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Kann jemand wie ich noch sportlich werden

G

Gast

Gast
Ich leide schon seit Kindheit unter körperlicher Schlaffheit. War eigentlich nie auch nur normal fit. Hatte viele psychische Gründe, aber das tut hier nix zur Sache. Jedenfalls, Status Quo ist:

36 Jahre alt
niemals Sport getrieben
20 kg Übergewicht
Fehlhaltung (Rundrücken, vorgeschobener Nacken, abgeknickte Hüfte, durchgedrückte Knie: also kaum Körperspannung)
leichtes Asthma
konditionell schlägt mich jede Oma vom Dorf, ich war z.B. noch nie, auch nicht in der Jugend in der Lage auch nur 1 km durchzujoggen

Da ich gerade versuche, mich dem Thema mental anzunähern (Sport war für mich immer eine reine Versagensgeschichte), würde ich gerne von Leuten mit Ahnung wissen ob jemand wie ich noch normalgewichtig, aufrecht und gelenkig werden kann und z.B. 5km-Läufe erlernen kann. Was ich nicht hören will ist das es ein Klacks ist, weiss ich auch dass es das nicht wird. Vor allem mental, ich bin so gestört dass ich enorme innere Widerstände gegen die als sinnlos empfundene Anstrengung entwickle. Ich glaube da schlichtweg nicht an mich.

Ach und noch was: gibt es das, das manche Leute wesentlich weniger dieses Endorphin-High haben als andere? Weil alle sagen mir, dass Sport glücklich macht. Ich habe das aber niemals erlebt, ich habe mich immer eher schlecht gefühlt bei und nach Anstrengung. (Herz ist in Ordnung). Als ob da bei mir nichts ausgeschüttet wird.
 

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Mozu

Aktives Mitglied
Hallo Gast!

Ja, ich denke du kannst die sportlichen Ziele, die du dir gesetzt hast, noch sehr gut erreichen.

Ach und noch was: gibt es das, das manche Leute wesentlich weniger dieses Endorphin-High haben als andere? Weil alle sagen mir, dass Sport glücklich macht. Ich habe das aber niemals erlebt, ich habe mich immer eher schlecht gefühlt bei und nach Anstrengung. (Herz ist in Ordnung). Als ob da bei mir nichts ausgeschüttet wird.

Das hatte ich am Anfang auch. Sport hat mich überhaupt nicht glücklich gemacht, im Gegenteil. Als ich anfing zu joggen, musste ich oft beim Laufen weinen, weil ich die Anstrengung und das Schwitzen und den psychischen Stress dabei so schlimm fand. Gerade wenn mentale Blockaden vorhanden sind, ist es denk ich normal, dass du diese positiven Effekte nicht spürst.
Der Spass und die Glücksgefühle, das kommt erst später. Vor einer Weile habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich nach einer kleinen Verletzung zum ersten Mal richtig darauf gefreut habe, wieder laufen gehen zu können.

Und ich hatte anfangs auch schlimme Versagensängste dabei und habe eigentlich während meiner ganzen Kindheit und Jugend immer nur negative Erfahrungen mit Sport gemacht. Sowas ändert sich halt nicht einfach so, das braucht viel Zeit.

Als ich angefangen hab, regelmässig Sport zu machen, hatte ich übrigens 30 Kilo Übergewicht. Allerdings war ich da auch noch über 10 Jahre jünger als du, deshalb weiss ich nicht, auf was du da so aufpassen musst, körperlich. Du willst dich ja nicht verletzen.

