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Kontakt mit psychisch gestörtem Elternteil

G

Gast

Gast
Hallo ihr lieben,
ich wende mich mal mit meiner Geschichte an euch,in der hoffnung ähnliche Erfahrungen zu hören.
Und zwar hat mein Vater vor über 10 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter und uns Kindern abgebrochen und auch meinen Großeltern verboten uns zu kontaktieren. Besonders Schade waren wir nicht drum, er hat meine Mutter mit mehreren Frauen betrogen, Sie geschlagen, sie sogar nach der scheidung noch bedroht, und mit uns Kindern wollte er nie etwas machen . Dazu kommt das er gelinde gesprochen nicht ganz richtig tickt. So sieht er zB Geister und meinte damals das wir seine Aura stören würden. Im großen und ganzen kein Umfeld für Kinder. Wi, r waren also froh das über 10 Jahre kein Kontakt da war, meine mutter hat neu geheiratet und wir sind alle sehr glücklich mit der situation. Nun der schlag nach 10 Jahren, mein Bruder und ich bekamen Briefe und sms von ihm in denen er wieder kontakt wünscht, allerdings ohne jegliche entschuldigung , nur mit gesülze wie schlecht es ihm gehen würde. Ist jemand von euch in einer ähnlichen situation? Meine mutter zb verkraftet es kaum das er sich gemeldet hat, sie hat unvorstellbare angst vor ihm...
 

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Nordrheiner

Urgestein
Lieber Gast,

Du scheinst etwas weniger Angst zu haben, als Deine Mutter. Meine Empfehlung: Besprich Dich mit Deiner Mutter und ggf. mit Deinen Geschwistern und vereinbart, dass Du (oder ein Geschwisterteil) die Kommunikation mit dem Vater führen wird, egal wen er von Euch kontaktiert. Alles wird an dieses Geschwisterteil geleitet.

Dadurch gibt der Einzelne seine Sorge ab.... und ihr verhindert, dass ihr ggf. ausgespielt werdet.

Derjenige, der die Kommunikation mit dem Vater führt, sollte sich wie ein fremder Berater sehen und fühlen. Dadurch soll eine innere Distanz aufgebaut werden, die den Einfluss früherer Verletzungen nicht zulässt.

Wäre ich dieser Berater, würde ich dem Vater einen Brief mit folgendem Inhalt schreiben:

-------------------------------------------------------
Hallo, Vater,
es klingt schön, wieder Kontakt mit uns aufzunehmen. Ob es wirklich für alle schön sein könnte, ist aus unserer Sicht sehr zweifelhaft. Zwischen Dir und uns stehen sehr viele Verletzungen. Es ist eben so, dass wir Dein Verhalten nicht als väterlich sondern als sehr feindlich in Erinnerung haben. Vielleicht möchtest Du mal schriftlich mitteilen, wie Du heute dazu stehst? Unsere Entscheidung für eine Fortführung des Kontaktes machen wir von Deiner Antwort abhängig.

Grüsse,
XXXXXXXX
--------------------------------------------------------

Lieber Gast,
durch eine vorsichtige Annäherung besteht die Chance, die schmerzhafte Vergangenheit positiv abzuschließen. Ob es dazu kommen könnte, wird aus meiner Sicht dadurch klar, wenn sich Dein/Euer Vater als reuevoll zeigt und Euer Verzeihen sucht. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass er sich verändert hat, oder?

Sollte Dein/Euer Vater keine Reue zeigen, würde ich einen weiteren Kontakt ablehnen. Dabei würde ich nicht schreiben: "weil Du keine Reue zeigst" Dadurch könntest Du ihm unwillentlich aufzeigen, was er beim nächsten Versuch vorspielen kann. Begründe eine Ablehnung lieber so: "Wir können nicht erkennen, zu was ein solcher Kontakt gut sein soll."

Ich hoffe, diese Gedanken helfen Dir/Euch.

LG, Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
@nordrheiner

vielen dank für deine Antwort! Deine Idee mit dem Brief und auch die formulierung gefällt mir sehr gut!
Das werde ich bestimmt mit reinnehmen.
 
