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Liebe, Freundschaft, Ratlosigkeit

K

Kelin

Gast
<seufzt> Hallo.

Nun, ich bin in einer Situation in der ich teilweise verzweifle, teilweise juble. Ich möchte einfach eure Gedanken hören, irgendjemanden brauche ich der es sich anhört.

Ich bin 19, gehe noch auf die Schule. Ich mache gerade mein Abitur. Meine Situation ist die, dass ich mich vor einem 3/4 Jahr von meiner Freundin getrennt habe. Diese besagte Freundin habe ich ueber das Internet ueber das Spiel World of Warcraft kennengelernt. Das ist auch nicht das eigentliche Problem, aber es ist symptomatisch.
Ich habe die letzten 3 1/2 Jahre damit verbracht exessiv WoW zu spielen. Auch aus dem Grund dass mich die anwesenheit der anderen Menschen oftmals , gelinde gesagt , "anwidert". Ich hasse diesen Party-Trend der menschen um mich herum, die sich am Wochenende irgendwo treffen und sinnlos betrinken. Ich hasse diese Art sein Leben ohne eine Ueberlegung zu fuehren, einfach nur das zu tun was kurzfristig Spass bringt, ohne an andere zu denken.
Kurz gesagt: Ich kann mit der Gesellschaft der meisten Menschen um mich herum wenig anfangen.
Dennoch bemuehe ich mich jedes mal jedem gegenueber freundlich zu sein, den Leuten zu helfen. Etwa meinem Mathekurs nachhilfe zu geben, jeden zu gruessen, usw. . Ich komme mit jedem gut aus; aber ich habe nicht wirklich viele "echte" Freunde. Oft will man mich irgendwohin mitnehmen, aber ich fuehle mich nur deplaziert auf solchen (z.B.) Vorabi-Feiern.

Nunja.
Ich habe selbst bemerkt wie selbstzerstoererisch es ist sich von allen abzukapseln. Ich habe mit WoW (fast!) voellig aufgehoert. Manchmal treffe ich mich auch mit einigen, aber es geht mir immernoch so. Ich finde wenig gefallen an dem was andere unter "Spass" verstehen. Und ich kann mich recht wenig mit anderen unterhalten. Ich finde vieles ist einfach laecherlich trivial.
Und auf der anderen seite, ueber wichtige Dinge wie Gesellschaft, Philosophie, Theologie .... naja; sagen wir einfach das sind nicht die Dinge ueber die Leute gern reden wuerden.
Generell habe ich das Gefuehl die Leute hoeren nichtmehr zu. Oder wollen nichtmehr hoeren. Oder sind zu sehr damit beschaeftigt sich zu betrinken oder irgendetwas zu tun was nur spass macht.




Naja, sei es drum.
Das alles erzaehle ich euch, weil ich nicht glaube, dass man verstehen kann was momentan in mir vorgeht, ohne das zu wissen.
Meine letzte Freundin war letztlich fürchterlich depressiv. Sie glaubte an nichts, und das wirkte rueckwirkend auf ihr Gemuet. Sie sprach schlecht ueber Menschen, war schnell gereizt, und dergleichen.
Wir waren sehr verschieden, und daran ist es gescheitert, wobei ich versuchte es zu retten, es hatte keinen Sinn.

Nun habe ich jemanden kennengelernt.
Sie ist in meiner Stufe, eigentlich haben wir sogar einige Kurse gemeinsam.
Es hat damit angefangen, dass auf einer der wenigen Feiern auf denen ich war, sie mit mir draussen gesprochen hat; man kannte sich ja etwas.
Sie fragte mich, ob ich an Gott glaube; und wir haben uns darueber unterhalten.
Das war vielleicht vor 9Monaten.
Nun haben wir nochmehr kurse gemeinsam. In Mathe ist sie nicht sonderlich gut; also helfe ich ihr da. Sie ist jeder Person nett gegenueber, auch mir. Sie ist nicht das, was man gemeinhin als "schoen" bezeichnen wuerde, aber ich finde sie fuerchterlich "süß"; sie ist recht klein und für MEINE Begriffe schön.

Ich hasse unehrlichkeit. Also habe ich ihr, als wir etwas mehr (allein schon durch das gemeinsame Mathe) miteinander zu tun hatten, gesagt, das ich sie gern weiter kennenlernen würde, vor 2 Monaten.. Seitdem schreiben wir uns im ICQ, führen Diskussionen über Religion, über unsere Stufe, darüber wie man sein Leben führt, über Leere und über die Gesellschaft.
Wir haben sehr ähnliche ansichten in vielen Dingen.
Sie hat mich dann mit in ihre Gemeinde genommen; ich "bin" kein Christ, obgleich ich an ein höchstes Wesen glaube; und wir sind essen gegangen.
Letzthin waren wir abends im Wald spazieren gegangen, allerdings mit einem Dritten. Immer wieder haben wir uns gesprochen, getroffen oder gechattet.
Das waere alles toll, nur gilt das eine:
Sie hat mir sofort gesagt, dass sie keine Liebesgefühle für mich hegt.

Nun, ich habe ihr vor 2 Wochen ehrlich gesagt, dass ich etwas für sie empfinde. Dass ich mich in sie verliebt habe.
Und in der Tat, ich habe noch für keinen menschen etwas so starkes gefühlt.
Mein gefühl sagt mir, dass sie die Person ist, mit der ich mein Leben verbringen möchte. Ihr solltet wissen, dass sie starke Ansichten fuer sich selbst hat, aehnlich wie ich ebenfalls ansichten habe.
Sie wünscht sich zu heiraten; sie will keinen kurzfristen Beziehungen, sondern einen wirklichen Partner. Sie hatte noch keinen Sex, was mir wenig ausmacht, eigentlich auch unwichtig ist, aber die ganze Sache weiter charakterisiert.

