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Kann ich diese Freundschaft noch retten?

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Gast

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Hallo ihr Lieben,

mir brennt schon seit Längerem etwas auf der Seele und da mich niemand versteht dachte ich, dass ihr mir vielleicht eher etwas konstruktive Kritik geben könnt oder sagen könnt was ich tun kann.
Es geht um meine allerbeste Freundin. Kurz zu uns: Wir sind beide Mitte 20, haben uns in der Schulzeit kennengelernt. Bis vor ca. einem Jahr war alles ok. Wir haben uns nach dem Abi in 2 völlig unterschiedliche Richtungen entwickelt: Ich wollte die Welt sehen, war 2 mal im Ausland und habe ein Studium relativ weit weg von zu Hause angefangen, sie hat ein Studium ganz in der Nähe von zu Hause angefangen, ist inzwischen fertig und berufstätig und wohnt wieder bei ihren Eltern. Trotz der unterschiedlichen Entwicklungen haben wir uns nach wie vor prima verstanden und ich hab mich immer riesig auf sie gefreut wenn ich nach Hause kam. Wir haben uns dann meistens gleich am ersten Abend getroffen oder am 2. weil wir uns so viel zu erzählen hatten und dann noch mindestens 2 weitere Male wenn ich z.B. für eine Woche zu Hause war.
Ihr Leben hat sich dann vor ca. einem Jahr so peu a peu geändert. Sie hat einen neuen Freundeskreis in ihrer Stammkneipe gefunden und hat sich charakterlich total verändert, aber nicht unbedingt zum negativen. Früher war sie immer jemand, der z.B. in einer Freundschaft eher der nicht-dominante Typ war (bei uns nicht, wir sind beide nicht-dominant), sie hat sich oftmals dem Willen anderer untergeordnet, sich viel Gedanken gemacht was andere denken. Davon hatte sie dann irgendwann die Nase voll und jetzt macht sie was sie will, wenn sie z.B. keine Lust hat sich bei jemandem zu melden macht sie es nicht, wenn sie keine Lust hat auf eine Party zu gehen oder so, macht sie es nicht. Ist auch gut so. Sie hat in ihrer Clique auch einen Mann kennengelernt, mit dem sie seit ein paar Monaten eine Affäre hat. Der Mann ist nicht unbedingt das, was ich ihr wünschen würde (trinkt viel, hat sie schon das ein oder andere Mal mies behandelt), aber sie ist erwachsen, weiss was sie tut, und vor allem liebt sie ihn halt. Also habe ich das akzeptiert, ich habe sie im Gegensatz zu vielen anderen nie deswegen kritisiert. Weil ich sie auch kenne und schon wusste, dass sie weiss worauf sie sich einlässt und weil ich mir dachte, soll sie doch ihren Spaß haben, muss ihn ja nicht gleich heiraten. Ihre neuen Freunde habe ich auch natürlich akzeptiert, kann ja nicht erwarten dass sie ohne Freunde zu Hause sitzt und auf mich wartet. Sie hatte dann nicht mehr ganz so viel Zeit wenn ich da war und das hat mich schon verletzt, aber ich wusste, dass ich es akzeptieren und tolerieren muss.
Und jetzt komm ich auf den Punkt:):
Dass sie keine Zeit mehr hat ist so extrem geworden, dass wir uns manchmal gar nicht sehen weil sie vollständig ausgebucht ist. Dann erwartet sie immer, dass ich mich ihrem Willen beuge (hat auch mit ihrer neugewonnenen Freiheit/Trotzphase zu tun glaub ich). Z.B. will ich dann am Freitag abend was mit ihr machen, da hat sie keine Zeit. Dann schlage ich Samstag vor. Hat sie auch keine Zeit. Dann sagt sie: "Also bei mir geht es nur Sonnta mittag, können ja kurz nen Kaffee trinken gehen und dann hol ich Dich um halb drei ab, ok?". Das hat mich oft so verletzt dass ich ihr dann manchmal schon abgesagt habe und behauptet hätte ich habe keine Zeit. Oder wir treffen uns aber sie hat es eilig weil sie noch was anderes vorhat, mit Liebhaber oder neuen Freunden. War da übrigens auch ein paar Mal mit und hab sie kennengelernt und sie fragt mich auch ganz oft ob ich mitgehen, aber ich will das nicht. Erstens weil sie null Interesse an meinen Freunden zeigt und zweitens weil ich halt am liebsten mit ihr alleine quatschen will wenn ich sie lange nicht gesehen habe.
