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Krisendienst - was würdet ihr euch wünschen?

grisou

Aktives Mitglied
ein krisendienst steht menschen bei krisen zur seite. man kann dort anrufen, in manchen bundesländern kommen bei schweren seelischen krisen auch zwei personen vorbei.

ich habe die tage einen vortrag bei einer planungsstelle für so einen krisendienst. was betroffene sich wünschen und wie man menschen in krisen unterstützen kann. ich dachte ich gebe die frage mal an euch weiter.

was würdet ihr euch wünschen?

ihr habt eine seelische krise (das geht von trennungsschmerz bis suizidgedanken) und könnt bei einer telefonnummer euch melden (auch anonym), also ein bisschen wie die telefonseelsorge, nur dass die die mögichkeit haben und auch zwei leute vor ort schicken können, die ein, zwei stunden mit euch reden.

was sollte in so einem fall denn gar nicht sein?

was hilft euch, da anzurufen, was würde ich abhalten?
 

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G

Gelöscht 114478

Gast
Eine gute und sehr sinnvolle Frage eines Menschen, der sich beruflich mit diesem Thema befassen will. Danke erst einmal dafür.
Ich antworte mal zwischen deinen Zeilen, ok?


ein krisendienst steht menschen bei krisen zur seite. man kann dort anrufen, in manchen bundesländern kommen bei schweren seelischen krisen auch zwei personen vorbei.
ich habe die tage einen vortrag bei einer planungsstelle für so einen krisendienst. was betroffene sich wünschen und wie man menschen in krisen unterstützen kann. ich dachte ich gebe die frage mal an euch weiter.
was würdet ihr euch wünschen?

Ich hatte zweimal mit dem hiesigen Krisendienst zu tun. Das erste Mal von der Polizei beordert, weil der (unbegründete) Verdacht auf Suizidgefahr im Raum stand.
Es kamen ein Mann und eine Frau - was ich persönlich schon einmal echt gut und wichtig finde, denn je nach Geschlecht liegt der Ansprechschwerpunkt doch etwas anders.


ihr habt eine seelische krise (das geht von trennungsschmerz bis suizidgedanken) und könnt bei einer telefonnummer euch melden (auch anonym), also ein bisschen wie die telefonseelsorge, nur dass die die mögichkeit haben und auch zwei leute vor ort schicken können, die ein, zwei stunden mit euch reden.

Das war mein zweiter (freiwilliger) Kontakt mit dem hiesigen Krisendienst, dieweil das Gespräch mit den oben Genannten sehr gut verlief und man mir abschließend dann auch benannte, ich könne mich jederzeit melden, auch nur, wenn ich einfach mal jemanden zum Reden bräuchte in einer emotionalen Crashsituation.
Dieser Versuch allerdings war eine einzige Katastrophe. Barscher Ton am Telefon seitens der diensthabenden Sozialarbeiterin "Krisendienst B.......; was wollen Sie?"
Und ging in dem Tenor weiter, als ich, geschockt von dieser Ansage, erstmal verstummte und nur ein "ähm" rausbrachte. Reaktion: "Sie müssen schon sagen, was Sie wollen, ich kann hier nicht Rätsel raten".... Danach habe ich aufgelegt, denn das war zuviel.
Ob sie nun einen schlechten Tag hatte oder was auch immer - dieser Erstkontakt mittels Anruf ist entscheidend wichtig. Vielleicht sogar entscheidend hinsichtlich Leben oder Tod.
Ich habe danach zumindest nie wieder beim Krisendienst angerufen., obwohl ich den SPDi ja kenne und dort meine Betreuerin habe.


was sollte in so einem fall denn gar nicht sein?

