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Jenseits von Gut und Böse. (betr. Terror in Paris)

K

Kauz

Gast
Mein Mitgefühl nach den schrecklichen Attentaten in Paris gilt den Opfern und deren Angehörigen.

Ich denke die meisten Menschen werden derzeit immer wieder in Gedanken sein, über das unfassbar Tragische, das passiert ist.
In seiner Trauer oder gar Wut sollte man jedoch einen möglichst objektiven Blick nicht verlieren. Die Wut oder gar schlimmeres entsteht aus dem Gefühl der Ohnmacht gegenüber solch grausamen Terrors.
Es ist verständlich dass einige Menschen sich große Sorgen machen und Ängste diesbezüglich haben oder entwickeln. Um das innere Gleichgewicht aber wiederherzustellen ist es notwendig auch die Ursachen, bzw. oder auch die andere Seite zu sehen und möglicherweise nachvollziehen zu können.
Das hilft letztendlich in der Bewältigung der eigenen Gefühle.
Terror fällt nicht einfach so wie "das Böse" oder "der Teufel" über die friedlichen und guten Menschen her. Ursachen des Terrors sind u.a. Kriege einzelner NATO Staaten oder des Paktes in fernen Ländern, auch dort wurden und werden unzählige unschuldige Menschen getötet um politische, strategische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.
Auch die Opfer und Angehörigen dieser Angriffe erleben deshalb Trauer und teilweise Wut auf eben unsere Gesellschaften, da in deren Augen unser Wohlstand, unsere Sicherheit, unsere Freiheit und unsere Lebensweise auf diese kriegerischen Interventionen gegenüber schwächeren Staaten oder Völkern basiert.
In solch einem Klima der Unsicherheit und Gewalt, dass in vielen Staaten aufgrund westlicher Angriffe hinterlassen wurde (Irak, Lybien, Afghanistan und nun Syrien), sowie dem Aufbau oder direkte und indirekte Unterstützung von Terrorarmeen (Taliban, Al-Qaida, IS) durch Staaten unseres Militärbündnisses, sowie befreundeten Nationen (USA, Frankreich, Türkei, Saudi-Arabien), ist es wiederum leichter Menschen zu radikalisieren und aufzuhetzen.
Diese Menschen fühlen sich nicht nur im Kriegszustand, sie sind es vielerorts tatsächlich auch.
In einem Klima solcher Unsicherheit und Bedrohung durch ständigen Krieg und Terror, das wir hier in der Art gar nicht mehr kennen, ist es oft überlebensnotwendig sich zu seiner Religion, Ethnie, dem Clan usw. zu bekennen, um durch diese Zugehörigkeit noch einen gewissen Schutz zu erfahren, den es auf staatlichem Wege wie bei uns nur noch sehr eingeschränkt gibt.
Einer Einteilung der Welt in Gut und Böse wird durch solch ein Klima also Vorschub geleistet.

Was diese Menschen dann sehen ist, dass die Bürger unserer Staaten hier scheinbar in einer Art grenzenloser Spaß-, Wohlstands und Konsumgesellschaft leben, in der sich die Mehrheit gar nicht um das Weltgeschehen, und somit nicht um das Leid anderer Menschen kümmert, von Spendensammlungen um die gröbsten Schäden wieder zu beseitigen mal abgesehen.
Viele von uns verreisen gern in andere Länder und erwarten dort einen angenehmen Urlaub, viele möchten günstige Kleidung haben, technische Spielzeuge, viele möchten jederzeit tanken und mit dem Auto überall hinfahren können. Viele möchten unterhalten werden und sich etwas im Leben aufbauen können, dabei aber möglichst nicht gestört oder dem Leid anderer konfrontiert werden.
Das ist soweit vielleicht auch ein ganz menschliches und verständliches Verhalten, und das ist die Politik die viele Menschen wählen und somit unterstützen. Also die Politik für den möglichst prall gefüllten eigenen Geldbeutel um sich all diese Wünsche zu erfüllen, als Gegenleistung für die Leistung (Arbeit) die man in dieser Gesellschaft bringt.
Große Teile unseres Wohlstandes basieren jedoch eben auch auf der Armut und Schwäche anderer Nationen, und nicht nur auf unseren eigenen Fleiß.
Das Anspruchsdenken an übermäßigem Wohlstand, Freiheit und Sicherheit muss daher an der Realität scheitern, wenn dafür in anderen Ländern Menschen unterdrückt und ausgebeutet werden, in Kriege verwickelt, usw.

