, was da abgeht.....
aber vielleicht findet sich im gespräch mit so vielen hier ja doch noch eine lösung. da du erst 17 bist, vielleicht auch sogar noch über das jugendamt...? nur als idee - da wäre eine neutrale person zwischen und der müsste deine mutter (noch) rede und antwort stehen.
ich umarm dich nun mal ganz fest - und weiß doch, du lieber, dass das jetzt eigentlich deine mutter tun sollte......
christa
 
Hallo Christa,

danke, lieb von Dir, aber ich glaube fast, man kann nichts mehr machen. Ich kann nicht erzwingen, dass sie mich gern hat. Ich hab die Hoffnung jetzt mehr oder weniger aufgegeben. Das Problem ist, dass sie schon damals, als ich noch bei ihr gewohnt habe, den Kontakt zu ihren ehemaligen Freunden immer mehr verloren hat, und ich glaube, dass die auch nicht mehr wissen als ich.

Jugendamt- ich weiss nicht ob die da was machen könnten. Meine Mutter wohnt in einem anderen Land. Und das Jugendamt kümmert sich ja um Kinder und Jugendliche, aber mir fehlt es ja rein theoretisch an nichts, da ich bei meinem Vater wohne.

Briefe geschrieben habe ich ihr schon mehrere. Es kam nie was zurück, aber ich werde trotzdem in ein paar Wochen mal wieder schreiben. Ich fühle mich irgendwie auch verpflichtet dazu, mich weiterhin ein bisschen um sie zu kümmern bzw. es zu versuchen, schliesslich ist sie meine Mutter. Zumindest soll sie wissen, dass ich da bin falls sie meine Hilfe braucht.

Was mich selbst betrifft so muss ich jetzt halt ohne mutter auskommen. Das tue ich ja schon seit einem halben Jahr. Tut weh, so ist es nun mal.🙁
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Alex,

ich bin´s noch einmal:
Deiner Mutter Verhalten erinnert mich an meine Schwiegermutter: als ich jung verheiratet war und wir sie besuchten, ist sie dann einfach weggefahren, das war ihr wichtiger, als wir. Da gab es mehrere solcher Ereignisse. Kein Wunder, dass ich danach immer mehr von ihr die Schnauze voll hatte und mich distanziert habe.

Sie ist auch nie auf meinen Mann (ihren Soh) zugegangen. Sie hat ihn nicht einmal zum Geburtstag gratuliert. Ist er zu ihr hin, dann hat sie so getan, als ob alles in bester Ordnung sei. Es war echt schlimm mit dieser Frau, wie sie ihren Sohn behandelt hat.

Warum ich das schreibe? Damit du merkst, dass es anderen auch schon ähnlich erging wie dir, dass du nicht alleine mit so einer Misere dastehst. Es gibt scheinbar immer wieder solche Eltern, die gar nicht wissen, welch wunderbare Kinder sie haben. 🙁

Liebe Grüße Dame
 
Hallo Alex,
bin noch ziemlich neu hier und mehr oder weniger in deine Geschichte hinein gestolpert...😎.Ich möchte dir nur sagen ich kann mir gut vorstellen das es dir nicht grade blendend damit geht,ich bin mit 16 zu hause ausgezogen,hatte viele Jahre keinen Kontakt zu meinen Eltern.Wichtig ist finde ich das du eben nicht wertvolle zeit damit verplemperst das ganze wieder in den Hintergrund deines Lebens zu schieben,du kommst da nur durch wenn du dich wirklich damit auseinander setzt,wenn deine Mutter dabei nicht teilhaben will ist das ihre entscheidung,das kannst du nicht ändern.Ich wünsche dir das du wirklich klar verinnerlichen kannst das das alles nicht deine schuld ist,du trägst nicht die verantwortung.Gut dann bist du halt von der Schule geflogen...und? dafür ist die Teenager zeit doch da,um Fehler zu machen,denke deine Mom hat sicher auch mal mist gebaut,und lebenslange ignoranz ist wohl kaum eine angemessene "strafe" für deine vergehen.Sich von jemandem lösen zu müssen obwohl man es selbst sooo gerne anders hätte ist eine schwierige aufgabe,aber wie schon andere vor mir gesagt haben jeder Mensch ist für sein eigenes Schicksal voll verantwortlich (auch Mütter).Ich denke ausserdem,ob du es nun deinem Vater oder deinem Therapeuten oder keinem erzählen willst,musst du einfach selbst entscheiden,mach einfach das wofür du bereit bist,fahr dein eigenes tempo und hab vertrauen,es wird schon das für dich richtige sein
 

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