Im Falle eines zustande kommenden Gesprächs? Der Hinweis auf eine mögliche Zwangseinweisung.
Denn eine solche Erwähnung würde jedwede Offenheit des sich in einer Ausnahmesituation Befindlichen im Keim ersticken.
Sondern sich erst einmal die Hintergründe anhören OHNE eben diese einschüchternde Drohung (was die oben Genannten sehr einfühlsam gelöst haben, obwohl diese ja immerhin von der Polizei beordert worden waren).


was hilft euch, da anzurufen, was würde ich abhalten?
Im Grunde habe ich es ja schon benannt. Manchmal wäre es gut, vor allem in besonderen Zeiten wie Feiertage und Co, zu wissen, ich kann mit jemandem reden - aber das hat mir der benannte Anruf gründlichst ausgetrieben. Ich leide ja ohnehin unter einer Telefonphobie - und diese barsche Reaktion hat mir da echt den Rest gegeben. So etwas darf einfach da nicht passieren.

In dem Zusammenhang würde ich mir allerdings auch noch - und ich weiß, ich bin nicht allein mit dem Problem Telefonphobie - die Möglichkeit eines online-Kontakts wünschen, zB in Form eines Chats.

Reicht dir das als Antwort erstmal? Sonst frag einfach nach - und nochmals danke! Solche Fragen sollte sich eigentlich jeder stellen, der diesen Dienst tut und/oder Menschen darauf vorbereiten will.

Cat
 

grisou

Aktives Mitglied
vielen lieben dank.

ich werde denen auch eine liste zusammenstellen (also ohne rückschlüsse auf dieses forum oder gar eine person)

das mit der telefonphobie ist ein sehr guter hinweis. das werde ich noch mal nachdrücklich betonen, was für eine unglaubliche belastung das ist, dort anzurufen und wie viel überwindung es kostet. finde ich dann auch eine schwache leistung für diese dame, die da offensichtlich fehl am platz war. gerade so negativbeispiele sind für mich sehr hilfreich. danke dir.

bringt mich aber auf die idee eines wünscheformulars auf der homepage.
 

Lotus37

Mitglied
Ich kann mich Catley77 da nur anschließen.

Als ich in jüngeren Jahren 1x sehr verzweifelt war, habe ich bei dieser Telefonseelsorge oder so angerufen. Es wurde kurz vorher noch damit geworben.

Ich weiß nimmer ob eine Frau oder Mann dran ging, aber die Person war absolut unfreundlich. Super barsch, kurz angebunden und dann fielen Sätze wie " Stellen Sie sich mal nicht so an" und " Mit der Einstellung kann das ja nix werden" :> während ich da am heulen war.

Dieser Krisendienst sollte +geschulte+ Mitarbeiter vorweisen können, etwas was die derzeitigen Möglichkeiten/Hotlines wohl def. NICHT haben.
Man sollte sich dort verstanden fühlen und nicht abgefertigt wie an der Wursttheke o.ä,

Ebenso finde ich die Formular oder Livechat-Idee auch gut, denn manche Leute telefonieren nicht gern.
 

roman12

Aktives Mitglied
Ich hatte mal als Schüler bei der Telefonseelsorge angerufen, weil ich verknallt war, aber meinen Schwarm nicht ansprechen konnte. Also wollte ich darüber reden, in der Hoffnung, es würde den Knoten lösen. (Wahrscheinlich hatte ich damals schon eine Soziale Phobie, die mir fünf Jahre später bescheinigt wurde.)
Ich ging mit dem Handy durch Feld und Flur, weil leichte Bewegung die Zunge löst. Es war mäßig windig - Brisen bis sporadische leichte Böen. Der Wind sollte die Kommunikation an sich aber nicht grundlegend beeinträchtigt haben.
Leider wurde die Dame den Verdacht nicht los, dass das Setting ganz anders war: Ich wäre einem Innenraum, und eine weitere Person würde in den Hörer blasen. Also dass das Ganze nicht ganz ernst gemeint wäre.
Trotzdem dauerte das Gespräch eine ganze Weile. Aber dieser unsinnige Verdacht schwang bei ihr immer mit (sie äußerte ihn wiederholt explizit). Das hat mich trotz ihrer Ratschläge nicht ermutigt, und sicher dazu beigetragen, dass ich besagten Schwarm nicht angesprochen habe.
Wenn sie sich veräppelt gefühlt hat, warum hat sie das Gespräch fortgesetzt?

