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Kann Gewalt in der frühen Kindheit aus einem einen behinderten Menschen machen?

G

Gast Mia

Gast
Hallo!

Ich bin eine Frau von 27 Jahren und wurde in meiner frühen Kindheit traumatisirt. Meine Eltern waren noch ganz jung als sie mich bekamen und waren überfordert mit mir.
Sie haben mich manchmal geschlagen, schon in dem alter wo ich gerade laufen lernte. Ich wurde angeschrien und geschüttelt. Beide sind seelisch krank.
Als ich 4 Jahre alt war nahmen mich meine Oma und mein Opa bei sich auf. Zu meinen Eltern hatte ich kaum noch Kontakt.
Meine Großeltern waren gut zu mir, aber ich hatte einen gewaltigen Knacks weg!
Ich war ein Wüterich, machte Spielsachen kaputt und biss mir manchmal vor Frust in die Hand. Auch brauchte ich drehende Bewegungen um Wut und Ängste abzubauen und wippte regelmäßig auf einem Sesel im Kinderzimmer bis er umkippte. ICh hatte mich manchmal nicht unter kontrolle und riss einmal sogar seiten aus der bibel raus. Die einzige aktion die mir hinter leid tat!
In der Schule war ich von Anfang an Aussenseiterin. Ich konnte mit den anderen Kindern nicht viel anfangen weil sie mir gegenüber so misstrauisch waren. Sie spürten wohl schon das mit mir was nicht stimmte!
Je mehr sie mich ablehnten desto mehr provozierte ich sie. Je älter ich aber wurde desto mehr zog ich es vor mich in eine Fantasiewelt zu flüchten. Ich habe sehr viel gelesen.
Ich hatte ein Problem mit Nähe und Distanz. Einmal sprach ich fremde Leute an ob sie mich zu sich nehmen können als ich mich verlaufen hatte. Wenn jemand aus der Familie versuchte mich zu umarmen machte ich mich steif. Kletterte aber mal zu einem fremden Mann auf den Schoß als ich mal eine fahrt mit einer jugendgruppe machte.
Ich kannte auch keine trennungsängste. Meine oma konnte mich problemlos für eine woche zu ihrer schwester schicken oder ich fuhr mit einem mädchen und ihrer mutter nach Holland für mehrere TAge.
Als Teenie wurde so richtig deutlich das ich mich von den anderen immer mehr unterschied. Ich versuchte meine interessen dennen der anderen Mädchen anzupassen aber ich scheiterte. Ich wollte auch nicht auf feten, rumknutschen und rauchen. Dafür war ich noch viel zu sehr kind. Mir war auch egal, was an klamotten gerade in war. Meine Oma sorgte allerdings immer für ordentlich Kleidung, nur halt was konservativ.
Ich liebte immer Glanz und Glimmer und sammelte wie besessen glanzbilder die ich mir dann auch mal auf eine strickjacke mit tesafilm klebte und so rausging. Das leute mich anstarrten war mir egal.
Weil mich fast niemand mochte verbrachte ich viel Zeit mit meinem Opa mit seiner Taubenzucht und Radtouren.
Schon als Kind wurden körperliche Defizite bei mir deutlich.
Andere fanden immer was was wohl komisch aussah. Ich trank angeblich komisch weil ich den Mund so flach an das Glas oder die Tasse drückte. Es sah wohl komisch aus wie ich ein Brot schmierte. Es sah komisch aus wie ich ging "wie ein Zinnsoldat". Es sah komisch aus wie ich schwamm weil ich die Beine nicht gleichmässig bewegen konnte.
Ich guckte komisch. Eine schulkameradin ahmte mich mal fies nach wie ich mit starrem blick immer meinen kopf drehte um zu anderen rüberzuschauen.
Alles komisch!
Als mädchen aus der klasse tanzen übten weil sie sich in der tanzschule anmelden wollten, machte ich mit. Sie lachten über mich das das wie bei einem bär aussehen würde.
Einmal hätte ich mir beim schul-schwimmen fast eine böse verletzung zugezogen. Sie wetteten alle das ich mich nich trauen würde vom 3m Brett zu springen. Ich hatte so angst aber wollte es ihnen zeigen. Wahrscheinlich ließ ich mich mehr fallen als das ich sprang und knallte mit einem dicken bauchplatscher auf das wasser. Die schmerzen danach werde ich nich vergessen.