Was mich am allermeisten verletzt, ist dass sie, seit sie den Liebhaber und die neuen Freunde hat, null Interesse an mir hat. Ich hab schon bald gemerkt, dass sie mir nicht mehr richtig zuhört, dass sie sich fast gar nicht mehr meldet, auf E-Mails oft gar nicht antwortet oder viel später. Oder dann halt nicht richtig auf mein Geschriebenes eingeht. Einmal hatte sie Zoff mit ihrem Liebhaber und hat mir deswegen geschrieben, ich habe ihr dann eine ewig lange, aufmunternde E-Mail geschrieben, ihr Tipps gegeben, Fragen gestellt um mehr herauszufinden über die Situation, danach habe ich noch angefügt, dass es mir auch gerade beschissen geht und warum. Nichts, keine Antwort.
Jetzt haben wir seit ca. 7 Wochen gar keinen Kontakt mehr. Einmal habe ich ihr eine SMS geschrieben und gefragt ob sie mal telefonieren will, aber sie meinte sie habe keine Zeit und schreibt mir nächste Woche, hat sie aber auch nicht gemacht. Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, dass ich mich nicht mehr melde, dann habe ich es halt doch wieder gemacht weil ich so an ihr hänge.
Als ich zu Hause war hat sie mich schon 2 mal angelogen. Mir abgesagt weil sie angeblich krank war, aber ich habe dann das Auto vor ihrer Stammkneipe gesehen bzw. bei ihrem Liebhaber.
Dann hat sie mal versprochen, dass sie mich besuchen kommt. Ich habe mich so gefreut, sie hat dann aber eine Woche vorher abgesagt. Weil sie kein Geld hatte. das verstehe ich, ich hab auch nie Geld, aber: Wenn es um ihre anderen Freunde geht hat sie immer Geld. Sie hatte auch gesagt sie wolle arbeiten um sich Geld für meinen Besuch zu verdienen, hat sie aber nicht gemacht obwohl sie 3 Monate lang gar nichts zu tun hatte. Dafür war sie jeden Tag in ihrem Stammcafe und hat Unsummen für Alkohol und Zigaretten ausgegeben.
Alle sagen zu mir, ich muss das verstehen, dass ihr der Mann im Moment wichtiger ist. Das verstehe ich auch voll und ganz. Aber wie weit soll so was gehen? Ist es ok, wenn man die beste Freundin vollkommen hängenlässt wegen einem Mann? Vor allem dann noch wegen so einem. Einmal ging es mir beschissen (da war ich mal wieder im Ausland) und habe ihr das geschrieben in einer SMS, sie hat gar nicht reagiert. Dass sie angerufen hätte hätte ich ja gar nicht verlangt, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie per SMS zurückschreibt oder wenigstens danach eine E-Mail schickt. Aber gar nichts.
Eigentlich würde ich am liebsten sagen, dann scheiß ich halt auf sie, aber das kann ich nicht weil mir unsere Freundschaft sehr viel bedeutet. Ich hab auch meine eigenen Freunde an meinem Studienort, meine eigene Clique, aber sie ist so mein soulmate, so was findet man so schnell nicht mehr. Wir verstehen uns einfach so gut, dass es schon manchmal unheimlich ist. Und so was wirft man doch nicht einfach weg, oder?
Was würdet ihr mir raten? Wir haben noch nie offen über all das geredet, weil wir beide Streit immer aus dem Weg gehen. Aber: Wenn ich ihr das jetzt alles so sage habe ich Angst, dass sie sich dann nur noch mit mir trifft aus Pflichtbewusstsein oder schlechtem Gewissen. Das will ich ja auch nicht. Ich will nicht einfach so das Ende unserer Freundschaft akzeptieren, aber ich kann es ja halt auch nicht ändern wenn sie sich für mich nicht interessiert.

