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Jemanden richtig verletzen, dann tun als sei nichts gewesen... wie reagieren?

Kannja

Aktives Mitglied
Ich habe eben, nach monatelangem Schweigen eine Whatsapp-Nachricht von meinem Bruder bekommen... Er hat mich zuletzt unheimlich verletzt und wirklich schlimm mit Füßen getreten (vielleicht erinnern sich einige von Euch noch an meine verzweifelten Beiträge dazu). Nun schreibt er auf einmal "Hallo, lange nichts voneinander gehört, geht es dir gut? Unser Onkel hat angerufen und mich Weihnachten eingeladen. Er wollte wissen ob Du auch kommst. Melde dich doch mal bei ihm!"

Ich weiß überhaupt nicht was ich gerade damit anfangen und wie/ob ich darauf reagieren soll. Bin gerade total aufgewühlt. Früher hat es immer funktioniert wenn mein Bruder mich erst mit Füßen trat und dann anschließend tat als sei nichts gewesen... ich war bei so etwas allen menschen gegenüber immer diejenige die schluckte und einfach wieder nett und freundlich war, als sei alles ok. Weil ich so sehr Angst hatte jemanden zu verlieren. Ganz besonders meinen Bruder... Aber genau dieses Verhalten hat mich so krank gemacht. Ich habe anderen ja damit beigebracht, dass man mich ruhig so behandeln kann und dass das bei mir nie Konsequenzen hat... Ein Teufelskreis. So bin ich immer schlimmer verletzt worden und habe mich immer wertloser gefühlt. Eigentlich kann es so also nicht weiter gehen und ich muss meinem Bruder irgendwie zeigen, dass das nicht mehr mit mir geht. nur wie? Wir hatten jetzt ja schon monatelang keinen Kontakt mehr und trotzdem tut er weiterhin so als sei nichts passiert und es scheint ihm auch immer noch nicht leid zu tun. im Gegenteil. Ich hatte ja nach dem was er dieses mal (vor ein paar Monaten) mit mir gemacht hat, zum ersten Mal gewagt ihm zu sagen, dass das nicht ok bzw. schlimm für mich ist. Dafür bestraft er mich ja seither, indem ich für ihn nun einfach Luft bin. Als existiere ich gar nicht mehr... ich bin quasi jetzt die Böse, nur weil ich gesagt habe, dass mich etwas verletzt. Genau das hatte ich ja früher immer befürchtet und habe genau deshalb so eine Verlustangst gehabt, dass ich mir alles gefallen ließ. Wir haben uns mal sehr nahe gestanden und mein Bruder bedeutet mir wirklich viel. Aber offenbar bin ich für ihn umgekehrt nur dann "wichtig" wenn ich so funktioniere wie es für ihn am bequemsten ist und alles mit mir machen lasse. :wein:
 

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Miss-Verständnis

Aktives Mitglied
Hallo Kannja,

da ich neu bin, kenne ich die Ausgangssituation nur von deinem aktuelle Post.

Ich hab das so verstanden, dass er dir körperliche Gewalt antut.

Und das geht gar nicht. Überhaupt nicht !!!
Das darf niemand akzeptieren und das hat auch gar nichts mit "funktionieren" zu tun.

Das er so tut als sei nichts gewesen, ist doch klar. Dann muss er nicht zu seinem Verhalten stehen. Und du hast das ja auch lange Zeit mitgemacht.

Zum Glück tust du das nicht mehr !!!

Ich kann dir nicht sagen, wie du reagieren sollst, aber ich wurde auf diese Nachricht freundlich aber Distanziert antworten. Wo bist du denn Weihnachten?

Wenn du woanders sein kannst, dann würde ich schreiben: "nein ich komme nicht mit, danke der nachfrage" oder sowas in der Art.

Auch wenn dir dein Bruder nahe steht, eine solche Behandlung ist indiskutabel. Und ich hoffe du bleibst konsequent.

Liebe Grüße:blume:
Miss-Verständnis
 
Ich habe eben, nach monatelangem Schweigen eine Whatsapp-Nachricht von meinem Bruder bekommen... Er hat mich zuletzt unheimlich verletzt und wirklich schlimm mit Füßen getreten (vielleicht erinnern sich einige von Euch noch an meine verzweifelten Beiträge dazu). Nun schreibt er auf einmal "Hallo, lange nichts voneinander gehört, geht es dir gut? Unser Onkel hat angerufen und mich Weihnachten eingeladen. Er wollte wissen ob Du auch kommst. Melde dich doch mal bei ihm!"

