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keiner will etwas mit mir zu tun haben

G

Gelöscht 120165

Gast
Guten Morgen,

ich überleg seit Tagen, wie ich diesen Text verfasse und fang jetzt erstmal klein an und dann ergänzen.

ich steh jeden morgen mit dem Gedanken auf, dass es so nicht weiter gehen kann und sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben.
Warum? Weil keiner meiner alten Freunde (oder guten Bekannten wie auch immer) mehr etwas von mir wissen will, in meiner Familie bin ich auch eine randständige Person.

Ich bin jetzt Ende 20, eigentlich sollte das doch die schönste Zeit des Lebens sein. Im Endeffekt waren es die traurigsten Jahre meines Lebens, voller Fehlentscheidungen.

Ich fühle mich in meinen Lebensumständen nicht mehr wohl und möchte ausbrechen, alles umkrempeln.

Und ich glaube, dass es vornehmlich daran liegt, dass ich im Leben von keinem eine Bedeutung habe.

Es will keiner etwas mit mir zu tun haben und die meisten ghosten mich irgendwann.
Es gab Menschen, die an mir interessiert waren, aber die habe ich dann verstoßen wegen Bindungsängsten. So kam es zu vielen Verletzungen und dass man sich auseinander gelebt habt. Hab die jetzt zwar nochmal kontaktiert, aber die haben alle ihr eigenes Leben, sind verheiratet, haben mittlerweile Kinder.. hab keinerlei Priorität für die.


Ich lebe einfach nur für mich. Wenn ich 2 Monate weg wäre, würde es keinem auffallen.

Ich würde mir so gerne ein Leben aufbauen und für irgendjemanden wichtig sein.


Wohin kann man gehen, wenn man nirgendswo gewollt ist?
Dachte ernsthaft schon ans Kloster.
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hallo Schneesturm,

das ist traurig. Außer den allgemeinen Tipps usw. kann ich Dir da auch nicht viel sagen dazu. Diese kennst Du bestimmt selber.

Wichtig finde ich, dass man sich nicht so sehr an dem orientiert, was andere haben oder nicht haben. Diese Vergleiche lösen bei mir heute noch ungute Gefühle aus. Besonders wenn es um meine Familie geht. Von der habe ich mich komplett abgewendet.

Ich bin doppelt so alt wie Du und weiß auch keine wirkliche Antwort darauf.
Das wie ein Labyrinth in dem man sich befindet.
Ich halte die Familie für dass Fundament. Aber wenn einem das Familiensystem wie ein Labyrinth vorkommt, hat man kaum noch einen Bezugspunkt. Darauf will ich auch hinaus.
Wir haben ja einen inneren Kompass, der uns die Richtung weisen kann. Versuch mal dem etwas mehr zu vertrauen.

Man gibt sich ja gerne selber die Schuld. Andere vermitteln einem Schuld. So kommt eins zum anderen. Dann fühlt man sich wie im Schneesturm, @Schneesturm , wenn die menschliche wärme fehlt.
Halte Dich daher von denen fern, die Dir kälte vermitteln. Mehr kann ich Dir auch nicht sagen.

Alles Liebe
abendtau
 

GrayBear

Aktives Mitglied
Hallo Schneesturm,

zuallererst finde ich es gut, dass Du Deine Situation analysieren und betrachten kannst, um herauszufinden, wo Du gerade stehst. Damit zeigt sich bei Dir eine Entwicklung Deines Gehirns, die die meisten Menschen durchleben. Kinder können scheinbar Wirklichkeit und Phantasie noch nicht so ganz von einander trennen, aber ab etwa dem 12. Lebensjahr werden im Gehirn eine Vielzahl neuer Synapsen gebildet und erst im Laufe dessen, bekommen wir die Fähigkeit, das "Warum" zu verstehen. Vorher lernen Kinder sich durch Nachahmung an ihre Umwelt anzupassen und das ist schon kompliziert genug. Sie erfahren, dass ein Lächeln ihnen Aufmerksamkeit und Zuwendung einbringt.

