Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Kind 5 keine Freunde

S

Sinayi

Gast
Es steht ja schon oben:-/

Meine Tochter ist 5, extrem schüchtern und hochsensibel.
Als sie mit dem Kindergarten anfing, hatte sie eine Freundin, (die Tochter meiner Freundin), die dann aber leider wegzog.

Ab da wurde es etwas schwieriger. Wir haben zwar auch schon, als die Freundin noch da war hin und wieder andere Kinder aus der Kita eingeladen, aber eher selten, weil mein Kind oft auch einfach ko nach einem Kitatag war und lieber in Ruhe zuhause sein wollte. Es waren Halt eher so lose Kontakte und da mein Kind auch einfach nicht mehr wollte, war es auch nicht besonders oft.

Dann kam ja auch Corona und zwischenzeitlich kam dann auch die Tochter einer anderen Freundin in die Gruppe. Die beiden spielten dann auch erstmal viel zusammen und während Corona war dieses Kind dann das einzige aus dem Kindergarten dass wir auch privat noch gesehen haben.

Jetzt ist es aber seit einer Weile so, dass dieses andere Kind zwischenzeitlich einen anderen Freundeskreis gefunden hat und generell viel lauter und wilder ist. Daher steht mein Kind nun wieder alleine da.
Sie möchte auch gar nicht mehr mit wenn ich meine Freundin (die Mutter dieses Kindes) besuche.

Letztens haben sich unsere Familien doch mal zum grillen getroffen und die Tochter meiner Freundin hat meine Tochter tatsächlich komplett ignoriert:-/ Mein Kind war echt traurig und mir als Mutter hat es wirklich so leid getan.

Heute hat sie mir nun erzählt, dass dieses Kind sie ständig mit den neuen Freunden ärgern würde.
Das tut mir als Mutter natürlich extrem leid:-/

Hab mein Kind wegen der Hypersensibilität und der extremen Schüchternheit auch schon vor einiger Zeit zum Psychologen gebracht, weil sie wirklich sehr unter ihrer eigenen Schüchternheit gelitten hat. Seitdem geht es ihr viel besser.

Die Erzieher meinen dass mein Kind zwar keine festen Freunde hat, aber sie den Eindruck haben, dass sie sich trotzdem wohl fühlt und auch nicht "alleine" ist. Mein Kind sagt mir zwar meistens wenn ich sie mal frage mit wem sie gespielt hat, mit keinem, aber ich habe auch nicht den Eindruck, dass sie so traurig darüber ist. Nur manchmal vl, wenn sie plötzlich sagt sie hat keine Freunde.



Ich habe sie schon ein paar mal gefragt, ob wir jetzt mal ein Kind einladen sollen, manchmal sagt sie ja, aber so wirkliche Namen nennt sie mir nicht.

Für mich als Mutter ist das ehrlich gesagt schon schwierig, weil mir meine Freunde sehr wichtig sind und ich meinem Kind ebenso gute Freunde wünschen würde.

Aber ich kann es ja nicht erzwingen und möchte auch nicht künstlich ein Problem erzeugen wo für sie vl gar keines oder zumindest kein so grosses ist, weil ihr Freunde evtl gar nicht so wichtig sind.

Ich hab mir auch schon überlegt, mit der Mutter des Kindes zu reden, dass sie nun ärgert (meine Freundin), aber sehr bald sind Sommerferien und danach beginnt die Schule. Dort wird ja eh alles neu gemischt und ich hoffe dass sie dort gleich ein paar Mädels findet, die wir dann auch einladen wenn sie möchte.

Was denkt ihr darüber? Würde mich über Tipps und Meinungen freuen!
I
 
D

Die Queen

Gast
Ich würde mich nicht da einmischen, andernfalls zieht man ein Mobbing Opfer heran, das nach Freundschaften giert und ständig zu den Eltern rennt.

Lebe ihr ein gutes Sozialverhalten vor, was du meiner Meinung nach mit deinem eigenen Freundeskreis schon ganz gut machst.