Ich weiß überhaupt nicht was ich gerade damit anfangen und wie/ob ich darauf reagieren soll. Bin gerade total aufgewühlt. Früher hat es immer funktioniert wenn mein Bruder mich erst mit Füßen trat und dann anschließend tat als sei nichts gewesen... ich war bei so etwas allen menschen gegenüber immer diejenige die schluckte und einfach wieder nett und freundlich war, als sei alles ok. Weil ich so sehr Angst hatte jemanden zu verlieren. Ganz besonders meinen Bruder... Aber genau dieses Verhalten hat mich so krank gemacht. Ich habe anderen ja damit beigebracht, dass man mich ruhig so behandeln kann und dass das bei mir nie Konsequenzen hat... Ein Teufelskreis. So bin ich immer schlimmer verletzt worden und habe mich immer wertloser gefühlt. Eigentlich kann es so also nicht weiter gehen und ich muss meinem Bruder irgendwie zeigen, dass das nicht mehr mit mir geht. nur wie? Wir hatten jetzt ja schon monatelang keinen Kontakt mehr und trotzdem tut er weiterhin so als sei nichts passiert und es scheint ihm auch immer noch nicht leid zu tun. im Gegenteil. Ich hatte ja nach dem was er dieses mal (vor ein paar Monaten) mit mir gemacht hat, zum ersten Mal gewagt ihm zu sagen, dass das nicht ok bzw. schlimm für mich ist. Dafür bestraft er mich ja seither, indem ich für ihn nun einfach Luft bin. Als existiere ich gar nicht mehr... ich bin quasi jetzt die Böse, nur weil ich gesagt habe, dass mich etwas verletzt. Genau das hatte ich ja früher immer befürchtet und habe genau deshalb so eine Verlustangst gehabt, dass ich mir alles gefallen ließ. Wir haben uns mal sehr nahe gestanden und mein Bruder bedeutet mir wirklich viel. Aber offenbar bin ich für ihn umgekehrt nur dann "wichtig" wenn ich so funktioniere wie es für ihn am bequemsten ist und alles mit mir machen lasse. :wein:

Liebe Kannja,

was hat dein Bruder denn im Vorwege gemacht? Ich habe mir zwar mal einen kurzen Überblick über deine Themen verschafft, aber da sind ja schon einige vorhanden und daher habe ich jetzt auf die Schnelle nichts zur Vorgeschichte mit deinem Bruder finden können. Einige haben schon geschrieben, es wäre etwas gewesen, was mit körperlicher Gewalt zutun hat. Grundsätzlich finde ich, dass man da konsequent sein sollte, wobei es auch auf die Schwere der Gewalt ankommt (DASS man konsequent sein sollte steht außer Frage, aber AUF WELCHE ART bleibt in Frage zu stellen). Ich habe auch einen Bruder, an dem mir viel liegt und der in der Vergangenheit mal sowohl körperlich als auch seelisch unfair werden konnte und sich ebenfalls immer irgendwann wieder meldete, ohne sich für das Gewesene zu entschuldigen. Auch ich bin immer so "blöd", alles direkt zu verzeihen und freue mich stattdessen darüber, dass er überhaupt einen Schritt auf mich zugeht. Daher schreibe ich auch, dass es auf die Schwere ankommt und in welchem Zusammenhang das passiert ist, ist ebenfalls von Bedeutung. Allgemein geht Gewalt selbstredend NIE, aber ich weiß, wie schwer es ist, böse auf jemanden zu sein, den man liebt.

Gut, dass du ihm deine Meinung mal gegeigt hast. Wenn er dich ignoriert hat, zeigt das doch, dass er mit seinen eigenen Schuldgefühlen nicht klar kommt. Vielleicht hat er in der Zeit, als ihr keinen Kontakt hattet, sogar nachgedacht und gemerkt, dass es ihm leid tut und es fällt ihm noch schwer, eine Entschuldigung auszusprechen.

Ich finde auch, dass er dich bei sich übernachten lassen könnte und da auch von selbst auf dieses Angebot kommen muss. Du bist seine Schwester und nicht irgendeine x-beliebige Person. Möchtest du denn Weihnachten bei deinem Onkel verbringen?

Liebe Grüße
Tränendes Herzchen
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Ich erinnere mich.

Bitte dieses Mal nicht schlucken. Du kannst ihm schreiben, dass er Dir sehr wichtig ist und Du ihn gern wiedersehen möchtest, aber dass Du immer noch verletzt bist und dies erst klären möchtest, bevor Ihr zur Tagesordnung übergeht.