Meint ihr es gibt noch Rettung für die Freundschaft? Was würdet ihr tun?

Vielen Dank schon mal für Eure Hilfe!

Lg,
Babsi
 

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Polux

Aktives Mitglied
Hallo Gast,
dass dir das weh tut ist verständlich - und wahrscheinlich haben das viele schon mitgemacht. Besonders wenn ein oder beide Leben sich ändern ist das eine Prüfstand für eine Freundschaft.

Es wird dir im Leben wahrscheinlich auch noch öfter passieren - man geht ein Stück des Weges zusammen und dann entwickelt man sich auseinander 'Es passt nicht mehr' Dann muss man sich fragen ob die gemeinsamen Erlebnisse in der Vergangenheit genug sind um eine Freundschaft aufrecht zu erhalten. Es kann also gut sein, dass das bei dir im Moment nicht mehr der Fall ist.

Aber so wie du es beschreibst ist noch Hoffnung. Eine Möglichkeit hast du nämlich noch nicht ausprobiert. Mit deiner Freundin zu reden und 'dich zu erklären.'

Das ist nicht so einfach und du hast Angst dabei was kaputt zu machen. Aber was eigentlich? So wie es aussieht geht es doch den Bach runter. Wenn die Freundschaft nach einer Aussprache völlig vorbei ist - weißt du wenigstens woran du bist und kannst nach einer Trauerzeit auf die Suche nach neuen Freunden gehen.

Falls du dich zu einer Aussprache entschließt gibt es einige Dinge auf die du achten kannst. Wenn du Interesse hast kontakte mich per PN.
Polux
 
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Gast

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Hallo Gast,
dass dir das weh tut ist verständlich - und wahrscheinlich haben das viele schon mitgemacht. Besonders wenn ein oder beide Leben sich ändern ist das eine Prüfstand für eine Freundschaft.

Es wird dir im Leben wahrscheinlich auch noch öfter passieren - man geht ein Stück des Weges zusammen und dann entwickelt man sich auseinander 'Es passt nicht mehr' Dann muss man sich fragen ob die gemeinsamen Erlebnisse in der Vergangenheit genug sind um eine Freundschaft aufrecht zu erhalten. Es kann also gut sein, dass das bei dir im Moment nicht mehr der Fall ist.

Aber so wie du es beschreibst ist noch Hoffnung. Eine Möglichkeit hast du nämlich noch nicht ausprobiert. Mit deiner Freundin zu reden und 'dich zu erklären.'

Das ist nicht so einfach und du hast Angst dabei was kaputt zu machen. Aber was eigentlich? So wie es aussieht geht es doch den Bach runter. Wenn die Freundschaft nach einer Aussprache völlig vorbei ist - weißt du wenigstens woran du bist und kannst nach einer Trauerzeit auf die Suche nach neuen Freunden gehen.

Falls du dich zu einer Aussprache entschließt gibt es einige Dinge auf die du achten kannst. Wenn du Interesse hast kontakte mich per PN.
Polux

Hallo Polux,

vielen lieben Dank für Deine Antwort! Finde es lieb, dass Du Dir die Mühe gemacht hast den ganzen Text zu lesen! Ich dachte mir auch schon, dass an einer Aussprache kein Weg vorbei führt. Klar kommen Freundschaften und gehen, aber bei solchen guten Freundschaften ist es schade, kampflos aufzugeben. Ich glaube ich würde mir das nie verzeihen wenn unsere Freundschaft kaputt gehen würde ohne dass wir je über das Warum gesprochen haben. Problem ist, dass es mir unglaublich schwer fällt über Probleme zu reden und erschwerend kommt hinzu, dass meine Freundin sehr, sehr sensibel ist. Aber da muss ich wohl durch. Aber wie soll ich denn dann anfangen? Ich will ja auch nicht die ganzen Sachen aus der Vergangenheit als Vorwurf auf den Tisch packen. Ich könnte sagen "Ich habe das Gefühl, dass Du Dich nicht für mich interessierst"- das kommt schon nicht mal ganz so vorwurfsvoll rüber. Aber wie gesagt habe ich dann auch Angst, dass sie dann übertrieben oft anruft. Ich will auch niemand sein, der immer gleich Stress macht wenn sich mal jemand 2 Wochen nicht meldet. Wie würdest Du es anpacken?
Freue mich über jeden Tipp!

Danke!
Babsi
 

lele93

Mitglied
Ich sehe es auch so, kampflos aufgeben sollte man nie.
Zumindestens sollte man versuchen,die wahrheit herauszufinden.
versuch dich mit ihr zu treffen oder ansonsten schreib einen Brief, e-mail etc. und erläutere ausführlich,wie du dich fühlst. ganz wichtig, vergess nicht zu sagen,wie wichtig sie dir ist und wie sehr du die freundschaft schätzt,immer positiv anfangen.
Ich wünsche dir, dass bei dem gespräch positives heraus kommt und ihr eure freundschaft wieder verbessern könnt, alles gute
lg lele
 

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