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Langeweile im Job=fertig mit den Nerven...

Felimaus

Mitglied
...und wieder heulend nach Hause gegangen.

Hallo Zusammen,
ich habe schon einige Zeit darüber nachgedacht mich anzumelden. Jedoch ist mir mein Problem fast peinlich, lediglich am akuten Arbeitsmangel zu leiden - spricht doch Gott und die Welt vom Gegenteil.

Ich habe aus dem Hintergrund eines anstehenden "Burn-Outs" im Februar 2011 die Firma gewechselt. 50+Std./ bis zu 14 Tage ducharbeiten/Personalmangel waren meine damaligen Hauptfaktoren.

Also suchte ich in der gleichen Branche, Filialleitung Textil, ein neues Tätigungsfeld. Gesucht ---> gefunden, eine 5 Tage Woche mit 40Std. und mein Traum von geregelten Zeiten wurde wahr...

Tja, die habe ich immer noch, momentan arbeite ich wegen dem Saisongeschäft sogar nur 30 Std./Monat bei gleichem Gehalt - klingt super, ist es aber nicht. Deshalb macht es mein Problem so peinlich. Wenn ich es erzähle möchte fast jeder mit mir tauschen... Wirklich?

Ich arbeite in einer Edelboutique (40qm) umringt von Schaufenstern und keinem Rückzugsort, wo man "nicht" gesehen wird. Habe einen Sessel im Verkaufsraum, auf dem ich 6 Stunden meines Tages "Absitze". Im Sommer habe ich Spargel geschält, im Winter habe ich mir ein IPad2 gekauft, damit sich die Langeweile in Grenzen hält. War für 3 Wochen auch fantastisch und möchte es nicht mehr missen, aber glücklich machts auch nicht wirklich.

Dem Geschäft fehlen schlichtweg die Kunden, letzte Woche hatte ich genau 2 Käufer in 30Std., dass bedeutet, tagelang passe ich nur auf Pullover auf... Schließe morgens auf, Frühstücke ausgiebig, rauche draußen und lese Bücher, surfe auf dem IPad bis mich "alles" langweilt und mir wieder die Tränen in den Augen stehen...

Ich bin wieder auf Jobsuche, diesmal in einem anderen Ort, weil wir bald umziehen werden. Könnte jedoch in meinen jetzigen Job weiter arbeiten, müßte nur 3 Std. täglich Fahrtzeit auf mich nehmen und frage mich für WAS? Wofür? In der neuen Kleinstadt gibt es wenig Arbeit in meiner Branche, also bewerbe ich mich quer und habe von 8 Firmen 8 Absagen. Wöchentlich schicke ich neue (Initiativ)-Bewerbungen, schauen wir mal....

Danke fürs durchhalten und lesen, vielleicht hat das Schreiben mir ein wenig geholfen :)

Liebe Grüße und einen schönen Abend,
Felimaus
 

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111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
Spontane Frage: Rechnet sich denn die Filiale für die Firmenleitung? Auch wenn man dort wohl nicht dermassen kurzfristig denkt und diese finanziell angespannten Zeiten zu überbrücken gedenkt.
 

Felimaus

Mitglied
Unsere Filiale scheint ein Prestigeobjekt zu sein, rein rechnerisch ein no-go. Diese Erkenntnis, auch unter dem Hinergrund, dass ich mal Selbständig war, macht es nicht grad einfacher - sondern ratloser...
 
W

winnie

Gast
Oh Du Arme. Ich finde schon, daß es sich um ein echtes Problem handelt. Langeweile und / oder Unterforderung sind einfach nur Streß. Das hatte ich auch mal.
Handarbeiten, Essen, I.-net, Spargelschälen geht ja auch nicht immer. Du kommst Dir sicherlich da wirklich nutzlos vor.
Es ist Streß pur, das kann ich gut nachvollziehen.
Leider weiß ich auch keine Lösung, als sich weiterzubewerben und hoffen, daß Du eine gute Arbeit findest
w.
 

