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Kind 5 keine Freunde

S

Sinayi

Gast
Es steht ja schon oben:-/

Meine Tochter ist 5, extrem schüchtern und hochsensibel.
Als sie mit dem Kindergarten anfing, hatte sie eine Freundin, (die Tochter meiner Freundin), die dann aber leider wegzog.

Ab da wurde es etwas schwieriger. Wir haben zwar auch schon, als die Freundin noch da war hin und wieder andere Kinder aus der Kita eingeladen, aber eher selten, weil mein Kind oft auch einfach ko nach einem Kitatag war und lieber in Ruhe zuhause sein wollte. Es waren Halt eher so lose Kontakte und da mein Kind auch einfach nicht mehr wollte, war es auch nicht besonders oft.

Dann kam ja auch Corona und zwischenzeitlich kam dann auch die Tochter einer anderen Freundin in die Gruppe. Die beiden spielten dann auch erstmal viel zusammen und während Corona war dieses Kind dann das einzige aus dem Kindergarten dass wir auch privat noch gesehen haben.

Jetzt ist es aber seit einer Weile so, dass dieses andere Kind zwischenzeitlich einen anderen Freundeskreis gefunden hat und generell viel lauter und wilder ist. Daher steht mein Kind nun wieder alleine da.
Sie möchte auch gar nicht mehr mit wenn ich meine Freundin (die Mutter dieses Kindes) besuche.

Letztens haben sich unsere Familien doch mal zum grillen getroffen und die Tochter meiner Freundin hat meine Tochter tatsächlich komplett ignoriert:-/ Mein Kind war echt traurig und mir als Mutter hat es wirklich so leid getan.

Heute hat sie mir nun erzählt, dass dieses Kind sie ständig mit den neuen Freunden ärgern würde.
Das tut mir als Mutter natürlich extrem leid:-/

Hab mein Kind wegen der Hypersensibilität und der extremen Schüchternheit auch schon vor einiger Zeit zum Psychologen gebracht, weil sie wirklich sehr unter ihrer eigenen Schüchternheit gelitten hat. Seitdem geht es ihr viel besser.

Die Erzieher meinen dass mein Kind zwar keine festen Freunde hat, aber sie den Eindruck haben, dass sie sich trotzdem wohl fühlt und auch nicht "alleine" ist. Mein Kind sagt mir zwar meistens wenn ich sie mal frage mit wem sie gespielt hat, mit keinem, aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass sie so traurig darüber ist. Nur manchmal vl, wenn sie plötzlich sagt sie hat keine Freunde.



Ich habe sie schon ein paar mal gefragt, ob wir jetzt mal ein Kind einladen sollen, manchmal sagt sie ja, aber so wirkliche Namen nennt sie mir nicht.

Für mich als Mutter ist das ehrlich gesagt schon schwierig, weil mir meine Freunde sehr wichtig sind und ich meinem Kind ebenso gute Freunde wünschen würde.

Aber ich kann es ja nicht erzwingen und möchte auch nicht künstlich ein Problem erzeugen wo für sie vl gar keines oder zumindest kein so grosses ist, weil ihr Freunde evtl gar nicht so wichtig sind.

Ich hab mir auch schon überlegt, mit der Mutter des Kindes zu reden, dass sie nun ärgert (meine Freundin), aber sehr bald sind Sommerferien und danach beginnt die Schule. Dort wird ja eh alles neu gemischt und ich hoffe dass sie dort gleich ein paar Mädels findet, die wir dann auch einladen wenn sie möchte.

