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Lebenskrise mit 25?

Kusman

Mitglied
Hallo Mitmenschen,

Ich würde es jetzt mal vorab nicht als Lebenskrise bezeichnen aber ich hänge momentan (und ich denke es geht Vielen so) etwas in der Luft.

Ich will jetzt nicht über meine falsch gewählte Ausbildung oder sonstige Probleme jammern die mir auch etwas zu schaffen machen sondern zum Punkt der Sache kommen.

Ich habe mir mein Leben anders vorgestellt/gewünscht als es momentan ist. Das liegt jetzt meiner Meinung gar nicht an Kleinigkeiten. Ich habe eine relativ gute Beziehung zu meiner Familie, viele Freunde (keine Beziehung - stört mich aber nicht), eigene kleine schöne Wohnung und ein Auto (Ich bin niemand der auf Materialismus abspritzt aber es ist einfach toll ein Auto zu haben). Job ist wie erwähnt nicht das Wahre aber es ist nicht schlecht (und welcher Job ist das Wahre?).

Nun zum Kernproblem: Ich glaube, dass ich diese Schiene die uns das System (mich nervt das Wort mittlerweile auch) auferlegt hat nicht weiter fahren will. Sprich: Arbeiten - Steuern zahlen - heiraten - Kinder, usw. Ich sage nicht, dass das kein erfülltes Leben ist oder sein kann. Ganz im Gegenteil. Aber ich wünsche mir für meines etwas anderes.

Ich hatte schon einige Male meinen Rucksack halb gefüllt und wollte einfach losgehen. Dann kommen aber wieder diese Gedanken die mich hierbleiben lassen.

"Warte noch ein paar Monate. Das Finanzsystem bricht doch eh zusammen. Dann wird alles anders."
"Du kannst deine Familie nicht alleine lassen." (Die haben auch Geldsorgen. Helfe da bisschen aus wenn ich kann)
"Wo willst du hin? Wo schläfst du die nächste Nacht? Wo isst du was?"

Ist auch nicht so dass ich finanziell durch Hotels jetten kann und es mir gut gehen lassen kann. Ich glaube das würde ich auch gar nicht wollen.

Ich bin einfach der Meinung, dass das Leben mehr sein kann als das was ich jetzt habe und das macht mich richtig fertig in letzter Zeit.

Ich kann mich zwar leicht motivieren und habe auch oft das Gefühl, dass ich ein schönes Leben führe und es auch noch weitere Jahre zufrieden führen kann aber dann denke ich wieder, dass es eine Lüge ist (fängt ja schon damit an, dass ich finde, dass es eine Lüge ist mit dem Wecker aufzsutehen, statt sich von der Sonne wecken zu lassen - Verbundenheit mit der Natur und so weiter...).

Ich frage mich ob es Manchen von euch auch so geht wie mir und wie ihr damit umgeht.

Danke für eure Hilfe
 

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venia

Aktives Mitglied
Wenn ich das lese frage ich mich, WAS HAST DU GELEISTET, um Dein Leben so zu gestalten, wie Du es gern hättest...?!
Du hattest Chancen, wie hast Du die genutzt?

WAS WILLST DU eigentlich erreichen im Leben, WIE SOLL DAS LEBEN sein???
 

Kusman

Mitglied
Ja das ist die entscheidende Frage. Ich habe das Gefühl, dass wir in der heutigen Zeit in einem Zwiespalt leben.

Ich denke viele wünschen sich mehr Freiheit. Weniger Kontrolle. Vielleicht sogar das Chaos. Bei mir äußert sich das so, dass ich von heute auf morgen diese Freiheit spüren will. Dadurch habe ich glaube ich auch das Bedürfnis meinen Rucksack zu packen und diese Arbeitswelt zu verlassen. Sofort sozusagen. Ich denke wenn unser aller Leben etwas mehr danach gerichtet wäre, zu suchen wer wir eigentlich sind (oder ähnliches) und dementsprechend dafür auch Zeit genug haben uns mit solchen Themen zu beschäftigen, wären viele Menschen glücklicher.

Es gibt da natürlich auch noch zig andere Punkte die mich stören aber was bringts. Ändern kann man ja nur sich selbst.
 