Felimaus

Mitglied
@Winnie
Vielen Dank für Deine Antwort. Die Situation schlägt mir wirklich aufs Gemüt, zumal ich auch den ganzen Tag alleine bin und mich nicht austauschen kann. Komme mir manchmal vor wie im Luxus-Gefängnis. Dazu kommt noch, dass einige Menschen am Schaufenster stehen bleiben und sich lautstark über die hohen Preise amüsieren, mich dann angucken und schlimmstenfalls sagen: Kein Wunder das die Verkäuferin nix zu tun hat...

Mein Fell ist grad wirklich dünnhäutig geworden, ich hab' das Jahr bald geschafft, aber wie lange ich das noch aushalte-keine Ahnung. Heute morgen war wieder eine Absage in der Post, da zweifelt man schon, ob man den richtigen Weg einschlägt.

Wo ich her komme ist es ein wahres Job-Paradies, hier kann Arbeitnehmer sich das Geschäft nahezu aussuchen. Meine andere Überlegung wäre, nicht den Arbeitsort zu wechseln...

Für Großstadtmenschen sind eine Fahrzeit von 3 Std. Täglich bestimmt völlig normal, oder?
 

Gemini

Urgestein
Ich kann auch verstehen, dass dich diese Langeweile belastet. Du sitzt ja auch noch auf dem Präsentierteller und kannst nicht alles machen, was du willst.

Ich denke auf Dauer wird das nichts für dich sein. Auch finde ich 3 Std. Fahrtzeit pro Tag viel.
Wie setzt du über, bist du auf eine Fähre angewiesen? Dann kommt je nach Fahrplan vllt. nochmals ½ Stunde oder so dazu.
Mir wäre das zuviel, für einen Job der mich sowieso nicht ausfüllt.

Klar, wenn du am neuen Wohnort nichts findest, musst du die Fahrzeit in Kauf nehmen, aber dann würde ich mich nach einem anderen Arbeitsplatz in dieser Stadt umsehen.
Etwas was dich mehr ausfüllt.
 

Felimaus

Mitglied
...So, wieder eine neue Woche. Fenster geputzt, alles sauber & ordentlich, gefrühstückt - und jetzt sitze ich wieder rum und warte auf Kunden - noch 4 Stunden bis Feierabend!

Ich freue mich sooo dermaßen auf meinen Urlaub Ende Februar, endlich mal 14 Tage raus hier:rolleyes: Letztes Jahr hatte ich genau 9 Tage frei und die noch nicht einmal am Stück. Habe insgesamt nur 24 Tage Urlaubsanspruch und diesen extra gesammelt, falls ich kündige, muß ich nicht noch so lange bleiben... (4 Wochen zum Monatsende)

@ Gemini
Meine zukünftige Strecke ist ca. 30 Min.Landstraße und 60 Min. Zugfahrt. Ich hoffe, daß mein Arbeitgeber die Kosten übernimmt, ansonsten rechnet sich das kaum. 350€ werden das sicherlich werden...
In den nächsten Tagen werde ich mal mit meiner Chefin sprechen müssen, puuh, das liegt mir schon etwas aufm Magen.

Bin ich "bekloppt" wenn ich manchmal darüber nachdenke, ob sie mich kündigen könnte? Wenn ich nicht so kritisch meinen Lebenslauf im Auge hätte und ich war noch nie arbeitslos.... Ich sag' ja, bei zuviel Zeit kommt man auf solche Ideen:(

Liebe Grüße,
Felimaus
 
P

peter bartholomäus

Gast
Hallo Felimaus und alle die anderen Beschämten,
es ist absurd und ein Tabuthema, aber diese Jobs gibts wirklich. Und wer diese Quälerei nicht selbst durchstanden hat, sorry, kann hier nicht mitreden. ich selber kenne diese Situation nur zu gut, da ich in einer "Firma" arbeite, die viele Arbeitsmöglichkeiten bietet, habe ich schon die Überforderung durch und derzeit die Unterforderung.