Was denkt ihr darüber? Würde mich über Tipps und Meinungen freuen!
I
 

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Kylar

Sehr aktives Mitglied
Hallo Sinayi,
es gibt Menschen, die sind gerne unter anderen Menschen und Menschen, die mögen es lieber zurückgezogener. Deine Tochter scheint Zweites zu sein.
Du sagst, du hast deine Freunde gern um dich und wünscht dir daher auch so gute Freunde für dein Kind.
Aber dein Kind ist nicht du: Fühlt und denkt unter Umständen anders.
Die Erzieherin hat es ja auch gesagt: sie hat nicht den Eindruck, dass dein Kind leidet, sondern es gerne allein ist.
Wichtig ist auch "allein" nicht mit "einsam" zu verwechseln. Introvertierte, eigenbrödlerische Menschen können alleine sein, müssen sich dabei aber nicht einsam fühlen.
Was einem geselligen, extrovertierten Menschen eventuell extrem langweilig/einsam und/oder belastend vorkommt, kann für einen Introvertierten absolut okay oder sogar das Paradies sein.

Ich war als Kind so wie du deine Tochter beschreibst, und was mir in meiner Kindheit mit am meisten geschadet hat, war meine Erzeugerin, die mir immer Freunde besorgen wollte, obwohl ich gar keine haben wollte. Ich wurde öfters gezwungen mit Kindern zu spielen, weil meine Erzeugerin meinte, dass macht ein "normales" Kind so.
Auch meine Erzieherinnen im Kindergarten wollten mich immer in die Gruppe einbinden und ich habe es gehasst. Ich wollte viel lieber alleine in der Ecke sitzen und malen und mit meinen Autos spielen.

Ich finde es daher gut, dass die Erzieherin im Kindergarten deiner Tochter erkannt hat, dass es unproblematisch ist, wenn deine Tochter lieber für sich ist und sie deswegen trotzdem nicht einsam sein muss.

Wenn deine Tochter schüchtern (bzw vielleicht eher introvertiert?) und sensibel ist, solltest du ihr als Mutter am besten zeigen, dass sie gut ist, wie sie ist und du sie so liebst und sie akzeptierst.
Introvertierte Menschen bekommen heutzutage leider zu oft zu verstehen, dass sie doch mal bisschen mehr aus sich rauskommen sollen, kommunikativer/offener sein sollen.
Aber das kann man einem Introvertierten noch so oft sagen, aus ihm wird nie ein Extrovertierter. Es erzeugt nur Druck und Frust, weil man nunmal nichts sein kann, was man nicht ist.

Also am Besten gar nicht erst versuchen. Wenn deine Tochter von sich aus eine Freundin findet, ist das natürlich toll, aber man sollte es nicht zwanghaft versuchen mit dem Gedanken "aber meine Tochter braucht doch unbedingt Freunde".
Solange deine Tochter nicht klar zeigt, dass sie leidet, solltest du meiner Meinung nach alles so laufen lassen.
 
D

Die Queen

Gast
Ich würde mich nicht da einmischen, andernfalls zieht man ein Mobbing Opfer heran, das nach Freundschaften giert und ständig zu den Eltern rennt.

Lebe ihr ein gutes Sozialverhalten vor, was du meiner Meinung nach mit deinem eigenen Freundeskreis schon ganz gut machst.

Aber was noch wichtiger ist ein stabiles Selbstwert dem Kind beizubringen und auch vorzuleben. Gebe ihr bitte nicht das Gefühl sie sei nicht in Ordnung und gar ein Sonderling, weil sie momentan keine Freunde hat. Das richtet wesentlich mehr Schaden an.
 

cafard

Aktives Mitglied
Ich würde das Selbstbewusstsein des Kindes so weit wie möglich stärken und es in allem unterstützen, was es gut kann und gerne macht. Das Mädchen muss spüren, dass es in Ordnung ist, so, wie es ist. Das ist die Basis, die Freundschaften dann auch möglich macht. Ein Kind muss auf jeden Fall wissen, dass sein Wert als Mensch nicht davon abhängt, ob es Freunde hat und wieviele.

Wenn man unter Druck gesetzt wird, unbedingt Freunde haben zu MÜSSEN, weil man sonst nicht normal ist, fügt das dem Betreffenden einen ungeheuren seelischen Schaden zu. Da heißt, vorsichtig und besonnen sein!
 
C

Christa.L.

