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Kommunikation unmöglich

Testpilot

Mitglied
Hallo,
dunkel kann ich mich noch an dieses Forum erinnern.
Jetzt bin ich in meinem Leben in eine Beziehungssituation geraten, aus der ich nicht mehr heraus finde. Na gut, ich könnte sagen "Tschüß, das war's" aber das möchte ich nicht. Wobei selbst das eine Verbesserung meiner Situation darstellen würde, weshalb ich hier schreibe.

Das Wichtige in Kürze:

  • Meine Partnerin und ich haben nun seit über 5 Jahren eine Beziehung.
  • Ich bin 30, sie etwas jünger.
  • Wir haben uns in München kennen gelernt.
  • Seit fast 4 Wochen sind wir Eltern (gewünscht).
  • Juni/Juli sind wir aus München umgezogen aufs brandenburgische Land, damit sie ihren Eltern näher ist.
  • Ihre Eltern wohnen aktuell im selben Ort (seit etwa 1 Jahr), es war der Wunsch meiner Partnerin hier her zu ziehen, weil sie sich slterliche Unterstützung erhofft.
  • Sie hängt sehr an ihren Eltern.
  • Nach etwa 1,5 Jahren wollten wir nach Berlin ziehen bzw. an den Stadtrand.
  • Ich arbeite von zu Hause für meinen alten Arbeitgeber.
  • Ich halte mich für einen eher ruhigen und kompromissbereiten Menschen.

Die Situation jetzt:
Geplant war, sich mit ihren Eltern bezüglich des Wohnortes um Berlin herum zu "treffen", weil meine Partnerin sehr an ihnen hängt. Also zogen ihre Eltern um in die brandenburgische Pampa und wir wollten nach Berlin. Letztendlich wollte sie dann doch zumindest für 1,5 Jahre im selben Ort wohnen wie ihre Eltern. Des Kindes wegen, einfach damit sie Unterstützung im Zweifel hat. Begeistert war ich nicht, aber als Übergang ok.

Doch schon kurz vor unserem Umzug in diesem Juni/Juli stellte ihr Vater fest, dass die Arbeitsbedingungen in seiner Firma hier eine wirkliche Zumutung sind. Das mag wohl an der prekeren Situation auf dem Arbeitsmarkt in Brandenburg liegen. Zuvor wohnten ihre Eltern in Schleswig-Holstein (aber auch nur für ca. 3-4Jahre). Er wechselte damals firmenintern aber die Unterschiede sind wohl von Standort zu Standort recht groß.
Er ist körperlich und psychisch stark duch die Arbeit belastet und hat natürlich nach Alternativen gesucht. Die gibt es hier aber kaum. Letzendlich hat wohl der alte Chef aus Schleswig-Holstein wohl noch Interesse an ihm gezeigt und so kam die Idee zurück zu gehen. Ihre Eltern haben dort mittlerweile auch ein paar Bekanntschaften.

So, was will nun meine Partnerin? Natürlich hinterher ziehen. Am liebsten gleich nächstes Jahr, so früh wie möglich. Selbstverständlich war ich entsetzt. Ich habe ihr zunächst nur gesagt, wir können über alles reden und uns auch ansehen, aber ich möchte jetzt erst mal hier ankommen. Auch wenn Brandenburg nicht mein Traumziel ist.
Und mittlerweile hab ich mich dermaßen ausmanövriert bzw. von ihr ausmaövrieren lassen, dass sie denkt es ist schon alles gesetzt.

Aufgrund unserer aktuellen Situation bringe ich es einfach (erst recht) nicht fertig, sie darauf anzusprechen. Ich habe ernsthafte Verlustängste bezüglich ihr und unserem Kind, wenn ich mich dagegen stelle. Seit dem Umzug ist unsere Beziehung auch noch auf dem absteigenden Ast, was es noch schwieriger macht. Es ist eine permanente Gereiztheit in der Luft, die jeder Zeit ausbrechen kann. Auch deswegen versuche ich mich bewusst und unbewusst möglichst unauffällig zu verhalten. Was natürlich falsch ist. Bei ihr kommt es als "abnormales" Verhalten an und sie wirft mir ständig "Werd mal wieder normal!" an den Kopf. Das reizt sie dann noch mehr und ich verstelle mich noch mehr und halte immer mehr fern von ihr. Dabei bräuchte es natürlich das Gegenteil. Aber ich schaffe es nicht das Ruder rum zu reißen bzw. weiß nicht wie.

