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Kann meinen Körper nicht akzeptieren

bakerygirl

Neues Mitglied
Gibt es hier jemanden mit einer Essstörung, der sie tatsächlich überwunden hat?

Mit raubt die Essstörung jegliche Lebensfreude. Mein ganzer Tag richtet sich danach, ich kann einfach nicht mehr.
Ich habe mich schon immer als zu dick empfunden (war objektiv betrachtet nie dick, immer mittleres bis unteres Normalgewicht). Mit ungefähr 12 Jahren (bin jetzt 24) habe ich das erste mal begonnen abzunehmen und seitdem keinen einzigen Monat mehr normal gegessen.
Ich hatte immer Phasen in denen ich extrem viel gegessen habe und dann wieder ziemlich wenig. Das hielt sich ziemlich lange die Waage. Doch seit Beginn des Studiums ist das ganze richtig ausgeartet. Ich habe zwischenzeitlich wieder bis ins Untergewicht abgenommen, jetzt wieder 9 Kilo zugenommen bei Fressanfällen mit mehr als 15.000 kcal am Tag. Zeitweise hab ich auch Abführmittel verwendet (1 Packung Dulcolax an 2 Tagen). Mir ruiniert die Essstörung das Studium und mittlerweile bin ich wieder in einer Phase in der ich extrem Abnehme.
Ich traue mich aufgrund des Gewichts nicht mal mehr in den Supermarkt, Sport, Spazieren geschweige denn zu Freunden oder auf die Uni. Der einzige Weg für mich ist abnehmen.

Ich war kurzzeitig auch schon in Therapie aber das hat meine Essstörung nur noch mehr getriggert, vor allem da ich unteres Normalgewicht hatte und der Therapeut von Magersucht sprach. Also habe ich abgebrochen.

Ich weiß, dass ich alleine nicht mehr da raus komme, habe schon alles versucht aber ich halte eine Therapie nicht aus. Aus meinem Umfeld weiß es niemand und darf auch niemand erfahren (hat einen Grund).

Ich kann mit diesem Gewicht einfach nicht leben. Wenn ich höre, dass Personen selbst Jahre nach der Essstörung noch immer Symptome haben und sie nie ganz weggehen, dann weiß ich nicht wie ich das überstehen soll.
Bei einer Alkoholsucht, kann man komplett auf Alkohol verzichten aber ich werde mein Leben lang mit Essen konfrontiert sein.
Wie soll man damit nur Leben?
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Eine Freundin von mir hat eine lebensbedrohliche Magersucht überwunden; was ihr am meisten half, war ein stationärer Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik Herdecke.
In Bezug auf Essstörungen habe ich davon viel Gutes gehört.
Bitte hör auf mit den Abführmitteln. Du schadest dir tatsächlich extrem damit. Suche dir stationäre Hilfe.
Ich wünsche dir alles Gute!
 
A

Alböguhl

Gast
Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es mittlerweile bei jedem 3. Mädchen im Alter zwischen 13 – 17 Jahren Hinweise auf Eßstörungen.
Eßstörungen haben nie nur eine Ursache.
Ich muß alles perfekt machen, um kein Versager zu sein, Nur wenn mich jeder mag, bin ich etwas wert– das sind Gedanken, die Betroffene häufig quälen.
Ein niedriges Selbstwertgefühl, Impulsivität, geringe Konfliktfähigkeit, Schwierigkeiten bei der Streß Bewältigung und traumatische Erlebnisse sind weitere individuelle Faktoren, welche die Krankheit begünstigen können.
Allerdings muß man sich der Tatsache stellen, daß hinter einer Eßstörung meist eine seelische Ursache steht, die therapeutisch behandelt werden sollte.
Nur die Betroffenen können jedoch entscheiden, ob sie die Eßstörung aufgeben möchten oder nicht. Diese Entscheidung ist die wichtigste Voraussetzung für eine Therapie.
 

wieimmer

Mitglied
Der einzige Ausweg, den ich kenne, ist die Bereitschaft, all die negativen Gefühle zuzulassen und zu ertragen, die beim Zunehmen in einem hochkommen. Und dennoch weiter zuzunehmen. Dafür braucht man aber einen starken Willen und muss bedingungslos hinter den dem Ziel stehen, sein Leben nicht von der Essstörung zerstören zu lassen.

Es gibt Menschen, die eine Essstörung/Magersucht endgültig hinter sich lassen konnten. Diese Menschen haben aber auch eine geistige und seelische Entwicklung duchlebt und legen z.B. keinen so großen Wert mehr auf die Meinung anderer Menschen.

So lange du an deinem Glaubenssatz "ich kann mit diesem Gewicht einfach nicht leben" festhälst, sabotierst du dir selbst jegliche Vesuche, die Essstörung hinter dir zu lassen. Du versuchst dann letztendlich nur, vor anderne den Anschein zu erwecken, als würdest du dagenen ankämpfen. Letztendlich bleibt es aber eine Selbsttäuschung.

Und deshalb ist es so wichtig, klar das Ziel vor Augen zu haben, dass man der Essstörung keine Macht mehr über sein Handeln gibt. Und an diesem Ziel festzuhalten, egal wie schwierig und schmerzhaft der Weg wird.

Die "Fressanfälle", wie du sie nennst, sind übrigens ein Versuch deines Körpers, dich aus der Essstörung zu befreien. Versuch mal, sie zuzulasen und deinem Körper dafür dankbar zu sein, dass er deinen Abnehmversuchen damit einen Strich durch die Rechnung macht... sei deinem Körpre dankbar dafür, dass wenigstens ein Teil von ihm noch das unverfälschte Bedürfnis hat, wieder "gesund" zu werden...
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Gibt es hier jemanden mit einer Essstörung, der sie tatsächlich überwunden hat?
Hallo bakerygirl,

eine Freundin von mir hatte das auch lange, mal
mehr, mal weniger. Sie hat dann irgendwann ge-
heiratet, Kinder bekommen und so weit ich weiß,
war es dann kein Problem mehr.

Wobei sie auch therapeutische Hilfe genutzt hat
inkl. einem stationären Klinikaufenthalt. Und sie
hat sich intensiv mit Ernährungsfragen befasst, ich
habe viel von ihr gelernt.

Offenbar muss man da wirklich Arbeit investieren,
wie bei der Alkoholsucht.

Alles Gute!
Werner
 

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