Mein wichtigster Tipp ist, dass du dir ganz ganz GANZ viel Zeit nehmen musst. Sport ist super negativ besetzt bei dir, und du versuchst, ihn langsam aber sicher immer ein bisschen positiver zu besetzen, und dafür brauchst du ganz viele kleine Erfolgserlebnisse. Wenn du joggen gehen willst, würde ich es z.B. so machen: such dir eine Strecke aus, die recht überschaubar ist und für dich gut geeignet. Wenig Leute, möglichst flach, in der Nähe deines Hauses, etc. Und eben nicht zu lang. Vielleicht 500m oder so, für den Anfang. Und am ersten Tag setzt du dir das Ziel, 20m zu joggen. Bis zum ersten Baum oder so. Den Rest der Strecke spazierst du in gemütlichem Tempo. Und das wirst du schaffen (wenn du nicht irgendwas körperliches hast, was nicht in Ordnung ist, natürlich). Das ist dein erstes Erfolgserlebnis. Am zweiten Tag (muss nicht gleich der Tag darauf sein), joggst du nochmal bis zu dem Baum. Und spazierst wieder den Rest der Strecke. Am dritten Tag joggst du ein paar Meter weiter. Vielleicht bis zum nächsten Baum. Und so machst du immer weiter, in ganz kleinen Schritten, sodass du unmöglich versagen kannst. Irgendwann schaffst du dann die komplette Strecke, 500m. Und wenn du das geschafft hast, setzt du dir ein neues Ziel, z.b. wieder zurück zu joggen, dann hättest du am Ende schon 1km von den 5 geschafft, die du dir zum Ziel gesetzt hast.

Das ist natürlich nicht die schnellste Variante.. im Gegenteil :D Aber für mich funktioniert sowas am besten. Ich bin immer sehr motiviert und nehme mir dann zu viel vor, und halte das dann nie lange aus. Und wenn ich dann aufgebe und meine Ziele aus den Augen verliere, ist das wieder ein Misserfolgserlebnis, das mich zusätzlich runterzieht und es mir beim nächsten Mal noch schwerer macht, anzufangen. Deshalb muss ich mich mit kleinen Minizielen bei Laune halten, die ich gar nicht verpassen KANN.
Ich habe auch gemerkt, dass es mir nicht gut tut, mir vorzunehmen, jeden Tag oder auch jeden zweiten Tag oder so was zu machen. Ich bin motivierter, wenn ich einfach jeden Tag so nehme, wie er kommt, und dadurch, dass der Druck wegfällt, bin ich viel öfter motiviert, was zu machen. Irgendwann ist es fast so wie ein Spiel.

Aber vielleicht ist das nicht die passende Vorgehensweise für dich. Stell dich darauf ein, dass du vielleicht ein paar verschiedene Ansätze ausprobieren musst, bevor du etwas findest, das dir zusagt. Für mich persönlich ist ein Trainer und eine Mitgliedschaft und sowas eher nichts.. aber ich sehe natürlich auch die Vorteile daran und es wäre sicher gut, wenn dir mal jemand professionelles sagen würde, worauf du achten musst und so, auch damit du dich nicht übernimmst und dann verletzt. Also vielleicht ist das genau das, was du brauchst.
 
C

Cafegenuss

Gast
Auch sehr interessant.
Sport bei Übergewicht | vitagate
http://vitagate.ch/de/gesund_und_schoen/fitness/sport_mit_handicap

Zitat:
- 36 Jahre alt
- niemals Sport getrieben
- 20 kg Übergewicht
- Fehlhaltung (Rundrücken, vorgeschobener Nacken, abgeknickte Hüfte, durchgedrückte Knie: also
kaum Körperspannung)
- leichtes Asthma


Du kannst Besserung und Erfolge erreichen, keine Frage. Lasse es nicht noch schlimmer werden.
- gesund und richtig angehen - Ärztliche Beratung.
Bei dir sehe ich es als sehr Wünschenswert.
- bessere Lebensqualität erhöhen

Mit diesen oben zitierten Daten, würde ich eine Fachliche professionelle Begleitung als angemessen erachten. An sonsten besteht die Gefahr, sich mehr zu schädigen.

alles Gute
freundliche Grüße
(kleine Erfolge, sind auch Erfolge)
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast

Gast
Was für ein Sport würde Dir denn Spaß bringen? Du hast den Laufsport erwähnt, könnte Dir das gefallen?