Wir sind kaum noch zu einer normalen Konversation fähig. Sie "droht" mir zu ihren Eltern zu gehen, was sie aber nicht als Drohung empfindet. Ich weiß, das auch sie sehr verletzt ist und sich mitunter im Stich gelassen fühlt. Ich meine auch, wir beide unterliegen einem Missverständnis. In einem Gespräch wurde mir letztens klar, dass ihr überhaupt nicht bewusst ist, wie sehr mich das alles emotional belastet. Und auch wie verletzt ich bin, genau wie sie. Sie denkt mitunter mir geht es gut dabei, aber natürlich ist das alles andere als der Fall. In ihrer Welt bin ich der böse Mann ("du bist das Problem, du musst dich ändern"). Leider schaffe ich es einfach nicht, ihr klar zu machen, dass wir beide etwas aufzuarbeiten haben ("immer du und dein reden, du bist schuld").

Ich weiß nicht mehr so recht weiter, ich glaube ich habe mir selbst einen Käfig gebaut, aus dem ich nicht mehr alleine ausbrechen kann. Ich scheue mich sie direkt auf wichtige Dinge anzusprechen. Mittlerweile habe ich ein Gespräch mit ihren Eltern vereinbart, ich hoffe ich komme vielleicht so weiter. Denn ich habe hier vor Ort sonst niemanden zum Austausch. Und telefonieren muss ich wenn dann im Geheimen.

Ich denke uns beiden fehlt der Austausch mit anderen Menschen. Einfach die Selbstreflektion. Aber ich glaube sie hat nie mit Freunden über Beziehungsprobleme geredet und nur wenn es nötig war mit ihren Eltern. Wir beide graben im Moment alles in uns ein.

Wie schaffe ich es diese Kreislauf zu durchbrechen?
 

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Regina M.

Mitglied
Ich denke, dir fehlt einfach die Konsquenz zu sagen was Sache ist.
Das Herumgedrücke und heimlich telefonieren, bringt nichts.
Setz dich zusammen mit ihr und lege die Karten auf den Tisch:
- was du möchtest
- was dich stört
- wo du dich verletzt fühlst
Und dann Ihres, auf die gleiche Weise.

Dann werdet ihr sehen, ob diese Beziehung nur aus Mißverständnissen besteht oder noch Zukunft hat.
Denn ein Kind aufwachsen lassen in einer solch unbefriedigten Umgebung,
weiß nicht ob du das wirklich willst.
 

Petra47137

Sehr aktives Mitglied
Deine Partnerin ist nicht abgenabelt und eigentlich noch garnicht reif, für ein autarkes Familienleben.
Ein Partner ist Mann, Geliebter, Bruder, Vater und Kindesvater in einer Person - die Rolle, die das Elternhaus einst spielte, übernimmt nun der Partner - Sicherheit, Stabilität und Versorger.

Vertrauen in sich selbst und in den Partner, lassen keine Zweifel zu, die die eigenen Eltern zum "Schutzschild" seiner selbst machen.

Nicht nur Du, sondern insbesondere ihre Eltern müssen ihr klar und deutlich zeigen und sagen, wo ihr Platz ist.....an Deiner Seite - und nicht mehr an der Seite der Eltern - dieser Schritt ist jedem bewusst, der eine Verbindung eingeht.
Sie hat nicht den Eltern zu folgen, sondern Dir.............sie kann nicht alleine laufen und mag die Hand nicht loslassen, die ihr einst als Kind das Laufen beigebracht hat.

Nicht ihre Eltern sind verantwortlich für Euer Kind - sondern ihr - ganz allein.
Probleme alleine lösen, das macht eine Partnerschaft aus.

