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Kontakt zur Schwiegerfamilie verbieten?

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Liebe Forumsmitglieder,

ich habe ein großes Problem, wegen dem ich auch schon einmal Hilfe hier bekommen habe. Jetzt hat sich die Situation aber zugespitzt. Es geht um den Kontakt zu meiner Schwiegerfamilie. Er war nie leicht. Meinen Schwiegereltern bin ich nicht gut genug. Ich komme nicht aus einer reichen Familie, ich bin nicht hübsch genug und auch sonst entspreche ich nicht ihrem Geschmack. Meine Haushaltsführung finden sie furchtbar und sie sehen auch noch wegen anderer Dinge auf mich herab. Sie würden es nie so direkt sagen, aber durch manche spitze Bemerkung, Beleidigung und auch durch das extrem bevormundende Verhalten zeigen sie es.

Seit über sieben Jahren streiten mein Mann und ich nun wegen seiner Eltern. Seine Mutter ging ständig in unser Schlafzimmer, einfach um ihr Revier zu markieren. Außerdem war die dauerpräsent in unserem Haushalt. Alles Reden mit meinem Mann half nichts, da Mutti es ja nur gut meint. Ansonsten gab es keine Streitpunkte zwischen uns. Erst als ich so depressiv wurde, dass ich in eine Klinik musste, merkte mein Mann, wie sehr mir die Situation zusetzte. In meiner Abwesenheit übernahm allerdings meine Schwiegermutter komplett das Ruder im Haushalt und mein Mann hielt es vor mir geheim. Sie macht es teilweise auch ganz bewusst so, dass sie einen Keil zwischen uns treiben will. Das klappt immer. Immer wieder haben wir mit ihr gesprochen, haben versucht, unsere Grenzen klar zu formulieren und zu setzen, aber sie akzeptiert es einfach nicht und wurde teilweise richtig patzig und böse (allerdings nur, wenn ich mit ihr alleine war).

Da noch keine gemeinsamen Kinder da waren, konnten wir das Thema auch einigermaßen ausblenden. Jetzt wurde aber unser Sohn geboren und seine Eltern stellten nur noch Ansprüche. Es war, als hätten SIE das Kind bekommen und nicht wir. Sie setzte sich über alles hinweg, was wir als Grenze aufstellten. Am Schlimmsten war, dass sie mir unseren Sohn ständig wegnehmen wollten. Immerhin da stand mein Mann mir zur Seite.

Unsere Ehe wäre nun fast daran zerbrochen. Sobald seine Eltern da sind, verhält er sich wie ein 13-jähriges Kind. Irgendwie brav, aber auch ein bisschen trotzig. Er wird dort auch so behandelt. Nachdem wir nun nach der Geburt unseres Kindes nur noch wegen seiner Eltern gestritten haben, war es so schlimm zuhause, dass mein ältester Sohn, den ich mit in die Beziehung brachte, von zuhause weglief und monatelang nicht nach Hause kommen wollte. Um alles etwas zu beruhigen, schränkten wir den Kontakt mit den Schwiegereltern ein, schrieben ihnen einen Brief und gingen auch zu einer Paarberatung. Er wollte mir zeigen, dass er auf meiner Seite steht und UNS als Familie möchte. Zumal ich erneut schwanger bin und wir das Kind wegen des ständigen Streits fast verloren hätten.

Durch die Kontakteinschränkung (2 Kontakte in 6 Monaten) kam ENDLICH Ruhe in unsere Familie. Es war richtig schön und wir konnten langsam die Wunden heilen lassen, so dass wir gemerkt haben, dass wir uns noch lieben. Auch mein Sohn kam dann schnell wieder und wir hatten insgesamt eine schöne Zeit. Es gab nur zwei Zwischenfälle, als er kurz seine Eltern wiedersah. Wir hatten beschlossen, kein Geld von ihnen mehr anzunehmen und seinen Eltern das auch mitgeteilt. Leider schafft es mein Mann nicht, zu ihr ,,Nein“ zu sagen, so dass er es doch angenommen hat. Wieder gab es Streit deswegen, weil er mir wieder in den Rücken gefallen ist. Wir gaben es aber dann zurück und es war gut.