Die Wahrnehmung dieser Ungerechtigkeit ist mit eine Ursache warum Menschen sich überhaupt erst einmal radkaliseren lassen, denn das erzeugt ebenso Gefühle der Ohnmacht, wie wir diese nach Terroranschlägen erleben.
In unseren Gesellschaften werden zudem Menschen radikal, die sich als Außenseiter fühlen. D.h. Menschen die keine Anerkennung finden oder bekommen, nicht teilhaben können, ausgegrenzt wurden o.ä.
Natürlich gibt es auch hier zwei Seiten. Nicht immer stimmt die Sichtweise eines aus der Gesellschaft ausgegrenzten mit der Realität überein.
Möglicherweise hat der ein oder andere auch etwas dazu beigetragen ausgegrenzt zu sein, möglicherweise liegt es auch mehr an seinem Umfeld als an ihm selbst, usw.
Dennoch passiert es nun mal das viele Menschen sich so fühlen und das sind gesamtgesellschaftliche Probleme, die frustrieren und wütend machen können.

Ob hier oder in anderen Ländern wird diesen dann eine Ideologie angeboten, in der es klare Regeln gibt und sie selbst die "Guten" sind, die dann das "Böse" bekämpfen können.
Das dürfte uns nun nicht so unbekannt vorkommen, wenn man an die vielen erlogenen Kriegsgründe denkt, die viele von uns zumindest erst einmal haben glauben lassen, dass der ein oder andere Kriegseinsatz unserer Werte- und Interessengemeinschaften schon legitim sei. Denn auch wir sind immer wieder dem Irrglauben unterlegen die "Guten" zu sein und gegen "das Böse" kämpfen zu wollen.

Es ist auch vollkommen richtig, dass in anderen Ländern Despoten regieren, Menschen unterdrückt werden, keine freie Meinungsäußerung herrscht, keine Rechtsstaatlichkeit, keine Gleichberechtigung, usw.
Aber man kann diese Gesellschaften nicht militärisch dazu zwingen unsere Werte anzunehmen, vor allem dann nicht, wenn einige Länder in denen solche Zustände herrschen angegriffen werden, während andere in denen dieselben oder gar noch viel schlimmere Zustände herrschen sogar unsere wirtschaftlichen und strategischen Partner sind.

Warum ich das schreibe ist, damit jeder die Chance hat zu erkennen, dass es "das Böse" nicht gibt. Die Welt lässt sich so wenig nicht in Gut und Böse einteilen wie ein einzelner Mensch sich das lässt. Wir sind gut und böse, die anderen auch.
Die Ursachen für Terror sind so vielfältig, wie die komplexen politischen Zusammenhänge in der Welt. Terror kommt also nicht aus dem Nichts, sondern hat Ursachen.
Ursachen, die wir auch einmal anfangen sollten wahrzunehmen. Das ist der Angriff auf unsere Gesellschaft und unsere Art des Lebens, denn sie bedeutet leider bei zu vielen eben auch das Ausblenden oder ignorieren der Realität.

Wie nach dem 11. September gesagt wurde, dass man hoffe dass die Menschen keine Angst haben sollen und bald wieder shoppen gehen, wurde auch jetzt wieder gesagt, dass die Menschen sich ihre Werte nicht nehmen lassen sollen und wieder die Märkte besuchen.
Ja, denn das sind auch unsere Werte. Konsum und Spaß. Das kann man allerdings nur mit einem reinen Gewissen haben, wenn man die Zusammenhänge in der Welt ausblendet.
Es sind unsere gewählten politischen Führer die das so aussprechen, was sie sich für uns wünschen, dass wir möglichst weiter konsumieren. Denn das ist es worum es geht.

