Die Reduktion der Stundenzahl muss man aber auch erst einmal wirtschaftlich stemmen können. Im klassischen Schichtdienst in der Produktion verdienst du schon nicht die Welt. Klappt das dann noch mit den finanziellen Verpflichtungen, wenn du Stunden reduzierst? Nicht dass du eine Baustelle schließt und sich die nächste öffnet. Arbeitet die Mutter? Zahlt sie Unterhalt?
Ich würde nochmal überlegen, welche anderen Stellen es gibt, die tatkräftige Unterstützung bieten können. Vielleicht Gemeindemitglieder oder mal der Caritas das Problem schildern. Oft gibt es Menschen, die jemanden kennen, der jemanden kennt...
Auch die Oma würde ich nochmal ins Boot holen und schauen, ob die nicht jetzt in der akuten Situation stärker unterstützen können. Was ist mit den anderen Großeltern? Das Thema Leihoma würde ich auch mal ins Auge fassen, wenn schon die leiblichen Großeltern sich nicht so einbringen wie es in dieser Notsituation zu wünschen wäre. Das sind oft kinderlose, aber noch fitte Menschen, die sich ein Enkelchen wünschen, sich für es ehrenamtlich engagieren möchten und die sich zu echten Familienmitgliedern entwickeln können. M. E. wäre das (gleich nach den leiblichen) die beste, weil beständigste Lösung. Google mal nach Leihoma und dem Namen deiner Stadt. Leider hat das Konzept Schule gemacht und es wird gelegentlich schon gegen Gebühr angeboten. Es gibt aber auch noch die anderen, die die gute Idee dahinter sehen, 2 Wünsche zusammenzubringen: Bedürftige Eltern und enkellose Menschen, die so noch an ihr Enkelchen kommen. Bei uns in der Stadt ist die Caritas der verittelnde Träger.
Dein Kind ist noch ganz klein, es wird noch mindestens 15 Jahre (elterliche)Unterstützung brauchen. Die wird sich zwar über die Jahre qualitativ verändern, aber selbst dein jugendlicher Sohn braucht dich als Vorbild und Papa mit Zeit für ihn an seiner Seite - auch fürs Herz. Sonst findest du den nämlich später in Kreisen, die du dir nicht für ihn wünschst. Schule ist auch nicht immer ein Selbstläufer, da mal zu unterstützen gehört nach meinem Verständnis schon auch dazu. Gute Bildung ist auch heute noch (oder vielleicht sogar heute mehr denn je) Garant für eine stabile berufliche und wirtschaftliche Situation.
M.E. kommst du nicht umhin, deine berufliche Situation anzupassen. Idealerweise raus aus der familienunfreundlichen Schicht villeicht ja durch Weiterqualifikation? Und vielleicht auch einen Arbeitgeberwechsel. Große Unternehmen sind da oftmals besser aufgestellt mit ihren Möglichkeiten und bieten deutlich flexiblere Arbeitszeitmodelle an.
Ja mag sein, aber das ist halt am eigentlichen Thema vorbei.
Der Arbeitgeber, muss in erster Linie ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen führen, denn sonst verlieren, dort alle ihre Jobs.
Da ist das Kind von einem XY Schichtarbeiter (ist nicht abwertend gemeint) eben nicht die Priorität.
Die erste Priorität ist es nicht, aber auch nicht OT. Ein Arbeitgeber ist - um optimale Leistung aus seinen MA herauszuholen - durchaus daran interessiert, dass deren psychische Verfassung gut und entspannt ist. Darauf hat das Privatleben nun mal maßgeblichen Einfluss. Große Unternehmen bieten daher auch nicht aus reiner Nächstenliebe wieder verstärkt eigene Kitas mit besonderen Betriebszeiten oder auch Sozialberatung an, dazu unendlich viele Arbeitszeitmodelle. Bei uns im Unternehmen ist z. B. beinahe alles möglich, nur eben nicht im Korsett des Schichtbetriebes.
Betriebskitas wurden vor einigen Jahrzehnten vom Arbeitgeber entkoppelt und in freie Trägerschaften entlassen. Da gibt es seit einigen Jahren wieder eine entgegengesetzte Entwicklung, da man festgestellt hat, dass eine entspannte Betreuungssituation dafür sorgt, dass gute Mitarbeiter auf so etwas achten und nach dem Kinderkriegen schnell wieder als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, statt zig Jahre Erziehungszeit nehmen zu müssen, weil sie keine Betreuung finden.