Möglicherweise zieht er sich dann wieder zurück. Dass Du davor Angst hast, kann ich gut verstehen. Aber Du hast gut erkannt, dass Dich die alten Verhaltensmuster krank machen.
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Hallo Kannja,

Ein wenig kann ich mich noch erinnern. Kenne ja die Situation von mir und meinen Bruder/Familie.
Über dritte etwas zu kitten versuchen, so wie @Rainer das vorschlägt (kein Bier...), macht es nur noch schlimmer, denn die Herrschaften fühlen sich als etwas besseres bzw. mehr unschuldig.

Unser Onkel hat angerufen und mich Weihnachten eingeladen. Er wollte wissen ob Du auch kommst. Melde dich doch mal bei ihm!"
Folglich haben sie sich garantiert über Dich unterhalten, statt mit Dir.
Jetzt wird versucht es so zu manipulieren, als ob alles nur noch an Dir läge, was die Zukunft betrifft.
Ob der Onkel die ganze Wahrheit kennt, bezweifle ich. Selbst wenn, ist es ein hilfloser Versuch vom Bruder über einen Dritten. Der Einzige der hier was tun könnte, wäre Dein Bruder. Den Mut dazu hat er offensichlich nicht.

Mein Bruder meinte, ich solle ihn in ruhe lassen, mit dem alten Käse. Dieser alte Käse betrifft aber uns beide. Der Rest der "grandiosen" Familie, sind Mitwisser und Mittäter. Sie waschen sich bis heute in Unschuld.
Vor gut 10 Jahren habe ich den Kontakt zu allen komplett abgebrochen. Es hat bestimmt 2-3 Jahre gedauert, bis ich diese seidene Band die eine Familie nun mal verbindet, durchtrennt hatte. Das ist kein einfaches Lippenbekenntnis, wie wenn man jemanden die Freudschaft kündigt.
Genau diese band wird der Grund sein warum Dein Bruder den Kontakt, trotzallem, zu Dir sucht. Die Kontaktlosigkeit verursacht einen Fleck auf der sauberen Fassade. Er kommt in Erklärungsnot, wenn ihn jemand nach Dir fragt (Onkel?).
Muss natürlich nicht so sein. Liegt für mich aber sehr nah. Denn es geht um Schuld oder nicht Schuld. Die Grauzone soll weg.

Wenn mein Bruder von sich aus zu mir kommen würde, liese sich das richten. Aber so nicht. Denn er verdrängt aktiv. Egal ob er dabei den Kontakt zu mir verliert oder nicht. Der Sündenbock bin immer ich, alles nur weil ich zeitlebens versucht habe über das Problem/über die Tabuzone zu reden, damit man es gemeinsam verarbeiten kann was uns angetan wurde. Doch das geht einfach nicht. Ich muss akzeptieren das er den Weg der Verdrängung geht. Wir sind eben sehr unterschiedlich vom Typ. Emotional ist er mit der Zeit wie taub geworden.

---

Raten kann/möchte ich Dir zu nichts. Bin damit viel zu sehr verbunden.

Wenn es für Dich noch einen funken Hoffnung gibt, dann schreibe ihm sachlich Deine Version der Geschehnisse und wie Du Dich damit fühlst. Unmissverständlich als Feststellung zum nachvollziehen der Dinge deklariert. Mit Vorwürfen kommt man nicht weiter. Aber das weisst Du selber nur zu gut.

Kann schon sein das das seine Erwartungshaltung ist (Vorwürfe), welche über den Onkel, als Vermittler, abgefedert werden möchten.
Die entscheidende Frage ist für mich, ob Du einen Sinn/Chance siehst?

LG
abendtau
 

Kannja

Aktives Mitglied
Hallo Kannja,

da ich neu bin, kenne ich die Ausgangssituation nur von deinem aktuelle Post.

Ich hab das so verstanden, dass er dir körperliche Gewalt antut.

Und das geht gar nicht. Überhaupt nicht !!!
Das darf niemand akzeptieren und das hat auch gar nichts mit "funktionieren" zu tun.

Das er so tut als sei nichts gewesen, ist doch klar. Dann muss er nicht zu seinem Verhalten stehen. Und du hast das ja auch lange Zeit mitgemacht.

Zum Glück tust du das nicht mehr !!!

Ich kann dir nicht sagen, wie du reagieren sollst, aber ich wurde auf diese Nachricht freundlich aber Distanziert antworten. Wo bist du denn Weihnachten?

Wenn du woanders sein kannst, dann würde ich schreiben: "nein ich komme nicht mit, danke der nachfrage" oder sowas in der Art.

