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Ist das normal oder muss ich mir Sorgen machen?

G

Gast

Gast
Hi!

Mein Freund und ich sind seit 2 Jahren zusammen. Mal mit Höhen mal mit Tiefen.
Er ist nach außen der absolute Macho der keine Gefühle zeigen kann. Auch bei mir tut er sich nach 2 Jahren immer noch wahnsinnig schwer. Er ist sehr bedeckt und redet selten über Gefühle. Nicht nur im Hinblick auf mich, auch im Hinblick zu seiner Tochter usw. Er hat schon eine Tochter und sieht sie nur einmal im Monat, erst einmal hat er mir dann gesagt, dass er manchmal weinen muss weil sie ihm fehlt. ( Das hat er nach fast 2 Jahren Beziehung zum ersten mal gesagt)
Ansonsten macht er immer kühl " Ach sie kommt ja wieder " , " Im Leben muss man loslassen können", "ich bin nie traurig".
Wenn man ihn auf Gefühle anspricht fühlt er sich total unwohl, er kann nicht mal das Wort Gefühle sagen oder schreiben, er sagt dann G.
Hab ihn auch mal darauf angesprochen, er meinte eben nur er redet nicht gerne darüber.

Naja irgendwann hat es mich gestört, dass er mir nie sagt ob er mich liebt- nichts in diese Richtung.
Also gab es vor kurzem einen Riesen Streit indem ich etwa gemein wurde und ihm unterstellt habe, dass er mich nur benutzt als Hausfrau und S...puppe. Danach hab ich bei einer Freundin übernachtet.
Er hat mir dann am nächsten Tag eine ewig lange Nachricht über whatsapp geschickt ( er hasst genauso wie reden auch schreiben und wenn dann kommt immer nur was ganz kurzes). In der Nachricht stand drinnen,
dass es ihn verletzt, dass ich sowas gesagt habe und ich immer denke weil er etwas nicht sagt bedeutet es gleich das Gegenteil . Und das ich doch gar nicht wissen würde, was er für mich empfindet. Danach schickte er ein weinenden Smiley.

Daraufhin folgte dann die nächste Diskussion und ich fragte ihn ob er mich liebt?
Dann hat er geantwortet " wenn du das nach 2 Jahren nicht gespürt hast... dann tut es mir wirklich leid...."
Von mir wieder unverständnis und noch mehr Wut...
Dann kam von ihm " Ich habe Gefühle aber ich rede nicht über sowas"
Dann hab ich gefragt, was das heißt Gefühle Liebe oder was anderes?
Dann kam von ihm " JA !! "
Und dann hab ich nachgefragt, ja was denn jetzt Ja , auf Liebe oder ist es ein anderes Gefühl?

Dann hat er nur noch geschrieben " L " ( Für liebe, er kann also nicht mal das Wort Liebe schreiben)
Am Abend bin ich dann wieder hin und seit dort wirkt er noch zurückgezogener. Wir hatten es nochmal kurz davon und ich hab mich entschuldigt, dass ich ihm sowas unterstellt habe. Dann meinte er nur, dass ich nie akzeptieren werde, dass er eben über manches nicht gern redet.

Er ist eben so der Typische " Mann " der , der Meinung ist, dass ein Mann nicht über sowas redet und keine Schwäche zeigt.
Selbst als sein Vater gestorben ist, hat er cool gemacht. Aber da ich ihn ja doch kenne, weiß ich schon das ihn sowas belastet. Aber wieso kann er es denn nicht einfach sagen??


Ist das normal oder muss ich mir da sorgen machen?
 

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juka

Aktives Mitglied
Ist das normal oder muss ich mir da sorgen machen?
Was du schreibst geht m.E. über das normale männliche Machogehabe hinaus. Vor allem, weil er selbst gegenüber seinen Vertrauten keinen Ton herausbekommt. Als Ursachen können viele Dinge in Frage kommen, wie z.B.