W

Windlicht

Gast
Ich würde an eurer Stelle jeglichen Kontakt geschlossen ablehnen.
Vor allem ihm keine Hoffnungen machen wie mein Vorscnreiber es vorschlug ("......schön, wieder Kontakt mit uns aufzunehmen" ..).
Euer Vater hat seine Kontakte durch sein Verhalten in den Sand gesetzt, hat eure Mutter bedroht und geschlagen, sich um euch nicht gekümmert und nun kommt er angekrochen.
Seid konsequent, damit er euch und eurer Mutter nicht weitere Jahre zerstört.
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Ich glaube auch das dein Vater eher ein Kandidat für die harte Tour ist, alles Andere könnte er nämlich komplett falsch auffassen und dann habt ihr den Salat.
Teilt ihm alle geschlossen Kurz und Bündig mit das ihr keinen Kontakt zu ihm wünscht und dann ändert eure Kontaktdaten.

Er hat sich in den Schlamassel hineinmanövriert und muss jetzt zu sehen wie er damit klar kommt. Außerdem denke ich nicht, das er vor lauter Sehnsucht zu euch den Kontakt aufnehmen möchte, sondern wie du/er schrieb weil es ihm so schlecht geht.
Er interessiert sich also Null Komma nichts für euch, sondern es geht ihm ausschließlich wie Früher nur um sich selbst.
 

Rosafee

Aktives Mitglied
Ich wäre an eurer Stelle sehr vorsichtig. Mit einer Kontaktaufnahme geht ihr ein hohes Risiko ein. Das Risiko, dass euer momentaner Familienfriede nachhaltig gestört wird.

Ihr habt, nach allem, was vorgefallen ist, das Recht "nein" zu sagen. Vor allem auch aus Solidarität eurer Mutter gegenüber.
 

Nordrheiner

Urgestein
Ich wäre an eurer Stelle sehr vorsichtig. Mit einer Kontaktaufnahme geht ihr ein hohes Risiko ein. Das Risiko, dass euer momentaner Familienfriede nachhaltig gestört wird.

Ihr habt, nach allem, was vorgefallen ist, das Recht "nein" zu sagen. Vor allem auch aus Solidarität eurer Mutter gegenüber.
Die Bedenken, dem Vater nicht zu antworten, sind nachvollziehbar. Ob eine Nicht-Antwort zu einer gewünschten Lösung führt, wissen wir alle nicht. Egal wie sich unser Gast verhält - hinterher sind wir alle schlauer.
Und Kontaktaufnahme ist bereits erfolgt, wenn auch nur erstmal einseitig.

Lediglich die große zeitliche Lücke zwischen früher und heute erlaubt die Hoffnung, dass sich der Vater zwischenzeitlich in eine Behandlung begeben hatte und ggf. geheilt ist. Und dann bin ich dafür, dem Vater eine Chance zu geben. Im übrigen - mal nebenbei bemerkt - verbessert das Miterleben seiner positiven Veränderung auch einen Heilungsprozess. Nur eben ist eine wirklich vorsichtige Vorgehensweise wichtig, solange niemand weiß, wie der Vater heute die Vergangenheit sieht und beurteilt. Und Kontaktabbruch ist dann jederzeit möglich.
Ich denke nicht, dass man sich - nach einem distanzierten Antwortbrief - schlechter steht, als ganz ohne Antwortbrief.
 
G

Gast

Gast
Guten Abend ihr lieben,
Sorry das ich jetzt erst zurück schreibe ich musste arbeiten. Vielen lieben Dank für all die guten antworten. Ich habe mich dazu entschieden ihm einen Brief zu schreiben. Der ist allerdings nicht freundlich ausgefallen. Irgendwer hat etwas von Solidarität gegenüber meiner Mutter geschrieben, die habe ich zu 100 %. Deshalb habe ich geschrieben, ich habe im Gegensatz zu ihr nämlich keine angst vor ihm, und konnte so alles an Vorwürfen und was sich halt so alles in mir gesammelt hat nach über 10 Jahren los werden. Mitleid hhabe ich nämlich in keinster Weise, selbst dann nicht wenn er sich wirklich geändert hat... Einen separaten jedoch freundlichen Brief habe ich auch an meine Großmutter geschickt, von der er im Brief erwähnt hat das sie auch wieder Kontakt möchte. Ich kann jetzt nur hoffen das alles gut läuft...
 

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