Auch wenn dir dein Bruder nahe steht, eine solche Behandlung ist indiskutabel. Und ich hoffe du bleibst konsequent.

Liebe Grüße:blume:
Miss-Verständnis
Hallo! Danke für Deine Antwort! Nein, mit körperlicher Gewalt hat das ganze zum Glück gar nichts zu tun!

Ich bin Weihnachten leider nirgendwo, also zuhause, da ich leider seit dem Tod meines Vaters nur noch meinen Bruder als Familie habe... darum ist sein Verhalten auch so schlimm und schmerzhaft für mich.
 

Kannja

Aktives Mitglied
AW: Informiere die Eltern und seine Freunde über dieses unmenschliche Verhalten ...

... Deines Bruders und fordere schriftlich eine Entschudigung!

Nütze die erneute Kontaktaufnahme Deines Bruders, um seine Entschuldigung und das Versprechen einzufordern, daß so etwas nie mehr vorkommen werde!

Weise ihn auch darauf hin, daß Du es ganz ernst meinst und ansonsten alle Verwandten und Freunde über sein lebensfeindliches Verhalten informieren und auch diese bitten wirst, seine Entschuldigung einzufordern.

Mir ist dies sogar mit einem dorfbekannten Schläger gelungen, der in seiner Stammwirtschaft so lange kein Bier mehr bekam, bis er sich bei mir entschuldigt hatte.

Er tat es nach 6 Wochen sogar und hatte fürderhin einen heidenrespekt vor mir und sich auch sonst besser benommen!

Zeige dem Missetäter seine Grenzen auf und er wird sich besseren, aber wenn Du Dich dukst, so forderst Du ihn heraus, sich immer schlimmer zu gebärden!
Hallo Rainer! Auch Dir vielen Dank. Ich habe ich wohl unglücklich ausgedrückt... Das mit dem "Tritte versetzen" war rein seelisch gemeint, also nicht wortwörtlich. Mein Bruder hat mich nicht geschlagen.

Sein Verhalten ist in seelischer Hinsicht allerdings sehr grausam und schmerzhaft für mich gewesen... aber jemanden informieren kann ich eigentlich nicht, da es restliche Familie nur noch auf dem Papier gibt. Unser Vater ist ja leider viel zu früh gestorben und seitdem bin ich zunehmend isoliert und allein.
 

Miss-Verständnis

Aktives Mitglied
Hey Kannja,

ich bin erstmal beruhigt, dass du keine Körperverletzung erleiden musstest.

Und ja, seelische Verletzungen sind genaus schmerzhaft. Leider verheilen seelische Narben meiner Erfahrung nach sehr viel langsamer als körperliche.

Ob seelische oder körperliche Verletzungen, niemand hat das Recht jemanden sowas anzutun. Vorallem nicht mit der Erwartungshalt "passiert ja eh nix, die wehrt sich ja nicht" etc.

Das Gefühl der Einsamkeit und Isolation kenne ich. Das ist der Grund warum ich seit gestern hier bin.
Habe hier von so einigen über kaputte Familie gelesen. Ist bei mir ja auch so.
Gerade Weihnachten ist daher ne miese Zeit.:(
Schade, dass man die Menschen denen das auch so geht nicht einfach einsammeln kann. Dann hätte man bestimmt viele liebe Menschen mit denen Die Weihnachtszeit sehr angenehm wäre.

Hast du gute Freunde, die dir deine fehlende Familie ein bisschen ersetzen können ?

Liebe Grüße:)
 

Kannja

Aktives Mitglied
Liebe Kannja,

was hat dein Bruder denn im Vorwege gemacht? Ich habe mir zwar mal einen kurzen Überblick über deine Themen verschafft, aber da sind ja schon einige vorhanden und daher habe ich jetzt auf die Schnelle nichts zur Vorgeschichte mit deinem Bruder finden können. Einige haben schon geschrieben, es wäre etwas gewesen, was mit körperlicher Gewalt zutun hat. Grundsätzlich finde ich, dass man da konsequent sein sollte, wobei es auch auf die Schwere der Gewalt ankommt (DASS man konsequent sein sollte steht außer Frage, aber AUF WELCHE ART bleibt in Frage zu stellen). Ich habe auch einen Bruder, an dem mir viel liegt und der in der Vergangenheit mal sowohl körperlich als auch seelisch unfair werden konnte und sich ebenfalls immer irgendwann wieder meldete, ohne sich für das Gewesene zu entschuldigen. Auch ich bin immer so "blöd", alles direkt zu verzeihen und freue mich stattdessen darüber, dass er überhaupt einen Schritt auf mich zugeht. Daher schreibe ich auch, dass es auf die Schwere ankommt und in welchem Zusammenhang das passiert ist, ist ebenfalls von Bedeutung. Allgemein geht Gewalt selbstredend NIE, aber ich weiß, wie schwer es ist, böse auf jemanden zu sein, den man liebt.