Ängste sind sowieso ganz in mir verwurzelt wobei total widersprüchlich. Ich hatte angst vor dem wasser wenn meine oma mich duschte und mir wasser ins gesicht lief. Da schrie ich wie am spieß. Ich hatte dagegen nie angst im meer bei hohen wellen weit rauszuschwimmen. Einmal wäre ich fast ertrunken weil ich die entfernung vom strand falsch eingeschätzt hatte. Ich hatte Angst beim sport rad zu schlagen oder über den kasten zu springen, legte mich aber auf anweisung eines spielkameraden auf bahngleise bis wir eine wütende aufforderung bekamen zu verschwinden.
Meine leistungen in der schule waren auch schlecht. Ich mochte nur musik und erdkunde und wusste schon bald alle hauptstädte auf der erde. Fremde länder fasziniren mich noch heute.
Das war noch zusätzlich ein grund warum sie mich nicht mochten. Ein mädchen sagte mal "du bist ein blöder affe" und anderes "du bist behindert".
Ich wurde durch diese erlebnisse immer verschüchterter weil ich merkte das mich auch die lehrer nicht mochten.
Vor allem wurde ich immer unsicherer weil mir auch so im alltag einige missgeschickte passierten. Einmal fuhr ich mit dem Rad, verlor das gleichgewict und fuhr gegen ein parkendes auto. Eine tür hatte eine kleine beule und ich machte das ich weg kam weil mein opa sowieso schon ein paar mal wegen mir die haftpflichtversicherung einschalten musste.
Ein anderers mal spielte ich mit kindern aus der nachbarschaft an einem baufälligen haus wo mir ein ziegelstein auf den kopf knallte. Noch ein anderes mal fuhr ich mit dem schlitten einen steilen abhang runter und fuhr eine spazirgängerin um weil ich keine ahnung hatte wie ich ausweichen sollte.
Nach der schule hatte ich keine ahnung was ich werden sollte. Mein opa besorgte mir erst mal ein pracktikum in einem büro. Das war aber überhaupt nichts für mich! Die atmospähre da bereitete mir bauchschmerzen. Auch verstand ich nicht was man mir erklärte.
Danach dachte ich es könnte eine gute idee sein krankenschwester zu werden weil ich ruhig bin und alte menschen mag. Doch die ausbildung wurde zu einer katastrophe! Es stellte sich heraus das ich für den job viel zu langsam bin. Ich hetzte mich ab und die schwester fragte mich dann trotzdem böse wofür ich so lange gebraucht hätte.
Ich hatte auch probleme mit anweisungen. Wenn man mir sagte was ich zu tun hätte stand ich erst mal wie ein ochs vorm berg da. So als wenn irgendwas in mir blockiert ist. Ich brauchte eine Weile bis ich umgesetzt hatte was man von mir wollte.
Aus dem altenheim wurde ich nach ein paar monaten hochkant rausgeschmissen.
Meine großeltern waren sehr enttäuscht und fingen an sich zu sorgen.
Ich verplemperte danach erst mal zeit zu hause weil ich keine ahnung hatte wie es weitergehen sollte.
Beim arbeitsamt hieß es dann ich sollte doch eine ausbildung in einer bibliothek machen weil mich bücher interessieren. Das machte ich dann. Leider erwies ich mich auch da als ziemlich unbrauchbar. Die bücher sind ja nach einem bestimten system in die regale eingeräumt. Wenn ich bücher umräumen musste wusste ich nicht wie ich es anstellen sollte das sie wieder in der gleichen reihenfolge zu stehen kamen. Die büroarbeit lag mir auch da nicht so. So war ich meistens in der ausleihe beschäftigt, wo ich aber manchmal wegen dem streß fast einen nervenzusammenbruch bekam.
Ich machte die ausbildung zu ende aber konnte natürlich nicht übernommen werden.
Seitdem habe ich nur aushilfsjobs gemacht aber das hat doch keine zukunft!
Seit über einem jahr wohne ich in meiner eigenen wohnung. Ich verscuhe alles sauber zu halten aber der antrieb fehlt oft und leichte hausarbeiten sind manchmal schon eine große herausforderung.
Ich merke das ich kein bißchen belastbar bin, keinen stress vertragen kann und irgenwie alles falsch mache.
Ich habe einen kleinen bekanntenkreis aber es sind auch leute, die bisher nur im leben gescheitert sind.
Ich habe oft angst das ich da nicht mehr rauskomme. Es gibt so viiel was ich nicht kann und ich fühle mich oft wie behindert.
Oft frage ich mich ernsthaft ob die behandlung meiner eltern aus mir einen behinderten Menschen gemacht hat.
Kann es denn seine das ich nicht nur seelisch schaden genommen habe sondern auch körperlich?
 