Jetzt meldete sich sein Bruder, der absolut auf der Seite seiner Eltern steht, weil er es nicht haben kann, wenn Mami weint. Er sagte, dass mein Mann sich bei seiner Familie melden soll und forderte regelmäßigen Kontakt mit dem Enkelkind und meinem Mann für seine Eltern sowie regelmäßige Nachrichten und Fotos per Whatsapp. Ansonsten würde er den Kontakt zu uns abbrechen und auch seine Eltern.

Mein Mann ist total verzweifelt, weil er so unter Druck gesetzt wird. Ich habe ihm aber gesagt, dass ich keinen Kontakt mehr zu seiner Familie haben kann und ich auch nicht ertragen kann, wenn er es hat oder unser Sohn. Sein Vater geht sehr respektlos mit ihm und unserem Sohn um und mein Mann kann sich dagegen nicht wehren. Ich halte es einfach nicht aus, und es gibt JEDES MAL Streit, wenn seine Familie Kontakt zu uns hat. Selbst wenn es mit ihm alleine ist. Er erzählt dann Dinge, die eigentlich vertraulich zwischen uns sind, fällt mir in den Rücken und Ähnliches. Ich könnte ihm dann nichts mehr erzählen, ohne Angst haben zu müssen, dass seine Eltern es direkt erfahren.

Für mich ist der Kontaktabbruch die einzige Möglichkeit, meine Familie zu schützen. Er versteht mich aber nicht so richtig und hat nach dem Gespräch mit seinem Bruder ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil seine Eltern traurig sind und seine Mutter jetzt dauernd weint.

Ist es egoistisch von mir, wenn ich sage, dass ich diesen Kontakt nicht aushalte und die Beziehung beende, wenn weiterhin Kontakt zu seinen Eltern besteht? Ich kann einfach nicht mehr und ich möchte nicht wieder krank werden oder meine Kinder mit so viel Streit zuhause belasten. Ich möchte meinen Kindern doch eine starke und fröhliche Mutter sein.

Vielen vielen Dank, wenn ihr bis hierhin gelesen habt. Ich bin gerade wirklich verzweifelt und überlege schon, ob es besser wäre, die Beziehung so zu beenden, damit ich meinen Mann nicht vor so eine schlimme Wahl stellen muss.

Viele Grüße,

Mikela
 

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Nachtrag:

Zum Bruder meines Mannes könnten wir gerne Kontakt halten, er erpresst meinen Mann aber damit, dass er nur Kontakt will, wenn wir auch Kontakt zu den Eltern meines Mannes haben.
 

Nordrheiner

Urgestein
Hallo, liebe Mikela,

nach meinem Eindruck hat Dein Mann sich nicht wirklich von seinen Eltern gelöst. Möglicherweise besteht da eine Abhängigkeit, die ihm selbst nicht wirklich bewusst ist. Ich halte es für sinnvoll, hier einen Therapeuten einzuschalten, um die Mann-Eltern-Situation von neutraler Stelle beleuchten zu lassen. Das wäre für mich der nächste Schritt, bevor ich über Beziehungsende nachdenken würde.

Das Verhalten Deiner Schwiegereltern, besonders Deiner Schwiegermutter, ist nicht gesund. Auch da wäre eine therapeutische Hilfe sinnvoll – was aber nicht Deine/Eure Angelegenheit ist.

Im Grund stimme ich Dir zu, dass ein Kontaktabbruch – zumindest eine sehr großes Distanzverhalten – angemessen ist.

Die unangemessene aber nachvollziehbare Forderung Deines Schwagers ist eigentlich eine gute Chance, im Familienkreis das Gesamtproblem deutlich herauszustellen.

Ich empfehle Dir, dem Schwager in aller Ruhe einen Brief zu schreiben, der auch ihm verdeutlicht, wo die Ursache des Problems zu finden ist.