Meiner Meinung nach sollten wir es ernst nehmen wenn wir solche Terrorangriffe erleben und uns mit den Ursachen auseinandersetzen. Denn jeder von uns ist Teil dieser Gesellschaft, in dessen Namen eben auch Unrecht in der Welt getan wird. Vor allem sollten wir nicht den Menschen glauben, die uns politisch erst in solch eine katastrophale Weltlage - und ich sage extra Weltlage, weil ich die ganze Welt meine und eben nicht nur unsere kleines friedliches Land - gebracht haben.
Denn diejenigen die von solchen Lagen am Meisten profitieren wollen nicht, dass man die ganzen Zusammenhänge wirklich erkennt und anfängt darüber nachzudenken, sondern dass man arbeiten geht, Steuern zahlt, konsumiert und Spaß dabei habt.
Denn nur so funktioniert das Ganze, wenn Jeder an seinen persönlichen Vorteil bei dem Ganzen denkt – und nicht an die Konsequenzen für Andere.

Würden wir all diese kriegerischen und doppelmoralischen Interventionen in fernen Ländern nicht führen, würden wir darauf achten mit wem wir Geschäfte machen und wie es den Menschen in diesen Ländern geht - Niemand hätte einen Grund uns anzugreifen, weil sich Niemand dazu aufhetzen lassen würde. Das würde aber eben auch bedeuten, dass wir nicht solchen Wohlstand hätten. Das muss jedem klar sein.

Terrorattentate sind unsäglich, doch sie passieren jeden Tag irgendwo in der Welt.
Was auf uns noch zukommt und wie es uns verändern wird vermag ich nicht zu sagen. Ich hoffe aber, dass möglichst viele Menschen aufwachen und eben nicht nur „das Böse“ irgendwo im Außen suchen, das schnell bekämpft werden muss, sondern auch auf die eigene Gesellschaft zu schauen und Ursachen zu erkennen. In der Hoffnung, dass wir auch etwas bescheidener und gelassener werden um eines Tages in Frieden leben können.
 

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Daoga

Sehr aktives Mitglied
Du schreibst nur die Hälfte der Miete. Nur weil es jemandem (Westen) gut geht, muß es jemand anderem (beliebiges muslimisches Land) nicht automatisch schlecht gehen. Beispiel Afghanistan: hieß früher "die Schweiz des Hindukusch", weil es trotz seiner Gebirgslage fruchtbar und mit Rohstoffen (z. B. Lapislazuli) gesegnet war, mit einer Gesellschaftsstruktur aus selbstregierten, selbstbewußten Stämmen, wo die Frauen sich trotz islamischen Glaubens nicht verschleiern mußten und sogar ziemlich viele Rechte, aber verrückte "Glaubenskrieger" keinen Stand hatten, ein Land, das schon Alexander dem Großen mit seiner Armee blutige Nasen beschert hat, worauf die Afghanis bis heute stolz sind. Dann rückten die Russen ein in ihrem Drang, das Sowjetreich zu vergrößern - und holten sich blutige Nasen, nicht zuletzt weil die Amerikaner (CIA) so frei waren, Waffen an die Freiheitskämpfer zu liefern. Nur leider dachten diese Freiheitskämpfer nach dem Abzug der Russen gar nicht daran, diese Waffen niederzulegen und damit ihre Machtposition aufzugeben, denn in islamischen Ländern ist Waffenbesitz gleich Macht und Einfluß. Ein wenig islamische Primitiv-Propaganda dazu - und so waren aus den Taliban/Freiheitskämpfern die heutigen Taliban/Unterdrücker des eigenen Landes entstanden, die dafür sorgen, daß das Land seine frühere (relative) innere Sicherheit und Stabilität nicht mehr wiederfinden kann. Wer ist also schuld - die Russen, die das Land in den Krieg stürzten, die Amis, die so dumm waren, Waffen nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen - (Stichwort "Stellvertreterkrieg" und "Der Feind meines Feindes ist mein Freund", was noch nie der Wahrheit entsprach), oder die islamischen Propagandisten, die heute das Land in seinem nicht selbst erzeugten Chaos halten?