Zu diesem Sport kann ich die Bücher von Dr. Matthias Marquardt sehr empfehlen. Der hat für Anfänger sehr motivierende Bücher geschrieben.

Mir ging es lange genau so wie Dir. Ich habe Sport regelrecht gehasst, besonders laufen. Jemand hat mir dann mal das Buch "Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht" in die Hand gedrückt. Das ist sehr motivierend geschrieben. Man fängt ganz langsam an. Eine Viertelstunde, mit Gehpausen, und man steigert sich langsam. Wobei ich mich sogar noch langsamer als im Buch gesteigert habe. Aber es hat Spaß gebracht, eine Viertelstunde ist ja nun am Anfang auch wirklich durchzuhalten. So habe ich ganz langsam angefangen, zu laufen. Und ich habe entdeckt, dass dieser Sport mit sehr viel Spaß bringt.

Das mit den Endorphinen kommt irgendwann später. Am Anfang muss man sich selbst manchmal in den Hintern treten. Aber es lohnt sich, etwas für den Körper zu tun.

Lass Dich am Anfang auch mal vom Arzt durchchecken, dann bist Du sicher, dass Du gesundheitlich keine Probleme bekommst.
 
G

Gast

Gast
Ich, fast 30, w, war auch mein Leben lang unsportlich. War irgendwie ein Stempel, der mir aufgedrückt worden war, meine Mutter sagte immer, "wir" seien ja ohnehin nicht sportlich, und keiner aus der Familie war irgendwie ambitioniert in der Hinsicht. Zwar war ich als Kind sehr aktiv und schlank, immer draußen und viel gerannt, geschwommen usw., aber als Teenager ließ das dann schlagartig nach. Ich nahm auf leichtes Übergewicht zu und saß nur noch vor dem PC.

Die Kilos loszuwerden war schwer, aber mit Sport zu beginnen, vielleicht das Schwerste überhaupt. Es hat mir überhaupt keinen Spaß gemacht. Laufen war schon immer ein Krampf. Nicht mal eine Minute am Stück ging, von irgendwelchen Hochs habe ich nie was gemerkt, stattdessen Ohrenschmerzen, pochender Schädel, knallroter Kopf, Atemnot und Schweißausbrüche ohne Ende. Am Tag nach meinem ersten Laufversuch (und ich habe etliche gestartet) war ich in der Regel dann krank, Erkältung, Fieber.

Mein "Durchbruch" war dann die Entdeckung diverser Sport DVDs. Billy Blanks Bootcamp war die erste. Die Mischung aus Anstrengung und Choreografie und die Tatsache, dass ich es alleine zuhause unbeobachtet durchziehen konnte, war genug, dass ich relativ begeistert bei der Sache blieb. Momentan bin ich bei allem von Shaun T, der hat eine breite Palette. Was mir auch relativ leicht fällt, ist Muskelaufbau, also alles mit Gewichten. Hab mir ein paar Hanteln gekauft, ansonsten arbeite ich mit dem eigenen Körpergewicht. Ausdauertraining mache ich nur im Rahmen der DVDs, zuviel davon ist eh nicht so gesund.

Seitdem hab ich Muskeln aufgebaut, bin Fett losgeworden (Ernährung spielt da auch ne große Rolle) und mein ganzer Körper hat sich verändert. Bessere Balance, mehr Kraft, besseres Körpergefühl, das ganze Aussehen/Fett-Muskel-Verteilung..

Glaub nie irgendwas, was dich nur sinnlos einschränkt. Gehs lieber an.
 
G

Gast

Gast
Ob du sportlich wirst, hängt ganz von dir ab.

Ich war seit Kindertagen das Moppelchen und übergewichtig. 2013 kam dann der Entschluss, etwas zu ändern.