In Deinem Alter lernt man dann leider auch, wie wenig auf dieser Welt selbstverständlich ist. Wenn man in einem "funktionierenden" Elternhaus aufwächst, scheint einem so vieles "normal" zu sein, auch das "Miteinander". Freunde findet man in der Schule und man ist viele Stunden mit ihnen zusammen. Auch das wird selbstverständlich. Aber dann trennen sich die Wege. Die Treffen werden seltener und weniger selbstverständlich und auch die Aufmerksamkeit für Dich nimmt ab, denn Du brauchst sie nicht mehr so sehr. Auch Du gehst Deiner Wege und Menschen, die bisher auf Dich aufgepasst haben, überlassen Dir nun diese Verantwortung. Und dann stellst Du erstaunt fest, dass tatsächlich DU einen Anruf wert sein musst, damit Dich jemand anruft oder einlädt. Du musst Dich darum kümmern, dass Kontakte nicht einschlafen und Du musst feststellen, dass Du für andere uninteressant bist und sie den Kontakt mit Dir nicht wollen. Das kann weh tun.

Wie Menschen auf diese Erkenntnisse reagieren, ist sehr unterschiedlich. Die Extrovertierten drehen so richtig auf, die Introvertierten ziehen sich zurück und hadern mit ihrem Leben und natürlich auch vieles dazwischen.

Und nun? Tja, das ist leider ernüchternd: It´s up to you. Nichts hat auf dieser Welt einen Wert, außer jemand hält es für wertvoll. Welche Menschen hältst Du für wertvoll? Wie zeigst Du, dass sie Dir wertvoll sind? Rufst Du an? Interessierst Du Dich für sie? Interessiert Dich, was sie tun und teilst Du ihre Interessen? Was macht Dich wertvoll? Was kennst Du, weißt Du und bist es bereit zu teilen? Du merkst, worauf es hinaus läuft? Wenn Du nur wartest, dass Dich jemand liebeswert findet, dann kann das eine recht einsame Phase Deines Lebens werden.

Ich kann Dir nur raten, dass Du Dich mit Menschen und Dingen beschäftigst, die DIR wertvoll sind und damit fängt die Arbeit an! Überwinde Deinen inneren Schweinehund und knüpfe selbst Kontakte. Lerne, wie man Konversationen führt, lerne mehr über Dich, die Menschen und wie das alles funktioniert. Erwerbe Wissen, das andere nicht haben, aber benötigen. Finde für Dich gangbare und interessante Kompromisse und lebe das, was DU erleben möchtest und lade Menschen dazu ein. Wir sind alle nur Wegbegleiter auf Zeit.

Also brich ruhig aus und kremple ruhig um und dann lerne aus Deinen Fehlern und finde Wege. Dadurch werden sie zu Deinen. Du bist erst einmal nirgendwo "gewollt", bis jemand feststellt: "Oh, ohne @Schneesturm macht es weniger Spaß, ohne @Schneesturm fehlt Wissen, Erfahrung, Witz oder was auch immer. Wie war dieser Spruch: "Sei Du selbst das Wunder, das Du erwartest". Das wird nicht ohne Blessuren, Enttäuschungen und Niederlagen gehen. Aber daran kann man wachsen. Und das passiert nur, wenn Du nicht länger wartest, Dich zurückziehst und schmollend darauf hoffst, dass jemand Deine Großartigkeit der Welt enthüllt. Verzeih mir, wenn das gerade mehr auf mich zutrifft, als auf Dich. :D

Verleihe Deinem Leben Bedeutung. Niemand anderes kann das. Von Organspenden einmal abgesehen, aber das war jetzt nur ein missglückter Scherz. :D
 
Zuletzt bearbeitet:

Shorn

Aktives Mitglied
Hallo Schneesturm,

das ist traurig. Außer den allgemeinen Tipps usw. kann ich Dir da auch nicht viel sagen dazu. Diese kennst Du bestimmt selber.

Wichtig finde ich, dass man sich nicht so sehr an dem orientiert, was andere haben oder nicht haben. Diese Vergleiche lösen bei mir heute noch ungute Gefühle aus. Besonders wenn es um meine Familie geht. Von der habe ich mich komplett abgewendet.