Übrigens kamen mir noch lange danach Zweifel, ob ich mich mit meinem Problem dort überhaupt hätte melden sollen. Also ob mein Problem nicht zu niederschwellig/banal war für die Telefonseelsorge.

Vor ein paar Jahren Monaten hatte ich beim psychosozialen Dienst angerufen. Ich hatte ein klares Motiv: Die Soziale Phobie wurde wieder stärker. Das war einfach für mich.
Nehmen wir an, ich hätte keine Diagnose gehabt, dann wüsste ich gerne, wann man bei so einer Hotline richtig ist, und wann man sich besser andere Anlaufstellen sucht.

PS: Man sehe mir kleine Korrekturen und Ergänzungen nach....
 
Zuletzt bearbeitet:
S

SoNicht

Gast
Das kann niemand objektiv bewerten wenn jemand anruft den man noch nicht kennt.
Sollte ja auch fachlich Qualifiziertes Personal sein, die sehen, ist das jemanden nur langweilig.
Oder hat der ein ernstes psychisches Problem.
Es geht nicht um kleinere seelische „Durchhänger“, wie jeder sie im Laufe des Lebens immer wieder mal hat, sondern es geht um schwerwiegende Erkrankungen, die tief in das Leben der Betroffenen und ihrer Familien eingreifen.
Gibt da ja die Psychiatrischen Hilfsgemeinschaften und mehr.
 

grisou

Aktives Mitglied
Ich denke, da hast du was falsch verstanden. Es geht um den Krisendienst. Der richtet sich nicht nur an Menschen mit psychischen Erkrankungen. Man kann da auch zum Beispiel anrufen, wenn man Liebeskummer hat oder Streit mit dem Ehepartner. Wenn man den Job verloren hat. Oder jemand gestorben ist. Also ganz allgemein bei einer Krise.

Und im Moment sammle ich ja auch wünsche, Ideen und natürlich Kritik.
 

Eva

Aktives Mitglied
Ich muss das vielleicht gar nicht erwähnen, aber das Wichtigste ist Einfühlungsvermögen. Wenn ich nicht Ernst genommen werde, oder mein Gegenüber mir vermittelt, das meine Problem keine Probleme sind, war es das für mich.

Trotz Zeiten des Internets wäre eine Liste mit diversen Telefonnummern/homepages/emailadressen angebracht. ZB. Frau ruft an, wird vom Mann geschlagen, Telefonnummer etc. vom Frauenhaus.
 
S

SoNicht

Gast
Ich denke, da hast du was falsch verstanden. Es geht um den Krisendienst. Der richtet sich nicht nur an Menschen mit psychischen Erkrankungen. Man kann da auch zum Beispiel anrufen, wenn man Liebeskummer hat oder Streit mit dem Ehepartner. Wenn man den Job verloren hat. Oder jemand gestorben ist. Also ganz allgemein bei einer Krise.

Und im Moment sammle ich ja auch wünsche, Ideen und natürlich Kritik.
Wer soll das denn wie machen, bei allen Situationen die unangenehm sind im Leben?
Dafür gibt es ja schon die Telefonseelsorge und das Forum hier:
Mann darf sich da nur nicht zu sehr reinhängen und ( mitleiden ) sonst wirst du schnell zum Seelen Mülleimer, brauchst dann selbst Hilfe.
Das ist selbst für Profis nicht immer einfach:
Das Mitleid, das andern alles Leid ersparen, alle Last abnehmen will, ist nicht wirkliche Güte; denn es fehlt ihm dazu die Weisheit.
Nachsicht mit denen, die man kennt, ist im Allgemeinen seltener als Mitleid mit denen, die man nicht kennt.
 

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