Ein anderes Spielchen, Israel/Palästina. Was westliche "Gutmenschen" nicht hören wollen, daß beim Konflikt Westen/islamische Länder ganz unterschiedliche Weltvorstellungen im Clinch liegen. Der Westen hat eine "nachgiebige" Gesellschaft, in der Werte wie Mitleid, Toleranz, Religionsfreiheit (sprich für oder gegen eine Religion oder andere Ideologie sein zu können) und zugleich lautstarke Selbstbezichtigung und Gejammere über alles und jedes Übel auf der Welt (gerade bei den Deutschen :rolleyes: ) zum guten Ton gehört, und die erst mal - typisch Gutmensch - viel "einstecken" kann, bevor sie was sagt oder sich gar "traut", sich zu wehren. Islamische Länder sind dagegen von einem gewissen Propheten geprägt, der bekanntlich ein Warlord seiner Zeit war und keine Hemmungen hatte, seine Gegner kurzerhand niederzumetzeln, wenn sie sich nicht "freiwillig" unterwarfen, das Produkt einer Gesellschaft, in der Gejammere das Merkmal der Schwächlinge und Feiglinge war (und bis heute ist) - der Starke jammert niemals! Damit würde er seine Ehre verlieren! - , und in der Schwächlinge verachtet wurden und den "Starken" in jeder Hinsicht auf Wohl und Wehe unterworfen waren.
Daraus ergibt sich heute das geradezu peinliche Ringelreihen im Nahen Osten: Muslime, also Hamas & Co. (die sich grundsätzlich für die Starken halten - anders geht es ja gar nicht für die "auserkorenen Schützlinge" ihres Propheten) schießen Raketen auf die Besatzer (Israel) - die erst eine Weile zusehen, man ist ja "westlich geprägter Gutmensch" - und dann, wenn die andere Seite es übertreibt, gezielt und effektiv zurückfeuern, jeder Schuß ein Treffer. Ergebnis: Gejammer auf Seiten der Getroffenen, gefolgt von promptem Gejammer der restlichen westlichen Gutmenschen - wie kann Israel denn nur! Auf arme Hamas & Co. Gegenfeuer leisten, ja sowas! - Dieses Gejammer wird prompt von den Muslimen als "Gejammer der Schwachen" verstanden, und Schwache kann man ungestraft schurigeln, also neue Anschläge, neue Raketen auf den Feind - bis zur prompten effektiven Gegenantwort, darauf wieder Gejammer der Getroffenen, wieder Gejammer der Gutmenschen, was wieder auf Seiten der Muslime für Schwäche des Gegners gehalten wird, weil sie nun mal historisch, religiös und gesellschaftlich darauf geprägt sind, Gejammer als Zeichen der Schwäche zu verstehen - und so weiter, und so weiter, und so dreht sich das Karussell aus Anschlägen und Gejammer endlos weiter.
- Diese Schilderung des ewigen Karussells aus kulturellen Mißverständnissen und Gewalt fand ich vor Jahren in einem Interview mit einem Entwicklungshelfer, der das vor Ort erlebt hat. Vielleicht etwas besser geschildert als mein Geschreibsel, aber ich hoffe, der Inhalt ist verständlich. Das Resumee lautete so ungefähr:
Daß im Westen Gejammer kein Zeichen von Schwäche, sondern im Gegenteil ein Zeichen der Stärke ist, weil man sich Mitleid und Selbstzerfleischung erst mal leisten können muß, scheinen Muslime bis heute nicht begriffen zu haben. Wer im Westen wirklich schwach ist, der jammert nicht wie ein orientalischer Bettler, sondern - schweigt.