Ich bin doppelt so alt wie Du und weiß auch keine wirkliche Antwort darauf.
Das wie ein Labyrinth in dem man sich befindet.
Ich halte die Familie für dass Fundament. Aber wenn einem das Familiensystem wie ein Labyrinth vorkommt, hat man kaum noch einen Bezugspunkt. Darauf will ich auch hinaus.
Wir haben ja einen inneren Kompass, der uns die Richtung weisen kann. Versuch mal dem etwas mehr zu vertrauen.

Man gibt sich ja gerne selber die Schuld. Andere vermitteln einem Schuld. So kommt eins zum anderen. Dann fühlt man sich wie im Schneesturm, @Schneesturm , wenn die menschliche wärme fehlt.
Halte Dich daher von denen fern, die Dir kälte vermitteln. Mehr kann ich Dir auch nicht sagen.

Alles Liebe
abendtau
Mir geht es genau so wenn auch aus anderen Umständen
Guten Morgen,

ich überleg seit Tagen, wie ich diesen Text verfasse und fang jetzt erstmal klein an und dann ergänzen.

ich steh jeden morgen mit dem Gedanken auf, dass es so nicht weiter gehen kann und sehe keinen Sinn mehr in meinem Leben.
Warum? Weil keiner meiner alten Freunde (oder guten Bekannten wie auch immer) mehr etwas von mir wissen will, in meiner Familie bin ich auch eine randständige Person.

Ich bin jetzt Ende 20, eigentlich sollte das doch die schönste Zeit des Lebens sein. Im Endeffekt waren es die traurigsten Jahre meines Lebens, voller Fehlentscheidungen.

Ich fühle mich in meinen Lebensumständen nicht mehr wohl und möchte ausbrechen, alles umkrempeln.

Und ich glaube, dass es vornehmlich daran liegt, dass ich im Leben von keinem eine Bedeutung habe.

Es will keiner etwas mit mir zu tun haben und die meisten ghosten mich irgendwann.
Es gab Menschen, die an mir interessiert waren, aber die habe ich dann verstoßen wegen Bindungsängsten. So kam es zu vielen Verletzungen und dass man sich auseinander gelebt habt. Hab die jetzt zwar nochmal kontaktiert, aber die haben alle ihr eigenes Leben, sind verheiratet, haben mittlerweile Kinder.. hab keinerlei Priorität für die.


Ich lebe einfach nur für mich. Wenn ich 2 Monate weg wäre, würde es keinem auffallen.

Ich würde mir so gerne ein Leben aufbauen und für irgendjemanden wichtig sein.


Wohin kann man gehen, wenn man nirgendswo gewollt ist?
Dachte ernsthaft schon ans Kloster.
Mir geht es genau so wenn auch aus anderen Umständen und auch an meinem Grab werde ich der einzige sein.
Manchen Menschen ist es nicht vergönnt Freunde und Familie zu haben, das muss man akzeptieren wenn man daran nicht zugrunde gehen will.
Dein Leben kann auch ohne all dies trotzdem schön werden, ins Kloster würde ich nun nicht gehen.

Die Familie ist eigentlich eine der tragenden Säulen eines jeden Menschen ebenso wie soziale Kontakte, aber eben nur eigentlich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Northern Light

Sehr aktives Mitglied
Wie wäre es mit einem Engagement im Ehrenamt? Da gibt es sehr viele Möglichkeiten. Wenn du dir überlegst, welcher Bereich (Kinder, Tiere, Umwelt, etc. ) für dich wichtig ist, hast du dort die Möglichkeit, auf Gleichgesinnte zu treffen, und darüber hinaus vermittelt es das Gefühl, gebraucht zu werden. Wie mir scheint, ist das ja großer Teil dessen, was dir fehlt.
 
G

Gelöscht 120165

Gast
(Triggerwarnung) 




Hey ihr Lieben,

danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir zu antworten:))





Bei mir ist ein Problem, dass alle Bereiche meines Lebens defizitär sind:
Arbeit, Wohnen usw. 