Gut, dass du ihm deine Meinung mal gegeigt hast. Wenn er dich ignoriert hat, zeigt das doch, dass er mit seinen eigenen Schuldgefühlen nicht klar kommt. Vielleicht hat er in der Zeit, als ihr keinen Kontakt hattet, sogar nachgedacht und gemerkt, dass es ihm leid tut und es fällt ihm noch schwer, eine Entschuldigung auszusprechen.

Ich finde auch, dass er dich bei sich übernachten lassen könnte und da auch von selbst auf dieses Angebot kommen muss. Du bist seine Schwester und nicht irgendeine x-beliebige Person. Möchtest du denn Weihnachten bei deinem Onkel verbringen?

Liebe Grüße
Tränendes Herzchen
Hallo und auch Dir vielen lieben Dank! Ich habe die ganze Vorgeschichte hier nicht hinein geschrieben, weil ich dachte, dass es sonst wirklich zu viel für Euch als Leser wird. Aber mit körperlicher Gewalt hatte das Verhalten meines Bruders nichts zu tun. Ich müsste leider sehr weit ausholen um alles im Zusammenhang zu erklären, da sich dieses mir gegenüber sehr (seelisch) verletzende Verhalten meines Bruders nun schon über unzählige Jahre hin zieht.

Aber mal so kurz wie möglich zusammengefasst:

Die grundsätzliche Vorgeschichte... Mein Bruder und ich standen uns eigentlich immer sehr nah und er hat mir sehr viel bedeutet. Gleichzeitig betonte er aber immer wieder gern wie viel besser er aufgrund seiner erfolgreichen Karriere sei, machte verletzende Bemerkungen aus heiterem Himmel etc. Besuchen, 500 km weit weg musste ich immer ihn, umgekehrt war ich ihm den Aufwand nie wert. Ganz selbstverständlich. Er hat mich oft grundlos und plötzlich klein gemacht und abgewertet, wenn ihm danach war... einfach um sich selbst über mich zu stellen. Dann wiederum konnte er auch wieder der netteste, herzlichste Bruder sein und wir verstanden uns blendend. All das immer darauf beruhend, dass ich zu alle nur Ja und Amen sage und es nie age die kleinste Kritik zu äußern.

Dann ist unser Vater ist sehr plötzlich, viel zu früh und absolut unerwartet gestorben. Mein Bruder hat mich, weil seine eifersüchtige und besitzergreifende Freundin es so wollte, schon vor der Beerdigung allein gelassen bzw. sie hat mich aus dem Haus geekelt und verbal angegriffen, er hat mich dabei komplett fallen lassen und ist dann anschließend direkt in seine weit entfernte Heimatstadt abgereist. Mir ging es unendlich schlecht, ich war komplett allein mit der Trauer, hatte niemanden der mir in dieser schweren Zeit eine Stütze gewesen wäre. Zudem war ich hier auch die einzige die sich um das Haus unseres verstorbenen Vaters kümmern musste. Die ganze Pflege samt Garten, Verantwortungen etc... Da die Freundin meines Bruders ihn ganz für sich allein haben wollte, durfte ich ab da auch an Feiertagen wie Weihnachten, Ostern oder Geburtstagen nicht mehr teilhaben. Mein Bruder feierte nur noch mit ihrer Familie und selbst bei einer Einladung zu unserem Onkel durfte ich nicht gemeinsam im gleichen Auto mitfahren. Dann habe ich den Verkauf inkl. aller Telefonate, unzähliger Besichtigungen etc. allein durchgezogen. Als dann schließlich der Kaufvertrag geschlossen war und die Übergabe des Hauses anstand, hat mein Bruder sich direkt zu diesem Zeitpunkt spontan einen langen Luxusurlaub gebucht und mich hier erneut mit allem allein gelassen. Ein großes Haus, voller Möbel mit riesem Garten... so viele Dinge die noch verkauft, abgeholt bzw. schlicht aus dem Haus raus mussten. Das waren nicht nur wahnsinnig viele Termine, Verhandlungen, Zeitdruck, Terminstress etc. (neben meiner Vollzeit Arbeitsstelle im Schichtdienst!), sondern allein schon körperlich war ich als Frau restlos überfordert damit die restlichen Möbel, Kisten etc. aus dem Haus zu räumen... inzwischen habe ich einen kaputten Rücken. ein Bruder schickte mir währenddessen herrliche Urlaubsfotos von Palmen und Füßen im Sand aufs Handy... Das Geld vom Hausverkauf nahm er sofort und fast komplett vom ehemaligen Konto unseres Vaters, behauptete mein Erbteil sei inzwischen komplett verbraucht... Ich weiß, dass letzteres nicht sein kann und habe meinen Bruder mehrmals ganz vorsichtig um eine Abrechnung gebeten. Er hat mich immer vertröstet und ich habe aus lauter Verlustangst bzw. weil ich Angst vor Streit hatte, nicht gewagt mich durchzusetzen. Dabei ist mein Bruder so schon Großverdiener, hat enormes Vermögen und ich bin hingegen in finanzieller Not und bedingt durch meine Krankheit nun auch ohne Perspektive... Auch fast alle ideellen, wichtigen Erbstücke unseres Vaters hat mein Bruder einfach an sich genommen. Auch da hat er mich vertröstet. die teuersten Möbel hat er über Ebay verkauft, das Geld auf sein Konto überwiesen bekommen und ich musste hier vor Ort die Speditionsabholungen organisieren, dafür neben meiner Arbeit vor ort sein, also extra Urlaub nehmen und BAR die oft hohen Transportkosten zahlen. Von den verkaufserlösen habe ich nie etwas gesehen. Auch die kosten für den Grabstein und bislang die kompletten Grabpflegekosten für unseren Vater habe ich ausschließlich allein getragen. Auch da habe ich lange an die Menschlichkeit und die eigene Moral meines Bruders geglaubt und mich einfach vertrösten lassen. Von ihm noch immer kein Wort dazu und kein Cent...