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Selah

Aktives Mitglied
Hm...das ist natürlich schwierig, einzuschätzen. Ich meine, körperliche Beeinträchtigungen wären sicher auch mal einem (Kinder)arzt aufgefallen. Deine Großeltern haben sich ja offenbar gut um dich gekümmert und dementsprechend sicher auch ärztlich untersuchen lassen...

Außerdem...scheint mir das Körperliche ja jetzt im Erwachsenenleben nicht so das Problem zu sein. Oder ich habe deinen Post falsch verstanden. Ich hab es so gelesen, dass Du in der Schule gemobbt wurdest, weil Du u.a. "komisch liefst" ect. Dazu sei gesagt: Kinder, die andere ärgern wollen, finden immer einen Grund. Der guckt "doof", der andere läuft "seltsam". Sowas sollte man zumindest als Erwachsener dann nicht mehr ernst nehmen.

Schwierig finde ich eher, dass Du beruflich irgendwie keinen Weg findest. Dass du dich offenbar innerlich selber blockierst, wenn es darum geht, zu lernen. Was meinst Du selber, woran das liegt? Das mit der Bibliothek klang ja erstmal super für jemanden, der Bücher liebt...Dass der Job einer Krankenschwester sehr stressig ist und auch eine gewisse "Leid-Resistenz" verlangt, glaube ich sofort und auch, dass so etwas einfach nicht jedem liegt.

Was würdest Du denn gerne machen? Mit 27 geht ja noch viel...aber allzu lange warten solltest Du natürlich auch nicht mehr. Hast Du denn Ziele/Wünsche/Träume für dein Leben?
Es ist auf jeden Fall immer hinderlich, wenn man sich nur vor Augen hält, was man nicht gut kann. Was kannst Du gut?
 
E

Evenforce

Gast
Meine Eltern werden auch oft sehr gewaltätig aber mich erschreckt das nicht mehr, ich glaube auf jeden Fall dass das einen Krank macht aber jeden auf verschiedene Art und Weise ...
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Ich war acht Jahre in einem kath. Kinderheim.
Dort war Hospitalismus weit verbreitet,das heißt das viele Kinder Jungen wie Mädchen mit den Köpfen gegen die Wand schlugen oder sich im Bett hin und her wiegten.
Auch Körperhaltungsschäden waren viel verbreitet.
Von allem anderen wollen wir gar nicht erst reden.
Ich denke schon das Körperliche/Seelische Gewalt krank machen in beide Richtungen.
Psychisch wie Physisch.
 
G

Gast Mia

Gast
Hm...das ist natürlich schwierig, einzuschätzen. Ich meine, körperliche Beeinträchtigungen wären sicher auch mal einem (Kinder)arzt aufgefallen. Deine Großeltern haben sich ja offenbar gut um dich gekümmert und dementsprechend sicher auch ärztlich untersuchen lassen...

Außerdem...scheint mir das Körperliche ja jetzt im Erwachsenenleben nicht so das Problem zu sein. Oder ich habe deinen Post falsch verstanden. Ich hab es so gelesen, dass Du in der Schule gemobbt wurdest, weil Du u.a. "komisch liefst" ect. Dazu sei gesagt: Kinder, die andere ärgern wollen, finden immer einen Grund. Der guckt "doof", der andere läuft "seltsam". Sowas sollte man zumindest als Erwachsener dann nicht mehr ernst nehmen.

