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Keine Kraft mehr...

yukinari

Mitglied
Hallo ihr Lieben!
Ich bin 24, leide an einer sozialen Phobie und Depressionen und habe bereits seit mehreren Jahren des öfteren Selbstmordgedanken. Ich habe wirklich absolut kein Selbstbewusstsein, bin unzufrieden damit, wie ich aussehe, was ich mache, was ich denke, was ich erreicht bzw. nicht erreicht habe, habe ein abgebrochenes Studium, keine Ausbildung, nichts.. Ich wusste nie wirklich, was ich mit meinem Leben anfangen sollte, wofür es sich überhaupt lohnt am leben zu bleiben und meine derzeitige Situation macht es mir nicht grade leichter, einen Sinn zu finden.

Für einen Auslandsaufenthalt musste ich einen Kredit aufnehmen und wenn ich ehrlich bin, ist das das einzige, was mich am Leben hält, da ich nicht will, dass meine Eltern dafür aufkommen und ihn letzten Endes abbezahlen müssen. Mein Ausslandsjahr war das beste, das mir je passiert ist, aber danach ging es einfach nur bergab. Meine soziale Phobie wurde so schlimm, dass ich kaum noch rausgehen konnte, ich hatte keinen Spaß mehr an den Dingen, die ich vorher mochte und in Gedanken formulierte ich ständig Abschiedsbriefe. Mithilfe von Tabletten wurde es zunächst besser, aber mittlerweile fühle ich mich wieder genau wie vor den Tabletten.

Ich komme mir unglaublich dumm vor, weil ich es nicht einmal schaffe, mich wenigstens um einen Nebenjob zu kümmern (suche jeden Tag, traue mich aber nicht mich zu bewerben), während meine Freunde bereits mit ihrem Studium/ihrer Ausbildung fertig sind und ich absolut nichts nachweisen kann (keine Praktika, keine Nebenjobs, nichts..), mein Studium weggeschmissen hab und einfach auf mein ganzes Leben nicht klarkomme..
Ich weiß auch nicht, ob ein Job die beste Idee ist, solange ich so instabil bin, aber ich kann ja nicht einfach nur zu Hause hocken. Ich möchte meinen Eltern wirklich nicht länger auf der Tasche liegen, denke aber oft darüber nach, ob der Kredit es wirklich wert ist mich weiter zu quälen.

Ich fing bereits zwei Therapien an, brach beide ab, weil es sich um private Psychologen handelte, die wir uns nicht leisten können. Zudem habe ich auch keinerlei Hoffnung auf Besserung, ich kann mir nicht vorstellen, jemals etwas zu finden, für das es sich zu leben lohnt. Ich merkte nach den Gesprächen einfach, dass es mir noch viel schlechter ging als vorher. Ich weiß, dass mein Denken unfair meiner Familie und meinen Freunden gegenüber ist, aber ich kann meine Gedanken ja leider nicht einfach abstellen.

Ich weiß einfach absolut nicht weiter, weiß nicht an wen ich mich wenden soll, trau mich nicht, mit meinen Freunden darüber zu reden und meine Familie scheint auch nicht zu verstehen, dass ich nicht aus Faulheit zu Hause sitze. Ich hab einfach keine Kraft mehr...

Ich wollte mich eigentlich an meinen Hausarzt wenden, dieser weiß von meinen Depressionen (mehr oder weniger), aber ich traue mich einfach nicht hin, weiß nicht, wie ich sagen soll, dass es mir immer schlechter geht und ich einfach nicht mehr kann.

Heute fing ich an einen Abschiedsbrief zu schreiben, vernichtete ihn jedoch bevor ich fertig wurde. Ich weiß echt nicht weiter......

Sorry, dass ich so viel geschrieben hab!
 

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ajnos

Gast
Ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst. Ich leide u.a. auch an sozialer Phobie und Depressionen. Ich denke du bist noch so jung und du kannst noch viel erreichen in deinem Leben. Mein Rat wäre hol dir professionelle Hilfe, sei es in einer Klinik oder bei einem Therapeuten mit Kassenzulassung ( ist schwer zu finden, das weiß ich .... ). Aber du kommst damit raus aus deiner Isolation und wirst lernen ein Stück weit wieder am Leben teilhaben zu können. Und ich weiß : " Faul bist du sicher nicht. "
LG Sonnblume
 
Zuletzt bearbeitet:

yukinari

Mitglied
Vielen Danke fürs Lesen! :)


@wolf66: Ich hoffe, dass ich es irgendwie schaffe mich zu überwinden zum Hausarzt zu gehen und dem dann auch noch zu sagen, warum ich eigentlich da bin.