In 7 Monaten habe ich durch eine drastische Ernährungsumstellung und Sport 21 Kilo abgenommen und kann das Gewicht bis heute halten.

Alles eine Frage, der Einstellung.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Einfach ist es nicht. Aber es lohnt sich.

Ich habe letztes Jahr angefangen. Mit 25 Kilo Übergewicht. Ich konnte nur noch wenig gehen. So nach einem Kilometer bekam ich Schmerzen in den Beinen und Knien. War total furchtbar.

Dann bin ich in eine Sportgruppe der evangelischen Kirche gegangen. Leichte Gymnatik, Cardo-Training. Es war furchtbar. Die Leiterin nahm mich am Ende der Stunde zur Seite und sagte mir, das ich es nicht schaffen würde. Ich sollte in die andere Gruppe gehen, wo die "nicht so ganz fitten" sind. Alles Omas ab 65 Jahre aufwärts! Ich wollte nicht! Sträubte mich! Und ging doch hin!

Der Anfang war ätzend. Die Omas waren fitter als ich. Viel fitter. Ich bekam die Übungen nicht auf die Reihe, musste immer wieder korrigiert werden. Und bekam kaum Luft bei den Ausdauerübungen. Ich hasste die Trainerin.

Dann begann ich auch noch eine Ernährungsumstellung und nahm ab. Irgendwann klickte es. War so nach einem halben Jahr. Und ich konnte durchhalten! Und richtig gelenkig wurde ich auch noch! Und nach jeder Stunde war ich aufeinmal ausgeglichen und zufrieden! Der Wahnsinn!

Jetzt ab Januar werde ich wieder in eine normale Gruppe wechseln. Mal schauen, wie es geht.

Ein richtiges Hobby wird es nicht. Es ist immer noch Überwindung. Mittlerweile mache ich jeden Tag online Übungen. Dazu muss ich mich noch zwingen, diese viertel Stunde auch durchzuziehen.

Aber es lohnt sich. Besonders, weil ich jetzt wieder richtig gehen kann. Also so zwei Stunden sind kein Problem. Auch Steigungen die ich vorher gar nicht mehr schaffte, sind jetzt möglich. Ohne Schmerzen, ohne Ermüdung. Und daran denke ich immer, wenn ich mich nicht aufraffen kann. Das ich es eben für meinen Körper tue.
 

Archibauld

Mitglied
Hallo erstmal,

also auf deine Frage gibt es so gesehen keine pauschale Antwort.. aber das hast du dir mit Sicherheit schon gedacht.

Sport ist so eine Sache, ich selbst treibe relativ viel Sport, soll heißen, ich gehe mindestens 1x pro Woche joggen. Der Wille, beziehungsweise die Tatsache das du dich mit der Thematik Sport auseinandersetzt ist schonmal sehr lobenswert, vor allem wenn man deinen Eingangspost gelesen hat indem du ja offen über deine Schwächen und über deine bisherigen Erfahrungen mit Sport sprichst.

Es gibt kein Patentrezept, du hast natürlich aufgrund deines Übergewichts und deiner Rückenbeschwerden ganz andere Maßstäbe als ein 20 jähriger der sein Leben lang Sport getrieben hat. Ich würde dir einfach empfehlen dir eine Gruppe zu suchen und mit Gymnastik anzufangen, damit die Grundmuskulatur langsam aber sicher wieder hergestellt wird und dir somit einen Einstieg erleichtert.

Das ist natürlich keine Sache von 2 Monaten sondern kann sich u. U. über mehrere Monate und auch Jahre hinwegziehen... Sport sollte man ohnehin regelmäßig betreiben und nicht nur, bis man sein persönliches Wunschgewicht erreicht hat.

Ansonsten wünsche ich dir alles erdenklich gute auf deinem Weg und frohe Festtage!!!

LG Archi
 

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