In genau diesem Geiste muß man jetzt die Anschläge sehen - sobald gejammert wird, glauben die Täter und ihre Sympathisanten und Hintermänner ihre Ziele erreicht zu haben, weil jemand, der klagt und jammert statt Rache zu fordern, in ihren Augen schwach ist. Und der Schwache kann leicht erobert, mit Füßen getreten, beraubt und umgebracht werden. Aber wie so oft wird auch diesmal genau das Gegenteil eintreten. Den "weichen" Westen mit seiner Toleranz vergleiche ich gerne mit einer Gummiwand - bei leichten Hieben gibt er nur nach. Aber wenn jemand wirklich heftig dagegen schlägt, schnalzt die Gummiwand mit entsprechender Gegengewalt zurück und trifft den Schläger, wie er es nicht erwartet.

Den Fehler, Schwäche beim westlichen Gegner anzunehmen, haben vor Jahrzehnten schon die Japaner begangen, als sie Pearl Harbor angriffen und damit erst den amerikanischen Riesen erweckten. Und wir wissen ja, wie das am Ende ausgegangen ist (damals waren die Amerikaner noch nicht vom Fiasko von Vietnam demoralisiert). Bin echt gespannt, ob Paris jetzt zum Pearl Harbor des IS wird ... und ob der freiheitlich-demokratische Westen seinen Geist der Vor-Vietnam-Ära wieder ausmotten kann, als man mit Bösewichten noch kurzen Prozeß machte, statt sie zu bejammern...
 
U

Unlimited

Gast
London, Madrid, Paris, ...

Alles Hauptstädte von großen europäischen Ländern.

Welche Hauptstadt fehlt noch? Richtig, Berlin.

Die Auftraggeber dieser Serie scheinen bereits sein Jahren nach demselben Muster zu agieren.

Ich frage mich bloß, was bringt es Europäer gegen Moslems (und umgekehrt auch) aufzubringen?
Wem nutzt das?
 

Adria78

Aktives Mitglied
Ich sehe auch ein großes Problem in der Integration die nicht immer gut funktioniert. Die meisten Attentäter kommen entweder aus den Vororten von Paris oder aus Molenbeek. Einwanderer der zweiten oder dritten Generation. Trotzdem ohne Perspektive. In Ghettos lebend. Eine Brutstätte der Gewalt und Kriminalität.

Daraus sollten wir lernen. Wie man das vermeidet ist jedem klar bzw. wurde oft genug untersucht. Die Migranten mehr verteilen, auf alle Stadtbezirke. So das man sich "vermischt". Schulische Förderungen. Noch immer ist es so, das die Kinder von Migranten in Deutschland die kleinste Gruppe unter den Studierenden bilden. Gleichzeitig aber auch was von den Migranten fordern. Sprachen lernen. (In den Niederlanden wird das getestet und zur Bedingung für eine Aufenthaltsgenehmigung gemacht). Sich sozial in der Gesellschaft engagieren. Grenzen setzten für Religionen. (damit meine ich alle Religionen, auch das Christentum, wenn die wieder mal sich nicht an Regeln halten). Es ist falsche Toleranz, wenn man wegschaut, wenn eine Religion wieder irgendeinen Bockmist baut. Klarheit damit schaffen.

Haben wir aus den Anschlägen in Paris irgendetwas gelernt? In Hamburg werden gerade neue Wohnviertel nur für Flüchtlinge hochgezogen. Wo 4000 aufeinander hocken. Das ist so ziemlich der größte Mist den es gibt. Wir haben für ca. 1,5 Millionen Flüchtlinge gerade mal 150.000 Plätze in Sprach-/Integrationskurse. Wir wissen, das wir gar nicht alle schulen können, da viele keine Grundbildung haben. Was machen wir mit diesen Leuten? Darüber müssen wir reden! Da müssen Konzepte erarbeitet werden!