Aber was noch wichtiger ist ein stabiles Selbstwert dem Kind beizubringen und auch vorzuleben. Gebe ihr bitte nicht das Gefühl sie sei nicht in Ordnung und gar ein Sonderling, weil sie momentan keine Freunde hat. Das richtet wesentlich mehr Schaden an.
 

cafard

Sehr aktives Mitglied
Ich würde das Selbstbewusstsein des Kindes so weit wie möglich stärken und es in allem unterstützen, was es gut kann und gerne macht. Das Mädchen muss spüren, dass es in Ordnung ist, so, wie es ist. Das ist die Basis, die Freundschaften dann auch möglich macht. Ein Kind muss auf jeden Fall wissen, dass sein Wert als Mensch nicht davon abhängt, ob es Freunde hat und wieviele.

Wenn man unter Druck gesetzt wird, unbedingt Freunde haben zu MÜSSEN, weil man sonst nicht normal ist, fügt das dem Betreffenden einen ungeheuren seelischen Schaden zu. Da heißt, vorsichtig und besonnen sein!
 
C

Christa.L.

Gast
Mach dir bitte keine Sorgen. Ja, in deiner jetzigen Situation ist das wohl leichter gehört als getan, aber ich meine es wirklich sehr ernst und nicht leichtfertig!
Denn ich hatte auch so ein Kind unter meinen 4en. Wäre da nicht der 2 Jahre ältere, quirlige Bruder gewesen, das besagte Kind hätte wohl das Haus nicht mal mehr verlassen.
Tendenz hin bis zum Aspergerautismus lt. Kinderarzt.
Das alles durchzog die gesamte Kindheit/Jugendzeit (da wurde es eher noch schlimmer, dieweil auch der ältere Bruder nun mehr und mehr eigene Wege ging).
Doch alles änderte sich mit einer Auszeit als Zivi, als er 18 war - heute ist er glücklich verheiratet, Vater und Sozialarbeiter.
lso mach dir bitte nicht zuviele Sorgen - meine beiden jüngeren Kiddies haben im Gegensatz zu ihren großen Geschwistern einfach längr gebraucht, bis sie ihren Platz im Leben gefunden hatten.
Nur eines würde ich heute anders machen: Ich würde sie zu nichts mehr zwingen (was ich leider in meiner Sorge auch getan habe).
Biete deinem Kind immer wieder mal etwas an, schau auf ihre Interessen (bei meinem Sohn wars die Musik) - und ansonsten lass sie.
 

cafard

Sehr aktives Mitglied
Es tut dem Kind auch nicht gut, wenn es spürt, dass seine Mutter Probleme damit hat, dass es keine Freunde hat. Es ist wichtig, sich von dieser Beklemmung möglichst frei zu machen und Gelassenheit zu entwickeln. Es sollten auf keinen Fall Schuldgefühle und Komplexe im Kind entstehen.

Es "schuldet" es der Mutter nicht, Freunde zu haben, es ist wichtig, wichtiger als alles andere, dass es selbst glücklich ist.
 

Bergkristall000

Aktives Mitglied
Liebe Sinayi, bitte informiere dich über das Thema "introvertierte Menschen". Gesellige Menschen denken oft dass mit Introvertierten was nicht stimmt, weil sie gerne alleine sind, aber das ist Blödsinn.

Introvertierte fühlen sich einfach nur sehr schnell ausgelaugt durch andere Menschen, sie brauchen das Alleinsein, um Energie zu tanken. Außerdem haben sie eine reiche, bunte Innenwelt und brauchen nicht ständig Stimulation von außen. Sie lieben es ihren eigenen Gedanken nachzuhängen, tagzuträumen, kreativ zu sein etc.

Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Bestärke dein Kind in seinen Fähigkeiten, stärke sein Selbstbewusstsein und signalisiere ihm, dass mit ihm alles in Ordnung ist. Du musst dir keine Sorgen machen, wenn deine Tochter Freunde haben will, wird sie schon selbst etwas dafür tun. Da sie Hochsensibel ist, wird sie schnell herausfinden, wer auf ihrer Wellenlänge ist und wer nicht, da braucht sie keine Hilfe von außen.