Schwierig finde ich eher, dass Du beruflich irgendwie keinen Weg findest. Dass du dich offenbar innerlich selber blockierst, wenn es darum geht, zu lernen. Was meinst Du selber, woran das liegt? Das mit der Bibliothek klang ja erstmal super für jemanden, der Bücher liebt...Dass der Job einer Krankenschwester sehr stressig ist und auch eine gewisse "Leid-Resistenz" verlangt, glaube ich sofort und auch, dass so etwas einfach nicht jedem liegt.

Was würdest Du denn gerne machen? Mit 27 geht ja noch viel...aber allzu lange warten solltest Du natürlich auch nicht mehr. Hast Du denn Ziele/Wünsche/Träume für dein Leben?
Es ist auf jeden Fall immer hinderlich, wenn man sich nur vor Augen hält, was man nicht gut kann. Was kannst Du gut?
Vielen dank für deine Antwort.

Wenn ich nur wüsste welchen weg ich beruflich noch gehen könnte...
Ich habe jetzt auch so gar keine ahnung was mir wirklich liegen könnte. Hatte schon mal an fotografin gedacht aber meine oma und mein opa sagten das ich dafür nich kreativ genug wäre.
Ich glaube das in dem fall jetzt auch mal.
Denn mit krankenschwester habe ich auch nicht geglaubt als man mir vorher sagte das ich das nicht schaffen würde wei ich nicht belastbar bin und auch zu sensibel bin. Ich bin trotzdem den weg gegangen und der war leider falsch...

Ich weiß das ich das mit dem mobbing aus meiner schulzeit vergessen sollte. Nur das Problem ist das mich auch beruflich und wenn ich schon mal privat welche kennenlernen viele Leute nicht mögen. Sie haben schnell was gegen mich weil ich nicht so bin wie sie.
Mein kumpel sagte das ich ok bin aber das auffällt das ich nicht so viel Leben in mir habe wie die meisten menschen. Das ich schon sehr ruhig bin. Auch nicht spontan und das manche aktionen bei mir so umständlich wirken.
Die Menschen haben mich schnell über. Dieser kumpel hat mal versucht mich mit seinem freund zu verkuppeln.
Doch der kommentar des kumpels nach dem treffen "boah, wie die isst". Keine Ahnung, denn ich habe gute tischmanieren aber ich esse nun mal langsam.
Unter kollegen haben wir mal scherze gemacht. Einer imitierte den sächsischen dialekt. Ich machte mit, weil wir verwandte in sachsen haben und ich den Dialekt immer ganz witzig fand. Als ich dann zwei Sätze imitierte, wurde ich ganz befremdet angeguckt und keiner lachte!
In manchen Situationen weiß ich auch nicht richtig, wie man sich jetzt verhalten sollte und bekomme probleme mit den leuten. Ich bin oft ungeschickt und unsicher, sage oder mache was falsches. Ich wundere mich dann manchmal über die reaktionen weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte.
Ich kann nicht mal sagen ob ich eigentlich mehr der emotionale oder der analytische Mensch bin.
Ich finde selber einige Gedanken von mir befremdlich aber sie sind halt da.
Ich habe es irgendwie mit dem zählen von dingen und aktionen.
Zum Beispiel dachte ich mir in einer beziehung das man schon zweimal pro woche sex haben sollte.
Wenn die woche zu ende ging und mein freund und ich hatten bis dahin nur einmal sex gehabt versuchte ich es dann zu erzwingen um das "Soll" erfüllt zu haben und nicht weil mir wirklich danach war.
Wenn ich einen freund wirklich satt hatte dachte ich wie lange wir denn zusammen waren zu dem zeitpunkt. Wenn es erst ein paar monate waren, dachte ich, eigentlich habe ich keine lust mehr aber 10 monate sollten wir zumindest zusammen sein. Machte weiter ohne gefühle für ihn zu haben.
Das ist dann wohl der "analytische Teil" von mir.
Es gibt aber auch den emotionalen. Es kommt vor das ich frauenbekanntschaften habe und diese frauen mich nach einiger zeit schrecklich nerven. Ich schaffe es aber nicht das zu sagen sondern finde für mich argumente warum ich das nicht abbrechen kann. Wie z.B. das sie doch auch eine schwere kindheit hatte oder vom freund geschlagen wurde.
Ich weiß nicht, wie ich das einordnen soll.
Ich bin ein schwieriger mensch, oder?
 

