Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ist Gott ein alter weißer Mann?

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Interessant und spannend, dass Du gerade Faust in diesem Zusammenhang zitierst.
Das Zitat stammt von grisou, ich habe nur darauf geantwortet. *reicht die Lorbeeren weiter*

und die farbanpassungen von motten mit der entwicklung verschiedener spezies zu vergleichen finde ich immer noch gewagt. konnte mir noch keiner wirklich erklären, wie sich das vollzogen hat. nicht, dass ich nicht gefragt hätte. ich will gar nicht die evolution in frage stellen, ich frage mich bloß, ob die leute das halt einfach nachplappern oder wirklich verstanden haben.
Gerade die Farbanpassungen sind bei Arten, die stark auf Farben reagieren, ein wichtiger Faktor in der Evolution, wenn es um die Neubildung von zuerst Unterarten, die sich nicht mehr miteinander vermischen, obwohl sie noch nahe genug dazu verwandt sind, und dann im Lauf der Zeit komplett voneinander separierten eigenen Arten geht.
Das weiß man sowohl von Schmetterlingen (Motten), aber auch von den berühmten Buntbarschen im afrikanischen Victoriasee. Bei denen paaren sich die Weibchen grundsätzlich nur mit Männchen, die ihnen in der Farbe gleichen, und wenn sich durch zufällige Mutation ein neuer Farbschlag ergibt, suchen diese Tiere auch nach Partnern, die ihnen möglichst ähnlich aussehen, und lassen alle unähnlichen Fische links liegen.
Auf diese Weise, hat man herausgefunden, können sich in der rasend kurzen Zeit von nur 50 Jahren (ein Wimpernschlag in der Evolution) neue Unterarten bilden, die sich mit anderen Unterarten der gleichen Fischgattung nicht mehr paaren. Wenn dann noch äußere Faktoren dazukommen, etwa ein Teil des Sees wird per Felsschlag oder Austrocknung abgetrennt, so daß die abgetrennten Fische sich auch in Lebensweise und Ernährung verändern müssen, wenn sie nicht aussterben wollen, oder irgendwelche neuen Freßfeinde kommen dazu, dann ist die Entwicklung in eine völlig neue Art schon voll im Gange. Der Rest läuft dann per Mutation, Anpassung und Selektion, die Antriebsmaschinen der Evolution.
Bei Insekten und Fischen läßt sich so eine Evolution im Zeitraffer deshalb gut beobachten, weil sie sich ziemlich schnell vermehren und die Generationenfolgen ziemlich kurz sind. Noch schneller geht es bei Bakterien, wo die Kriterien für neue Artenbildung in zufälligen Mutationen liegen, durch die sich neue Eigenschaften ausbilden. Daß Mikroorganismen sehr gern mutieren, sieht man ja hinreichend aktuell an Corona. Oder an Grippeviren. Anfangs sind alle Mutanten noch eng miteinander verwandt, aber wenn sie lang genug mutieren, jede in eine eigene Richtung, entstehen zahlreiche neue Arten, die dann alle miteinander zur großen Familie Grippe oder Corona gezählt werden. So wie es bei Säugetieren große Familien wie Katzenartige, Hundeartige, Pferdeartige oder Primaten gibt, oder die Beuteltiere mit ihren eigenen vielen Familien, mit einigen aktuell lebenden und zahlreichen schon wieder ausgestorbenen Vertretern.
 

Anzeige(7)

pete

Sehr aktives Mitglied
Sehe ich genauso, Daoga. Die ganz kleinen Lebewesen sind schnell im Mutieren, wie man bei Corona sieht - wir Menschen sind langsamer, aber auch keine Neandertaler mehr. Und was sich nicht durch Mutation anpassen kann, stirbt aus - wobei wir Menschen natürlich auch Tiere und Pflanzen ausgerottet haben.
 

Daoga

Sehr aktives Mitglied
Der Mensch ist da genauso wie ein Meteoriteneinschlag, ein ausbrechender Supervulkan oder eine andere weltweit wirkende Naturkatastrophe. Manche rafft es dahin, andere profitieren (bewußter oder unbewußter Import fremder Arten in neue Lebensräume).
 

pete

Sehr aktives Mitglied
Hmm, das sehe ich ein bisschen anders. Wie du vielleicht gelesen haben wirst, glaube ich an die Wiedergeburt - auch weil das Menschsein keinen Sinn machen würde, bzw. was es zu lernen gibt und gilt, dafür reicht nur ein einzelnes Leben nicht aus.
Learning by doing, fallen und wieder aufstehen, das Netzwerk im Verbund mit anderen Menschen, die uns oft etwas spiegeln - auf ein einzelnes Leben bezogen, kann uns das wie eine Naturkatastrophe vorkommen. Aber was wir in dem einen Leben nicht gelernt haben, lernen wir im nächsten. Und wir sind noch lange lange nicht am Ende. Fraglich, ob es überhaupt ein Ende geben wird und kann, denn das wäre Stillstand und damit Tod.
 