Ich könnte noch unendlich viel mehr Vorfälle erzählen bei denen mein Bruder mir enorm "seelisch) weh getan und mich wirklich mies behandelt hat... vieles findet sich hier ja in meinen Nutzerbeiträgen.

Jedenfalls bin ich nach dem Hausverkauf ja schließlich in völligem Burn Out zusammengebrochen. Nicht nur durch all den Stress und einen heftigen Job, sondern vor allem durch all die Trauer und die unerträgliche Einsamkeit. Ich war ja durchgehend allein mit allem und der einzig nahe Mensch der mir geblieben war, grenzte mich wie gesagt sogar an Weihnachten und Geburtstagen aus... Ich musste also vier Monate in einer Klinik verbringen und habe mich meinem Bruder dann sogar anvertraut. Er tat zwar ganz verständnisvoll, aber dennoch besuchte er mich nie, bat mir keinerlei Unterstützung an und am direkt auf meine Klinikentlassung folgenden Weihnachten saß ich dennoch ganz allein zuhaus. Wie krass das ist, gerade mit schwerer Depression und noch ganz wackelig, gerade aus dem Krankenhaus raus, muss ich euch ja vielleicht gar nicht extra schreiben... Dazu muss ich noch sagen, dass mein Bruder zwar weiter weg wohnt, aber für Feiertage, spaßige Unternehmungen mit der Familie seiner Freundin, Fußballspiele, etc. sehr regelmäßig hier in unserer Heimatstadt ist.

Nun wollte er diesen Mai ganz groß seinen Geburtstag feiern. In seiner 500 km entfernten neuen Heimatstadt, obwohl alle Verwandten und die meisten Freunde hier in unserer alten Heimat wohnen und die Feier nicht bei meinem Bruder in der Wohnung stattfand, er also sowieso eine Fremdlocation mietete. Die Einladung kam per Rundmail. An mich kein weiteres persönliches Wort dazu, keine Einladung bei ihm zu übernachten, nichts. Dabei hatten wir uns kurz zuvor noch sehr herzlich gesehen... Mein Bruder hatte hier in unserer alten Heimatstadt zu tun, ich hatte ihn abgeholt, herumgefahren, bei mir zuhause bewirtet, etc. umgekehrt kam ich mir dann vor wie irgendeine Fremde. Er weiß ja zudem auch, dass ich momentan sehr wenig Geld habe... Die Fahrt in seine 500 km entfernte Stadt war allein schon sehr teuer für mich, dazu kam dann noch ein dort ebenfalls teures Hotel und natürlich ein teures Geschenk, welches mein Bruder immer erwartet. Die geburtstagsfeier sollte erst abends beginnen, mein Bruder hatte vorher keinen Empfang für die Gäste geplant und auch mich nicht gefragt wann ich eigentlich in seiner neuen Heimat ankomme, wie ich vom Bahnhof zum Hotel oder zu der abgelegenen Partylocation kommen würde.... Das alles hatte mich schon sehr getroffen und gab mir zusätzlich das Gefühl gar nichts wert und praktisch nur irgendeine Fremde für meinen Bruder zu sein. Innerlich wollte ich gar nicht mehr zu dieser Geburtstagsfeier fahren und hatte ein mehr als ungutes Gefühl dabei. Aber ich fühlte mich verpflichtet und wollte meinen Bruder nicht enttäuschen oder verletzen... Meine Therapeutin riet mir dringend deshalb diesmal etwas zu sagen. Als ich das ganz vorsichtig und wirklich nur freundlich bei einem Telefonat vorab versuchte, wurde mein Bruder (wie befürchtet...) sofort aggressiv, sagte z.B. sehr abfällig, dass er meine alberne Gefühlswelt nun wirklich nicht nachvollziehen könne, ich erwarte wohl eine Sonderbehandlung, da er schließlich die anderen Gäste auch nicht eingeladen habe sie vor oder nach der Party noch vor Ort zu sehen oder bei sich schlafen zu lassen. Das hat mich sehr verletzt, denn ich bin ja nunmal seine einzig nahe Verwandte und dann genauso unpersönlich behandelt zu werden wie irgendein Bekannter..