Ich stelle mir diese Probleme so vor, als hätten sie alle eine gemeinsame Wurzel und diese eine Wurzel würd ich gerne …raußreißen.
Ich arbeite an vielen Baustellen gleichzeitig und irgendwie bessert sich nicht so viel. 




Nun zu euren Antworten:


Ich konnte sehr viel mit der Aussage anfangen „
Halte Dich fern von denen, die dir Kälte vermitteln“


… das ist auch der Grund, weshalb ich keine weiteren Kontaktversuche mehr zu den ehemaligen Bekannten / gedachten Freunden unternehmen werde.
Durch sexualisierte Gewalt in der Kindheit hab ich halt ein paar „Macken“ und damit kommen die meisten nicht klar.
Mich kotzt diese Gesellschaft so an, alle finden Missbrauch so schlimm, aber wenn sie dann jemanden begegnen, dann erwarten diese Menschen, Normalität von einem. 


Was man in meiner Situation häufig zu hören bekommt ist, dann „such dirn Therapeut“… das ist aber kein Patentrezept. 




@Graybear

Ich würd mich als durchaus reflektiert betrachten. In zwischmenschlichem Kontakt schalte ich aber irgendwie auf Autopilot. 
Seit dem Grundschulalter bin ich auf mich allein gestellt, hab dieses Zusammensein mit Menschen nie gelernt, sondern viele negative Erlebnisse mit Menschen gemacht… mich wundert es etwas, dass ich nun dasselbe Leben führe wie als ich noch klein war. Damals saß ich halt vor der Glotze, jetzt vorm Bildschirm. Die Einsamkeit ist die gleiche.




Ehrenamt hab ich auch schon probiert, aber es bleibt oberflächlich.

Und das ist mein Problem: Die Oberflächlichkeit meiner Kontakte. 




Auch komme ich nicht gut in Gruppen oder Gruppierungen klar, da die alle mehr oder weniger an ein Dogma glauben. Dafür stell ich viel zu viel in Frage und stoße auf Widersprüche und Ungereimtheiten, weshalb ich mich dann immer Fehl am Platz fühle.


Ich habe mir heute gedacht, dass ich mir einen Verein suchen werde, wo ich mich am wenigsten verstellen muss.




Mich irgendwie für potentielle Bekanntschaften interessant machen, ist für mich keine Option. Das habe ich mein lebenlang getan und es hat mir diese Misere eingebrockt. Ich versuche die Dinge, wo ich wirklich nicht in Ordnung reagiere, zu ändern. 
Fehler nicht zu wiederholen…aber ich werd keine Show mehr veranstalten, um jemanden zu beeindrucken.
Außerdem liest man doch auch hier in den Foren, wie man dann trotzdem abserviert wird.
Ich muss gestehen, dass ich auch schon schnell jemanden "abgeschossen" hab. Liegt es am Zeitgeist? ich hab den Eindruck, dass man nach der perfekten Bekanntschaft sucht und was nicht passt, kommt weg.


Nun ja... ich widme mich mal wieder den baustellen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
G

Gelöscht 120165

Gast
Mir geht es genau so wenn auch aus anderen Umständen


Mir geht es genau so wenn auch aus anderen Umständen und auch an meinem Grab werde ich der einzige sein.
Manchen Menschen ist es nicht vergönnt Freunde und Familie zu haben, das muss man akzeptieren wenn man daran nicht zugrunde gehen will.
Dein Leben kann auch ohne all dies trotzdem schön werden, ins Kloster würde ich nun nicht gehen.

Die Familie ist eigentlich eine der tragenden Säulen eines jeden Menschen ebenso wie soziale Kontakte, aber eben nur eigentlich.
Ich les hin und wieder Zitate von 'weisen Männern' die sagen, dass auch aus dem Schmerz Kraft entstehen kann. Ich versuch einfach nicht aufzugeben und irgendwie in irgendetwas einen Sinn zu finden.

Bis zum Grab haben wir ja noch was Zeit.

Das denk ich mir auch häufig...dass man eben von dem Punkt aus, an dem man steht, ...halt anfangen muss. Auch wenn es schmerzhaft ist zu sehen, wo man steht. Hilft ja nichts, denn wenn man nichts ändert, wird es noch schlimmer.
 

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