Gast
Mach dir bitte keine Sorgen. Ja, in deiner jetzigen Situation ist das wohl leichter gehört als getan, aber ich meine es wirklich sehr ernst und nicht leichtfertig!
Denn ich hatte auch so ein Kind unter meinen 4en. Wäre da nicht der 2 Jahre ältere, quirlige Bruder gewesen, das besagte Kind hätte wohl das Haus nicht mal mehr verlassen.
Tendenz hin bis zum Aspergerautismus lt. Kinderarzt.
Das alles durchzog die gesamte Kindheit/Jugendzeit (da wurde es eher noch schlimmer, dieweil auch der ältere Bruder nun mehr und mehr eigene Wege ging).
Doch alles änderte sich mit einer Auszeit als Zivi, als er 18 war - heute ist er glücklich verheiratet, Vater und Sozialarbeiter.
lso mach dir bitte nicht zuviele Sorgen - meine beiden jüngeren Kiddies haben im Gegensatz zu ihren großen Geschwistern einfach längr gebraucht, bis sie ihren Platz im Leben gefunden hatten.
Nur eines würde ich heute anders machen: Ich würde sie zu nichts mehr zwingen (was ich leider in meiner Sorge auch getan habe).
Biete deinem Kind immer wieder mal etwas an, schau auf ihre Interessen (bei meinem Sohn wars die Musik) - und ansonsten lass sie.
 

cafard

Aktives Mitglied
Es tut dem Kind auch nicht gut, wenn es spürt, dass seine Mutter Probleme damit hat, dass es keine Freunde hat. Es ist wichtig, sich von dieser Beklemmung möglichst frei zu machen und Gelassenheit zu entwickeln. Es sollten auf keinen Fall Schuldgefühle und Komplexe im Kind entstehen.

Es "schuldet" es der Mutter nicht, Freunde zu haben, es ist wichtig, wichtiger als alles andere, dass es selbst glücklich ist.
 

Bergkristall000

Aktives Mitglied
Liebe Sinayi, bitte informiere dich über das Thema "introvertierte Menschen". Gesellige Menschen denken oft dass mit Introvertierten was nicht stimmt, weil sie gerne alleine sind, aber das ist Blödsinn.

Introvertierte fühlen sich einfach nur sehr schnell ausgelaugt durch andere Menschen, sie brauchen das Alleinsein, um Energie zu tanken. Außerdem haben sie eine reiche, bunte Innenwelt und brauchen nicht ständig Stimulation von außen. Sie lieben es ihren eigenen Gedanken nachzuhängen, tagzuträumen, kreativ zu sein etc.

Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Bestärke dein Kind in seinen Fähigkeiten, stärke sein Selbstbewusstsein und signalisiere ihm, dass mit ihm alles in Ordnung ist. Du musst dir keine Sorgen machen, wenn deine Tochter Freunde haben will, wird sie schon selbst etwas dafür tun. Da sie Hochsensibel ist, wird sie schnell herausfinden, wer auf ihrer Wellenlänge ist und wer nicht, da braucht sie keine Hilfe von außen.

Wenn sie musikalisch oder künstlerisch begabt ist, fördere dies unbedingt durch Musikunterricht, Gesangsunterricht, Ballett, Zeichenunterricht oder gemeinsames Malen und Basteln mit ihr.

Wahrscheinlich wird sie sich eher mit anderen ruhigen, hochsensiblen, introvertierten Kindern vertragen und nicht mit den Rabauken. Sie wird wahrscheinlich immer nur wenige Freunde haben, dafür aber sehr innige und keine oberflächlichen.
 
Zuletzt bearbeitet:

momo28

Moderator
Teammitglied
Eine Möglichkeit wäre auch noch, je nach Interesse deiner Tochter und Möglichkeiten, eine musikalische Früherziehung oder ähnliches zu finden.
Oder erkennst du andere Dinge, die deiner Tochter Spaß machen, bei denen es die Möglichkeit gibt das in einer Gruppe oder einem Verein zu tun?
 

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