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Koma...???

andl69

Mitglied
hallo ihr lieben. ich bin sehr verschweifelt und habe mich hier angemeldet, in der hoffnung, das mir hier jemand helfen kann oder mir ähnliches berichten kann.
es geht um meine mutti. sie hatte am 30.10.08 einen schlaganfall. sie hatte die linke seite gelähmt und der mund hing auf der li.seite nach unten und sie konnte nicht richtig sehen. sie hat aber dadurch ihr gedächtnis nicht verloren. am 12.11.08 kam sie dann zur anschlußreha. da haben wir alle gedacht, jetzt wird wieder alles gut. aber leider nicht. am 17.11.08 erlitt sie einen blutsturz im gehirn und liegt seit dem im koma (nicht künstl.). sie liegt an keinen überwachungsgeräten und uns wurde nicht mehr viel hoffnung gemacht. man sagte uns, dass das leben so nicht lebenswert wäre. ihr zustand ist jedoch stabil und die schwester sagte uns, das sie sich schon sehr gefangen hätte. seit gestern liegt sie nun in einem pflegeheim. sie hat gestern bei der fahrt 2x gebrochen und sie hat öfters die augen aufgemacht. meine frage wäre nun, hat jemand auch schon die erfahrung gemacht und was passiert mit ihr, wenn sie doch wieder aufwacht. ich habe vor diesen momentan sehr angst, weil ich nicht weiß, ob sie wieder aufwacht und wenn ja, was dann anschließend ist. kann mir bitte einer helfen oder mir ähnliches berichten. ich sage schon mal danke im vorraus! lg von andl!
 

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maximilian

Aktives Mitglied
Erstmal mein Beileid.

Hab ich dich richtig verstanden dass sie im Wachkoma liegt?

Was ist wenn sie wieder aufwacht (EDIT: Und ob sie wieder aufwacht. Bei Wachkoma ist die Chance spätestens nach 8-10Monaten nur noch sehr gering/EDIT) kann dir keine mit Gewissheit sagen. Schäden sind zwar wahrscheinlich, aber das muss nicht heissen dass sie damit nicht klarkommt.
Ich möchte dir da von ner Patientin erzählen die ich bei meinem Einsatz im Pflegeheim hatte. Die hatte auch nen Schlaganfall, war an allen Gliedmaßen gelähmt, hatte ne Magensonde weil sie sich beim Essen verschluckte. Konnte aber noch reden, und lag in ihrem Zimmer und unterhielt sich den ganzen Tag mit ihrer Mutter, die sie offensichtlich sah, und sang mit ihr (aber mit ihrer Stimme die sie als kleines Kind hatte), mit Bruder, Schwester, Schwager (ich war öfters der Schwager wenn ich reinkam, "kommste wieder vom Fussball, Manfred"). Die Frau war absolut glücklich und frohgelaunt die ganze Zeit, das war ne Freude vor der spaltweit geöffneten Tür zu stehen und der zuzuhören. So kanns auch ausgehen.
Du weisst auch nicht ob sie nicht gerade jetzt solche schönen Träume hat.
 

andl69

Mitglied
ich danke dir für deine antwort.

welchen unterschied gibt es zwischen koma, künstliche koma und wachkoma? also soweit ich weiß, liegt sie in keinem wachkoma. das problem ist auch, das ich sie nicht jeden tag besuchen kann. sie wohnt in dortmund und ich in dresden. ich fahre erst wieder zu weihnachten hin. so wie du mir den zustand geschildert hast, von der patientin von deiner arbeit, vor diesen zustand hab ich angst, oder das sie uns vielleicht nicht mehr erkennt. oder dann vielleicht ringsum alles mitbekommt und sich nicht mehr äußern kann. ich weiß, wir können nur abwarten, aber ich mach mir soviele gedanken.

jedenfalls danke ich dir ganz dolle, das du mir geantwortet hast. es tut gut, darüber zu sprechen...
 

Heinzelmänchen

Aktives Mitglied
Hallo andl69,

der unterschied zwischen Koma, Wachkoma und künstlichen Koma ist folgender:

Koma:


In der Medizin ist ein voll ausgeprägtes Koma (griechisch „tiefer Schlaf“) die schwerste Form einer quantitativen Bewusstseinsstörung. In diesem Zustand kann das Individuum auch durch starke äußere Stimuli wie wiederholte Schmerzreize nicht geweckt werden.