Wenn sie musikalisch oder künstlerisch begabt ist, fördere dies unbedingt durch Musikunterricht, Gesangsunterricht, Ballett, Zeichenunterricht oder gemeinsames Malen und Basteln mit ihr.

Wahrscheinlich wird sie sich eher mit anderen ruhigen, hochsensiblen, introvertierten Kindern vertragen und nicht mit den Rabauken. Sie wird wahrscheinlich immer nur wenige Freunde haben, dafür aber sehr innige und keine oberflächlichen.
 
Zuletzt bearbeitet:

momo28

Moderator
Teammitglied
Eine Möglichkeit wäre auch noch, je nach Interesse deiner Tochter und Möglichkeiten, eine musikalische Früherziehung oder ähnliches zu finden.
Oder erkennst du andere Dinge, die deiner Tochter Spaß machen, bei denen es die Möglichkeit gibt das in einer Gruppe oder einem Verein zu tun?
 

Northern Light

Sehr aktives Mitglied
Hallo Sinayi,

ich kann dich gut verstehen, habe selbst zwei hochsensible Mädchen und mit der einen gab es eine ähnliche Situation. Im KiGa war noch alles ok, aber nach dem Wechsel auf die Grundschule hat sie sich total zurück gezogen, wollte sich auch nicht mehr verabreden und nach dem Unterricht einfach ihre Ruhe haben. Irgendwann habe ich sogar mitbekommen, dass sie sich in der großen Pause ins Klo eingeschlossen hat, wohl weil ihr das einfach alles zuviel war auf dem Schulhof. Mir hat sich damals das Herz im Leibe rumgedreht, und genau wie du habe ich zunächst versucht, sie "unter Leute" zu bringen.

Aber die hochsensiblen Kinder brauchen einfach ihre Auszeiten. Wenn deine Tochter alleine zufrieden ist, dann lass sie. Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, haben Kinder (und gerade die hs-Kinder) sehr feine Antennen dafür, ob ihre Eltern mit ihnen "zufrieden" sind oder sie gern anders hätten. Das baut einen enormen Druck auf!

Daher: selbst für den Fall, dass deine Tochter evtl doch selbst unglücklich ist mit der Situation, machst du die Lage durch deine Intervention und deine Argusaugen für sie noch schlimmer!

Der Groschen ist bei mir irgendwann gefallen. Ich glaube immer noch, dass meine Tochter damals nicht wirklich happy war, aber durch mein Verhalten hatte sie erst richtig Leidensdruck. Sie wollte ja gerne selber raus aus der Situation, hat es aber nicht geschafft. Und ich habe ihr dann noch permanent vermittelt, dass ich das ganz schlimm finde (jetzt mal schwarz weiß gesprochen). Was soll das für eine Hilfe sein? Leider verdreht sich an der Stelle das, was als Unterstützung gemeint ist, ins Gegenteil.

Besprich das doch mal im Rahmen eines Elterngespräches mit dem Therapeuten deiner Tochter. Ich habe das damals gemacht, und die Dame hat mir klipp und klar gesagt, dass ich mich gefälligst raushalten soll (in einer anderen Wortwahl, aber in dem Tenor). Man kann dem Kind nur signalisieren, dass man als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung steht, falls das gewünscht ist. Und dass man es großartig findet, genau so, wie es ist. Das dadurch vermittelte Selbstvertrauen ist die beste Basis, auf der das Kind dann selbst aufbauen kann.

Meine Tochter hat dann ab Mitte der zweiten Klasse selbst wieder angefangen, die Fühler auszustrecken. Inzwischen ist sie 15 und ein völlig "normaler" (wenn man das so nennen will) Teenager mit einer kleinen, aber engen Clique.

Ich wünsche euch alles Gute!
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
R Kind findet keine Freunde Familie 34
H Kind 5 Jahre, findet keine Freunde Familie 6
H Kind hat keine Empathie für kranke Freundin Familie 47

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

    Anzeige (2)

    Oben