Aber wenn man das sagt? Dann ist man Staatsfeind Nr. 1. Ein böser Rechter. Aber mal ganz ehrlich: Diese Flüchtlingspolitik mit dieser Art von "Integration" ist in meinen Augen nur eins: Menschenverachtend. Gegenüber den Flüchtlingen und auch gegenüber der einheimischen Bevölkerung. Sie schürt Gewalt auf beiden Seiten.

Und das wir immer noch so weiter machen? Für mich absolut unverständlich.
 

mikenull

Urgestein
Man sollte auch mal einen Gedanken in die Gegenrichtung riskieren. Die Attentäter waren und sind doch eigentlich immer Einheimische. Einheimische Staatsbürger mit Pässen. Keine eingereisten Terroristen und schon mal gar keine Flüchtlinge.
Und eine Zahl dazu: Nach Schätzungen kämpfen ( d.h. in diesem Fall terrorisieren! ) mindestens 3000 bis 4000 Westeuropäer im nahen Osten. ( nach Schätzungen der spanischen Polizei 30 000 bis 100 000 ) Man könnte sich fragen, wer mehr Terror aussendet.....
 

Dredd

Aktives Mitglied
Man sollte auch mal einen Gedanken in die Gegenrichtung riskieren. Die Attentäter waren und sind doch eigentlich immer Einheimische.
Lassen wir den gefälschten syrischen Pass mal außen vor... es haben sich sehr wohl Terroristen unter die Flüchtlinge gemischt. Link: Festnahme bei Einreise in Italien: IS-Terrorist tarnt sich als Flüchtling - n-tv.de

Betrachten wir aber auch das vorerst nicht. Warum sich viele Einheimische radikalisieren lassen liegt meiner Meinung nach an der fehlenden Perspektive. Arbeitslosigkeit, schlechte (nicht immer!) Ausbildungen, keine Zukunftschancensind der Nährboden. Versprechungen (Haus, Frau etc.) radikaler Gruppen sind dann natürlich sehr verlockend. Auch die Gruppen- oder Familiendynamik ist nicht zu unterschätzen - einer bereits radikalisierten Person aus dem eigenen sozialen Umfeld wird sicherlich eher vertraut als einem Fremden, der etwas von einem Kalifat schwafelt.

Dredd
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Bei der fehlenden Perspektive sitzen sie mit dem gesamten Rest der Bevölkerung in einem Boot. Frankreich hat explizit das Problem, daß es sich in der Vergangenheit das "Algerien-Abenteuer" leistete, als es auch in der Riege der reichen und mächtigen Kolonialreiche (insbesondere England, aber auch Deutschland) mitmischen wollte und zu diesem Zweck Algerien als Kolonie übernahm - mit dem Ziel, das Land französisch zu besiedeln - da wurden richtig ganze Gruppen von Siedlern losgeschickt fast so wie im Wilden Westen, und genau wie dort die Indianer haben in Algerien die Einheimischen das gar nicht so witzig gefunden, daß ihnen die Fremden einfach das Land wegnahmen, für die Wüstenräuber waren die arglosen Einwanderer aus Frankreich sowieso ein gefundenes Fressen, leichte Beute, und da konnten alle Einsätze von Militär und Fremdenlegion nichts dran ändern, die Sache war ein Fiasko. Aber der Gedanke, daß Algerien - samt Einwohner - bis heute zu Frankreich gehört, hängt immer noch in den Hirnwindungen vieler Franzosen, was die vielen (legalen!) Einwanderer aus Ländern südlich des Mittelmeers erklärt, die sich in Frankreich ein besseres Leben erwarten - und es oft nicht finden. Spätestens die 2. Generation, also die in Frankreich geborenen Jungen, lassen sich das nicht mehr gefallen, protestieren (die regelmäßigen Unruhen in den Banlieues, den "Vorstädten") und lassen sich auch gern von muslimischen Haßpredigern radikalisieren. Und ganz nebenbei stellen sie auch den Löwenanteil der Bevölkerung, die auf Staatskosten lebt, weil oft kein Teil der Familie Arbeit hat. --
Ein selbstgemachtes Problem also, das schon längst hätte bereinigt werden müssen - ganz simpel durch Entzug der französischen Staatsbürgerschaft und Abschiebung nach Algerien oder wo sonst die Leute herstammen für jeden, der keinen brauchbaren Beitrag zur französischen Nation leistet. --
Wurde nicht gemacht, ergo haben sie jetzt den Salat.
 