geschundene seele

Neues Mitglied
Meine liebe Leidensgenossin,

Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich wurde jahrelang uebelst psychisch und fysisch misshandelt. Ich hatte keine Kindheit. Mein Vater war ein Sadist und meine Mutter hasste mich weil ich haesslich bin. Fuer sie war ich nur ein Sklave der nichts kosten durfte und ihnen bedingungslos dienen musste. Ich hatte schon als kleines Kind Selbstmordgedanken weil ich mein klaegliches Leben nicht ertragen konnte. Ich bin jetzt 43 Jahre alt und denke noch jeden Tag an meine Kindheit und weine oft. Die Kindheit hat uns beide gepraegt. Ich habe ein Buch geschrieben um mir alles von der Seele zu schreiben, es war ein harter und steiniger Weg mit vielen vielen Traenen verbunden.
Liebe Leute,

Bitte schaut nicht weg wenn Zeichen einer Misshandlung da sind. Ich wurde ueber Jahre schwerst psychisch und fysisch misshandelt und es gab viele viele Zeichen, zb ein blaues Auge, ein zerschundener Koerper de gruen und blau war doch alle haben weggeschaut. Diese Qualen haben mich kaputt gemacht, ich bin ein gebrochener Mensch ohne jegliches Selbstbewusstsein und mit Selbsthass. Ich habe ein Buch geschrieben, es heisst Blutende Seele und mein Name ist Saskia Field, ist zwar nur ein Pseudoname weil ich mich schaeme meinen richtigen Namen zu nennen. Mit meinem Buch will ich erreichen dass die Menschen mit offenen Augen durchs Leben gehen und die Zeichen von Misshandlung sehen und geschundene Kinderseelen retten. Bitte schaut nicht weg denn ich wuensche niemanden so ein Leben wie ich es fuehren muss. Ein Zitat aus meienm Buch: Wenn ich noch vor meiner Geburt gewusst haette was fuer Eltern ich haben wuerde und was fuer ein Leben auf mich wartet, wahrlich ich haette mich noch als Foetus freiwillig sofort mit der eigenen Nabelschnur erdrosselt. Ich waere lieber als Totgeburt zur Welt gekommen, haette ich doch die Wahl gehabt, ich haette keine Sekunde gezoegert.


Hallo!