Wenn erlaubt, schlage ich Dir einen Text vor, den Du ggf. ergänzen und mit eigenen Worten umformuliert übernehmen könntest, falls der Textvorschlag in etwa das ausdrückt, was Du und Dein Mann vertreten und ausdrücken wollen:

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Lieber Schwager,
Deine Forderungen verstehen wir. Sie sind nur nicht angemessen. Gerne hätten wir einen harmonischen Kontakt zu den Eltern. Dies ist aber nicht möglich, weil wir viele viele Gespräche führten und darum gebeten hatten, dass sich die Eltern, besonders die Mutter, sich nicht bei uns einmischt. Die Mutter stellt Ansprüche, wie z.B.…., die ihr nicht zustehen. Wir haben den nachhaltigen Eindruck, dass die Mutter uns nicht respektiert und der Meinung ist, wir müssten alles so machen, wie es ihr gefällt. Daher kommt es bei Kontakt immer und immer wieder zu Streit. Wir lehnen es ab, dass uns Forderungen gestellt werden – und wenn wir diese nicht erfüllen können oder wollen, wird uns gedroht und es kommt zu Streit.

Wenn Du uns fest zusagen kannst, dass dieses respektlose, fordernde und grenzüberschreitende Verhalten für immer beendet ist, dann sind wir es, die gerne einen Kontakt haben möchten. Wir bedauern, wenn die Mutter weint und verstehen, dass Du da sehr mitfühlend bist und das beenden möchtest. Aber die Ursache liegt nicht bei uns, sondern in dem Verhalten der Mutter bzw. der Eltern.

Wir halten ihr Verhalten für unzumutbar. Wir wollen Frieden, keinen Streit.

Wir wünschen uns, dass Du auch uns verstehst und nicht jetzt zusätzlich uns drohen willst. So wird es nie zu einer harmonischen Lösung kommen, die wir uns wünschen. Gerne lesen wir von Dir, dass Du uns nicht mehr drohen sondern ebenfalls eine für beide Seiten harmonische Beziehung wünschst. Dann können wir gemeinsam über zukünftige Begegnungen nachdenken.

Das reine Reden und wünschen ist nicht ausreichend, wie die Vergangenheit das immer und immer wieder bewiesen hat.

LG, X u Y.
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Ich halte es für wichtig, Mikela, dass Dein Mann einem solchen oder ähnlichen Brief zustimmt und mit unterschreibt.

Und im übrigen, liebe Mikela, würde ich neben der Maßnahme "eine Therapie für Deinen Mann" so weit wegziehen wie möglich.

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
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kasiopaja

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Ich würde es ihm nicht verbieten, aber klar machen, dass weder ich noch das Kind dort hingehen oder sonst irgendwie Kontakt haben werden und dass jedweder Besuch in unserer Wohnung unerwünscht ist.
 
G

Gast

Gast
Gibt solche Eltern: Zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter gibt es nun mal die Möglichkeit zum direkten Vergleich.
Psychologen führen als Ursache eher das in vielen Fällen sehr enge Verhältnis an, das Mütter gerade zu ihren Söhnen haben.
Natürlich tun sich Sohnes-Mütter mit einer so engen Bindung an den Kronprinzen dann schwer damit, wenn eine andere Frau mit einem Mal den ersten Platz im Herzen des Sohnes einnehmen will.
Es gehören immer zwei (genau genommen sogar drei!) dazu, damit sich der Konflikt so richtig aufschaukeln kann.
Eine zentrale Rolle kommt in dem ganzen Konflikt natürlich dem Partner zu - der Dritte im Bunde, wenn es darum geht, die Angelegenheit ordentlich hoch zu kochen.
Die meisten Schwiegermutter-Konflikte deeskalieren sehr rasch, sobald der Partner einmal eindeutig Position bezogen und seine Mutter in die Schranken gewiesen hat.
Auf jeden Fall wichtig: Rechtzeitig reden, nicht erst, wenn man als Schwiegertochter kurz vor der Explosion steht!
Hilft reden nicht:
Wo wohnt Ihr, bei dessen Eltern zur Untermiete?
Da gibt es nur eins, kratz da so schnell wie möglich die Kurve.
Gut ist es, wenn die Schwiegereltern fern und Wasser und Brennstoff nahe sind.“ (aus der Mongolei).
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Uff, das ist wirklich eine ganz schön harte Nummer, die die Schwiegerfamilie da bringt. Da hast du leider das volle Paket erwischt, mein Beleid. :(

Aber erstmal finde ich, dass Verbote oder etwas zu verbieten in einer Beziehung völlig falsch sind. Ich verstehe deine Verzweiflung, nach allem was gelaufen ist - aber bitte verbiete deinem Mann nichts. Schlimmstenfalls treibt es ihn deswegen von dir weg.