Sicher lässt man die Großeltern nicht Außen vor, aber auch ihre Rolle als Eltern ist in eine andere Phase getreten - loslassen ohne sich abzuwenden. Eigene Wege gehen - jede Familie für sich und sich begegnen, um sich freudig wieder zu verabschieden - denn jeder kehrt dahin zurück, wo er hingehört - in seinen Familienverbund........in sein Leben.
 

ithink

Aktives Mitglied
Mein Beileid, böse Falle. Das mit dem Elterngespräch ist ein Ansatz, Frage nur, was willst du ihnen denn sagen? Da sie es ja scheinbar für völlig normal halten, dass sie irgendwo hinziehen und ihre Tochter direkt hinterher, wird das sicherlich schwierig. Ist denn deine Holde bei dem Gespräch auch zugegen? Wie sieht es mit deinen Eltern, Geschwistern etc. aus? Könnten sie auch noch ins Gespräch mit einbezogen werden, damit du nicht allein auf weiter Flur stehst?

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich auch noch eine Partnerschaftsberatung. Wenn Frau denn mitzieht, was wohl fraglich ist, da sie ja ein Druckmittel (Kind) in der Hand hat und ja die Probleme ausschließlich bei dir verortet.

Ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall zweigleisig fahren. Besorg dir schon mal einen Termin bei einem Fachanwalt (paradoxerweise würde ich eher zu einer Anwältin raten, da diese meistens giftiger agieren, meine Erfahrung) und lote aus, welche Möglichkeiten du hast. Aufenthaltbestimmungsrecht, Verbot des Wegzugs wg. Kindeswohl, Elternzeit zur Verfestigung der Beziehung zu deinem Kind etc. Glücklicherweise können im Rahmen der Genderdebatte ja mittlerweile auch die Rechte der Väter nicht mehr völlig ausgeblendet werden. Wie sähe es denn mit deinem Job aus? Vermutlich ist es egal, von wo aus du ihn ausübst, in jedem Fall ist es bzgl. der Kinderbetreuung von Vorteil, da du ja auch von Zuhause aus arbeiten kannst und dir die Arbeitszeit einteilen kannst. Deine Partnerin kann ja nicht ewig zuhause bleiben, sie muß ja auch irgendwann wieder arbeiten, oder?

Ich meine Schleswig-Holzbein ist ja nicht schlecht. Mit die schönste Ecke der Republik (außer Bayern natürlich). Die Alternative ist ja auch nicht schön. Ist halt die Frage, ob du das Gefühl hast, dass es für euch noch eine Zukunft gibt.
 

Testpilot

Mitglied
@Regina M.
Ja, die fehlt mir. Ich scheue mich der Konsequenzen wegen, gerade in einer so angespannten Situation wie jetzt in der ich alles verlieren kann. Aber ja, da führt kein Weg dran vorbei.

@Petra47137
Mehr oder weniger das Selbe sagen meine Eltern. Ich habe sie vor zwei Tagen eingeweiht in das "Vorhaben" Umzug.
die Rolle, die das Elternhaus einst spielte, übernimmt nun der Partner - Sicherheit, Stabilität und Versorger.
Das kann sie offensichtlich bei mir aktuell nicht. Sie sagt immer, sie würde sich gerne fallen lassen und ich soll ihr Sicherheit geben. Aber durch die fast permanent angespannte Stimmung bin ich absolut nicht mehr ich selbst, ich stehe neben mir. Natürlich passieren mir dann noch mehr Fehltritte, die mir alle als Verantwortungslosigkeit ausgelegt werden. Ich muss es einfach schaffen diese Felder bei ihr zu gewinnen, momentan "drängen" sich ihre Eltern in die Lücke die ich lasse.

Auch hier spielen ihre Eltern wieder eine Rolle. Sie glaubt ihren Eltern alles, ohne es zu hinterfragen. Das würde ich mir mal bei meinen Aussagen gegenüber ihr wünschen.
Ich empfehle einen Kinderwagen, sie: "ne schrecklich, ich will den großen umständlichen haben". Ihre Eltern kommen daher und schwupps ist genau der von zuvor mir angepriesene Kinderwagen das Tollste. Das geht so weiter beim Thema Haushalt, Wohnungseinrichtung (Vater schlägt vor ein Bild da hinzuhängen, Tochter findets toll, Vater kauft ungefragt ein Bild, ich solls aufhängen, gefragt wurde ich erst zum Schluss obs mir gefällt), Politik (Haufenweise Vorurteile), Umgang mit dem Kind ("nicht von hinten nähern sonst fängt er an zu schielen").