Ich bin eine Frau von 27 Jahren und wurde in meiner frühen Kindheit traumatisirt. Meine Eltern waren noch ganz jung als sie mich bekamen und waren überfordert mit mir.
Sie haben mich manchmal geschlagen, schon in dem alter wo ich gerade laufen lernte. Ich wurde angeschrien und geschüttelt. Beide sind seelisch krank.
Als ich 4 Jahre alt war nahmen mich meine Oma und mein Opa bei sich auf. Zu meinen Eltern hatte ich kaum noch Kontakt.
Meine Großeltern waren gut zu mir, aber ich hatte einen gewaltigen Knacks weg!
Ich war ein Wüterich, machte Spielsachen kaputt und biss mir manchmal vor Frust in die Hand. Auch brauchte ich drehende Bewegungen um Wut und Ängste abzubauen und wippte regelmäßig auf einem Sesel im Kinderzimmer bis er umkippte. ICh hatte mich manchmal nicht unter kontrolle und riss einmal sogar seiten aus der bibel raus. Die einzige aktion die mir hinter leid tat!
In der Schule war ich von Anfang an Aussenseiterin. Ich konnte mit den anderen Kindern nicht viel anfangen weil sie mir gegenüber so misstrauisch waren. Sie spürten wohl schon das mit mir was nicht stimmte!
Je mehr sie mich ablehnten desto mehr provozierte ich sie. Je älter ich aber wurde desto mehr zog ich es vor mich in eine Fantasiewelt zu flüchten. Ich habe sehr viel gelesen.
Ich hatte ein Problem mit Nähe und Distanz. Einmal sprach ich fremde Leute an ob sie mich zu sich nehmen können als ich mich verlaufen hatte. Wenn jemand aus der Familie versuchte mich zu umarmen machte ich mich steif. Kletterte aber mal zu einem fremden Mann auf den Schoß als ich mal eine fahrt mit einer jugendgruppe machte.
Ich kannte auch keine trennungsängste. Meine oma konnte mich problemlos für eine woche zu ihrer schwester schicken oder ich fuhr mit einem mädchen und ihrer mutter nach Holland für mehrere TAge.
Als Teenie wurde so richtig deutlich das ich mich von den anderen immer mehr unterschied. Ich versuchte meine interessen dennen der anderen Mädchen anzupassen aber ich scheiterte. Ich wollte auch nicht auf feten, rumknutschen und rauchen. Dafür war ich noch viel zu sehr kind. Mir war auch egal, was an klamotten gerade in war. Meine Oma sorgte allerdings immer für ordentlich Kleidung, nur halt was konservativ.
Ich liebte immer Glanz und Glimmer und sammelte wie besessen glanzbilder die ich mir dann auch mal auf eine strickjacke mit tesafilm klebte und so rausging. Das leute mich anstarrten war mir egal.
Weil mich fast niemand mochte verbrachte ich viel Zeit mit meinem Opa mit seiner Taubenzucht und Radtouren.
Schon als Kind wurden körperliche Defizite bei mir deutlich.
Andere fanden immer was was wohl komisch aussah. Ich trank angeblich komisch weil ich den Mund so flach an das Glas oder die Tasse drückte. Es sah wohl komisch aus wie ich ein Brot schmierte. Es sah komisch aus wie ich ging "wie ein Zinnsoldat". Es sah komisch aus wie ich schwamm weil ich die Beine nicht gleichmässig bewegen konnte.
Ich guckte komisch. Eine schulkameradin ahmte mich mal fies nach wie ich mit starrem blick immer meinen kopf drehte um zu anderen rüberzuschauen.
Alles komisch!
Als mädchen aus der klasse tanzen übten weil sie sich in der tanzschule anmelden wollten, machte ich mit. Sie lachten über mich das das wie bei einem bär aussehen würde.
Einmal hätte ich mir beim schul-schwimmen fast eine böse verletzung zugezogen. Sie wetteten alle das ich mich nich trauen würde vom 3m Brett zu springen. Ich hatte so angst aber wollte es ihnen zeigen. Wahrscheinlich ließ ich mich mehr fallen als das ich sprang und knallte mit einem dicken bauchplatscher auf das wasser. Die schmerzen danach werde ich nich vergessen.
Ängste sind sowieso ganz in mir verwurzelt wobei total widersprüchlich. Ich hatte angst vor dem wasser wenn meine oma mich duschte und mir wasser ins gesicht lief. Da schrie ich wie am spieß. Ich hatte dagegen nie angst im meer bei hohen wellen weit rauszuschwimmen. Einmal wäre ich fast ertrunken weil ich die entfernung vom strand falsch eingeschätzt hatte. Ich hatte Angst beim sport rad zu schlagen oder über den kasten zu springen, legte mich aber auf anweisung eines spielkameraden auf bahngleise bis wir eine wütende aufforderung bekamen zu verschwinden.