Darf ich nachfragen, wie bei euch eigentlich die Wohnverhältnisse sind? Wohnen deine Schwiegereltern in ganz direkter Nähe? Liest sich streckenweise so. Vielleicht kann eine größere räumliche Trennung mehr Erleichterung verschaffen. Dann wäre euer Haushalt nicht mehr so einfach rund um die Uhr verfügbar.

Aber ja, löst aber denke ich nicht das prinzipielle Problem, dass deine Schwiegereltern massiv krallen und sich einmischen und nicht verstanden zu haben scheinen oder es vielmehr nicht verstehen wollen, dass ihr Sohnemann jetzt erwachsen ist mit einer eigenen Familie.

Dein Mann scheint sich auch immer noch nicht wirklich abgenabelt zu haben. Und ich finde es ehrlich gesagt auch irgendwo ein wenig schwach von ihm, dass wenn du ausfällst und in der Klinik bist, er seine Mutter das Ruder übernehmen lässt und sich dann auch nicht mal traut, dir das zu erzählen. Immerhin war besagte Mutter ja auch einer der Hauptgründe, warum du nervlich so zusammengeklappt bist.

Und auch, dass er vertrauliches zwischen dir und ihm einfach so bei seiner Familie ausplaudert und dir hin und wieder in den Rücken fällt, das geht gar nicht.

Entweder muss dein Mann sich jetzt abnabeln, erwachsen werden oder seinen Hintern mehr hochbekommen und in Kauf nehmen, dass es eben unbequem wird, wenn er dich gegen seine Eltern abgrenzt.

Natürlich ist es eine total doofe Situation. Dein Mann steht zwischen den Fronten. Und mit Kontaktabbruch zu drohen ist ganz mies und Erpressung. Erkennt er das überhaupt?

Aber wenn dein Sohn schon wegläuft und nicht mehr nach Hause kommen will, du in einer Klinik landest, weil du alles nicht mehr aushälst - was muss denn noch alles passieren, damit dein Mann endlich mal etwas mehr Rückrat entwickelt und nicht gleich einknickt?

Wie wäre es denn, wenn du ihm einfach mal die Pistole auf die Brust setzt und ihm ehrlich und direkt sagst, dass es für dich persönlich so nicht weitergehen kann. Und ob er sich die nächsten 10, 20, 30 Jahre so vorstellt. Und dass sich für dich dringend jetzt etwas ändern muss.

Sehr wichtig fände ich es, dass du durchblicken lässt, dass es dir nur darum geht, wie deine Schwiegerfamilie sich einmischt und sich deiner Familie gegenüber verhält. Und dass ein netter Kontakt und Austausch so einfach nicht funktionieren können.

Und ja, ich würde auch dringend ansprechen, dass das einfach irgendwo doch auch mies ist, dass dein Mann ständig einknickt, dir hin und wieder in den Rücken fällt und dann auch noch gegenüber deiner Schwiegerfamilie persönliche Sachen von euch ausplaudert. Oder hast du das schon und was sagt dein Mann dazu? Ist ihm sein Verhalten überhaupt bewusst und was da alles so abläuft oder sieht er das nicht so eng?
 

LadyTania

Aktives Mitglied
Ich kann beide Seiten verstehen. Es ist die Familie deines Mannes. Du kannst nicht erwarten, dass er den Kontakt abbricht. Sie scheinen ein gutes Verhältnis zu haben und er ist doch nicht derjenige, der ein Problem mit seiner Familie hat.
Genauso wenig kannst du verlangen, dass deine Kinder keinen Kontakt zu den Großeltern haben, wenn sie es denn wollen. Ich denke, dass sollten deine Kinder selbst entscheiden. Zumindest sollten sie in Begleitung deinens Mannes auch zu einem Besuch dürfen.