Roselily

Aktives Mitglied
War ja richtig was los hier. Sehr interessante Unterhaltung.

Okay, lassen wir einmal die Witze beiseite. Ich kann für mich nur sagen: Ich glaube, dass Gott nicht existiert. Aber ich bin ein spiritueller Mensch.

Sicher, Religion und Spiritualität schießen sich wohl gegenseitig nicht aus. Für Spiritualität ist es meiner Ansicht aber nicht zwingend erforderlich, an Gott zu glauben. Glauben kann sicher eine Art Katalysator für die Entwicklung von Spiritualität sein. Andererseits sehe ich für mich Spiritualität eher als das Gegenteil von Religionen, die dogmatisch an Überzeugungen festhalten und sich einem kritischen Hinterfragen widersetzten.

Spiritualität ist für mich eine innere Einstellung, eine Form des Denkens, des Handelns und des Fühlens. Eine Suche nach Antworten auf existentielle Fragen des Lebens und ja, des Universums. Auch eine Suche nach der eigenen Identität. Sie ist sicher nicht angeboren, sondern eine Antwort auf persönliche Erlebnisse und Erfahrungen.

Sich als Teil eines großen Ganzen zu begreifen bedingt die Achtung vor dem Dasein und der Natur. Spiritualität hilft mir aber auch dabei, den Graben zwischen mir und den Anderen zu überwinden, zumindest hin und wieder. Sie hilft mir dabei, zu versuchen, frei, offen und tolerant anderen Menschen gegenüberzutreten.

An ihre Grenzen stößt meine Spiritualität im Umgang mit dem Tod. Der Jenseitstrost der Religionen ist tatsächlich ein wichtiger Aspekt. „Es kann doch sein, dass die Wahrheit traurig ist“ (Ernest Renan)? Andererseits finde ich die Vorstellung einer Hölle verstörender als die Furcht davor, dass einfach alles vorbei ist.
 

pete

Sehr aktives Mitglied
Roselily, wenn du Gott als das Große Ganze siehst, also entpersonalisierst - ich sage ja Alles was ist - dann hast du "ihn" ja doch in deine Spiritualität integriert.
Eine Hölle, wie die Religonen lehren, ist m.E. völliger Unsinn, dieses schwarz-weiß Denken. Stattdessen wird es Vielfalt geben, je nach dem, wie weit wir bzw. unsre Seelen entwickelt sind. Hölle würde ja Strafe bedeuten, aber "Gott" straft nicht. Sondern will unsre Entwicklung, auch wenn dazu mehrere Leben als Mensch von uns erforderlich sind.
 
G

Gelöscht 121208

Gast
Gott ist in Jesus Christus Mensch geworden, Pete - wie bitte willst und kannst du Ihn da "entpersionalisieren"???? Denn gerade das war ja Sein großes Ziel: Dass er in Seinem Sohn Mensch - also Person - wurde wie wir!
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Der Rest läuft dann per Mutation, Anpassung und Selektion, die Antriebsmaschinen der Evolution.
danke, die prinzipien der evolution sind mir bekannt und ich habe nicht vor sie in frage zu stellen.

nachdem ich mir vieles selbst erarbeiten musste, ist für mich ist die evolutionstheorie nicht das goldene kalb sondern ich habe von anfang mir meine fragen erlaubt. selbst darwin war gegenüber seinen eigenen gedanken kritischer als manche wissenschaftler heute es erlauben. - aber die evolution spielt im zusammenhang mit der suche nach gott auch nicht wirklich eine so große rolle für mich.


es ist natürlich irgendwie auch schwer, wenn man sich umschaut in der welt, da sind so viele menschen, die hass, schmerz, angst in sich tragen. und das muss man halt los lassen, wenn man sich gott wirklich nähern will. ich kenne niemand der den christilichen glauben wirklich lebt (oder wahrscheinlich auch jeden anderen glauben, da kenne ich nur niemanden persönlich), der nicht der welt mit liebe und mitgefühl begegnet. und das ist eine große herausforderung in dieser welt.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
T Was ist Wahrheit Gesellschaft 181
G Heiraten alleine ist doch traurig Gesellschaft 42
Hajooo Ist jetzt jedes Krankheitsanzeichen Corona ? Gesellschaft 13

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.

    Anzeige (2)

    Oben