@ithink
Natürlich hast du recht, vielleicht bringt das Gespräch mit ihren Eltern nichts. Vielleicht doch. Versuchen möchte ich es, womöglich setzte ich etwas in bewegung. Jedoch war es gestern einfach so emotional belastend für mich, dass ich irgendjemand brauchte oder zumindest eine Aussicht auf einen Austausch. Ich platze fast.
Und nein, sie ist nicht dabei. Ihre Eltern haben ihr offenbar auch noch nichts von meinem Gesprächsbedarf erzählt. Natürlich sind das eigentlich Dinge, die ich mit ihr besprechen sollte. Aber ich schaff es einfach nicht. Heute ist sie gut drauf und sie hat nochmal geäußert, dass sie sich Sicherheit wünscht und sie sich Sorgen macht mit dem Umzug. Natürlich hat sie gemeint ob ich so mit mache.
Meine Eltern sind jetzt auch mit im Boot. Jedoch wohnen die am anderen Ende der Republik und sind im Gegensatz zu ihren Eltern nicht mehr die Jüngsten. Meine Eltern waren entsetzt und wollten sofort kommen. Ich konnte sie etwas beruhigen. Mit meiner Schwester telefoniere ich viel, soweit eben möglich. Wir sitzten hier ja immer aufeinander ohne Kontakt zu anderen Menschen, was wenigstens etwas Reflektionsfläche bringen würde.

Und du wirst lachen, ich war gestern so verzweifelt, ich habe mich an eine Beratungsstelle gewandt. Was mir schon sehr unangenehm war. Ich möchte mir das aber erst mal allein anhören. Jedoch gibt es erst in 3-4 Wochen Termine.

Gleich zu einem Anwalt zu gehen scheint mir etwas hart. Ich habe ja noch nicht aufgegeben, auch wenn ich manchmal befürchte es kommt so und keinen anderen Weg sehe.

Arbeiten kann ich von überall, ja. Die Frage ist nur ob es mein Arbeitgeber mit macht. Es war nicht geplant, dass ich von zu Hause arbeite. Eigentlich wollte ich den Job wechseln. Aber dazu kam es nicht, also wendete ich mich verzweifelt an meinen damals noch Arbeitgeber und er hat mir das Angebot gemacht.

Meine Partnerin ist aktuell in Elternzeit für 2 Jahre. Sie hat eine Stelle in München, die wohl nicht mehr antreten wird. Sie wird sich dann etwas Neues suchen.

Was ich von Schleswig-Holstein gesehen hat, hat mich jetzt nicht so überzeugt. Aber ich komme nun mal aus dem Süden Deutschlands. Außerdem brauche ich zur Arbeit und auch des Kulturangebots wegen eine größere Stadt in der Nähe, und die nächst größeren sind Flensburg oder Kiel. Und selbst da gibts kaum Jobs für mich (Software-Entwickler). Ich habe beruflich auch noch ein paar Wünsche, die ich mir erfüllen möchte. Und dafür sehe ich dort wenig bis keine Perspektive.
 
L

LiebesLieschen

Gast
Und du wirst lachen, ich war gestern so verzweifelt, ich habe mich an eine Beratungsstelle gewandt. Was mir schon sehr unangenehm war. Ich möchte mir das aber erst mal allein anhören. Jedoch gibt es erst in 3-4 Wochen Termine.
Hallo Testpilot,

zu einer Familienberatungsstelle zu gehen war genau das, was ich dir nach dem lesen deines Threads empfehlen wollte.

Ich finde es nicht lächerlich, dir hilfe zu holen. Das muss dir auch überhaupt nicht unangenehm sein. Du machst es genau richtig. Sich Hilfe zu holen, wenn man an einem Punkt im Leben nicht alleine weiter kommt halte ich für eine Stärke.

Vielleicht wäre auch eine Paartherapie eine Möglichkeit, damit ihr eure Konflikte sozusagen "moderiert" lösen könnt, ohne dass die Gespräche in Streit ausarten.