Nachdem ich es ihr gesagt habe, hat sie nicht gesagt, dass sie darueber nachdenken muesse. Sie hat nicht gesagt, dass sie nichts fuehlt; aber als wir das naechste mal chatteten sagte sie, sie wolle nicht das es mir schlecht ginge und das sie leider nichts daran aendern koennte.
Sie hat also nicht direkt gesagt, das sie nichts fuehlt, aber sie deutet es sehr sehr stark an.
Wir haben ausgemacht, dass wir nichtmehr soviel machen wollen, gemeinsam. Nun schreiben wir dennoch weiter, mal sie, mal ich.
Sie hat mich letzthin eingeladen, zum bowlen, mit anderen aus unserer Stufe.
Danach, um halb 1, habe ich sie nach Hause gebracht - uns war beiden klar, dass wir das nicht tun sollten; wir haben es ignoriert.
Wir waren dann noch kurz bei Mc Doof und haben dann bis 5 uhr nachts vor ihrem Haus geredet, ueber alles mögliche. Ich kann keine Gedanken lesen, aber wir haben es beide genossen. Ich habe sie eingeladen, ins Kino zu gehen ("Der Baader-Meinhof-Komplex") den sie sich ansehen wollte. Aber sie meinte, es sei keine gute Idee - nicht zu diesem Zeitpunkt. Danach haben wir dennoch weiter gut miteinander uns unterhalten.
Demnaechst fahren wir gemeinsam mit einigen anderen nach Paris ...



Wir haben uns fast alles uebereinander erzaehlt. Ueber unsere Familien, unsere Gefuehle, unsere Einstellungen. Sie fuehlt sich ebenso deplaziert wie ich; andererseits ist sie recht stark eingebunden in die christliche Gemeinde was ihr halt gibt.


Nun... ich bin nicht sicher, ob euch das interessiert; vllt. habe ich es auch mehr fuer mich geschrieben.
Ihr koennt euch vorstellen, ich kann kaum an etwas anderes als sie denken.
Und ja, ich glaube an etwas, wie wirkliche Liebe, daran dass es eine person fuer uns gibt, fuer die wir bestimmt sind.
Ich glaube diese Person gefunden zu haben. Und auch sie scheint sich sehr wohl in meiner gegenwart zu fuehlen; wir haben soviele dinge gemeinsam, die kein anderer (zumindest aus unserem umkreis) mit uns teilt.

ich frage euch... was soll ich in solch einer situation tun? Was denken?

Ich rede mit ihr, und mein Herz springt und ich fuehle mich geborgen und gluecklich.
Ich gehe fort von ihr, und meine gedanken werden dunkel und truebe.
 

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Mitglied
Das hast du prima geschrieben.
Nun bist du verliebt.
Wichtig jetzt - leichter Geschrieben, als getan -
eine gewisse Kontrolle über deine Gefühle zu
behalten. Nach dem was und wie du geschrieben
hast, traue ich dir das zu.
Einer Frau, die nicht verliebt ist, kann man mit
noch so vielen Gefühlen nicht imponieren.
Du musst wissen, ob du darauf hoffen willst,
dass sich Gefühle einstellen, und du so lange
den lieben Freund spielen kannst, oder ob du
ihre Gesellschaft auch dann genießen kannst,
wenn sie deine Gefühle nie erwidern wird.
In dieser Zeit kannst du nichts erzwingen.
Ich beneide dich nicht unbedingt. Dennoch
ist dieser Zustand dem Allein- und Einsamsein
vorzuziehen, oder wie siehst du das?
 
K

Kelin

Gast
Danke für die Antwort.

Ich habe selbst bereits darueber nachgedacht, ob ich das kann. Aber ich habe mir die andere Frage gestellt; kann ich es ertragen sie nichtmehr zu sehen?
Ich glaube nicht. Und lieber bin ich in ihrer Naehe und nehme hin, dass sie in mir nur einen Freund sieht, als sie nichtmehr zu sehen. Du hast ganz recht, mit ihr zusammenzusein ist besser als jedes alleinsein, und so viel schoener. Nur wuerde ich mir wuenschen ihr mehr geben zu koennen <sigh>

Ich schwanke immer, und bin mir nicht sicher was ich denken soll.
Einerseits sagte sie mir, sie empfinde keine weitergehenden Gefuehle fuer mich, einerseits hat sie mich gerade vor 4 Tagen abgewiesen, nachdem ich sie einlud ins Kino. Andererseits sagte sie mir am gleichen abend wie schoen es gewesen sei, mit mir zu sprechen, und sie sagte mir, ich koenne sie ja mal am samstag besuchen (sie muss bis 12uhr arbeiten... was heisst das ich um 12 uhr einkaufen gehe, nachts <lacht>).
Ich kann sie ja schlecht dazu zwingen, etwas fuer mich zu empfinden. Das sehe ich auch ein, und ich wuerde damit leben, wenn ich es muesste.
Aber es gibt immernoch in mir diese Hoffnung, das es mehr wird, dass sie vielleicht in sich auch etwas mehr empfindet. Aber vielleicht lege ich es mir auch so zurecht wie ich es gern haben moechte? Und wieder andererseits; sie hatte noch keine Beziehung, möchte ihren Partner richtig kennenlernen; vllt. will sie nichts ueberstuerzen?

Und so gehen meine Gedanken immer hin und her.
 

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