Das Koma ist somit ein Symptom (Krankheitszeichen) und keine Krankheit.

Künstliches Koma:


Diese Begriffe werden von den Medien verwendet, um medizinischen Laien eine medikamentös herbeigeführte Bewusstseinsminderung zu erklären. Treffender ist der Begriff „Langzeitnarkose“, denn ein Koma ist primär ein ungeregelter Bewusstseinsverlust. Narkose ist dagegen ein kontrollierter Zustand. Patienten, die in schwierigen Phasen einer Intensivbehandlung betäubt werden, erhalten zu diesem Zweck Medikamente in wirkungsabhängiger Dosierung. Dabei werden, meist in Kombination, Medikamente mit verschiedener Wirkung eingesetzt: Sedativa (Beruhigungsmittel, z. B. Verwandte des Valiums), Schlafmittel (früher oft Barbiturate), Schmerzmittel (z. B. Morphin oder verwandte Stoffe), andere Narkotika, Neuroleptika (Psychopharmaka aus der Behandlung der Schizophrenie). Sogar beatmete Patienten werden manchmal nicht die ganze Zeit in Narkose gehalten, wenn möglich nur sediert.


Wachkoma

Hierbei handelt es sich um eine schwere Hirnschädigung, bei der die Funktion des Großhirns erloschen ist. Daher wird sie auch als apallisches Syndrom bezeichnet. Das Leben wird durch die Funktionen des Hirnstamms aufrechterhalten. Als Folge werden die Betroffenen zwar wach, erlangen aber mangels kognitiver Funktionen nicht das Bewusstsein und können in keinerlei Kontakt mit der Umwelt treten (weder aktiv noch passiv).


Liebe Grüße und Euch alles Gute


Heinzelmänchen
 

maximilian

Aktives Mitglied
Wenn sie die Augen geöffnet hat, und praktisch auf ne gewisse Art munter war, dann spricht das für Wachkoma. Dann kommt es auf die nächsten Monate an, ob sie nochmal wiederkommt.
Wenn du ihr da helfen willst, in Pflegeheimen herrscht Personalnotstand und für richtig gute Pflege hat man kaum Zeit, dann informiere dich mal über "basale Stimulation" (Unterkonzept davon: "Bobath-Konzept"). Also versucht ihr Gehirn auf verschiedene Weise, mit ihr bekannten Reizen zu konfrontieren. Wenn sie gerne Kaffee trank, dann lasst sie mal Kaffeepulver oder frischen Kaffee riechen, wenn sie das Meer mochte, spielt CDs mit Meeresrauschen, ihr könnt mit ätherischen Ölen arbeiten, mit unterschiedlichen Farben im Zimmer (Tücher über Lampe werfen), ihr könnt sie Sachen fühlen lassen (verschiedene Gegenstände in die Hand legen, oder über den Körper streichen).
Zähl dir die Sinnesempfindungen auf, die man hat, und versucht jede mal anzusprechen.

Sprecht mit ihr und geht mit ihr um, als wäre sie munter (und achtet darauf dass die Pflegenden das auch machen), kein Mensch kann dir sicher sagen, dass die Leute nichts träumen oder nichts mitbekommen. Es gibt Komapatienten die wachen nach Monaten auf, und können einem etliche Details erzählen, die im Zimmer passiert sind, sprechen etliche Leute vom Team, die sie nie vorher gesehn haben, mit Namen an. Ein EEG (also Messung der Hirnströme) wird ja auch durch die Schädeldecke immer noch gedämpft, kleinste Ströme kannste nur schwer nachweisen.

Diese Erzählung sollte nicht dazu dienen dir Angst zu machen, sondern dir zu zeigen, dass der Mensch der in der Situation drin ist, durchaus sein Leben als lebenswert empfinden kann, auch wenn man es als Aussenstehender jetzt noch nicht verstehen kann.
Ganz viele Dinge kommen einem sehr unangenehm vor als Lebensqualität, aber die Menschen gewöhnen sich sehr schnell.
 

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