Ich glaube, ich habe während meines Auslandsaufenthaltes zum ersten Mal erlebt, was es heißt wirklich zu leben. Ich war jeden Tag draußen, habe unglaublich tolle Menschen getroffen, konnte mit Fremden reden und hatte nur sehr selten Probleme mit meiner sozialen Phobie. Ich kann es mir nichtmal wirklich erklären, schließlich hat man dort sofort gesehen, dass ich nicht von dort kam (blonde Europäer fallen in Asien wohl auf ;) ), die Leute haben mich angeguckt, Fragen gestellt, aber ich hatte keinerlei Probleme damit. Dann kam ich zurück nach Deutschland und seitdem geht es mir so schlecht, wie nie zuvor..


@Sonnenblume; Bei der Therapeuten-Suche bin ich leider sehr auf meine Mutter angewiesen, da ich nicht selbst telefonieren kann und sie scheint die ganze Sache leider nicht so ernst zu nehmen, was mich auch ziemlich unter Druck setzt. Sie will nicht, dass Lücken in meinem Lebenslauf entstehen (was ich verstehe, möchte ich natürlich auch nicht) und hält es für wichtiger, dass ich so schnell wie möglich Arbeit finde anstatt erstmal auf die Beine zu kommen. Ich sitz leider auch schon echt lange zu Hause rum, aber ich komm echt nicht aus diesem Tief raus...
 

yukinari

Mitglied
Ich werde es denke ich gleich morgen früh versuchen, möchte wirklich so schnell wie möglich aus diesem Tief raus..
Ich war ein Jahr in Japan und bin dort zur Uni gegangen (Ich habe hier zuvor 2 Jahre J apanologie strudiert und konnte dann von der Uni aus dort hin). Bevor ich meinen Kredit abbezahlt habe, werde ich wahrscheinlich nicht die Möglichkeit haben nochmal hinzukommen, erst recht nicht über einen längeren Zeitraum.
Ich weiß wirklich selbst nicht, warum ich so viel besser da drüben klar kam. Natürlich gibt es hier auch tolle Leute, ich habe eine meiner besten Freundinnen drüben kennen gelernt, die ebenfalls aus Deutschland kommt. Leider wohnt sie recht weit weg und mit der Tatasache, dass wir uns nun nur alle paar Monate anstatt jeden Tag sehen, kann ich mich immer noch nicht so recht abfinden..
Dass ich Sehnsucht nach Japan habe, kann ich auf keinen Fall abstreiten, und obwohl ich weiß, dass es Möglichkeiten gibt, wieder dorthin zu kommen, frage ich mich oft, ob ich das wirklich will, ob es das wirklich wert ist.
 
G

Gast

Gast
Ich werde es denke ich gleich morgen früh versuchen, möchte wirklich so schnell wie möglich aus diesem Tief raus..
Ich war ein Jahr in Japan und bin dort zur Uni gegangen (Ich habe hier zuvor 2 Jahre J apanologie strudiert und konnte dann von der Uni aus dort hin). Bevor ich meinen Kredit abbezahlt habe, werde ich wahrscheinlich nicht die Möglichkeit haben nochmal hinzukommen, erst recht nicht über einen längeren Zeitraum.
Ich weiß wirklich selbst nicht, warum ich so viel besser da drüben klar kam. Natürlich gibt es hier auch tolle Leute, ich habe eine meiner besten Freundinnen drüben kennen gelernt, die ebenfalls aus Deutschland kommt. Leider wohnt sie recht weit weg und mit der Tatasache, dass wir uns nun nur alle paar Monate anstatt jeden Tag sehen, kann ich mich immer noch nicht so recht abfinden..
Dass ich Sehnsucht nach Japan habe, kann ich auf keinen Fall abstreiten, und obwohl ich weiß, dass es Möglichkeiten gibt, wieder dorthin zu kommen, frage ich mich oft, ob ich das wirklich will, ob es das wirklich wert ist.

Könntest du Vl. deine e-mail-adresse geben, damit ich dich kontaktieren kann? Ich erlebe HAARGENAU das gleiche..
 

yukinari

Mitglied
@Gast: besteht vllt die Möglichkeit, dass du mich per PN anschreibst? Möchte meine E-Mail Adresse eher ungern hier preisgeben, besonders weil ich Angst hab, dass jemand, den ich kenne, das hier lesen könnte.....