Fenris85

Aktives Mitglied
Der Eingangstext beschreibt nur die halbe Wahrheit, Daoga hat das bereit sehr gut erklärt.
Für mich steckt da auch wieder der typische Denkfehler drin, dass wenn es uns gut geht es den anderen ja deswegen schlecht gehen muss. Was sich ja nur auflösen ließe, wenn es uns genau so schlecht geht wie "den anderen".
Dem ist aber nicht so. Auf diese Idee kommt man nur, wenn man Wohlstand als etwas das es zu verteilen gilt ansieht, der einfach nur "da" ist. Das trifft aber nicht zu, selbst für Geld trifft das nur teilweise zu.
Wohlstand wird zu aller erst einmal geschaffen und erst dann, im zweiten Schritt, verteilt. Was auch funktionieren würde, wenn der Wohlstand vornehmlich an jene verteilt werden würde, die ihn auch geschaffen haben. Leider passiert das teils nur unzureichend, dennoch bleibt dass dort, wo erst gar kein Wohlstand geschaffen wird, nicht unser Wohlstand der Grund für dortige Armut und Leid ist.
Die Destabilisierung ganzer Regionen durch die USA war sicherlich falsch, ebenso die Schwarz-Weiß Malerei und Kriegshetzerei unserer Medien hier. Multikulturelle Regionen sind nun einmal leider nur durch Überwachung und starke Polizeigewalt einigermaßen friedlich zu halten, etwas das wir ja auch gerade in Europa noch auf die harte Tour lernen müssen. Setzt man dort einen Diktator ab greift natürlich die aggressivste Gruppe nach der Macht.

Auch der Gedanke dass wenn sie nur genau so leben könnten wie wir sie ja keinen Grund hätten uns zu hassen ist zwar ehrenwert christlich, aber leider falsch. Das Problem ist, dass wir uns hier in der westlichen Gesellschaft einfach nicht vorstellen können aus religiösen Gründen zu hassen, zu töten und Selbstmord zu begehen. Hier glaubt man ausreichend Wohlstand, Bildung und Chancen würden schon dafür sorgen dass sich alle lieb haben. Dass es auch andere kulturelle Prägungen gibt, wie Daoga sie ausführlich erläutert hat, kann man sich hier offenbar schlicht nicht vorstellen.
 

Fenris85

Aktives Mitglied
Man sollte auch mal einen Gedanken in die Gegenrichtung riskieren. Die Attentäter waren und sind doch eigentlich immer Einheimische. Einheimische Staatsbürger mit Pässen. Keine eingereisten Terroristen und schon mal gar keine Flüchtlinge.
Diese Aussage ist schlicht falsch, sogar dann noch wenn man Eingereiste denen der Pass nachgeworfen wurde als "einheimische Staatsbürger" zählt. Bereits jetzt weiß man dass 2 der Attentäter über Deutschland als syrische Flüchtlinge eingereist sind.
Die Attentäter von 9/11 haben hier in Deutschland das Fliegen gelernt und das Attentat vorbereitet. Wohl mit ein Grund weshalb die NSA Deutschland überwacht, ist dieses Land doch offensichtlich eine Brutstätte des internationalen Terrors.

Noch bemerkenswerter: Natürlich ist bei weitem nicht jeder Moslem ein Terrorist, aber die überwältigende Mehrheit der Terroristen seit der RAF waren Moslems. Große Ausnahme Breivik. Eine Tatsache der sich diese Religionsgemeinschaft eigentlich mal stellen müsste, es aber nicht tut. Die Finanzstörme aus Katar sprechen da Bände.
Europa stellt inzwischen tatsächlich große Kontingente von islamischen Gotteskriegern an den IS, glückwunsch dazu...
 

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