Meine leistungen in der schule waren auch schlecht. Ich mochte nur musik und erdkunde und wusste schon bald alle hauptstädte auf der erde. Fremde länder fasziniren mich noch heute.
Das war noch zusätzlich ein grund warum sie mich nicht mochten. Ein mädchen sagte mal "du bist ein blöder affe" und anderes "du bist behindert".
Ich wurde durch diese erlebnisse immer verschüchterter weil ich merkte das mich auch die lehrer nicht mochten.
Vor allem wurde ich immer unsicherer weil mir auch so im alltag einige missgeschickte passierten. Einmal fuhr ich mit dem Rad, verlor das gleichgewict und fuhr gegen ein parkendes auto. Eine tür hatte eine kleine beule und ich machte das ich weg kam weil mein opa sowieso schon ein paar mal wegen mir die haftpflichtversicherung einschalten musste.
Ein anderers mal spielte ich mit kindern aus der nachbarschaft an einem baufälligen haus wo mir ein ziegelstein auf den kopf knallte. Noch ein anderes mal fuhr ich mit dem schlitten einen steilen abhang runter und fuhr eine spazirgängerin um weil ich keine ahnung hatte wie ich ausweichen sollte.
Nach der schule hatte ich keine ahnung was ich werden sollte. Mein opa besorgte mir erst mal ein pracktikum in einem büro. Das war aber überhaupt nichts für mich! Die atmospähre da bereitete mir bauchschmerzen. Auch verstand ich nicht was man mir erklärte.
Danach dachte ich es könnte eine gute idee sein krankenschwester zu werden weil ich ruhig bin und alte menschen mag. Doch die ausbildung wurde zu einer katastrophe! Es stellte sich heraus das ich für den job viel zu langsam bin. Ich hetzte mich ab und die schwester fragte mich dann trotzdem böse wofür ich so lange gebraucht hätte.
Ich hatte auch probleme mit anweisungen. Wenn man mir sagte was ich zu tun hätte stand ich erst mal wie ein ochs vorm berg da. So als wenn irgendwas in mir blockiert ist. Ich brauchte eine Weile bis ich umgesetzt hatte was man von mir wollte.
Aus dem altenheim wurde ich nach ein paar monaten hochkant rausgeschmissen.
Meine großeltern waren sehr enttäuscht und fingen an sich zu sorgen.
Ich verplemperte danach erst mal zeit zu hause weil ich keine ahnung hatte wie es weitergehen sollte.
Beim arbeitsamt hieß es dann ich sollte doch eine ausbildung in einer bibliothek machen weil mich bücher interessieren. Das machte ich dann. Leider erwies ich mich auch da als ziemlich unbrauchbar. Die bücher sind ja nach einem bestimten system in die regale eingeräumt. Wenn ich bücher umräumen musste wusste ich nicht wie ich es anstellen sollte das sie wieder in der gleichen reihenfolge zu stehen kamen. Die büroarbeit lag mir auch da nicht so. So war ich meistens in der ausleihe beschäftigt, wo ich aber manchmal wegen dem streß fast einen nervenzusammenbruch bekam.
Ich machte die ausbildung zu ende aber konnte natürlich nicht übernommen werden.
Seitdem habe ich nur aushilfsjobs gemacht aber das hat doch keine zukunft!
Seit über einem jahr wohne ich in meiner eigenen wohnung. Ich verscuhe alles sauber zu halten aber der antrieb fehlt oft und leichte hausarbeiten sind manchmal schon eine große herausforderung.
Ich merke das ich kein bißchen belastbar bin, keinen stress vertragen kann und irgenwie alles falsch mache.
Ich habe einen kleinen bekanntenkreis aber es sind auch leute, die bisher nur im leben gescheitert sind.
Ich habe oft angst das ich da nicht mehr rauskomme. Es gibt so viiel was ich nicht kann und ich fühle mich oft wie behindert.
Oft frage ich mich ernsthaft ob die behandlung meiner eltern aus mir einen behinderten Menschen gemacht hat.
Kann es denn seine das ich nicht nur seelisch schaden genommen habe sondern auch körperlich?
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Hallo geschundene Seele