Ich kann aber auch dich sehr verstehen. Ich denke, dass du ganz klar abgrenzen solltest. DU hast ein Problem mit der Schwiegerfamilie. Dein Mann NICHT. Eure Kinder scheinbar auch nicht.
Setz also Grenzen. Du willst die Schwiegereltern nicht im Haus haben. Du willst sie nicht besuchen. Das steht für dich fest und das solltest du klarmachen.
Wenn deine Schwiegereltern aber ihre Enkel sehen wollen, können sie sie doch jederzeit abholen. Ist das nicht auch eine Erleichterung? Und wenn dein Mann zu seinen Eltern will, solltest du das nicht verbieten.
Versuch den Kontakt auf ein kurzes "Hallo" am Haustüreingang zu begrenzen, wenn du die Kinder mal zu ihnen bringst oder sie sie bei dir abholen. Versuch Distanz zu schaffen.

Was dein Mann bei Treffen preisgibt, kann dir egal sein, wenn du die Kommunikation eingrenzt. Sobal Vorwürfe kommen, würde ich mich direkt höflich verabschieden.
 
G

Gast

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Erst einmal vielen Dank für eure Antworten und dafür, dass ihr euch Zeit genommen habt, mir zu schreiben.

Es ist alles sehr verzwickt. Wir wohnen im gleichen Ort, etwa 3 km von meinen Schwiegereltern entfernt. Der Bruder meines Mannes wohnt sehr weit weg, weshalb er diese übergriffigen Dinge nicht erleben muss und leicht reden hat.

Ich möchte meinem Mann natürlich nichts verbieten, aber ich kann einfach nicht mehr. Er hat ja selber den Kontakt abgebrochen. Ich habe ihn immer ermuntert, sich zwischendurch mal kurz zu melden, damit sie wissen, dass es ihm gut geht, aber er wollte nicht. Jetzt nutzen sie aber sogar während des Kontaktabbruchs jede Möglichkeit uns zu entzweien, da sie wissen, dass er macht, was sie wollen.

Die persönlichen Informationen möchte ich einfach gerne mit meinem Partner besprechen können. Ich habe von einer schweren Erkrankung erfahren, die mich in nächster Zeit viel Kraft kosten wird und ich brauche jemanden, mit dem ich auch dies besprechen kann, ohne Angst haben zu müssen, dass er es weitererzählt. Ich habe ja selber noch nicht einmal alles verarbeitet.

Meine Kinder möchte ich nicht mit meinem Mann und seinen Eltern alleine lassen. Er schafft es nicht, sie zu verteidigen. Mein Schwiegervater ist ein machtbesessener, kaltherziger, unsensibler und teilweise auch brutaler Mensch, der sich nicht zügeln kann (das sagt sogar seine Verwandschaft über ihn und keiner lässt seine Kinder gerne mit ihm sprechen, weil er sie beleidigt und verbal verletzt). Mein Mann kann unsere Kinder nicht schützen.

Ein kompletter Kontaktabbruch ist das Einzige, was unsere kleine Familie zusammenhalten kann. Alles andere wird uns auf Dauer kaputt machen. :(
 

Rosafee

Aktives Mitglied
Hallo Mikela,

ich kann so gut mitfühlen, wie es dir geht.

Ich habe eine ganz ähnliche Geschichte durchlitten, wie du.
Ich könnte ein Buch darüber schreiben, es war die Hölle.

Schwiegereltern, die sich für etwas "Besseres" hielten. In unserem Ort auch tatsächlich sehr "angesehene" Leute waren.

Ich, jung, querdenkend, unkonventionell. Durch Ortswechsel jedoch isoliert und ihnen ausgeliefert, kam durch meine Heirat in diese neue, mir völlig fremde Welt des engen, ländlichen, seit Generationen von Konventionen geprägten höheren Bürgertums.

Eine Schwiegermutter, die sich in alles einmischte, die taktlos, unsensibel, alles bestimmen wollte. Keine Grenzen respektierte, manipulierte. Jeden Versuch unsererseits, Grenzen zu ziehen, mit Empörung, Beschimpfungen und gespielten Herzattacken zunichte machte.