Trotz dieses Streits bin ich dann trotzdem zu dem Geburtstag gereist um meinen Bruder nicht zu enttäuschen. Dort erfuhr ich dann, weil sich jemand verplapperte, dass andere Gäste sehr wohl schon vor der Party zu meinem Bruder nachhause eingeladen waren und dann auch mit ihm gemeinsam zu der weiter abgelegenen Partylocation fuhren. Mich fragte er nichtmal ob ich gut angekommen sei, ob ich das Hotel in der mir fremden Stadt gefunden hätte oder ob ich wüsste wie ich zu der Partylocation kommen soll, die einsam in dunklen Grünanlagen lag, ohne Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel... Von meinem Hotel habe ich mir dann ein Fahrrad leihen können und per Google den Weg gesucht. Auf der Party angekommen, begrüßte mich mein Bruder kurz und ließ mich dann stehen. Er stellte mich niemandem als seine Schwester vor und beachtete mich den ganzen Abend lang nicht. Ich kam mir so verloren und unerwünscht vor... Als ich mich schließlich verabschiedete, versprach mein Bruder, dass wir am nächsten Tag doch noch Zeit miteinander verbringen würden. Mein Zug zurück fuhr auch erst abends. Er wollte sich am nächsten morgen also melden und dann könnten wir uns in seiner Stadt treffen. Ich fuhr auf dem Leihfahrrad den ganzen Weg im strömenden Regen und mitten in der Nacht durch die einsamen Grünanlagen zurück zu meinem Hotel und dabei kamen mir schon die Tränen... Ich kam mir so blöd vor, absolut wertlos und ungeliebt. Es war meinem Bruder ja sogar egal ob ich heil am Hotel ankäme, keine Frage danach, nichts. Am nächsten morgen wartete ich dann vergeblich auf den Anruf meines Bruders. Dass ich um 11 Uhr aus dem Hotel auschecken musste und danach praktisch auf der Straße sitzen würde, wusste er natürlich. Er meldete sich dann erst nach 12 Uhr und meinte ganz gemütlich, dass er noch ein paar Stunden ausruhen wolle. Ich solle doch zwischenzeitlich irgendwo anders hin gehen. An einem Sonntag in Bayern, in einer Stadt in der man kaum etwas kennt... Nachmittags bequemte sich mein Bruder dann doch noch, wir trafen uns und er brachte mich anschließend zum Zug. Dieser fiel aber überraschend aus, sowie alle weiteren Züge an diesem Abend in Richtung meiner Heimatstadt. Geld für eine weitere Nacht im Hotel hatte ich einfach nicht mehr und ja auch nichts gebucht. Daher rief ich meinen Bruder vom Bahnhof aus wieder an und erklärte ihm die Situation. Da schrie er mich an, dass ihm das überhaupt nicht in seine Pläne passe, er habe sich auf einen ungestörten Abend mit seiner Freundin ALLEIN gefreut, ich ruiniere ihm nun alles, etc... Ich bin einfach nur geschockt gewesen. Das tat so weh und ich konnte die Tränen entgültig nicht mehr zurückhalten. Mein Bruder kam dann widerwillig, schimpfte weiter wie sehr ich ihm nun im Weg sei usw... während ich nur noch still, in Tränen aufgelöst neben ihm saß. Bei ihm angekommen ließ er mich sofort allein im Gästezimmer sitzen und verzog sich mit seiner Freundin ins Bett. Am nächsten morgen teilte er mir dann mit, dass es ihm zu viel Aufwand sei mich extra nochmal in die Stadt zum Hauptbahnhof zu bringen. Er würde mich mich bis zu seiner Arbeitsstelle bringen und ich solle halt ab da die S-Bahn zum Bahnhof nehmen... ich habe kein Wort dazu gesagt, aber mich unglaublich elend gefühlt. Das ganze hat mich wieder richtig schlimm in meine Depression geworfen und ich kam wochenlang keinen Fuß mehr auf den Boden.

