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Kann ich Medizin studieren, obwohl ich aus einer sozial schwachen Familie bin?

X

XoxoLOVE

Gast
Hi,

ich komme aus einem extrem zerrütteten Elternhaus, hatten schon Stress mim Jugendamt usw. Bin vor 2 Jahren endlich ausgezogen. Will jetzt Medizin studieren. Aber da ich keinen Kontakt mehr zu meiner Familie habe, ist das irgendwie komisch. Von den meisten Medizinern weiß man ja, dass die aus guten Elternhäusern kommen. Des Weiteren erschwert mein Elternhaus mir sicherlich auch die Partnersuche. Wer hört schon gerne, dass die Freundin keinen Kontakt zu ihrer Familie pflegt...
 

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gigi2

Namhaftes Mitglied
Was hat deine Berufswahl mit der Familie zu tun? Es kommt doch nur auf deine Intelligenz, Fleiß und Willen an. Nur das zählt.
Nach deiner Aussage, dürften dann nur diejenigen Akademiker werden, die aus solchen Familien stammen. Das war vielleicht vor 50 Jahren so, aber doch nicht mehr heute.
Eventuell wirst du es schwerer haben, da du dir alles selbst erarbeiten musst und nicht gesponsert wirst - aber letztendlich hast du es in der Hand.
Partnerwahl: die Frau will mit dir leben und nicht mit deiner Familie. so what...
Mach dir keinen Kopf, geh deinen Weg und schau nach vorne.
Ich wünsch dir alles erdenklich Gute und glaub an dich und deine Stärken.
 

Santino

Aktives Mitglied
Ja, du kannst Medizin studieren. Ich habe gar keine Familie und habe trotzdem studiert. Ist schwieriger zwecks Studienfinanzierung, aber kann funktionieren, wenn du dir da einen machbaren Plan zurechtlegst.

Ich wüsste nicht, was potentielle Partner dagegen haben sollten, dass du keinen Kontakt zu deiner Familie unterhältst. Ich habe ganz ohne Familie immer schnell eine Partnerin gefunden, wenn ich eine gesucht habe.
 

Jusehr

Namhaftes Mitglied
Grundsätzlich und rechtlich spielt das Elternhaus wohl keine Rolle.

Allerdings würde ich nicht die Herkunft Deiner potentiellen Mitstudenten und deren Habitus, deren Art zu reden etc. unterschätzen. Wenn Du aus einer anderen "Kaste" kommst, könnte Dich das vielleicht (irgendwann einmal) nerven.

Umkehrt käme ja auch nicht jeder, der sich für Autos interessiert, mit dem "Klima" im Rahmen einer Ausbildung zum KFZ-Menschen zurecht. Oder auf'm Bau ;). Du verstehst, was ich meine?
 

Santino

Aktives Mitglied
Ein Habitus kann durchaus erlernbar sein; zumindest ist das meine eigene Erfahrung, denn ich habe einen akademischen (und einen bestimmten beruflichen) Habitus erlernt ( ist so aber nicht die Überzeugung aller Sozialwissenschaftler und es gibt bestimmt auch Studien, die mehrheitlich das Gegenteil erfasst haben). Ausserdem muss bei einem zerrütteten Elternhaus keine sozioökonomisch schwache Herkunft dahinter stehen. So etwas zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten.

Ich find's ziemlich schräg, dem TE implizit seinen "rechtmässigen Platz" beim Bau und im KFZ-Bereich zuzuweisen, wenn er Medizin studieren will. Wahrscheinlich würde dir der TE im Vorlesungssaal nicht auffallen. Die Leute nicht akademischer Herkunft laufen nicht mit Dummsprech in der Fresse sabbernd durch die Gegend und schreien "BIEEEER FUSSBAAAALLL BALLA BALLA YEAH YEAH MALLEEEE YEAHHH YEAHHH BALLA BALLA BIN ICH STUDIUM ALTAAA" dem Professor ins Wort hinein und beschmieren die Wände mit Exkrementen und so. Keine Ahnung, was du dir vorstellst. Aber in der Regel fallen die Leute nicht sonderlich auf, wenn sie genauso gebildet sind wie der Rest. Eher fühlen sie selbst sich unpassend, weil die Umgangsformen und die universtäre Organsation ihnen anfangs fremd erscheinen und weil da keiner ist, der ihnen davon aus eigener Erfahrung im Vorfeld hätte berichten können.