...und da ich ansonsten sehr gute Arbeitsbedingungen und ein gutes Arbeitsklima habe, tue ich mich einem Wechsel besonders schwer.

Es gibt diese Phasen, wo man/frau selber zusammenreißt, man/frau ist ja froh, überhaupt einen Job zu haben, dann kommen wieder die Momente, wo ich wutentbrannt zu den Vorgesetzten rennen will, um diesen Irrsinn ein Ende zu bereiten.

Es kostet enorm viel Nerven und Kraft, das weiter zu ertragen und vllt. hilft erstmal nur die feste Vorstellung, einen zufriedenstellenderen Job anzustreben und die Kraft, die Rückschläge bis dahin zu ertragen...
 

Muirgeal

Mitglied
Liebe Felimaus,
ich muss dich leider enttäuschen udn kann dir leider keinen rat geben. :C
Auch kenne ich diese Situation leider nicht, aber ich denke ich kann es nachvollziehen.

Aber ich habe eine Frage an dich. Ich hoffe du kannst mir weiter helfen. Ein Freund von mir hat ein ähnliches Problem wie du es mal hattest. Er hat eine 40 Stunden Woche komtm um ca 21:00 Uhr nach Hause, total fertig, und hat keine Zeit irgendwas anderes als Arbeiten, Schlafen, Essen und am Wochenende mal entspannen. Er ist total fertig mit den Nerven und ich weiß nicht wie ich ihm helfen soll.

Wie hast du das damals gemacht? Hast du einfach gekündigt und sofort eine neue Stelle gefunden? ( Deine ja jetzige Stelle.) Denn wenn er erst mal kündigt, wer sagt dann dass er sofort wieder was findet? Und er hat auch seine Zweifel ob er dann noch das selbe Gehalt bekommt.

Ich hoffe ich habe alles richtig verstanden und jetzt nichts falsch interpretiert.
Hoffe du kannst mir ein wenig helfen udn es tut mir nochmal Leid, dass ich dir nicht helfen kann. Aber ich kann nur sagen: Weiter bewerben und durchhalten. Das haben jetzt ebstimtm schon 1.000 andere gesagt. :S Oder vllt eine Umschulung? Über so etwas habe ich mit meinem Kumpel auch spekuliert. Hast du (oder Jemand anderes) eine Ahnung ob sowas vom Staat finanziert bekommt, oder wie das am besten zu machen ist.
Ich stehe ehrlich auf dem Schlauch.

Vielen Dank schon mal und liebe Grüße
Muirgeal
 

Felimaus

Mitglied
Guten Morgen Muirgeal,

ich habe mich damals aus dem noch bestehenden Arbeitsverhältnis beworben, 5 Initiativbewerbungen, 4 Jobangebote, 3 habe ich abgelehnt wegen ähnlichen Saisonarbeitszeiten und wenig Freizeit - dann hätte ich auch beim alten Arbeitgeber bleiben können;)

Also wählte ich meinen neuen Job "ausschließlich" nach einer 5 Tage Woche/40Std. Wie schon geschrieben, jetzt arbeite ich sogar nur 30Std. bei gleichem Gehalt und 100% Langerweile:eek:

Deinem Freund/in würde ich raten mal zum Hausarzt zu gehen, um die Gesundheitsfaktoren abzuklären. Mein Doc. hat mir damals die Augen geöffnet. Ich hatte die Wahl zwischen "lustigen rosa Tabletten" oder ich ändere was im Berufsleben...

Die Gesundheit steht bei mir an erster Stelle, dafür ist das Leben zu kurz! Damals konnte ich noch nicht einmal meine Situation schildern ohne zu weinen.

Ich an seiner Stelle würde mich anderswo bewerben, wenn es so schlimm ist.

Liebe Grüße,
Felimaus
 

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