- Er hat sich dieses Verhalten im Elternhaus abgeschaut
- Seine emotionalen Bedürfnisse wurden vernachlässigt, sodass er anfing Gefühle aus Schutzgründen nicht mehr zuzulassen
- Er hat ein Schlüsselerlebnis gehabt, in welchem es von großem Nachteil für ihn war Gefühle zu zeigen

Ich denke bei der ganzen Sache geht es weniger um die Angst Schwäche zu zeigen, sondern vielmehr um Verletzbarkeit und Kontrollverlust.

... Viel interessaner als die Frage, ob sein Verhalten "normal" sei, finde ich die Frage, ob du mit seiner Art auf lange Sicht leben kannst oder du schlussendlich selbst mit deinen Bedürfnissen auf der Strecke bleibst. Ändern kannst du ihn nicht. Das kann er nur selbst tun, mit professioneller Hilfe versteht sich.
 

Kylar

Sehr aktives Mitglied
Dann meinte er nur, dass ich nie akzeptieren werde, dass er eben über manches nicht gern redet.
Meinst du denn du kannst es irgendwann akzeptieren , dass er nicht gern über Gefühlskram redet, und trotzdem eine glückliche Beziehung führen?

Wenn du dieses "ich liebe dich" und anderen Gefühlsaustausch brauchst, um glücklich zu sein, dann solltest du in einer Beziehung auch nicht drauf verzichten müssen. Das würde dich nur unzufrieden machen. Es wäre aber genauso dämlich zu versuchen einen Mann, der eben nicht gern über Gefühle spricht, dazu zu bringen, es doch bitte doch mal zu tun. Das würde ihn nämlich nerven und unzufrieden machen.

Daher stellt sich bei mir die Frage, ob ihr als Paar wirklich so gut geeignet seid.
Du kannst eigentlich nur warten, ob er sich irgendwann doch etwas mehr öffnet, aber ohne ihn dabei zu bedrängen, denn damit erreichst du eher das Gegenteil. Wenn du meinst, es wird nicht besser, wäre eine Trennung für euch beide sicher besser. Ansonsten muss einer von euch immer zurückstecken: entweder du, weil du deinen Gefühlsaustausch nicht bekommst, oder er, weil er sich dazu genötigt sieht, obwohl er das nicht mag. Da wärst du mit einem Mann besser bedient, der auch gerne über sowas spricht und er besser mit einer Frau, die diesen Gefühlskram auch nicht so mag.
 
G

GrayBear

Gast
Liebe Gast-Schreiberin,

ob Du Dir Sorgen machen musst? Nein musst Du nicht. Die Frage ist nur, ob DU damit leben kannst und Dein 100%-iges Ja dazu findest. Wenn nicht, wird es wie ein Pickel auf Deiner Nase sein.

IN EIGENER SACHE
Uns Männern wird so oft unterstellt, wir könnten und wollten über unsere Gefühle nicht reden. Oh, Ihr Frauen!!!! Die meisten Männer sind von Frauen aufgezogen worden! Woher glaubt ihr wohl, haben wir diese Ansichten?! Nein, die meisten von uns wurden nicht heimlich von Vattern in die Garage gezerrt und mit blankgezogenem Gürtel eingebläut, dass das so sein muß und zu uns gehört wie das Essen der eigenen Popel. Wir haben es all zu oft im Umgang mit euch gelernt! Gestehst Du Deine Angst einer Frau, fällst Du all zu oft durchs Raster, hast Du einen Waschbärbauch, dann auch. Bist Du zurückhaltend, fehlt das Abenteuer, bist Du freundlich, bist Du langweilig. Freunde werden geliebt, die A********* werden geheiratet. Ja, das ist überzeichnet und polemisch, aber es steckt leider viel Wahrheit darin. Und NEIN, es ist nicht eure Schuld!! Was macht man(n) also, wenn alles zum Thema Gefühle nur ein Tornado von Widerprüchen ist? Man(n) nimmt diesen Faktor aus dem Spiel. Warum mit etwas umgehen, das nur Probleme macht? Nein, das ist keine Bitte um Mitgefühl und Nachsicht. Es geht auch um die Erhaltung der Menschheit. Scheinbar riechen Frauen passende Gene, wenn da der Kopf lenkende Funktion übernimmt, weiß ich nicht, ob das auf die Dauer den gewünschten Effekt hätte. Beziehungswahl ist etwas Magisches und ich bin immer wieder völlig platt wer (trotzdem) zusammen findet. Aber vielleicht könnt auch ihr Frauen einige Vorurteile im Wachsfigurenkabinett der Geschichte abladen.