Ich bitte dich dies nicht falsch oder gar als Angriff zu sehen.
Aber glaubst du wirklich das ausgerechnet wir die selbst missbrauchten und/oder misshandelten die Augen verschließen bei dem Verdacht von Kindesmisshandlung.
Niemand außer uns weiß wie sehr Kinderseelen leiden,sie leiden solange sie leben.
Viele werden krank,andere sehen nur den Freitod als Alternative.
Die,die es schaffen am leben zu bleiben sind so zumindest mein Eindruck sozialer als nicht betroffene,sie gehen mit offeneren Augen durch die Welt,sie sind sensibler.
Allen gemeinsam ist denke ich eine Art Sozialphobie,die Angst vor Menschen,die Angst vor Enttäuschung.
Ich für meinen Teil habe meinen Weg gefunden,er mag sehr außergewöhnlich sein, aber so bleibe ich am leben und werde auf meine Art glücklich oder versuche es zumindest.
An einem Buch schreibe ich auch es sollte verlorene Seele heißen aber jetzt habe ich erfahren das dieser Titel schon vergeben ist.
Aber wir sind ja kreativ.

Ein Satz aus meinem Buch er steht auf dem Deckblatt

Zitat

Wir waren im Krieg,in einem Krieg ohne Waffen,aber auch bei uns gab es Tote und Verletzte.

Zitatende
 
Zuletzt bearbeitet:

Selah

Aktives Mitglied
Naja, vielleicht bist Du ein schwieriger Mensch. Einfach kann ja jeder sein oder?;)

Ich bin auch ein schwieriger Mensch, obwohl ich keine "drastische" Vorgeschichte habe. Ich bin manchmal zu sensibel und manchmal zu kopfgesteuert. Manchmal zu ehrgeizig und manchmal zu lethargisch...ich könnte noch ein paar Beispiele nennen.

Ich denke, es bringt nichts, die "Bewertungen" von Anderen immer zu übernehmen. Nach dem Motto "Der hat gesagt, ich esse komisch"....hm...was stimmt bloß mit meinem Essverhalten nicht?" Vermutlich warst Du nicht sein Typ und er hat einen Grund gesucht...
Und Du nimmst Dir die dumme Begründung dann zu Herzen.

Ich denke, Menschen die Andere so schnell in Schubladen packen, braucht keiner. Sie sind in keinerlei Hinsicht eine Bereicherung. Man ist definitiv besser dran ohne sie.

Du bist erwachsen. Es ist nicht mehr so wichtig, wie Andere dich bewerten. Ich weiß, dass es schwer ist, da umzudenken. Als Kind kann man nix machen. Wenn man in der Klasse gemobbt wird, ist das so. Einfach die Schule wechseln, geht meist nicht so einfach. Abgesehen davon, dass man sich als Kind nicht selber helfen kann, man muss es eben aushalten...
Aber als Erwachsener kann man sich helfen. Man kann seinerseits Leute "aussortieren", die dumme, entwertende Bemerkungen machen. Man "muss" nicht mehr so viel, man "kann" eher. Du bestimmst dein Leben selber und wenn Du etwas an dir ändern willst, dann, weil Du es willst und nicht weil andere dich "komisch" finden.

Wenn Du Andere anschaust, würdest Du übrigens ebenso Ansatzpunkte für "Komischsein" finden. Vielleicht fummelt da jemand ständig an seiner Brille rum oder er kann nicht 5 Minuten sitzen ohne aufs Handy zu gucken oder er verwendet eine bestimmte Redewendung andauernd oder er lacht irgendwie seltsam. Alles komisch oder?

Ich glaube halt, man muss sich selber schon irgendwie annehmen. Was nicht heißt, man soll unkritisch sein, aber eben auch nicht so gnadenlos kritisch.

Naja und das drängende Problem mit dem Beruf. Fotografin ist ein toller Beruf. Käme eben drauf an, in welche Richtung Du gehen willst. Als Porträtfotograf ist es vermutlich nicht so stressig. Als Presse- oder Werbefotograf wäre der Stresspegel enorm und hier braucht man auch ein paar "Ellenbogen"...Naturfotograf ist für viele ein Traum...aber davon leben, ist nicht so einfach. Eine professionelle Fotoausrüstung kostet außerdem viel. Ein Vorteil kann sein, dass Fotografen oft selbstständig sind. Das "Kollegenproblem" wäre nicht so gegeben. Für und Wider eben. Aber wie kreativ Du bist, können deine Großeltern vermutlich nicht einschätzen. Wie siehst Du es denn selber?
 

c123h

Aktives Mitglied
also...ich würd gern wissen, was du - deiner meinung nach - nicht in den augen der anderen - richtig gut kannst; wo kennst du dich super aus; welche einstellungen zum leben hast du, die du für gut und hilfreich hältst?
 

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