Lieben Gruß

LiebesLieschen
 
G

Gast

Gast
Hallo Testpilot,
Auch ich musste mit meinem Mann beruflich nach Schleswig-Holstein ziehen. Es war die Hölle und der berufliche Gau. Ich bekam nie mehr einen passenden Job und musste mich mit billigen Arbeiten zufrieden geben. Auch beim Arbeitsamt, "gratulierte man mir zu diesem unsinnigen Umzug" Kulturell war da nicht viel los. Auch die grobe Nähe zu Kiel brachte da nichts. Die Menschen sind im Norden halt auch anders. Ich kam nicht damit zurecht.

Jetzt wohne ich südlicher und bin wieder glücklicher.

Wenn die Eltern Deiner Frau so viel zu sagen haben, und Deine Frau nur gewillt ist, deren Meinung gelten zu lassen, solltet Ihr wirklich lieber Abstand zu ihnen halten. Ihr seid eine Familie. Wie alt ist Deine Frau eigentlich? Warum kann sie nicht ein Leben ohne ihre Eltern führen? Ist sie nicht erwachsen?

Deinem Schwiegervater gefällt es in Brandenburg nicht, o.k. Darum zieht er wieder weg. Das findet Deine Frau in Ordnung und akzeptiert es. Wenn es ihm da nicht gefällt, ist es sein Recht da wieder wegzuziehen.
Aber was ist mit Dir? Warum steht sie Dir nicht dasselbe Recht zu? Du bist ihr Ehemann!

Es ist ja schön, wenn man Grosseltern für sein Kind hat, aber deswegen unsinnig hin und her ziehen ist ja wohl völlig übertrieben. Vielleicht solltet Ihr mal beide zu einer Eheberatung gehen.
 
C

Cone

Gast
Du brauchst einen Job und du liebst die Stadt. Sie will in die Pampa zu ihren Eltern. Da muss man Kompromisse finden und ich finde, du solltest ihr das alles mal mitteilen. Setz dich mit ihr an den Tisch, bitte sie zuzuhören und dich nicht zu unterbrechen, bis du fertig bist.

Man kann aus einem Streuner keinen Stubentiger machen. Wieso findet ihr nicht eine andere Lösung? Wie wärs mit Hamburg? Jobtechnisch müsstest du bedient sein, am Wochenende kann man zu den Eltern fahren. Oder du wirst zum Wochenendpendler: 5 Tage Berlin, das Wochenende bei Frau und Kind. Definitiv würde ich mich aber nicht dem Willen deiner Frau ergeben, da das nicht abgemacht war und du und euer Kind nun ihre Familie sind.
 

Testpilot

Mitglied
Danke für die vielen Reaktionen! Das gibt mir ein Stück Sicherheit.

Weil so viele davon aus gingen:
Wir sind nicht verheiratet. Aber vor unserem Umzug habe ich ihr doch tatsächlich noch in München einen Antrag gemacht. Das weiß noch keiner, da es bei uns aktuell zu sehr kriselt.

Und noch eine Anmerkung zum Thema Hochzeit:
Sie hat mir das gemeinsame Sorgerecht in letzter Minute verweigert, weil wir ja eh bald heiraten würden. Ich vermute ihr Eltern dahinter.


Nun zur eigentlichen Sache:
Wie angekündigt war ich allein bei ihren Eltern zum Reden. Schon beim Einstieg sind mir die Tränen gekommen, aufgrund der vielen kleinen aber unschönen Probleme (Gereiztheit, gegenseitiges Verletzten, Kommunikationsprobleme...) vor denen wir als Paar stehen. Sie waren verständnisvoll und sind sich durchaus der Eigenheiten ihrer Tochter bewusst. Das hat mich erstmal gefreut. Die erzählten auch von ähnlichen Problemen in ihrem Leben. Sie wurden mit etwa 18 recht jung Eltern und haben wohl auch viel alleine durchstehen müssen.