Nochmal zurück zu Dir, liebe Gastschreiberin: das Aussprechen des Wortes Liebe ist für viele Männer etwas Großes und macht uns Angst. Aber nicht, weil wir diese Liebe nicht der Frau entgegenbringen (oder machmal auch das) würden, sondern weil das Aussprechen uns selbst auf einen Prüfstand stellt, ob wir dem gerecht werden können und da fehlt es manchmal einfach an Selbstvertrauen. Ich möchte jetzt auf keinen Fall wieder "den Stiel umdrehen" mit dem, was ich jetzt schreibe. Wir Männer sind auf die Zuversicht von euch Frauen in einer Form angewiesen, die die meisten von euch nicht mitbekommen. Eure Loyalität, euer Vertrauen in uns gibt uns die Möglichkeit uns noch mehr zu öffnen, in unser Inneres zu schauen und euch schauen zu lassen. Nein, ich seid weder dafür verantwortlich noch will ich euch eine Schuld an den verschlossenen Seelen der Männer geben, nicht im geringsten. Aber ihr habt einen Schlüssel von Mutter Natur zu unseren Herzen bekommen, dessen Gegenstück nur die Freundschaft ist und ähnliches bewirken kann. Und ja, ich weiß, das ähnelt einem "Ringelpietz mit Anfassen" oder dem Paradox vom "Ei und der Henne". Wir Männer können uns öffnen und eure Loyalität und euer Vertrauen helfen uns dabei sehr, weil sie uns ehren und stärken.

Dein Auszug zu einer Freundin hat Zweifel an Deiner Loyalität geweckt. Ob zu recht oder zu unrecht, ist einfach nicht wichtig. Den Zeitpunkt, um seine Tochter zu kämpfen, hat er scheinbar schon verpasst. Welchen Schmerz ihm dies verursacht, kann ich nur erahnen, denn ich bin auch Vater einer Tochter und glaube mir, dieser Schmerz ist sehr groß. Was tut man(n), wenn es bei einem Kampf nur Verlierer gibt? Wenn er um seine Tochter kämpfen will und er sie dann ganz verlieren sollte, was ist dann? Du fragst, ob er Dich liebt? Deine Frage ist berechtigt und wichtig. Aber kannst Du Dir vorstellen, dass ihm Deine Frage auch wieder ein Stück Offenheit nimmt, weil er befürchten muss, dass er Dich schon verloren hat? Ich weiß einfach nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Ich habe 10 jahre mit Frauen und Männern und ihren Gefühlen in Seminaren gearbeitet, habe sie schreien, betteln und vor Wut brüllen und in ihren Schmerzen sich winden sehen. Wer einmal diese Schönheit und Kraft erlebt hat, ist einfach unendlich traurig, wie leicht wir dies durch wenige Worte kaschieren und verstecken.

Ich weiß nicht, wie dick der Panzer Deines Mannes ist und kann nichts über die Wirkung Deines Vertrauens bei ihm sagen. Ich weiß nur sicher, ganz sicher, dass ihr eine Chance habt und Du Dich fragen musst, ob Du dazu die Zeit, die Kraft und die Zuversicht und das Vertrauen hast und diese Antwort will wohl überlegt sein. Beziehung ist kein kostenloser Therapieplatz und ein Lahmer (nicht er) und eine Blinde (nicht Du) ergeben noch kein Olympiateam. Du musst nicht seine Retterin sein und den ganzen Weg der Befreiung durchkämpfen, Du hast einfach auch das Recht, hemmungs- und bedingungslos geliebt zu werden und vor Freude zu schreien. Wir haben alle unsere Wege und ich glaube nicht an ein Schicksal. Wenn Du gesehen hättest, was ich sehen durfte, würde das Licht Deiner Hoffnung einen Nachbrenner bekommen.

Normal ist unwichtig, Sorgen sind unnütz, lebe und liebe.
 
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