@Male: Ich befinde mich schon so lange an diesem Tiefpunkt, dass es mir wirklich schwer fällt daran zu glauben, jemals wieder da rauszukommen :/
Ich bin eigentlich gerne nichts besonderes, hab lieber so wenig Aufmerksamkeit von anderen wie möglich, deswegen versteh ich nicht wirklich, warum ich drüben so wenig Probleme mit dem Kontakt zu anderen hatte. Ich falle echt nicht gerne auf, sobald mich jemand auch nur einen Moment zu lang anguckt, werde ich unglaublich nervös.
Da ich selbst nicht telefonieren kann, musste meine Mutter sich bisher um meine Therapeuten kümmern und bei privaten läuft eben alles ein bisschen schneller. Auf Dauer ist es ihr aber dann doch zu teuer und sie ist sauer, dass ich nach 2, 3 Terminen nicht geheilt bin. Die Therapeuten, die ich selbst rausgesucht hatte, wollte sie nicht anrufen (ich soll lieber in einer anderen Stadt zum Therapeuten gehen, weil mich hier ja schließlich Leute, die mich kennen, sehen könnten..........). Ich weiß mittlerweile echt nicht mehr, wie viel eine Therapie überhaupt noch bringen soll.
 

yukinari

Mitglied
Bis zur Verhaltenstherapie bin ich mit meinen Therapeuten bisher nicht gekommen, angesprochen wurde es aber schon.
Ich weiß auch, dass ich von mir aus viel mehr machen müsste, im Moment fällt es mir aber ehrlich gesagt echt schwer einen Sinn dahinter zu sehen, mich zu überwinden und mit Leuten zu sprechen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ich kann mir einfach mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, überhaupt irgendwann 'normal' mit Menschen reden zu können. Ich glaub ehrlich gesagt die Depressionen sind derzeit mein größtes Problem, aber ich schein da echt nicht rauszukommen :/


Ich kann mir vorstellen, dass es für meine Mutter schwer nachzuvollziehen ist, weil sie vorher einfach nichts gemerkt hat. Ich hatte immer gute Noten, keine Probleme mit Freunden und Verwandten, meine Eltern kannten mich natürlich nur so, wie ich zu Hause bin. Ich weiß auch, dass sie versucht zu verstehen, was in mir vorgeht, aber ihre Ansätze sind etwas.. naja. Ich werds wohl echt mit dem Wikipedia-Eintrag versuchen :)


Ja, einen Therapeuten, den die Kasse zahlt werd ich wohl auf jeden Fall brauchen. Über einen Klinikaufenthalt hab ich auch schon nachgedacht, hab aber im Moment eher gemischte Gefühle zu dem Thema.
Wollte eigentlich mit meinem Hausarzt darüber reden, aber hab mich natürlich bisher nicht hingetraut und jetzt bin ich auch noch verunsicher, ob ich überhaupt hin soll....
 

yukinari

Mitglied
Nachdem ich es lang genug aufgeschoben hab, hab ich mich dann heute doch endlich zum Hausarzt getraut und mit ihm geredet. Meine Mutter wird morgen bei den Therapeuten anrufen, deren Nummern ich bekommen hab, über einen Klinikaufenthalt hab ich auch sowohl mit meinem Arzt als auch mit meiner Mutter gesprochen. Ich hoff einfach mal, dass das irgendwie wird...


Fühl mich bisschen mies, da ich meine Suizidgedanken nicht erwähnt habe, aber ich konnte das echt nicht aussprechen. Ich schaff es bei Arzt besuchen nie wirklich alles was mir auf dem Herzen liegt anzusprechen, erst recht nicht sowas :/ Mein Arzt fragte aber, ob ich mir was antun würde und ich habe verneint und daran werd ich mich auch halten..!
 

Desperate2

Neues Mitglied
Hallo Yukinari,

ich habe mich in deinem Text selbst wieder gefunden, ich bin 20 Jahr alt und mir geht es sehr ähnlich wie dir.
Ich hoffe du findest eine/n gute/n Therapeuten/Therapeutin und der Klinikaufenthalt bringt dich weiter.
Es freut mich sehr dass du etwas unternommen hast, ich glaube du hase viele Ressourcen die du für dich nutzen kannst.
Alles Gute!:)
 

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