Ein Schwiegervater, den ich zwar mochte, der jedoch zu feige war, sich seiner Frau zu widersetzen.

Ein Bruder der Schwiegermutter, der großen Einfluss im Ort und in der Familie hatte, ein ganz "wichtiger und bedeutender" Mann, der mich pauschal ablehnte, mich in Briefen, an Stammtischen, denunzierte. Ich, aktiv in der Friedensbewegung, war in seinen Augen daran schuld, dass mein Mann aufgehört hatte, auf die Jagd zu gehen.

Durch zwei kleine Kinder und den Beruf meines Mannes war ich jahrelang ans Haus gebunden, konnte diesem Netz aus
Kontrolle, Manipulation und Einmischung kaum entkommen. Ich wurde schwer depressiv.

Mein Mann, der zunächst nicht begreifen konnte, wie verheerend dieses Umfeld sich auf meinen Seelenzustand auswirkte. Für ihn war das alles normal, er hatte sich damit arrangiert.

Meine Kinder, die ich über alles liebe, die ganz nah immer an meiner Seite standen. Jedoch sehr darunter litten, dass es mir so schlecht ging. Die anfingen, sich um mich zu sorgen. Immer die Frage: Mama, geht es dir nicht gut?
Ich hätte es zur damaligen Zeit nicht ertragen, meine Kinder alleine zu den Schwiegereltern gehen zu lassen. Ich war so verzweifelt, so schwach, hatte meine ganze Stärke verloren.


Das alles ist lange her.

Heute geht es mir gut.

Warum?

Als ich durch schwere Depressionen kaum noch die Kraft hatte, den Alltag zu bewältigen, alle Lebensfreude verloren hatte, begriff mein Mann, dass er sich entscheiden musste, wenn er mich nicht verlieren wollte.

Wir brachen den Kontakt zur gesamten Schwiegerfamilie völlig ab. Große Empörung und üble Anfeindungen, Verwandte und Bekannte wurden gegen uns aufgestachelt, sollten uns "zur Vernunft" bringen.

Wir hielten durch, viele Jahre. Waren eine kleine verschworene Gemeinschaft. Wir gegen alle. So fühlten wir uns.
Ich fing an, in einer benachbarten Stadt wieder in meinem Beruf zu arbeiten. Es ging mir zunehmend besser.

Die Schwiegereltern sind inzwischen verstorben. Zum Rest der Verwandtschaft gibt es seltene, distanzierte Kontakte.

Rückblickend kann ich nur sagen, es war richtig und gut, so zu handeln. Meine Schwiegereltern haben den Kontaktabbruch provoziert und durch ihre mangelnde Rücksicht und fehlende Empathie selbst verschuldet.

Mir hat es das Leben gerettet.

Liebe Mikaela, ich hoffe, dir mit meiner Geschichte helfen zu können. Gerne kannst du mir eine private Nachricht senden.
Gehe keine faulen Kompromisse ein. Hier geht es nicht mehr um die Unabhängigkeit deines Mannes, nicht mehr um die Rechte der Schwiegereltern auf ihr Enkelkind, hier geht es um Tod oder Leben.

Du warst schon in einer Klinik, bist wieder schwanger, brauchst deine ganze Kraft für dich und deine Familie. Wer dich jetzt nicht respektiert, wer dich jetzt nicht unterstützt, hat dich und deine Kinder nicht verdient. Basta!

Viel Kraft und die Stärke, für dich und deine Kinder zu kämpfen

wünscht dir Rosafee
 
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Ist es egoistisch von mir, wenn ich sage, dass ich diesen Kontakt nicht aushalte und die Beziehung beende, wenn weiterhin Kontakt zu seinen Eltern besteht?
Nein, ich finde es alles andere als egoistisch, schließlich denkst Du dabei ja auch an das Wohl Deiner Kinder, die sich der Situation nicht entziehen können! Und auch an Deine Gesundheit musst Du denken.

Ich würde nochmal mit Deinem Mann reden, ein sachliches, aber ernstes Gespräch. Und dann würde ich eine Entscheidung treffen.
 

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