Sorry für die unkonstruktive Wortwahl, aber da ich selbst aus überhaupt keinen Verhältnissen stamme - noch nicht einmal besonders schlechten - sind mir solche Aussagen ein Dorn im Auge. Ist man anpassungsfähig, intelligent und gebildet, ist ein bestimmter Habitus meiner persönlichen Erfahrung nach durchaus erlernbar. Nicht für alle Studierenden, nicht jeder Habitus und nicht in jedem Fall, aber ganz grundsätzlich ist das möglich, je nach persönlicher Disposition. Ein impliziertes "Geh doch zum Bau, wo du hingehörst" hilft da echt nicht, denn es wertet zum einen solche Berufsfelder ab und dann diskriminiert es zum anderen Menschen aufgrund ihrer Herkunft (als hätten nur sozioökonomisch Benachteiligte zerrüttete Elternhäuser).
 
Zuletzt bearbeitet:

Schroti

Namhaftes Mitglied
Wenn du den NC geschafft hast, kannst du selbstverständlich Medizin studieren.
Die Standesgrenzen sind heute nichtmehr so arg.
(Und dünkelhafte Klugschwätzer, die sich auf...nichts etwas einbilden, kannst du überall erwischen. Einfach ignorieren. Übrigens sind nicht wenig Studierte heute Bezieher von Sozialleistungen - mach dir da keine Sorgen! Meistens blähen die am lautesten heiße Luft aus, die am wenigsten erfolgreich sind. ;))
 

Kylar

Namhaftes Mitglied
"Gute Elternhäuser", in dem Sinne, wie du sie wohl in deinem Beitrag meinst, sind teilweise auch nur hinter der Fassade wirklich gut und bringen z. T. Menschen hervor, die nicht grade mit sozialem Denken und Verhalten punkten. Zum Teil sind Kinder aus "guten Elternhäusern" recht unselbstständig, verwöhnt, egozentrisch und überheblich, weil sie mit der Denke "ich komme ja aus soooo einem guten Elternhaus" aufgewachsen sind. Sind natürlich nicht alle so, aber grade die, die oft und gerne betonen, dass sie aus solch einem Hause kommen, fallen meist in genau diese Kategorie.
Solltest du beim Studium auf exakt solche Leute stoßen: ignorieren.

Beim Studium kann es durchaus von Vorteil zu sein, so ein "gutes Elternhaus" nicht gehabt zu haben, und sich da durchgebissen haben zu müssen.
Ich denke, dass ist eine wichtige Vorraussetzung für ein Medizinstudium, das du da Biss zeigst, und mit viel Willen immer dran bleibst. Eine bestimmte Intelligenz sollte natürlich auch vorhanden sein, aber wenn du Abi hast, dann wird die schon gegeben sein. Aber der Wille und Biss ist da denke ich noch wichtiger , um dein Ziel zu erreichen.

Und was die Partnersuche angeht. Wenn ein Mann sich in dich verliebt, dann wird ihn deine Herkunft sicher nicht stören. Und wenn es einen Mann stören sollte, ist dieser Mann eh nicht der richtige für dich. Da solltest du keine Bedenken haben.
 

Daoga

Urgestein
Wenn Du es im Beruf zu etwas bringst, ist evtl. gar nicht die Distanz zu den Eltern ein Problem, sondern daß Du es mal nötig haben könntest, sie gezielt von Dir fernzuhalten. Gibt leider so Eltern, die dem Kind unaufhörlich das Leben schwermachen, aber sobald es dieses Kind trotzdem aus eigener Kraft zu etwas bringt, soll es auf einmal die nutzlosen Eltern finanziell aushalten und wird auf einmal zuerst als "liebes" Kind dargestellt, und wenn es sich nicht ausnehmen und abkassieren läßt, dann wird auf einmal ein "böses weil undankbares" Kind daraus.
Ich weiß nicht wie das "zerrüttet" in Deinem Fall aussieht, geh einfach Deinen eigenen Lebensweg und laß die böse Vergangenheit samt Eltern hinter Dir zurück, aber laß Dir später Dein Glück und Deinen Erfolg bloß nicht von ihnen wegnehmen oder madig machen.
 

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