Ich denke, ein Mensch der sich mit allumfassenden Dingen auseinandersetzt, sollte auch immer wieder seinen Rahmen sprengen und es sieht wohl so aus, als wäre es bei dir (mal wieder?) an der Zeit.
Wenn ich was gelernt habe, dann, dass es sehr erfrischend und inspirierend sein kann einfach mal aus der alltäglichen Systematik und Rotation hinauszueskalieren (Eskalation=>Chaos=>Kreativität/Neue Denkanstöße) um dann eventuell neue Sachen erfahren und erkannt zu haben.
Im Grunde formulierst du das ja in deinem Beitrag: Dass du was anderes machen möchtest und bzw. was Neues erleben möchtest.
Wenn der Punkt kommt, wo man fragt "Soll es das gewesen sein?", dann muss man sich eines Besseren belehren und sich zeigen (lassen), dass es auch anders geht.
Ich verstehe das vollkommen, mich nervt auch das "System" an - von fehlerhaften Wesen bzw. non-perfekten Wesen erschaffenes System ist kein 100%-glattlaufendes System zu erwarten, sprich Intuition ist, wenn du dafür schon eine gewisse Polung hast, natürlicher.

In solchen Phasen, in denen man etwas wagen muss, bildet man auch gerne Gründe, weswegen man es dann doch nicht tut/tuhen will. Aber dann ist es alles wieder "normal" und dann gehört man wieder dem System an.

Ich hoffe die paar Denkanstöße bringen dich weiter, denn am Ende ist man es selber, der entscheidet, was man macht;
am Ende ist man es selber, der entschieden hat,
wie man gelebt hat und was man erlebt hat.

Gruß Ivorytower
 
G

Gast

Gast
entdecke mich teilweise in deinem Text wieder. bin etwas jünger wie du, gerade fertig geworden mit dem Studium, hab finanziell nen guten Background und viele gute Joboffers.

Aber dennoch frage ich mich in letzter zeit oft, ob ich das wirklich will: gut bezahlter bürojob, jeden tag die gleiche routine.. na klar das ist das Leben. Aber wir sind noch so jung, es gibt noch so viel zu erleben. Man lebt hier in der Heimat in fest gefahrenen Mustern, das langweilt (ist mir erst richtig bewusst geworden wie ich vom Auslandsstudium zurück gekommen bin).

denk mal es ist normal, dass man in unserem alter langsam über den Sinn nachdenkt und sich fragt ob man das was man macht auch wirklich gerne macht oder nur weil es alle von einem erwarten.

hatte vor ein paar wochen wie du auch schon mal den rucksack gepackt.. hab einen dartpfeil auf die weltkarte geworfen (getroffen hab ich südindien). leider aus rationalen gründen dann nicht die eier gehabt es zu machen. beginne jetzt ab märz im investment banking (für die karriere sicher gut, finanziell auch nicht schlecht entlohnt, aber obs mich langfristig glücklich macht bleibt abzuwarten).

ich weiß nicht ob dir das weiterhilft, aber du bist nicht alleine mit deiner Sinnkrise. Die Routine langweilt, das Gewohnte langweilt und die leute die einem die ganze zeit eintrichtern, erfreue dich an den kleinen sachen des lebens, erfreue dich am Alltag, nerven schlicht und ergreifend.

Wenn du dich freischießen kannst mach so etwas wie work-and-travel od noch besser einfach alleine backpacking durch ein land, das dich schon immer fasziniert hat. Einige Freunde von mir (ungefähr dein Alter) haben auch backpacking durch südostasien gemacht (alleine) für ein paar monate und sind mit einem viel positiveren mindset zurückgekommen. Solche Eindrücke nimmt dir niemand mehr weg. Auch ich zehre noch von den Eindrücken von meinem Auslandsstudium. Leider hab ich derzeit nicht den Mut mich alleine für ein paar Monate durch Asien durchzuschlagen und meine Eltern drängen mich nun auch mein eigenes Geld zu verdienen (das ist vermutl der Unterschied zu dir - du bist schon komplett unabhängig), aber irgendwann möchte ich es machen.
 

Kusman

Mitglied
Hey, danke schonmal für eure Antworten. Ich glaube ich werde im Sommer kündigen und eure Ratschläge beherzigen reisen zu gehen. Ich war zwar schon sehr viel unterwegs aber ich denke vom reisen kann man ja nicht genug bekommen und irgendwann meldet sich das Du-musst-weg-Syndrom. Ungefragt und unbestechlich :D
 

black_eyed

Mitglied
Ich denke, das was du da beschreibst ist ein Grundproblem der heutigen jungen Generation (ich schließe mich selbst da nicht aus). Zumindest derer, die einen offenen und kritischen Blick über den Tellerrand werfen.
Es ist offensichtlich, dass die derzeitigen Systeme auf Dauer so nicht mehr weiterlaufen können und immer mehr Leuten wird das auch mehr und mehr bewusst. Es wird ihnen klar, dass dieses ganze wirtschaftliche und gesellschaftliche System in Wahrheit einen Käfig darstellt. Umsonst gibt es ja auch nicht diesen starken Trend zu Autarkem Leben, Selbstversorgung, Ökodörfern und Aussteigergruppen. Du kannst ja mal danach googeln, wenn das für dich in Betracht kommen sollte!
 

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