Doch diese kleinen Probleme sind alle nur eine Folge und keine Ursache für die Krise. Ursächlich ist, das sie sich einfach nicht von ihren Eltern trennen kann und die sie umgekehrt nicht gehen lassen.
Sie betonten ihr enges Verhältnis zu ihrer Tochter (Einzelkind), das von beiden Seiten gewünscht ist. Besonders ihre Mutter sagte das immer wieder. Zur Erklärung: Ihr Vater war zwei mal schwer krank, da war meine Partnerin etwa 9 und 15. Er überlebte beide Male wohl nur knapp. In dieser Zeit waren sie finanziell und psychisch auf sich allein gestellt, da wohl kaum bis keine Unterstützung von der restlichen Verwandtschaft kam.
Daher sind für drei so eine eingeschworene Gemeinschaft. Die sich auf der anderen Seite aber auch von Rest der Welt etwas abkoppelt. Egal...
Beide betonten wir 4 (!) brauchen einen Kompromiss. Ich äußerte, das Flensburg und Kiel für mich wenig berufliche Auswahlmöglichkeiten bietet. Hamburg wäre schon besser. Ihr Vater appellierte dann an meine väterliche Verantwortung, dass wir uns im Fälle von Hamburg etwas außerhalb suchen sollten. Hamburg ist seiner Meinung nach fast wie Berlin und da herrscht laut ihm "Sodom und Gomorrha". Wieder eine versuchte Einflussnahme in unser Leben als Familie. Ihre Tochter über nimmt dabei die Aussagen oder Meinungen 1:1. Argumente braucht es da keine mehr.
Ich meinte dann, Hamburg ist ihrer Tochter schon zu weit weg. Schockiert hat mich dann die knallharte Aussage der Mutter, ich muss mich damit abfinden, dass ihre Tochter ihnen innert hinterher ziehen möchte. Auf meine Anmerkung, dass mich das zum hinterher ziehen der Eltern verdammte, meinte sie in einer Seelenruhe nur "ja, das muss ich dann eingehen".

Es gibt noch so ein paar kuriose Anekdoten aus dem Gespräch, z.B. dass die ihrer Tochter 120km an den Studienort hinterher gezogen sind, weil sie befürchtet haben sie rutscht ab. Auslöser: Beim Öffnen des Schrankes in ihrem Studentenwohnheim kam den Eltern ein Haufen leerer Limo Flaschen entgegen. Keine Ahnung ob da noch mehr war, aber sie haben dann ihre langjährigen Jobs gekündigt und sind an den Studienort der Tochter gezogen. Und sie ist wieder bei den Eltern eingezogen und hat ihr Studium erfolgreich beendet.
Da wurde mir klar: Helikopter-Eltern
Und das dauert bis heute an, sie ist fast 30.

Ich wollte mit das erst mal alles anhören um ihren Standpunkt zu hören. Mit Wertungen habe ich mich zurück gehalten.

Morgen kommen sie noch vorbei zum Kaffee, dann wollen wir zu viert sprechen. Ich mache mir aber keine großen Hoffnungen. Die Eltern sehen als Kern des Problems meine (ihrer Meinung nach) geänderte Meinung zum eigentlich vereinbarten Umzug nach Schleswig-Holstein. Ich weiß noch nicht genau wie ich in das Gespräch gehen soll. Ich denke ich werde zunächst einfach einen fairen Kompromiss fordern. Das Thema "Abnabelung vom Elternhaus" bzw. "Einflussnahme in unsere junge Familie" ist vielleicht etwas zu früh. Außer es ergibt sich. Oder?
Denn ich denke das wird ein emotionaler Hammer. Und dabei hätte ich gerne Unterstützung von meine Eltern, die kommenden Donnerstag kommen.

Meine Befürchtung ist nur, dass sich ihre Eltern bei dieser offenen Kritik zu sehr angeprangert sehen. Was dann schnell zu Blockade führt.

Meinungen? Wie weit sollte ich im Gespräch gehen? Macht das aktive einbinden meiner Eltern Sinn? Immerhin wäre ein Gleichgewicht mal wieder hergestellt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Biddi

Sehr aktives Mitglied
Das Thema "Abnabelung vom Elternhaus" bzw. "Einflussnahme in unsere junge Familie" ist vielleicht etwas zu früh..
Zu früh ???? Viel zu spät! Entweder ihr seid eine kleine eigenständige Familie mit allen eigenen Problemen oder ihr lasst Mama und Papa Euer leben managen.
Das ist wie mit nem faulen Zahn: es grummelt und grummelt aber irgendwann muss er raus bevor der Kiefer vereitert, dann tuts richtig weh!
 

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