Zum Geburtstag hatte ich meinem Bruder nach langem Überlegen und grübeln Tickets für unsere gemeinsame Lieblingsband geschenkt. Diese kommt sonst nie nach Deutschland und es war das einzige Konzert was sie überhaupt hier spielten. Mein Bruder ist super schwer zu beschenken, weil er so viel Geld und sehr hohe Ansprüche hat, er kauft sich alles selbst was ihm gefällt. Deshalb hatte ich ihm diese Konzertkarten echt nicht leichtfertig geschenkt, sondern wirklich lange überlegt und ihn sogar Monate vor seinem Geburtstag gefragt, ob er sich darüber freuen würde. Ja würde er war die Antwort. Und als er an seinem Geburtstag die Karten dann auspackte schien er sich auch noch sehr zu freuen und sagte, dass er sich dann einen Tag Urlaub nehmen würde, damit wir beide uns einen schönen Tag noch nach dem Konzert zusammen machen könnten, da das Konzert weder in seiner, noch in meiner Heimatstadt stattfand. Drei Tage vor dem Konzert rief er mich dann an (das war etwa einen Monat nach seinem Geburtstag) und teilte mir mit, dass ihm das nun alles doch zu viel Aufwand sei und finanziell ja auch viel zu aufwändig extra nur für ein Konzert in die fremde Stadt reisen und in einem Hotel übernachten zu müssen (welche Ironie angesichts seiner Geburtstagsfeier...). Es sei ja auch unverschämt von mir so etwas überhaupt von ihm zu erwarten und ich hätte doch gleich wissen müssen dass er dazu keine Lust hätte. Drei Tage vorher, auf einmal... Die Tickets hatte er ja und sie verfielen einfach. Egal, war ja nur mein Geschenk. Als ich ihm am Telefon dann nicht gleich antwortete - in meinem Schock - wurde er gleich wieder aggressiv und abfällig "Jaja, jetzt bist Du beleidigt, was?!" Ich habe kurz versucht ihm offen zu sagen, dass ich das tatsächlich alles andere als in Ordnung von ihm fand... da wurde er nur immer aggressiver und versuchte alle Schuld auf mich abzuwälzen.... denn wie konnte ICH bloß erwarten ein Konzert was ich ihm geschenkt habe bzw. eine gemeinsame Unternehmung mit mir sei ihm den Aufwand und die Kosten von Anreise und Hotel wert. Ich hatte an dieser Stelle einfach keine Worte mehr und war so unendlich verletzt, dass ich seine aggressiven, gemeinen Worte nicht mehr ertragen konnte und habe wortlos aufgelegt. Als ich dann einige Wochen darauf Geburtstag hatte, gratulierte mein Bruder mir spät abends per Whatsapp. Dabei weiß er sehr genau, dass ich ansonsten niemanden habe... Er bestraft mich, weil ich rund um seinen Geburtstag zum ersten Mal "aufgemuckt" habe. Es ist genau das eingetreten wovor ich immer so eine Angst hatte und weshalb ich mich vorher nie getraut habe meinem Bruder auch nur ein kritisches Wort zu sagen... Ich habe meinen Bruder verloren, weil ich gewagt habe ihn zu kritisieren. Seit dem herrschte durchgehend Funkstille, bis zu der Whatsapp Nachricht heute.
 
G

Gast

Gast
AW: Informiere die Eltern und seine Freunde über dieses unmenschliche Verhalten ...


Zeige dem Missetäter seine Grenzen auf und er wird sich besseren(...)
Aber was ist, wenn er das nicht tut?

Ich würde diese Energie gar nicht auf einen Menschen "verschwenden", der mir nicht gut tut. Ich würde ihm schreiben, dass ich von ihm nichts mehr wissen will, mir eine neue Handynummer zulegen und dann wäre es mir egal, wie es ihm geht. Ich glaube nicht, dass er sich noch ändert oder irgendwas begreift.
 

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